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Strafbare Schmähkritik? Informationen über Michael Horak alias „fatmike182“, Hrsg. www.goldenesbrett.at gesucht

Von Claus Fritzsche | 24.Mai 2011

Die „GWUP-Konferenz 2011 – Fakt und Fiktion“, die vom 2. Juni bis 4. Juni 2011 im Naturhistorischen Museum und an der Technischen Universität Wien stattfindet, steht im Zeichen schwerwiegender Vorwürfe. In einer Konferenzveranstaltung wird am 2. Juni 2011 „Das goldene Brett vorm Kopf“ für den „herausragendsten Unfug des Jahres“ verliehen. Herausgeber der Webseite www.goldenesbrett.at ist ein Michael Horak vom Wiener GWUP-Ableger „Gesellschaft für Kritisches Denken“ (GKD). Wie das Weblog Promed.Watch berichtet „besteht der begründete Verdacht, dass Michael Horak aktives Mitglied des Esowatch-Kernteams ist oder mit dem Esowatch-Kernteam eng zusammenarbeitet und hier entweder für Straftaten selbst verantwortlich ist oder Straftaten Dritter als Bestandteil seiner Arbeit für die Skeptiker-Bewegung billigt.“ Esowatch.com ist ein kriminelles Internet-Projekt der Skeptiker-Bewegung, welches Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen (Az 3031 PLs 453/11) wegen übler Nachrede, Verleumdung sowie Verletzung von Persönlichkeits- und Urheberrechten ist. Ausgesprochen delikat ist die ganze Angelegen auch, weil sich Prof. Edzard Ernst allem Anschein nach der Skeptiker-Szene zugehörig fühlt und auf der GWUP-Konferenz einen Vortrag hält.

Skeptiker-Kriminalität bei Esowatch

Als Angela Merkel im September 2007 den Dalai Lama empfing, da muss ihr Entscheidendes entgangen sein: Die Kritik der chinesischen Regierung? Nein, vollkommen unbedeutend. Was dann? Der Dalai Lama ist ein kleiner Nazi! Diesen Eindruck will zumindest das anonyme Hassportal Esowatch.com der Welt vermitteln. Hier lesen wir:

„Der Dalai Lama unterhielt in den vergangenen Jahren regelmäßig Kontakt zu alten und neuen Nazis und terroristischen Sektengründern, z.B. zu damaligen Emissären aus dem Dritten Reich nach Tibet Ende der 1930er Jahre (z.B. Heinrich Harrer, gest. 2006), zu dem chilenischen Neofaschisten Miguel Serrano (gest. 2009) und insbesondere zur internationalen Theosophen-Szene, einer von der russischen Spiritistin Helena Blavatsky gegründeten rassistischen und esoterischen Ideologie, aus der sich Rudolf Steiners Anthroposophie abspaltete.“ (→ Esowatch.com, Dalai Lama)

Über solch eine „etwas tendenziöse“ Darstellung mag man schmunzeln (Autorin ist möglicherweise eine Cornelia R. aus Leipzig). Als weltweit geachtete Persönlichkeit kann dem Dalai Lama egal sein, was anonyme Schmutzfinken im Internet über ihn verbreiten. Weniger lustig ist es, wenn öffentlich nicht bekannte Personen wie z. B. Jocelyne Lopez auf Rang 1 einer Google-Suche über sich lesen:

„Einem normal gebildeten Menschen fällt an dieser Stelle bereits auf, dass sich Lopez zeitgenössischer Blutideologien bedient. An diesem Widerspruch stört sie sich selbst jedoch nicht und das ist symptomatisch. Diese gespaltene Sicht erlaubt es Lopez, Andersdenkende gleichzeitig als Nazis zu bezeichnen und antisemitische Stereotypen zu verwenden. Aus dieser Unschuldsposition, die auch bei Antizionisten weit verbreitet ist, spannt sich der Bogen vom Tolerieren antisemitisch motivierter Einsteinkritiker über die Beschimpfung von Diskussionsteilnehmern in Foren als Nazis und Gestapo-Schergen …“ (→ Esowatch.com, Jocelyne Lopez,  Version vom 21.05.2010)

Diese Beschreibung (als Autor wird ein Aribert D. aus  Bremerhaven verdächtigt) erfüllt den Straftatbestand der Verleumdung (§ 187 StGB) und in einer früheren Artikel-Version wurde auch noch die Privatwohnung von Frau Lopez abgebildet, um der Dame im Internet einmal richtig einzuheizen. Siehe hierzu die umfangreiche Lopez-Dokumentation des Weblogs Promed.Watch. Esowatch.com scheint nicht nur ein Ort für Schmähkritik zu sein. Es ist wahrscheinlich auch ein Hassportal, das schillernde Persönlichkeiten als Ventil nutzen, um ihre seelischen Konflikte und Persönlichkeitsstörungen auf Kosten dritter Personen abzureagieren – selbstverständlich anonym.

Nach Stand der Dinge publizierte Esowatch.com seit Sommer 2007 mehrere hundert Seiten mit Inhalten, von denen ein erheblicher Teil den Straftatbestand der üblen Nachrede und Verleumdung erfüllen dürfte. Hinzu kommen Verstöße gegen das Urheberrecht (dreister Fotodiebstahl) und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten. Kein Wunder, dass die vielen Delikte seit 2010 bereits mehrere Staatsanwaltschaften beschäftigen.

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Enge Verbindungen zwischen Esowatch.com, GWUP, „Gesellschaft für Kritisches Denken“ (GKD) und www.goldenesbrett.at

Kommen wir zurück zur „GWUP-Konferenz 2011 – Fakt und Fiktion“ und zur dortigen Veranstaltung „Das goldene Brett vorm Kopf“. Wer sich ein klein wenig in der Skeptiker-Szene auskennt, der bemerkt schnell, welche Menge erschreckender Verbindungen es zwischen dem kriminellen Internetprojekt Esowatch.com, den Machern der Webseite www.goldenesbrett.at sowie dem Wiener GWUP-Ableger „Gesellschaft für Kritisches Denken“ (GKD) gibt. Hier eine kleine Auswahl:

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Michael Horak (alias „fatmike182“):

Michael Horak ist Inhaber der Domain www.goldenesbrett.at. Er gehört zur Das-goldene-Brett-Jury, was wohl nicht durch fachliche Kompetenz oder öffentlich bekannt gewordene Leistungen und stattdessen durch die Mitgliedschaft im GWUP-Ableger „Gesellschaft für Kritisches Denken“ (GKD) zu erklären ist. Eine Internetsuche nach „fatmike182 esowatch“ führt derzeit zu 893 Treffern, die auf eine intensive Zusammenarbeit zwischen Michael Horak und dem Esowatch-Team hindeuten. Hier kommentiert er im Esowatch-Blog. Und hier wird im Esowatch-Blog für „Das goldene Brett“ geworben. Richtig spannend wird es, wenn man die Seite „Das goldene Brett / Nominierungen“ anschaut und hier nicht nur die HTML-Version sondern auch den folgenden Seitenquelltext (PDF) betrachtet. Da wimmelt es nicht nur von Esowatch-Links. Insider finden auch Links aus der Esowatch-Community, z.B. transgallaxys.com/~kanzlerzwo, Eigentum des schon erwähnten Aribert Deckers, der im Verdacht steht, zum Esowatch-Kernteam zu gehören.

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Ulrich Berger:

Auch der Wiener Mathematiker Ulrich Berger gehört zur Das-goldene-Brett-Jury. Ulrich Berger ist Beisitzer im Vorstand der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V. und beteiligte sich gemeinsam mit Mitgliedern des Esowatch.com-Kernteams an einer gut dokumentierten Mobbing-Aktion gegen den bekannten Journalisten Bert Ehgartner. Berger verschickte auch seltsame Brandbriefe, in denen er vor Lehrinhalten warnt, „die ganz klar esoterisch-pseudowissenschaftlicher Ausprägung sind“, um im gleichen Atemzug auf Esowatch.com als reputable Quelle zu verweisen.

Foto: Abbildung aus einem älteren Blogbeitrag. Inzwischen ist FOCUS-Redakteur Jürgen Schönstein Chefredakteur von ScienceBlogs.de und mitverantwortlich für die Esowatch-Werbung.

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DDr. Wolfgang Maurer

Nur für Insider zu verstehen ist die Tatsache, dass DDr. Wolfgang Maurer nicht zur Das-goldene-Brett-Jury gehört, obwohl er politischer Aktivist der „Gesellschaft für Kritisches Denken“ (GKD) ist (folgende Seite zeigt eine billige Schmähkritik von ihm im GKD-Blog). Das könnte damit zusammenhängen, dass die Esowatch.com betreffende Luft für ihn zu heiß geworden ist. Auf der folgenden Seite von Impfinformationen.de finden wir Herrn Maurer gemeinsam mit der mutmaßlichen Esowatch-Herausgeberin Dr. rer. nat. Anja Ramstoeck. Wolfgang Maurer gehört übrigens auch zu den Mitunterzeichnern eines kuriosen Aufrufs zu Gunsten von Esowatch.com, der sich heute nicht mehr auf der Impfinformationen.de/at-Webseite befindet.

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Ventil für gestörte Persönlichkeiten?

Unter Schmähkritik versteht man laut Wikipedia eine „Äußerung, durch welche eine Person verächtlich gemacht werden soll und bei der es nicht mehr um eine Auseinandersetzung in der Sache geht.“ Schmähkritik ist die Hauptbeschäftigung von Aktivisten der Skeptiker-Bewegung, die sehr viel Ähnlichkeit mit ihrem Feindbild Esoterik-Scharlatan haben – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Eine systematische, fundierte und seriöse Auseinandersetzung mit Fragestellungen findet ebenso wenig statt wie der Umgangston sachlich und fair ist. Ja es drängt sich der Eindruck auf, dass die Skeptiker-Bewegung geradezu magisch gestörte Persönlichkeiten anzieht, die ein beliebiges Feindbild als Ventil suchen, um negative Gefühle, Lebensfrust und Profilneurosen auf Kosten fremder Menschen auszuagieren. Esowatch.com befriedigte dieses pathologische Bedürfnis in den letzten vier Jahren sehr effektiv, hat inzwischen jedoch wegen der juristischen Aufarbeitung von Straftaten erheblich an Reiz verloren (→ Schweres Zerwürfnis im Esowatch-Kernteam). Wie gut, dass mit dem Projekt www.goldenesbrett.at eine neue Spielwiese eröffnet wurde, die den Mob bei Laune hält …

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Link zum Thema:

Marc Scheloske und die Schlangengrube ScienceBlogs: Cyber-Mobbing, Agitation, Fanatiker und militante „Skeptiker“.

Esowatch.com im Münchhausen-Test: »Akupunktur«

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Themen: Claus Fritzsche | 6 Kommentare »

6 Kommentare to “Strafbare Schmähkritik? Informationen über Michael Horak alias „fatmike182“, Hrsg. www.goldenesbrett.at gesucht”

  1. Michael Horak - fatmike182 schreibt:
    25th.Mai 2011 um 5:59 pm

    Lieber Claus,

    ich mache mir Sorgen um dich. Zunächst brauchst du elendslange um gegen das goldene Brett zu schreiben und dann schaffst du es vor lauter Stress nichtmal, mir mehr esowatchiges nachzuweisen… ist das dein Ernst?

    Warum hast du das Univ. Prof. DDr. beim Ulrich vergessen, beim Wolfgang schreibst du es aber?
    Wolfgang ist simpel aus dem Grund nicht in der Jury, weil er bei der Organisation nicht mitgewirkt hat.

    Btw: Plural von Treffer ist Treffer. Lass das nächste Mal deine Sockenpuppen korrekturlesen!

  2. H.Blog - Claus Fritzsche schreibt:
    26th.Mai 2011 um 7:39 am

    Hallo Michael Horak,

    Ihr Kommentar bestätigt in wesentlichen Punkten meine Kritik:

    „Eine systematische, fundierte und seriöse Auseinandersetzung mit Fragestellungen findet ebenso wenig statt wie der Umgangston sachlich und fair ist.“

    In Ihrem Kommentar gehen Sie auf die sachlichen Aspekte meiner Kritik und auf meine Argumente nicht ein.

    Wäre mein Blogbeitrag allerdings belanglos, dann hätten Sie ihn nicht durch einen Kommentar aufwerten müssen. Und auch Wolfgang Maurer scheint in Sachen Goldenes Brett vorm Kopf nicht wirklich passiv und desinteressiert zu sein (1, 2).

    Übrigens: Wer austeilt, muss auch einstecken können.

    Beste Grüße

    Claus Fritzsche

    P.S. “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod”: Hier finden Sie Wissenswertes über den Plural von “Treffer” im Dativ.

  3. Ethisch nicht akzeptabel: Edzard Ernst, Twitter, die GWUP-Konferenz 2011 und „Das goldene Brett vorm Kopf“ | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    26th.Mai 2011 um 5:30 pm

    [...] Strafbare Schmähkritik? Informationen über Michael Horak alias „fatmike182“, Hrsg. http://www.goldene... | [...]

  4. Michael Horak, Prof. Edzard Ernst, GWUP und das anonyme Haßportal Esowatch | Blog - Jocelyne Lopez schreibt:
    28th.Mai 2011 um 7:27 am

    [...] Strafbare Schmähkritik? Informationen über Michael Horak alias „fatmike182“, Hrsg. http://www.goldene... [...]

  5. Peter Arthur Straubinger sagt „Danke!“ – GWUP-Konferenz in Wien und „Das goldene Brett vorm Kopf“ | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    4th.Juni 2011 um 8:43 am

    [...] H.Blog: Strafbare Schmähkritik? Informationen über Michael Horak alias „fatmike182“, Hrsg. http://www.goldene... [...]

  6. D P schreibt:
    9th.Juni 2011 um 4:18 pm

    And the winner is..

    Die Trophäe wurde zusammengesetzt aus einer in jedem Bastelladen erhältlichen Gliederpuppe, die als nicht ermüdendes Modell für Zeichner genutzt wird. Auf einen Sockel gesetzt (ernstes Schwarz) und gold lackiert, macht sie auf dem Pressefoto eine gute Figur.

    Da sie nun aber selbst aus Holz hergestellt wurde, ist das Brett ja sozusagen eine Erweiterung des Materials des eigenen Körpers und an dieser Stelle des Gehirns. Rein sympbolisch gesehen scheint das zutreffend. Um die Weltanschauungen anderer Menschen und fremder Kulturen zu verstehen, muss man schon etwas weiter denken.

Kommentare