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Homöopathie bei Depression - Vorsicht!
Von Claus Fritzsche | 21.Oktober 2008
Der H.Blog-Artikel »Antonie Peppler & Homöopathie bei Depression - Vorsicht!« gehört zu den gut besuchten Beiträgen dieses Weblogs. Bis zu 10 Besucher gelangen täglich via Google auf diese Seite. Kein Wunder, Depressionen und depressive Verstimmungen sind inzwischen ein weit verbreitetes Volksleiden. Wie verlockend ist da die Aussicht, die belastenden Symptome mit ein paar Globuli »wegzumachen«. »Symptome wegmachen« hat zwar nichts mit Homöopathie zu tun, ist jedoch vielleicht gerade für Laien zu reizvoll, um nicht zumindest einmal ausprobiert zu werden. Die Chancen, dass die vom Zeitungsverlag Aachen initiierte Veranstaltung »Mit Homöopathie Depressionen behandeln« (Donnerstag, 30. Oktober, Casino des Zeitungsverlages, Dresdner Straße 3 in Aachen) gut besucht ist, stehen somit gut.
Schön wäre es, wenn der an die Aachener Nachrichten gerichtete Leserbrief von Curt Kösters ebenso viel Aufmerksamkeit findet. Curt Kösters ist praktizierender Arzt und 1. Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Er schreibt:
»Selbstverständlich kann man homöopathisch Depressionen behandeln. Die Veranstaltungsankündigung klingt allerdings sehr danach, als ob hier zur Selbstbehandlung von depressiven Störungen aufgerufen werden soll. - Und das ist dann äußerst fragwürdig. Homöopathische Selbstbehandlung von einfachen akuten Krankheiten ist völlig in Ordnung. Depressionen sind aber ein zu schwieriges Gebiet für die Selbstbehandlung. Das wird in aller Regel nicht funktionieren - und dann kann es im Einzelfall auch mal gefährlich werden, weil kein professioneller Rat eingeholt wird. Die Behandlung von Depressionen sollte nur durch Profis erfolgen - und nicht in der Selbstbehandlung und auch nicht eben mal schnell beim Apotheker.
Mit freundlichen Grüßen
Curt Kösters
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte«
Bleibt die Frage, was unter einem Profi zu verstehen ist. Der Heilpraktiker um die Ecke sollte für die präzise Diagnose und therapeutische Begleitung einer Depression - dies ist zumindest meine persönliche Meinung - eher nicht konsultiert werden. Ärzte sind gewöhnlich so hoch qualifiziert, dass sie das mit einer Depression verbundene Risiko erkennen und bei Bedarf Fachexperten einschalten. Selbst unter Psychiatern (Psychiater: Arzt mit psychiatrischer Facharztausbildung) gibt es jedoch unterschiedliche Sichtweisen, wie Depressionen zu behandeln sind.
Da gibt es z. B. eine Fraktion, welche kognitive Therapieverfahren - weil gut erforscht - anpreist. Und es gibt neuerdings eine weitere Fraktion, welche therapeutische Verfahren wie z. B. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Rational Emotive Verhaltenstherapie (REVT) bewusst ablehnt und stattdessen einen neuen Ansatz (»Emotionsregulierung«) verfolgt. Mehr zu diesem Thema in meinem Blogbeitrag »Depression und Trauma - ›Mindfulness Based Stress Reduction‹ als Lösung«.
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