VDI nachrichten über Prävention und Gesundheit am Arbeitsplatz
Von Claus Fritzsche | 26.August 2008
Unter der Überschrift »Der Arzt kommt ins Büro - Gesundheitsmanagement: Hohe Krankheitskosten - Zahl der Präventionsprojekte nimmt langsam zu« berichteten die VDI nachrichten soeben über das Projekt »Community Intervention« der Charité Ambulanz für Prävention und integrative Medizin (CHAMP). O-Ton VDI nachrichten:
»Der Arzt als Wertschöpfungstreiber? Klingt spektakulär, ist aber eine reale Möglichkeit. Ein Beispiel ist das Modell der »Community Intervention«, das in Berlin vorgestellt wurde. Seine Intention: weil die Menschen kaum zum Arzt gehen, dafür aber regelmäßig an ihren Arbeitsplatz, erreicht sie der medizinische Fortschritt dort am besten.
Umgesetzt wird Community Intervention zum Beispiel bereits vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie in Berlin. Die Charité Ambulanz für Prävention und integrative Medizin - kurz »Champ« bietet Unternehmen individuelle Lösungen für spezifische gesundheitliche Probleme ihrer Mitarbeiter wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Stress und Rauchen. Psychologen, Sozialmediziner, Fachärzte und Gesundheitstrainer beraten die Betriebsleitungen und führen Gesundheitscoachings durch.

Foto: Team der Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin
Das Angebot ist branchenübergreifend und richtet sich an Unternehmen in ganz Deutschland. »Die spezifischen betrieblichen Voraussetzungen wie die Arbeitszeiten und -bedingungen werden berücksichtigt«, so der Leiter des Programms, Michael Teut.«
Links zum Thema:
Homepage der Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin
Homepage von Dr. med. Michael Teut, Leiter des Präventionsprogramms der Berliner Charité
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Neue Professur für Naturheilkunde und Komplementärmedizin an der TU München
Von Claus Fritzsche | 25.August 2008
Nach der Berliner Charité erhält nun auch die Technische Universität München eine Professur für Komplementärmedizin. In einer Pressemeldung des Klinikums rechts der Isar der TU München vom 18.08.08 heißt es:

»Die Erich Rothenfußer Stiftung stellt für die Einrichtung einer Stiftungsprofessur »Naturheilkunde und Komplementärmedizin« an der Technischen Universität München sowie am Klinikum rechts der Isar Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird die Professur zunächst für sechs Jahre finanziert.
Ziel der Stiftung ist es, die klassische Naturheilkunde und Komplementärmedizin in die akademische Hochschulmedizin - sowohl in der Patientenversorgung als auch in Lehre und Forschung - zu integrieren. »Das Gebiet der klassischen Naturheilkunde und Komplementärmedizin soll in verstärktem Maße die Chance bekommen, seine Herangehensweisen und Methoden fundiert zu belegen und in der wissenschaftlich begleiteten klinischen Anwendung weiterzuentwickeln. Dafür boten sich Klinikum und Fakultät der TU München als exzellente forschungsstarke Einrichtungen an«, sagt Paul Rothenfußer, der Vorstand der Erich Rothenfußer Stiftung.
Auch in der Vergangenheit hatte sich die Erich Rothenfußer Stiftung bereits um die Naturheilkunde verdient gemacht - unter anderem in der bereits mehr als zehnjährigen Förderung des Zentrums für naturheilkundliche Forschung (ZnF) der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar sowie der stiftungseigenen »Akademie für Naturheilverfahren«.

Foto: Univ.-Prof. Dr. med. Roland M. Schmid
Auch die neue »Erich Rothenfußer Stiftungsprofessur für Naturheilkunde und Komplementärmedizin« soll nun am Zentrum für naturheilkundliche Forschung des Klinikums rechts der Isar angesiedelt werden. Prof. Roland Schmid hat als Prodekan des Klinikums und Direktor der II. Medizinischen Klinik doppelten Grund zur Freude: »Die akademische Verankerung von klassischer Naturheilkunde und Komplementärmedizin bietet zum einen die Möglichkeit, den Medizinstudenten in diesem Bereich eine theoretische und praktische Basis zu geben. Zum anderen ermöglicht sie uns, der steigenden Nachfrage der Bevölkerung nach Naturheilkunde und komplementären Heilmethoden entgegenzukommen und entsprechende medizinische Therapieangebote zu entwickeln, zu erforschen und anzubieten. Beispiele dafür können unter anderem die medizinische Begleitung von Krebspatienten und chronisch Kranken sein.«
Über das Klinikum rechts der Isar der TU München
Das Klinikum rechts der Isar der TU München widmet sich mit über 3.700 Mitarbeitern der Krankenversorgung, der Forschung und der Lehre. Jährlich profitieren rund 50.000 Patienten von der stationären und rund 170.000 Patienten von der ambulanten Betreuung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum ist ein Haus der Supra-Maximalversorgung, das das gesamte Spektrum moderner Medizin abdeckt. Durch die enge Kooperation von Krankenversorgung und Forschung kommen neue Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien frühzeitig dem Patienten zugute. Seit 2003 ist das Klinikum rechts der Isar eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Freistaats Bayern. Unter dem Dach des Klinikums rechts der Isar sind über 30 fachspezifische Kliniken und Abteilungen vereint. So ist gewährleistet, dass für jede Erkrankung - und sei sie noch so selten - Experten zur Verfügung stehen. Die einzelnen Kliniken sind, wie die Teile eines Puzzles, eng miteinander verzahnt. So können Patienten, entsprechend ihrer Diagnose, auch von Ärzten verschiedener Fachgebiete gemeinsam betreut werden. Besonders deutlich wird diese Zusammenarbeit in mehreren interdisziplinären Zentren, die sich intensiv und fachübergreifend bestimmten Schwerpunkthemen widmen.
Über die Erich Rothenfußer Stiftung
Nach dem Tod des Stifters Erich Rothenfußer wurde die rechtsfähige, öffentliche Stiftung 1989 mit Sitz in München gegründet. Heilen mit der Natur - der Leitsatz der Stiftung fordert die Ergänzung der konventionellen Medizin durch natürliche Heilverfahren in naturgemäßer Umgebung mit menschlicher Zuwendung, um die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und zu stärken. Die Erich Rothenfußer Stiftung fördert entsprechende Einrichtungen der Patientenversorgung sowie die Aus- und Weiterbildung in Naturheilverfahren und komplementärer Medizin. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.rothenfusser-stiftungen.de «
Link »Aktivitäten der Erich Rothenfußer Stiftung«:
International Congress on Complementary Medicine Research vom 11. - 13. Mai in München
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Blog-Award des Gesundheitsportals imedo.de - »Machen Sie mit!«
Von Claus Fritzsche | 13.August 2008
Das Gesundheitsportal imedo.de veranstaltet derzeit einen Blog-Award, der sich an deutschsprachige Gesundheitsblogs richtet. Ziel ist es, gute und verlässliche Informationsquellen herauszufinden und bekannt zu machen. Wie mir Runa Sophie Requardt von imedo.de Ende letzter Woche mitteilte, wird das Gesundheitsportal von einer fachkompetenten Jury unterstützt, benötigt allerdings auch die Unterstützung von gesundheitsinteressierten Bloggern und Internet-Nutzern. Die Nominierungsphase hat soeben begonnen und da kommen Sie, die Leser des H.Blogs, ins Spiel:
Machen Sie mit und schlagen Sie Ihr Lieblings-Gesundheitsblog vor!
Auf der Seite Gesundheitsblog Award 2008 können alle Besucher (egal ob Blogger, Blog-Leser oder Blog-Betreiber) offiziell bis zum 14. August 2008 ihre Nominierungs-Vorschläge einreichen. Sie haben somit noch genau …
… heute Zeit. Praktisch werden Vorschläge, darauf wies mich Frau Requardt soeben nochmals hin, jedoch noch bis zum 17. August angenommen. Eine Jury ermittelt anschließend, wer von den vorgeschlagenen Kandidaten nominiert wird und damit zur Abstimmung zugelassen ist. Die Award-Wahl findet vom 21. bis 31. August 2008 statt, wobei sich alle Mitglieder und Besucher des Gesundheitsportals daran beteiligen können. Am 1. September 2008 werden die Gewinner des Awards bekannt geben.
Die Awards dienen der Vernetzung der Gesundheits-Szene im Internet. Mit Nominierungs-Vorschlägen und eigenen Blog-Beiträgen helfen Sie, dieses Netzwerk herzustellen. Erzählen Sie auch Ihren Blog-Partnern davon und tragen Sie somit dazu bei, die Gesundheits-Blogosphäre zu verbinden.
Imedo.de ist die führende … allerdings nach wie vor im Aufbau befindliche … deutschsprachige Gesundheitsplattform im Internet, auf der sich tausende Benutzer zu gesundheitsrelevanten Themen austauschen, Hilfe suchen und vor allem auch selbst Hilfe anbieten. Die Plattform verfolgt dabei neben kommerziellen Interessen (zur Begrüßung gibt es eine Flut an Gratis-Einkaufsgutscheinen) die Grundidee des mündigen Patienten, dessen Eigenverantwortung und -initiative gefordert ist.
Im Themen-Bereich »Alternative Medizin« finden imedo.de-Besucher aktuell 35 Gruppen, welche ein Spektrum von TCM, Reiki, Heilfasten über Homöopathie und Selbstheilung bis hin zur Silbertherapie abdecken. »Professionalität« ist hier allerdings noch Mangelware. Die CAM-Foren (CAM = Complementary and Alternative Medicine) sind weitgehend inaktiv und viele Beiträge kommen über das symptomorientierte Prinzip »Habe Schmerzen im Bauch. Wer macht mir das weg?« oder hinterfragungswürdige Erfahrungsberichte nicht hinaus.
Imedo.de ist, das zeigt die Qualität der Beiträge, nach wie vor ein Web 2.0-Projekt mit experimentellem Charakter. Und die imedo GmbH aus Berlin steht hier wahrscheinlich vor der Herausforderung, dass Professionalisierung zunächst eine hohe Besucherfrequenz und -aktivität voraussetzt. Anbieter von qualitativ hochwertigen Inhalten - z. B. medienaffine Ärzte und Therapeuten - werden vermutlich erst dann aktiv, wenn das Portal von zigtausend Mitgliedern angenommen wurde. Und genau daran arbeitet das imedo.de-Team aktiv.
Fazit: Web 2.0 bietet im Gesundheitswesen die Chance, mündige Patienten, gesundheitsbewusste Bürger, Ärzte und Therapeuten zu vernetzen. Imedo.de ist hier als führende Gesundheitsplattform eine spannende Entwicklung. Wie die Businessplattform XING demonstriert, sind hochwertige, aktive und attraktive Gruppen ein wichtiges Element, um Web 2.0 Leben einzuhauchen. Genau an dieser Stelle besteht seitens imedo.de bisher noch Handlungsbedarf.
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Placebokontrollierte homöopathische Arzneimittelprüfung - sinnvoll oder sogar eine Notwendigkeit?
Von Jürgen Hofäcker | 12.August 2008

Placebokontrollierte homöopathische Arzneimittelprüfung - sinnvoll oder sogar eine Notwendigkeit? - Ein vorläufiges Resümee aus der Sicht eines homöopathischen Praktikers
Immer wieder wird, insbesondere von der Homöopathie fern Stehenden, die Frage nach der Placebokontrolle in homöopathischen Arzneimittelprüfungen (kurz HAMP oder PT für Pathogenetic Trial) gestellt und gleichzeitig darauf verwiesen, dass ein großer Teil der HAMP nicht placebokontrolliert ausgeführt wurde. Im gleichen Atemzug wird gerne die Forderung gestellt, dass die HAMP placebokontrolliert werden sollte, ohne genauer zu hinterfragen, inwieweit eine Verblindung bei einer HAMP sinnvoll ist bzw. für eine sachgerechte Ausführung der Homöopathie nach unserem heutigen Kenntnisstand als notwendig erscheint. Diese Fragen möchte dieser Aufsatz klären.
Zur Geschichte der HAMP
Ein wesentliches Anliegen des Gründers der Homöopathie war es, der bloßen Empirie der Medizin seiner Zeit ein Ende zu bereiten und die Anwendung von Arzneien auf eine nachvollziehbare Grundlage zu stellen. Daraus generierte er die Forderung, Arzneien vor ihrer Anwendung am gesunden Menschen zu prüfen, im Rahmen eines von ihm detailliert beschriebenen Verfahrens (Hahnemann, Schmidt 1992).
So wurden die später zur Heilung zu verwendenden Arzneien zuerst an möglichst gesunden Menschen geprüft, deren gesundheitlicher Status vorab im Detail von ihm aufgezeichnet wurde. Im Anschluss wurde die eigentliche Prüfung gestartet, in dem die Prüfer die zu prüfende Substanz einnahmen. Dieses bedeutete in den Anfängen der Homöopathie in der Regel die Einnahme von substanziellen Dosen, später mit zunehmender Erfahrung Hahnemanns, vornehmlich die Einnahme von homöopathischen Hochpotenzen(1). Dabei protokollierte Hahnemann im Verlauf der Prüfung die Veränderung der subjektiven sowie objektiven Symptome der Prüfer in einer Detailtreue, wie sie zu seiner Zeit nicht üblich war und in der Regel in der heutigen medizinischen Praxis nicht üblich sind. Das so entstandene Prüfungsprotokoll ergänzte er unter anderem durch Vergiftungsprotokolle der jeweiligen Substanz aus der damaligen medizinischen Literatur. Dieses vorläufige Protokoll nennen wir an dieser Stelle das primäre Prüfungsprotokoll.
Parallel dazu wurden die primären Protokolle mit Hilfe einfacher quantitativer Verfahren gesichtet zu dem Zwecke, die möglichen für die Substanz charakteristischen Arzneiwirkungen aus dem Protokoll der HAMP a priori zu extrahieren.
Dieses primäre Prüfungsprotokoll stellte nun die Grundlage für die ersten Erfahrungen am Patienten dar, die er von nun an mit der geprüften Substanz behandelte. Diese Erfahrungen flossen, wie man heute sagen würde, als Feedback in das primäre Arzneimittelprotokoll ein: Durch dieses Feedback, der Erfahrung am Patienten, war es ihm nun möglich, die „erste Spreu vom Weizen” zu trennen, in dem er die in der Anwendung bewährten Symptome als solche kennzeichnete. So entstand ein durch die Erfahrung ergänztes Prüfungsprotokoll, das wir hier sekundäres Prüfungsprotokoll nennen. Damit war der Kreislauf nicht beendet. Über die folgenden Jahrzehnte wurden die von Hahnemann erstellten Prüfungsprotokolle durch ihn und seine Nachfolger sukzessiv ergänzt und bereinigt, so dass wir davon ausgehen dürfen, dass die Homöopathen sich nach über zweihundert Jahren der praktischen Verifizierung, insbesondere im Bereich der häufig verwendenden Arzneimittel, aus einem von Fehler bereinigten und durch die praktische Erfahrung ergänztes soliden Arzneimittelfundus bedienen.
Dieses Vorgehen der Homöopathie zur Bereinigung und Bestätigung der Prüfungsprotokolle entspricht einem zirkulären Erkenntnisprozess, wie er nicht nur in der Wissenschaft angewandt wird.

Laut Walach ist dieser zirkuläre Erkenntnisprozess ein Argument dafür, dass die Homöopathie bei der HAMP nicht zwingend auf eine Placebokontrolle angewiesen ist. Der zirkuläre Prozess dient der Bereinigung von Fehlern (Walach et.al 2005)
„The homeopathic epistemology here is circular: Symptoms observed in PTs are being used for treatment. If patients are cured by the remedies prescribed, based on these symptoms, the symptoms are verified, and the remedy picture is supported. If not, the symptom is discarded. Only rarely, and very recently, has this methodology been brought under critical scrutiny and used as an experimental model. Reviews indicate that the vast majority of PTs are largely inadequate from a methodological point of view. However, it should be noted that, for homeopathy to work as a therapeutic system, usual methodological principles, such as blinding or quantitative analysis, are considered to be less relevant because the circular epistemology is said to correct for bias.“

Placebokontrollierte HAMP
Dieses Kapitel möchte ich mit einem kleinen historischen Rückblick beginnen, der einiges klären wird.
Wie schon oben angesprochen, setzte sich Hahnemann ausdrücklich für die Prüfung von Arzneimitteln am gesunden Menschen vor der Anwendung am Patienten ein. Jedoch sah er keinen Grund für eine placebokontrollierte HAMP, da er:
1. mit dem Mittel der einfachen quantitativen Überarbeitung der Prüfungsprotokolle,
2. sowie durch das Hinzuziehen von Erfahrung Dritter unter anderem in Form von Vergiftungsprotokollen
3. durch die Überprüfung und Verifizierung der Protokolle durch die wiederholte Anwendung am Patienten
drei Werkzeuge zur Verfügung hatte um, wie Walach sagt, einen Bias aus den primären Prüfungsprotokoll zu korrigieren.
Der Begriff des Placebos bzw. der Scheinarznei war ihm jedoch wohl bekannt und er machte von diesem, insbesondere in seinen Anfangsjahren, reichlich Gebrauch in Form von unarzneilichen Milchzuckerbriefchen (Hahnemann, Schmidt 1992).
Von außen kam, soweit dem Autor bekannt, im Jahre 1835 das erste Mal die Forderung eine HAMP placebokontrolliert durchzuführen (Stolberg). Grund war die wissenschaftliche Nichtplausibilität der Wirkung von homöopathischen Hochpotenzen, deren Hahnemann sich als Chemiker wohl bewusst war (Hahnemann 1979). Jedoch stellte er seine praktische Erfahrungen mit Hochpotenzen über diese theoretische Bedenken.
Dies wird von dem Medizinhistoriker Prof. Robert Jütte als die erste Doppelblindstudie der Medizingeschichte betrachtet (unter anderem in Jütte 2005). Das Ergebnis war für die Homöopathie negativ, das bedeutet, es konnte keine spezifische Wirkung in dem Versuch extrahiert werden. Jedoch standen ein großer Teil der Teilnehmer der Homöopathie negativ gegenüber, so dass von dieser Seite von einem Bias auszugehen ist.
Weitere aktuelle Erfahrungen mit der placebokontrollierten HAMP
Im Jahre 1997 teilte mir ein Kollege mit, dass er im Rahmen einer Homöopathieausbildung eine placebokontrollierte HAMP mit einer wohl bekannten homöopathischen Arznei durchgeführt hatte. Dabei tauchten Verumsymptome in der Placebogruppe auf.
Im Jahre 2005 machte Walach bei der Erläuterung seines theoretischen Modells für die Wirkungsweise der Homöopathie den Hinweis, dass es laut der generalisierten Quantentheorie bei einer placebokontrollierten Studie (analog einer placebokontrollierten HAMP, die immer verblindet ausgeführt wird) zu einer sogenannten Verschränkung zwischen Verum und Placebogruppe kommen kann (Walach 2003). Das würde für eine verblindete HAMP bedeuten, dass es auch in der Placebogruppe zum Erscheinen von Verumsymptomen kommen kann. Diese Hypothese konnte Walach in einer ersten multizentrischen HAMP bestätigen (Walach et al. 2007), die er auf dem CMR-Kongress im Mai 2007 in München das erste Mal vorstellte.
Somit scheint es diskrete Hinweise dafür zu geben, dass eine placebokontrollierte HAMP nicht zu dem gewünschten Erfolg führen kann, Placebosymptome von spezifischen Arzneiwirkungen zu isolieren. Analog der generalisierten Quantentheorie kann es zum Auftauchen von Verumsymptomen in der Placebogruppe kommen (nähere Erläuterung hierzu folgen in einem zukünftigen H.Blog-Beitrag).
Dies wiederum bedeutet für den homöopathischen Praktiker, dass durch eine placebokontrollierte HAMP möglicherweise für die Arznei charakteristische Symptome aus dem Prüfungsprotokoll gestrichen werden. Dies sollte selbstverständlich nicht vorkommen.
Schlussfolgerung
Auf Grundlage des heutigen Kenntnisstand erscheint es aus Sicht des homöopathischen Praktikers nicht sinnvoll, eine HAMP placebokontrolliert durchzuführen, da
- es Hinweise gibt, dass sie durch eine mögliche Verschränkung analog der generalisierten Quantentheorie nicht ihr Ziel erfüllen kann, spezifische Symptome von unspezifischen zu trennen
- und diese Verschränkung dazu führen kann, dass spezifische Symptome aus dem Prüfungsprotokoll gestrichen werden.
So erscheint es nach dem heutigem Wissenstand für gerechtfertigt, den von der Homöopathie im Rahmen der HAMP traditionell beschrittenen Weg eines zirkulären Erkenntnisprozesses bis auf Weiteres zu verfolgen. Dieser hat sich über die Jahrzehnte als Instrument der Fehlerkorrektur (unter anderem zum Ausschluss von Placebo-Prüfsymptomen) bei der HAMP bewährt.
Auf alle Fälle gibt es nach dem aktuellen Erkenntnisstand keine konkreten Hinweise für die Annahme, nicht placebokontrollierte HAMPs als nicht valide für die homöopathische Praxis zu betrachten.
Eine Bemerkung zum Schluss
Jede Kontrolle mit einem Placebo, sei es in einer HAMP oder einer klinischen Prüfung, impliziert
- dass man von einer spezifischen Wirkung einer Therapie ausgeht und
- diese spezifische Wirkung die eigentlich erwünschte ist.
Wie Walach in seinem Artikel „Das Wirksamkeitsparadox in der Komplementärmedizin“ betont, kann es jedoch durch die unreflektierte Annahme dieser Paradigmen dazu kommen, dass eine in der Praxis effektivere Therapie in solch einem Bewertungsprozess als unwirksam erklärt wird. (Walach 2001)
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Fußnoten
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(1) Es ist nicht, wie so häufig angenommen wird, dass die Homöopathie ihren Ausgangspunkt in den kleinen Dosen hatte. Ihre wesentlichen Pfeiler waren zu Beginn die Arzneimittelprüfung am Gesunden, das Ähnlichkeitsgesetz “Similia similibus curentur” sowie die strenge Individualisierung. Die kleinen Dosen sind eine spätere Entwicklung Hahnemanns, die er nicht aufgrund theoretischer Erwägungen sondern aufgrund praktischer Erfahrungen in die Homöopathie einführte.
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Literaturverzeichnis
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Hahnemann, Samuel (1979): Wie können kleine Gaben so sehr verdünnter Arznei, wie die Homöopathie sie vorschreibt, noch Kraft haben. In: Hahnemann, Samuel: Reine Arzneimittellehre / von Samuel Hahnemann. Unveränd. Nachdruck d. Ausg. letzter Hand, Studienausg./ mit e. Einf. von Klaus-Henning Gypser. Heidelberg: Haug (VI), S. V–XI.
Hahnemann, Samuel; Schmidt, Josef M. (1992): Organon der Heilkunst. Textkritische Ausg. der von Samuel Hahnemann für die 6. Aufl. vorges. Fassung. Heidelberg: Haug.
Jütte, R. (2005): An der Individualität des Patienten orientiert. Gespräch mit dem Medizinhistoriker Robert Jütte zum 250. Geburtstag des Begründers der Homöopathie Samuel Hahnemann. In: Die Drei, H. 4, S. 43–45.
Stolberg, M.: Inventing the Randomized Double-Blind Trial: The Nuremberg Salt Test of 1835.
Walach, H. (2001): Das Wirksamkeitsparadox in der Komplementärmedizin. In: Forschende Komplementärmedizin Klassische Naturheilkunde, Jg. 8, S. 193–195.
Walach, H. (2003): Entanglement Model of Homeopathy as an Example of Generalized Entanglement Predicted By Weak Quantum Theory. In: Forschende Komplementärmedizin Klassische Naturheilkunde, Jg. 10, S. 192–200.
Walach, H.; Möllinger, H.; Sherr, J.; Schneider, R. (2007): Homeopathic pathogenetic trials produce more specific than non specific symptoms. Results from two double-blinded placebo controlled trials. In: Melchart, D.; Lewith, G. T.; Weidenhammer, W.; Linde, K. (Hg.): International Congress on Complemetary Research. Munich, May 11-13,2007. Abstracts. Forschende Komplementärmedizin Klassische Naturheilkunde, Sonderheft Nr. S1, S. 20.
Walach et.al (2005): Research in Homeopathy- State of the art. In: The Journal Of Alternative and Complementary Medicine, Jg. 11, H. 5, S. 813–829.
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Link zum Thema:
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H.Blog 15.07.07: CMR-Nachlese: Doppelblinde homöopathische Arzneimittel-Prüfung mit gesunden Probanden
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IQWiG verbreitet falsche Informationen zu »komplementärmedizinischen Präparaten«
Von Claus Fritzsche | 12.August 2008
(DZhÄ) - In der August-Ausgabe der Homöopathischen Nachrichten des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) kritisiert die aus mehreren Ärzteverbänden bestehende Arbeitsgemeinschaft Komplementärmedizin das aktuelle IQWIG Merkblatt »Nahrungsergänzungsmittel und komplementärmedizinische Präparate«. Ende Juni wurde es vom Ressort Gesundheitsinformation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlicht. »Darin sind falsche und irreführende Informationen enthalten«, schreiben die Ärzteverbände. Die Verbände verweisen darauf, dass im Merkblatt Begriffe verwendet werden, die der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres geläufig sind, ohne dass diese definiert und gegeneinander abgegrenzt werden. Allein die Wahl des Titels lässt auf eine Vermischung schließen, die einer klaren Abgrenzung bedürfen.

Weitere Themen des Newsletters sind: Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin – Vorbeugen statt therapieren / 2. Auflage Band A der DZVhÄ-Weiterbildungsreihe ist erschienen / Techniker Krankenkasse weitet Integrierte Versorgung Homöopathie aus / Homöopathische Ärzte nehmen nicht an dem § 73c-Vertrag der KV Hamburg teil / Öko-Test mit zweifelhaften Testergebnissen / Ausstellung „Hinter die Fassaden geschaut – schöne Menschen in der Ludwigstraße“ / AHZ: Homöopathie in der Krebsbehandlung / Termine.
Die aktuelle Ausgabe der Homöopathischen Nachrichtensteht auf der DZVhÄ-Webseite www.welt-der-homoeopathie.de. Der Newsletter erscheint 10 mal im Jahr und kann kostenlos per Mail abonniert werden.
Links zum Thema:
August-Ausgabe der Homöopathische Nachrichten
H.Blog 30.06.2008: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) verbreitet laut BPI falsche Patienten-Informationen
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Salutogenese: Wie entwickeln Menschen sich gesund? Krankheit als Wegweiser!
Von Claus Fritzsche | 20.Juli 2008
Barbara Boot schreibt in einem Kommentar zum Beitrag »Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin wird ein ›Ort im Land der Ideen 2008‹« hier im H.Blog:
Foto: Team der Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin
»Ich freue mich für das Team, dass sie in diesem Wettbewerb gewonnen haben. Ich bin an der Inter-Uni Graz und schreibe gerade meine Masterthese. Daher bin ich auf Ihre Seite gekommen, durch den Artikel von James Oschman, Energiemedizin Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis. Ich selbst arbeite seit 17 Jahren in eigener Praxis für Ganzheitliche Körpertherapie als Heilpraktikerin mit Multi- Integrativer Kinesiologie und anderen Körpertherapien mit diesem Konzept. Dieses bestätigt mir immer wieder, wie Energie-Medizin die Selbstheilungsfähigkeit und Selbstordungsfähigkeit (Akkomodations- fähigkeit) aktiviert und positiv beeinflusst. So ist Salutogenese wieder möglich. Eine Zusammenarbeit auf breiter Front würde der Gesellschaft und dem persönlichen Wachstum aller gut tun. Ich freue mich, dass sich die wissenschaftliche Medizin hier langsam öffnet und Forschung ermöglicht. Einer kleinen Heilpraktikerpraxis ist dies mehr oder weniger verwehrt, da hier keine Gelder fließen.«
Barbara Boot spricht das wichtige Thema Salutogenese an. Anlass für mich, hierzu einmal im Internet zu stöbern. Krankheit wird schulmedizinisch immer noch zu sehr als schicksalhafter Betriebsunfall der Biofabrik Mensch betrachtet, den es durch Eingriffe zu reparieren oder sogar als Feind zu bekämpfen gilt. Aus ganzheitlicher Sicht sind Krankheitssymptome jedoch wertvolle Wegweiser des komplexen und vernetzten »Systems Mensch« (Körper, Gefühle, Geist, Beziehungen). Ganzheitlich arbeitende Therapeuten bekämpfen die Symptome nicht. Sie nutzen sie stattdessen als wichtige Wegweiser, die es zu interpretieren und »decodieren« gilt, um einen Lösungsweg zu finden. Nachfolgend eine kurze Einführung in das Konzept der Salutogenese:

Wikipedia über Salutogenese: »In der Pathogenese wird das Krankheitssymptom (z. B. Kopfschmerz) beschrieben und »bekämpft«. Nach Aaron Antonovsky wird in der Salutogenese nicht der Leidensweg einer Krankheit betont, sondern das Gesundheitspotenzial von Stressoren. In jedem Ereignis liegt somit eine Chance zur gesundheitlichen Entwicklung. Sogar Krankheitssymptome können so aufgefasst werden. Zum Beispiel Kopfschmerz ist in dieser Sicht ein somatisches Warnsignal. Der Körper macht darauf aufmerksam, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Verspannung ist danach nicht die Ursache, sondern auch nur ein Symptom. Als Auslöser ließe sich zum Beispiel Stress nennen. Damit ist aber immer noch nicht die Ursache gefunden. Diese ließe sich beispielsweise psychologisch gesehen in einer rigiden (zwanghaften) Charakterstruktur finden …
In der Sichtweise der Salutogenese wird der Kopfschmerz als ein Hinweis verstanden, der eine Chance bietet, um zur flexiblen Mitte zurück zu gelangen. Rigiditäten können also Teil von zu heilenden psychischen Verhaltensstrukturen sein, an denen Helfer anknüpfen können. Wird der Kopfschmerz jedoch durch ein Medikament auf- gehoben, ist kein Signal (Hinweis) mehr zur Heilung gegeben. Bildlich ausgedrückt: Statt das Feuer zu bekämpfen, wurde der Brandmelder ab- geschaltet.
In der Salutogenese wird also der Hauptmerk auf den »Gesundungsweg« gelegt, zu dem Symptome Hinweise geben können. Damit kann ggfs. sogar eine Stärkung der Ressourcen erreicht werden, mit denen sich der Mensch auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum mehr in Richtung Gesundheit bewegen kann.« Link zum Originalbeitrag …

Malteser Medizin Plus® über Salutogenese: »Antonovsky stellt die Frage, warum Menschen gesund bleiben und zeigt auf, wie Menschen trotz Risikofaktoren, die sich aus dem alltäglichen Leben und belastenden Situationen und Bedingung ergeben, also trotz schwieriger Lebenslagen, gesundheitlicher Beeinträchtigungen, Armut, Traumata etc. »gesund« bleiben oder werden. Damit gibt er dem Individuum, aber auch den Helfenden Aspekte an die Hand, mit welchen Faktoren sie »Heilungsprozesse« bzw. »Gesunderhaltungs- prozesse« unterstützen können:
- Autonomie
- Partizipation (Teilhabe an Entscheidungen)
- Aufgabenorientierung
- Soziale Unterstützung
- Soziales Klima
- Eröffnung von Sinnperspektive
Gesundheit muss wieder neu begriffen werden als die Fähigkeit, mit seinen Einschränkungen glücklich zu leben – und nicht, wie es die WHO-Leitlinie fasst, als völliges geistiges, körperliches und soziales Wohlbefinden. Diese realitätsferne WHO-Definition lädt zum rücksichtslosen Streben nach einem nie erreichbaren Zustand und einem unbegrenzten Ressourcenverbrauch ein.« Link zum Originalbeitrag …

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): »In den letzten Jahren hat sich im Bereich wissenschaftlicher Arbeit zu Krankheit und Gesundheit ein Paradigmenwechsel vom biomedizinischen zum bio-psycho-sozialen Modell vollzogen. Dieses Umdenken hat zur Entwicklung des Lebensweisenkonzeptes und einem veränderten Gesundheitsverständnis geführt. Gesundheitsförderung wird neu gesehen und stärker gewichtet. Die nationalen und internationalen Empfehlungen dazu haben im Kern gemeinsam:
- dass Gesundheit ganzheitlich, also mit ihrer körperlichen, psychischen und sozialen Komponente gesehen wird;
- dass die einzelnen Elemente von Prävention und Protektion in einer starken Interdependenz zueinander stehen und daher nicht einzeln die gewünschte Wirksamkeit entfalten können;
- dass Gesundheitsförderung in das gesamte soziale, ökologische und infrastrukturelle Umweltgeschehen eingebettet sein muss;
- dass effektive Gesundheitsförderung Selbstbestimmung, Emanzipation und Persönlichkeitsentfaltung des Individuums voraussetzt bzw. fördern muss.
Zahlreiche empirische Studien haben ergeben, dass Gesundheit, Krankheit und Krankheitsbewältigung durch ein komplexes Zusammenwirken von physischen, psychischen und sozialen Faktoren bestimmt werden. Gesundheit bzw. Krankheit wird als Prozess verstanden, der durch menschliches Verhalten und die ihn umge- benden Lebensverhältnisse beeinflusst wird. Demnach muss man gesundheitsbezogenes Verhalten in seiner lebensgeschichtlichen Entstehung sehen und gesundheitsschützende Lebensverhältnisse mit einer aufeinander abgestimmten Verhaltens- und Verhältnisprävention fördern.
Eine Lösung aktueller Gesundheits- und Krankheitsfragen kann auf Dauer nur gelingen, wenn die Vielzahl der heute bekannten Determinanten von Gesundheit berücksichtigt wird. Der pathogenetische Ansatz »Was macht Menschen krank?« muss ergänzt werden durch den salutogenetischen Ansatz ›Was hält Menschen gesund?‹« Link zum Originalbeitrag …
Hans Wydler, Petra Kolip, Thomas Abel (Hrsg.)
Salutogenese und Kohärenzgefühl
Grundlagen, Empirie und Praxis eines gesundheitswissenschaftlichen Konzepts, JUVENTA Verlag, Taschenbuch, 205 Seiten, 19 Euro
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Kurzbeschreibung: »Wenige Konzepte haben im Bereich Public Health derart inspirierend gewirkt wie die der Salutogenese und des Kohärenzgefühls (Sense of coherence) von Aaron Antonovsky. Seine Forschungstätigkeit entwickelte er an der Frage, wie es möglich ist, auch unter schwierigsten Bedingungen gesund zu bleiben. Im wissenschaftlichen Bereich haben Antonovskys Konzept, seine Modellvorstellung und das von ihm entwickelte Erhebungsinstrument eine beachtliche Verbreitung gefunden. Allerdings zeigt sich in vielen Forschungsprojekten, dass Modell und Erhebungsinstrument nicht unproblematisch sind und zahlreiche theoretische, begrifflich konzeptionelle und methodische Fragen offen bleiben. Eine vertiefte Auseinandersetzung und Weiterentwicklung des Beitrages von Antonovsky ist deshalb dringend geboten, gerade auch weil sein Ansatz als derzeitige theoretische Fundierung des Gesundheits- förderungsansatzes gilt.
Der vorliegende Band leistet einen Beitrag zur aktuellen Diskussion des Konzeptes der Salutogenese und des Kohärenzgefühls innerhalb der Gesundheitswissenschaften. Er versammelt Beiträge zur theoretischen und konzeptuellen Weiterentwicklung, umfasst methodische Beiträge und empirische Ergebnisse und stellt salutogenetische Ansätze in der Praxis dar. Der Band bietet gleichzeitig einen allgemeineren Einblick in die Arbeitsweisen und Fragestellungen von Gesundheitsforschung und Public Health.
Inhalt:
- Petra Kolip, Hans Wydler & Thomas Abel: Gesundheit: Salutogenese und Kohärenzgefühl. Einleitung und Überblick Theoretische und konzeptuelle Weiterentwicklungen
- Christa M. Schneider: Philosophische Überlegungen zu Aaron Antonovskys Konzept der Salutogenese
- Andrea Welbrink & Alexa Franke: Zwischen Genuss und Sucht - das Salutogenesemodell in der Suchtforschung
- Renate Höfer: Kohärenzgefühl und Identitätsentwicklung. Überlegungen zur Verknüpfung salutogenetischer und identitätstheoretischer Konzepte Methodische Konzepte und empirische Ergebnisse
- Siegfried Geyer: Antonovsky’s sense of coherence - ein gut geprüftes und empirisch bestätigtes Konzept?
- Margreet Duetz, Thomas Abel, Franziska Siegenthaler & Steffen Niemann: Zur Operationalisierung des Gesundheitsbegriffes in empirischen Studien zum Kohärenzgefühl
- Esther Walter, Thomas Abel & Steffen Niemann: Gesundheit als Kontinuum: Eine explorative Analyse zu den Determinanten von Minder-, Normal- und Hochgesundheit
- Florian Straus & Renate Höfer: Kohärenzgefühl, soziale Ressourcen und Gesundheit. Überlegungen zur Interdependenz von (Widerstands-) Ressourcen
- Ivars Udris & Martin Rimann: Das Kohärenzgefühl: Gesundheitsressource oder Gesundheit selbst? Strukturelle und funktionale Aspekte und ein Validierungsversuch Salutogenetische Ansätze in der Praxis
- Markus Fäh: Verbessert Psychotherapie die Moral? Inwiefern können grundlegende gesundheitsrelevante Lebensbewäl- tigungseinstellungen durch psychologische Interventionen erworben bzw. verbessert werden?
- Uwe H. Ross: Die praktische Umsetzung des Salutogenese- konzeptes bei chronischem Tinnitus als systemischer Hörwahrnehmungsstörung
- Marianne Brieskorn-Zinke: Salutogenese in der Pflege - zur Integration des Konzepts in pflegerische Handlungsfelder Schlussfolgerungen und Ausblick
- Toni Faltermaier: Die Salutogenese als Forschungsprogramm und Praxisperspektive. Anmerkungen zu Stand, Problemen und Entwicklungschance
- Thomas Abel, Petra Kolip & Hans Wydler: Sense of coherence und Salutogenese. Ein Essay zur Kritik und Weiterentwicklung einer aktuellen Perspektive in der Gesundheitsforschung«
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Arzneimittel: Todesursache Nr. 3 in Deutschland
Von Claus Fritzsche | 16.Juli 2008
Hätten Sie das gewusst? Der Versuch, Menschen mit pharmazeutischen Präparaten zu heilen, führt allem Anschein nach zur Todesursache Nr. 3 in Deutschland. Die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamts nennt für das Jahr 2005 folgende Werte:
337.000 Sterbefälle durch Krankheiten des Kreislaufsystems
220.000 Sterbefälle durch Neubildungen (d. h. Krebs)
54.000 Sterbefälle durch Krankheiten des Atmungssystems
42.000 Sterbefälle durch Krankheiten des Verdauungssystems
Ein interessanter Wert fehlt in der amtlichen Sterbestatistik, da er offiziell nicht erhoben wird. Michael Malzahn zitiert in seinem Weblog (»Tödliche Pillen«) Prof. Dr. Jürgen Fröhlich, Direktor der Abteilung für klinische Pharmakologie an der medizinischen Hochschule in Hannover, mit den Worten: »Wir gehen davon aus, dass pro Jahr in den internis tischen Abteilungen 58.000 Patienten durch unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen ums Leben kommen.« Die Süddeutsche Zeitung weist in Ihrem Artikel »Leiden auf Rezept« darauf hin, dass viele Sterbefälle als Folge von Nebenwirkungen durch Arzneimittel nicht gemeldet werden und somit eine hohe Dunkelziffer zu vermuten ist. O-Ton Süddeutsche Zeitung:
»Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt hingegen zwischen 15.000 und 17.000 unerwünschte Nebenwirkungen durch Medikamente jährlich an, Tendenz ebenfalls steigend. Dazu zählen 1.200 bis 1.400 tödliche Komplikationen. Diese Zahlen erfassen aber nur die gemeldeten Zwischenfälle. ›Das sind weder alle Nebenwirkungen noch alle Todesfälle‹, sagt Ulrich Hagemann, der die Abteilung für Pharmakovigilanz im BfArM leitet, die für Arzneimittelsicherheit und -überwachung zuständig ist. ›Leider muss man vermuten, dass die Mehrzahl der Ärzte keine Nebenwirkungen meldet.‹«
Michael Malzahn hat noch einen Dokumentarfilm entdeckt, der 2004 von Erich Schütz und Detlev Koßmann im Auftrag des SWR gedreht und von verschiedenen Sendern ausgestrahlt wurde.
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Link zum Thema:
H.Blog 24.10.07: Nebenwirkungen in Homöopathie und Allopathie
Themen: Claus Fritzsche | add to mister wong | 1 Kommentar »
Google-Suche im H.Blog
Von Claus Fritzsche | 13.Juli 2008
Wer dieses Weblog über die Index-Seite (d. h. Home) betritt, der findet oben rechts unter Impressum ab sofort den neuen Eintrag »Google-Suche im H.Blog«. Der Besuch dieser Seite ermöglicht Ihnen eine seitenspezifische Google-Suche, die ausschließlich im H.Blog sucht.
Einziger Wermutstropfen: Beim erstmaligen Start einer Suche auf der Domain des H.Blogs werden deutsche Sonderzeichen nicht erkannt. Sie müssen somit nach »Homoeopathie« statt Homöopathie oder nach »Juergen Hofaecker« statt Jürgen Hofäcker suchen. Die Suchergebnisse erscheinen dann jedoch auf einer neuen Webseite von Google, die deutsche Sonderzeichen korrekt lesen kann.
Themen: Claus Fritzsche | add to mister wong | Kein Kommentar »
Ach, du dickes Ei! Wortmeldungen im H.Blog
Von Claus Fritzsche | 12.Juli 2008
Ein Weblog lebt nicht nur von seinen Beiträgen … sondern ebenso von den ergänzenden, unterstützenden und kritischen Kommentaren seiner Leser. Da es für die Stammleser des H.Blogs schwer bis fast unmöglich ist, Kommentare zu verfolgen, fasse ich interessante Wortmeldungen der letzten Tage nachfolgend einmal zusammen.

Foto: stock.xchng
Warum gibt es so wenig Ärzte- und Therapeutenblogs?
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Michael Cvachovec, von Beruf Zahnarzt (hier ein Blick in seine Praxis), schreibt: »Ich glaube, daß es nicht unbedingt ein Zeitproblem ist, warum es so wenig Ärzteblogs gibt. Es ist eher die Tatsache, daß das Medium Internet von der Ärzteschaft in Deutschland maßlos unterschätzt wird. In USA gehört es für viele Mediziner zum guten Ton auch außerhalb der Öffnungszeiten von ihren Patienten erreicht werden zu können, jedoch ohne die Verpflichtung einzugehen 24h am Tag online zu sein …« - Michael Malzahn äußert sich in seinem Weblog thera.page zum gleichen Thema und listet hier diverse Ärzte- und Therapeutenblogs auf.
Link zum vollständigen H.Blog-Beitrag …
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Antonie Peppler & Homöopathie bei Depression - Vorsicht!
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Antonie Peppler, Erfinderin und geschickte Vermarkterin der »Kreativen Homöopathie nach Antonie Peppler«, äußert sich zu einem kritischen H.Blog-Beitrag wie folgend: »Sehr geehrt Britta Danger, mit großem Erstaunen habe ich Ihre Kommentare zu meiner kurz gehaltenen Pressemeldung gelesen. Leider ist mir unklar geblieben, was an meiner Homöopathischen Therapie gefährlich und schädlich sein soll. Viele ehemals depressive Patienten, die ich in den letzten 25 Jahren behandelt habe, werden dies vermutlich auch nicht verstehen … « (lesen Sie den vollständigen Kommentar hier).
Die Kreative Homöopathie nach Antonie Peppler® »verbindet normale Homöopathie, Psychologie und Deutung der Symptomensprache und betrachtet den dynamisch Menschen in seinem familiären, gesellschaftlichen und situativen Kontext.« Die sinnvolle Verbindung von Homöopathie, Psychologie und Psychosomatik ist übrigens nicht Anlass meiner Kritik, im Gegenteil … diesen Ansatz halte ich für wertvoll … und nebebei erwähnt auch nicht für wirklich neu. Anlass meiner Kritik sind die Aussagen von Antonie Peppler zum Thema »Depression«. Diese halte ich nach wie vor für kritikwürdig, fragwürdig und gefährlich.
Die Antwort von Britta Danger … ähm nein … von Frau Peppler hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass sie sich nicht die Zeit genommen hat, die Kritik und dieses Blog aufmerksam zu lesen. Ich vermute, dass sie sich auch nicht aus reinem Interesse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Kritik gemeldet hat sondern wegen der guten Sichtbarkeit der H.Blog-Kritik unter Google (siehe Google-Suche: »Antonie Peppler«), welche viele Peppler-Interessenten dirkt auf die Seite »Antonie Peppler & Homöopathie bei Depression - Vorsicht!« führt. Ich bin übrigens durchaus ein Befürworter spirituell beeinflusster therapeutischer Ansätze wie z. B. der auf meiner Homepage psychophysik.com vorgestellten SPOT-Therapie von PD Dr. Jakob Bösch und Anouk Claes. Im Falle von PD Dr. Jakob Bösch haben diese jedoch ein solides wissenschaftliches Fundament, welches sich u. a. durch den präzisen Umgang mit Worten, Inhalten und vermeintlich kleinen Details und die Fähigkeit, seine Umwelt aufmerksam wahrzunehmen, auszeichnet.
Link zum vollständigen H.Blog-Beitrag …
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Gunnar R. Keßler, Allergien, Heuschnupfen und die erste Million im Internet
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Gunnar R. Keßler schreibt: »Ich finde es toll, dass unser tun so wichtig ist, dass dieser Blog darüber berichtet. Interessant ist jedoch, dass sich der Autor zu einer Meinungsbildung hinreißen lässt, ohne weder unsere Arbeit noch unser Produkt zu kennen. Hätte er sich die Mühe gemacht, genauer zu googlen, hätte er bemerkt, dass ihm arge Recherchefälle unterlaufen sind …«
Link zum vollständigen H.Blog-Beitrag …
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Charité, Outcome-Studien, Rouven Schäfer und Prof. Dr. Ulrich Berger von der GWUP
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Ja, so hatten sich Amardeo Sarma und Rouven Schäfer, der eine Vorsitzender und der andere Ehrenvorstand der streng dogmatischen Skeptiker-Vereinigung GWUP e. V. (beide medizinische Laien), das nicht vorgestellt. Da verfassen sie eine kleine Pressemeldung zur neuen Professur für Komplementärmedizin an der Berliner Charité - mit manipulativer und indirekt diffamierender Wortwahl, wie sie es schon seit vielen Jahren gewohnt sind - und dann werden sie doch tatsächlich öffentlich darum gebeten, ihre Behauptungen sachlich zu begründen. Anstatt eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachzureichen, wendet sich Ehrenvorstand Rouven Schäfer an die Redaktion von READERS EDITION und bittet darum, einen kritischen und aus seiner Sicht sehr sehr (!!!) ärgerlichen Beitrag (»GWUP und Komplementärmedizin: ›Hilfe Skeptiker!”‹«) zu löschen. Und was macht die Redaktion des von Ex-Netzeitung-Chefredakteur Michael Maier betriebenen Portals? Sie gehorcht Rouven Schäfer nicht.
Gewöhnlich löst der Skeptiker-Verein solche Krisen, indem er wie z. B. Prof. Martin Lambeck (»Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck…«) eisern schweigt. Wer in unserer reizüberfluteten Medienwelt wie Lambeck einfach auf Tauchstation geht, der kann sich so auch nicht blamieren und Kritik ins Leere laufen lassen. Zum größeren Problem für den Verein GWUP e. V. wurde es jedoch, als sich mit Ulrich Berger, Professor für Volkswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, ein hyperaktives Vereinsmitglied um Kopf um Kragen redete. Hier im H.Blog nachzulesen in den beiden Beiträgen »GWUP, Professor Dr. Dr. Ulrich Berger und die »wissenschaftliche« Fachdiskussion der Woche« und »Charité, Outcome-Studien, Rouven Schäfer und Prof. Dr. Ulrich Berger von der GWUP«.
Spätestens mit dem Erscheinen der openPR-Meldung »Sturm im Wasserglas - GWUP kritisiert Professur für Komplementärmedizin an der Berliner Charité« ist Prof. Dr. Dr. Ulrich Berger, scharlatan-jagdtechnisch betrachtet, die Kontrolle vollkommen entglitten. Den Herren (Ulrich Berger, Amardeo Sarma, Rouven Schäfer) scheint langsam klar zu werden, dass sie die wissenschaftliche Lauterkeit und Kompetenz von Prof. Dr. Stefan Willich öffentlich in Frage gestellt haben, ohne ihre im Kern diffamierenden Behauptungen durch sachliche und fundierte Argumente belegen zu können. Vereinsmitglied Prof. Dr. med. Jürgen Windeler - fachlich kompetent - kann ihnen auch nicht mehr aus der Patsche helfen, da er beim Verfassen der Pressemeldung mit Sicherheit nicht konsultiert wurde und die Kompetenz und Lauterkeit von Prof. Dr. Stefan Willich öffentlich niemals in Frage stellen würde.
Und wie löst Volkswirt Prof. Dr. Ulrich Berger das Problem? So, wie es für Dogmatiker typisch ist: Einfach die Fakten ignorieren, laut bellen und sich seine eigene Realität schaffen. In seiner letzten Wortmeldung hier im H.Blog schreibt er: »Lieber Herr Fritzsche, es ist alles gar nicht so kompliziert, wie Sie es hier darstellen. Die “Unterstellung fehlender wissenschaftlicher Kompetenz und Lauterkeit gegenüber Prof. Dr. Stefan Willich” ist weder “indirekt” noch “verklausuliert”, sie existiert schlicht nur in Ihrer Einbildung. Wie sollte ich bitte Argumente liefern, um Objekte Ihrer Einbildung zu stützen? Und vor allem: warum? …« Da diese Logik - zumindest für Nicht-GWUP-Mitglieder - wenig überzeugend ist, könnte in einem nächsten Schritt noch helfen, die Existenz der GWUP-Pressemeldung insgesamt zu leugnen … oder einen neuen Namen anzunehmen.
Link zum vollständigen H.Blog-Beitrag …
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Auch, du dickes Ei!
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Beeinflussung genetischer Prozesse in Baumwollpflanzen durch Einsatz von homöopathischen Präparaten
Von Claus Fritzsche | 11.Juli 2008
Das von Prof. Dr. Chaturbhuja Nayak herausgegebene Indian Journal of Research in Homoeopathy aus New Delhi publizierte in seiner Ausgabe 2007-01 einen Beitrag von Dr. H. U. Gangar, Leiter Engineering & Workshop a. D. des Central Institute for Cotton Research (CICR) in Mumbai, in dem es um die Beeinflussung des Wachstums von Baum- wollpflanzen mittels homöopathischer Präparate geht. Nachfolgend das Abstract und die Ergebnisse (Kurzinfo) der Publikation:

Foto: CICR
»Management and Control of Genetic Processes in Cotton Plants through Homoepathy« - Abstract: »Detailed study on effects of homoeopathic drugs on plant bodies was undertaken at Central Institute for Research on Cotton Technology (ICAR) in Mumbai. This paper presents promising results of some of these preliminary experiments. This study reveals that electrically neutral and pure distilled water develops internal electrical charges as soon as homoeopathic drugs are added into it. Different drugs as well as different potencies of same drug develop different electrical charges. Further experiments, conducted on plants, proved that medicated water containing drugs of highest potency strongly influences the genetic process of plants. It can accelerate germination process, can shorten cultivation period, can enhance yield as well as quality of cotton crop and also makes it possible to grow it during off-season.«
RESULTS AND DISCUSSIONS
»It was found that pure water was originally neutral in respect of electrical properties. On examining samples of medicated water, as shown in Figure-1, it was found that this medicated water developed specific potentials (D.C. voltages). This way when different drugs of different potencies were tested, each corresponding sample found to contain specific different potential. Similarly different drugs in CM (100,000) potency were tested. In this case also different drugs produced different potentials. This is evident from Tables 1, 2 and 3.

Grounding one of the probe or even both the probes did not discharge the electrical charge. This suggests development of inter-molecular electrical charges within the medicated water.
From forgoing experiments, it became clear that electrical properties of distilled water changes when it gets mixed with homoeopathic drugs. Different drugs produce different electrical charges within water. Even different potencies of same drug also produce different electrical charges in water. Further none of these charges were alike. This strongly indicates existence of inter-molecular electrical charges in medicated water.«

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