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Berliner Charité besetzt Deutschlands erste Professur zur wissenschaftlichen Erforschung der Komplementärmedizin

Von Claus Fritzsche | 22.Mai 2008

(Pressemitteilung der Charité) - Prof. Dr. Claudia Witt erhält die Stiftungsprofessur der Karl und Veronica Carstens-Stiftung zur Erforschung der Komplementärmedizin (Alternativmedizin) an der Berliner Charité. Damit wird erstmals in Deutschland Spitzenforschung auf diesem Gebiet im Rahmen einer Professur möglich. Nach einer öffentlichen Ausschreibung und einem universitären Berufungsverfahren konnte Claudia Witt aufgrund herausragender wissenschaftlicher Leistungen und Erfahrungen in der Lehre für die Professur gewonnen werden. Prof. Dr. Detlev Gantgen, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin: »Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen.«

Foto: Prof. Dr. Claudia Witt, Charité Berlin

Die Stiftungsprofessur wird am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité angesiedelt sein. Mit der Fördersumme von insgesamt einer Million Euro werden die Professur und zwei Mitarbeiterstellen über einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert. Die Carstens-Stiftung will mit ihrem Engagement die Forschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin, wie z. B. Naturheilverfahren, Homöopathie und Chinesischer Medizin, stärken.

Der Geschäftsführer der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Dr. Henning Albrecht, unterstreicht die Bedeutung der neuen Professur für den Erfolg der Komplementärmedizin: »Nur durch erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird.«

Foto: Charité Berlin

Die Lücke zwischen Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand schließen

Prof. Witts wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der Therapieforschung zur Komplementärmedizin, insbesondere im Bereich der Chinesischen Medizin und der Homöopathie. Dies beinhaltet die Untersuchung von Wirksamkeit, Therapiesicherheit und Kosteneffektivität dieser Behandlungsansätze. Mit groß angelegten Studien, z. B. zur Akupunktur, konnte sie bereits internationale Standards setzen. Prof. Dr. Witt tritt mit großer Leidenschaft die neue Aufgabe an: »Über 60 Prozent der Bevölkerung nehmen Angebote der Komplementärmedizin in Anspruch. Dennoch ist nur wenig über deren Wirksamkeit, aber auch deren möglichen Nebenwirkungen bekannt. Ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu können, die große Lücke zwischen Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand zu schließen.«

Für die kommenden Jahre sind bereits umfangreiche Forschungsvorhaben geplant. Neben Studien zu einzelnen Behandlungsverfahren wie Qigong, Akupunktur und Homöopathie wurden bereits große interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Chinesischen und Tibetischen Medizin beantragt. Neben der Forschung liegen Prof. Witt aber auch die Lehre und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von Promotionen, postgraduierten Weiterbildungen und Expertenkonferenzen am Herzen.

Um dies alles zu realisieren zu können, bietet die Charité mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie die idealen Voraussetzungen. Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Stefan N. Willich, blickt erwartungsvoll in die Zukunft. »Unser Institut hat einen exzellenten Forschungsschwerpunkt zur Komplementärmedizin mit internationaler Bedeutung. Es wird diese Stellung mit Hilfe von Frau Professor Witt in Zukunft noch weiter ausbauen können.«

Links zum Thema:

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie

Ergänzende Präsentation zur Pressemitteilung der Charité

Deutsches Ärzteblatt: Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Akupunktur

READERS EDITION: Prof. Harald Walach über größte Akupunktur-Studie

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7 Kommentare to “Berliner Charité besetzt Deutschlands erste Professur zur wissenschaftlichen Erforschung der Komplementärmedizin”

  1. Charité, Outcome-Studien, Rouven Schäfer und Prof. Dr. Ulrich Berger von der GWUP | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    11th.August 2008 um 10:46 am

    [...] einer kürzlich publizierten Pressemeldung der Berliner Charité erhielt Prof. Dr. Claudia Witt soeben die von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung [...]

  2. Homöopathische Ausbildung an der Universitäts- Frauenklinik Tübingen | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    11th.August 2008 um 11:19 am

    [...] Nachrichten des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Trapp bezieht sich auf die erste Professur zur wissenschaftlichen Erforschung der Komplementärmedizin in Deutschland, die von der Berliner Charité soeben mit Frau Prof. Dr. Claudia Witt besetzt wurde, und verweist [...]

  3. Homöopathie-Studie der Charité | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    11th.August 2008 um 5:37 pm

    [...] Berliner Charité besetzt Deutschlands erste Professur zur wissenschaftlichen Erforschung der Komple… [...]

  4. Neue Professur für Naturheilkunde und Komplementärmedizin an der TU München | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    25th.August 2008 um 5:14 pm

    [...] der Berliner Charité erhält nun auch die Technische Universität München eine Professur für Komplementärmedizin. In [...]

  5. GWUP: Skeptiker 3/2008 - Agitation und Entertainment auf hohem Niveau | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    16th.September 2008 um 10:32 am

    [...] werden. Zu Gunsten der GWUP darf erwähnt werden, dass die verbitterte Kritik des Vereins an der Professur für Komplementärmedizin der Berliner Charité nicht nur dogmatische Gründe hat. Es handelt sich zu großen Teilen auch um Unwissenheit. Bei den [...]

  6. JuttaMeyer-Lutterloh schreibt:
    2nd.Dezember 2008 um 10:15 pm

    Kann man sich für die Therapie als gesetzl.vers.
    Pat. anmelden. Ich leide unter ständigen Nacken-
    schmerzen.

  7. Interview mit Dr. med. Hans Barop: Neuraltherapie wird zukünftig an der Charité wissenschaftlich erforscht | Neuraltherapie.Blog schreibt:
    10th.Oktober 2009 um 11:14 am

    [...] Medizin findet unter der Leitung von Prof. Stefan Willich statt, an dessen Institut auch die erste Professur zur wissenschaftlichen Erforschung der Komplementärmedizin angesiedelt ist. Die Neuraltherapie hat hier allerdings bisher keine Rolle [...]

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