„Ein Garten Eden inmitten der Hölle“. Alice Herz-Sommer: „I have had such a beautiful life.“

by on 21. April 2012  •  In Magazin, Resilienz

Was für ein bewegendes Leben. Was für eine beeindruckende Frau. Am 26. November 2011 feierte Alice Herz Sommer, die älteste Holocaust-Überlebende, ihren 108. Geburtstag. In ihrem Prager Elternhaus gingen bekannte Wissenschaftler, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler ein und aus, z. B. Sigmund Freud, Franz Kafka und Gustav Mahler. Reinhard Piechocki und Melissa Müller widmeten ihr das Buch „Ein Garten Eden inmitten der Hölle“.
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Reinhard Piechocki Melissa Müller

Alice Herz-Sommer – „Ein Garten Eden inmitten der Hölle“

Ein Jahrhundertleben
Verlagsgruppe Droemer Knaur

„Vor über hundert Jahren, 1903, wird Alice Herz-Sommer in Prag geboren. Es ist das Prag der Habsburger Monarchie, es ist das Prag von Franz Kafka, Max Brod und Felix Weltsch, die häufige Gäste im Hause Herz sind. Alice empfindet Kafka wie einen großen Bruder, sie geht als Kind mit ihm spazieren und lauscht seinen Geschichten.

Früh entdeckt Alice ihre Liebe zur Musik. Mit sechzehn wird sie jüngstes Mitglied der Meisterklasse an der Deutschen Musikakademie in Prag, und schon wenige Jahre später ist sie eine der bekanntesten Pianistinnen der Stadt.

Doch nach und nach wird die Welt von Alice brüchiger. Schon als Kind ist sie antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt, im Ersten Weltkrieg verliert ihr Vater fast sein gesamtes Vermögen, und als 1942 ihre Mutter deportiert wird, ist es für Alice, als sei auch ihr Leben an ein Ende gekommen.

Da fasst sie einen verzweifelten Entschluss: Sie wird die 24 Etüden von Frédéric Chopin einstudieren, die technisch schwierigsten Klavierstücke, die sie kennt und die selbst Artur Rubinstein nie in einem Fluss gespielt hat. Die Musik rettet ihre Seele.

Als zwölf Monate später auch sie, ihr Mann und ihr sechsjähriger Sohn nach Theresienstadt deportiert werden, ist einmal mehr die Musik ihre Rettung. Mit mehr als hundert Konzerten schenkt sie den Mithäftlingen Kraft und Hoffnung in einer Welt von Hunger, Leid und Tod. Ihrem kleinen Sohn, der als einer der Hauptdarsteller mehr als fünfzigmal in der Kinderoper »Brundibár« auftritt, schafft sie ein »Paradies inmitten der Hölle«.

Nach der Befreiung hat Alice unter dem Terror Stalins zu leiden. Sie emigriert nach Israel und unterrichtet am Jerusalemer Konservatorium. Im Alter von 83 Jahren zieht sie zu ihrem Sohn, mittlerweile ein weltbekannter Cellovirtuose, nach London. Dort lebt sie bis heute – und noch immer spielt sie jeden Tag Klavier.“

Copryright Droemer Knaur

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Zitate von Alice Herz-Sommer:

„Music saved my life and Music saves me still.”

„I am Jewish, but Beethoven is my religion.”

„I have had such a beautiful life. And life is beautiful, love is beautiful, nature and music are beautiful. Everything we experience is a gift, a present we should cherish and pass on to those we love”.

„Only when we are so old, only then we are aware of the beauty of life.”

„Music is God. In difficult times you feel it, especially when you are suffering.”

„I never hate. Hatred brings only hatred.”

Alice Herz-Sommer im Web:

Alice Herz-Sommer bei Facebook

Wikipedia über Alice Herz-Sommer

Caroline Stoessinger, Never Too Old: Words of Wisdom from Alice Herz-Sommer, The World’s Oldest Living Holocaust Survivor , 19.04.2012, Huffingtonpost.com

Ofer Aderet, ‘I look at the good’, 21.01.2010, Haaretz.com

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