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Warentest & DHU: Hobes Märchenstunde

Von Claus Fritzsche | 17.Juni 2006

Wie von Heinz Koch unter der Überschrift “Wikipedia und weltanschauliche Kämpfe” plastisch geschildert, gibt es im Internet einen harten Kern von selbst ernannten Experten, dessen starker missionarischer Mitteilungsdrang regelmäßig durch schwache fachliche Kompetenz untermauert wird. Besonders deutlich wird dies rund um das Thema “Homöopathie”. Und wer die unzähligen Diskussionen über einen längeren Zeitraum geduldig verfolgt, der findet hier – häufig unter wechselnden Pseudonymen – immer wieder die gleichen Pappenheimer: Sie scheinen aus dem Umfeld GWUP e.V. zu kommen oder Sie heißen Ralf Behrmann bzw. Aribert Deckers, der auf seinen “Amalgan-Seiten” für eine “Wehrhafte Medizin!” wirbt oder auf seiner Homepage www.transgallaxys.com bürgerpolizeiliche Ermittlungs- akten führt, wenn er nicht gerade unter dem Pseudonym PHIOLA eine “Stallpflicht für Homöopathen” fordert.

Zu diesem Kompetenz-Zentrum gehört auch eine Person, welche sich hinter dem Pseudonym “Hobe” versteckt. Im Diskussions-Bereich des Wikipedia-Begriffs “GWUP” legt sich ein Hob mit geschliffenen Worten für den Skeptikerverein ins Zeug. Im Weblog “Baukasten für eine Theorie des Humbugs” erklärt ein Hobe der Welt mit blumigen Worten, was er von der Homöopathie hält. Auf ein gesetzlich vorgeschriebenes Impressum verzichtet er, vielleicht aus Sorge vor gesellschaftlicher Ausgrenzung, beruflichen Nachteilen oder um nicht als Mitglied der GWUP aktenkundig zu werden und seinen Lieblingsverein im Eifer des Gefechts vielleicht noch zu diskreditieren.

Im Weblog “Medizinische Nachrichten” trägt wiederum ein Hobe dazu bei, ein Märchen am Leben zu erhalten, welches seit geraumer Zeit im Internet kursiert. Die Deutsche Homöopathie Union (DHU) hatte kürzlich vor dem Landgericht Hamburg mit Erfolg gegen die Stiftung Warentest geklagt. Die Stiftung Warentest hatte auf Seite 161 des Handbuchs “Die Andere Medizin” den unzutreffenden Eindruck erweckt, für dieses Präparat gebe es weder einen nach der klassischen Homöopathie noch den für konventionelle Arzneimittel erforderlichen Nachweis der Wirksamkeit. DHU konnte nachweisen, dass der erforderliche Wirksamkeitsnachweis für die Indikationen „allergische Erkrankung der oberen Atemwege wie z.B. Heuschnupfen (Pollinosis) und ganzjähriger allergischer Schnupfen (perenniale allergische Rhinitis)“ erbracht worden ist (siehe: DHU-Pressemeldung).

Hierzu schreibt Hobe im Weblog “Medizinische Nachrichten”:

“Die Zulassung als homöopathisches Arzneimittel ist ein relativ einfacher Prozess, denn es wird für diese Apothekenprodukte ohne (Neben-)Wirkungen ein NEGATIVER Wirksamkeitsnachweis gefordert, d. h. die Aussage einer (1) Person, dass nach der Einnahme des Mittels eine leichte, kaum fühlbare Verbesserung gespürt zu haben glaubt, reicht aus damit der Zulassung NICHT WIDERSPROCHEN werden darf.”

Unter der Überschrift “Theorie des Humbugs” macht solche eine Aussage in der Kategorie “Hobes Märchenstunde” selbstverständlich Sinn. Die Aussage selbst ist jedoch falsch und strotzt vor dem Hintergrund des anklingenden volkspädagogischen Anspruchs nur so vor Unwissenheit, Dummheit und Naivität. Und spätestens an dieser Stelle wird deutlich, warum der von Heinz Koch geschilderte harte Kern von selbst ernannten Experten zu verschiedenen – pawlowsche Reflexe auslösenden Reizthemen – mit gutem Grund im Schutze der Anonymität arbeitet. So wird verschleiert, welche geistigen Höchst- leistungen einzelnen Personen zugeordnet werden können und zu welchem Netzwerk sie gehören.

Nachtrag:

Hobe hat sein Weblog seit Oktober 2006 eingestellt und – wenn auch unfreiwillig – Angaben zu seiner Identität gemacht. Er klickte sich von seinem (für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen) Counter bei www.blogcounter.de direkt zum H.Blog-Artikel durch und hinterließ dabei die Kennung “Heinrich Bauer Verlag, Hamburg”.

Link zum Thema:

GWUP: Zwischen Wissenschaft und Demagogie

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Themen: Claus Fritzsche | 3 Kommentare »

3 Kommentare to “Warentest & DHU: Hobes Märchenstunde”

  1. I. M. Engel schreibt:
    8th.März 2008 um 2:39 pm

    Unglaublich ist die Unfähigkeit des Herrn Ralf Behrmann – der Mann mit den 1001 Pseudonymen – mit Kritik umzugehen.

    Aus der untersten Schublade heraus pöbelt er alle andersdenkenden Menschen an und diffamiert ganze Berufsgruppen, sogar eigene, ehrwürdige Berufskollegen die es wagen, andere Meinungen zu vertreten.

    Und dieser Mensch ist Kinderarzt! Ich würde ihm meine Kinder jedenfalls nicht anvertrauen!!

  2. Verein der Behrmann-Freunde schreibt:
    9th.März 2008 um 9:18 am

    Ralf Behrmann ist ein GESAMTKUNSTWERK. Was spricht dagegen, ihn und seine lyrischen Werke zu verehren?

    http://birnehelene.blogspot.com/2005/07/in-liebe-fr-ralf-behrmann.html

  3. bmvd schreibt:
    5th.August 2008 um 1:31 am

    Ja, Behrmann ist ein Gesamtkunstwerk. Da ich nicht unbedingt zu den Kunstmäzenen zähle, wäre er für Kunstbanausen wie mich keinen Pfifferling wert.
    Schade um die Zeit, die man mit diesem Thema vergeudet.
    Es gibt Gott sei Dank noch lesenwerte Inhalte im Web.
    Wer sich den ÄEP (Ärztliche Praxis)-Newsletter bestellt hat, kann dort nachlesen, wie hoch die Einkünfte impfender Ärzte ausfallen.
    Und dieser Experte von Gottes Gnaden ist impfgeil, warum wohl ?

Kommentare