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ZDF: Quantenphysik, Newtonsche Mechanik und die Illusion Materie
Von Claus Fritzsche | 27.März 2009
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In einer Vorlesung an der Universität Wien äußerte sich Prof. Harald Walach schon 2003 wie folgend:
»Wir gehen in unserer normalen Alltags- und Wissenschaftsontologie davon aus, dass die Welt aus Teilen und Elementen bestehen, die räumlich voneinander getrennt sind und durch externe Wechselwirkungen verschiedener Kräfte miteinander in Verbindung stehen. In der Physik sind dies die vier Grundkräfte. Die für uns wichtigste ist die elektromagnetische, weil sie gleichzeitig diejenige Kraft ist, die auch unsere Sinnesorgane affiziert und uns damit unser Bild von der Welt vermittelt: Wir sehen uns als von anderen und der Welt Getrennte und nehmen Gegenstände als räumlich getrennt und Ereignisse in einer gewissen zeitlichen Folge wahr. Dieses Weltbild wird im wesentlichen durch die theoretischen Vorstellungen der klassischen Physik geprägt. Wir nennen es darum oft auch ›klassisch‹ oder sprechen von der ›Lokalitätsannahme‹. Ihr zufolge kann es nur solche Ursachen und Wechselwirkungen geben, die durch lokale Signale und Energieaustauschprozesse zustande kommen.
Die Entwicklung der Quantenphysik hat unsere Alltagsvorstellung einer klassischen Welt durcheinandergebracht, ohne dass dies bislang wahrnehmbaren Einfluss auf die Psychologie, die Medizin oder andere Wissenschaften von unserer Welt der Alltagsdinge und -begebenheiten gehabt hätte. Beispielsweise sagt der Formalismus der Quantenmechanik aus, dass Elemente eines Quantensystems miteinander korrelativ in Verbindung bleiben, obwohl keine lokalen Wechselwirkungsprozesse stattfinden. Dies ist unter dem Terminus ›Einstein-Podolsky-Rosen-Korrelation‹ bekannt, oft auch als Quanten-Nichlokalität bezeichnet. Unklar ist allerdings, ob und inwiefern und wieweit diese Quantenprozesse unsere Makro-Welt beeinflussen. Dies wird derzeit unter dem Terminus ›Dekohärenz‹ in der Physik heiß diskutiert. In diesem Vortrag will ich dafür plädieren, dass die grundlegende Nichtlokalität, die der Quantenphysik eigen ist, unter bestimmten Umständen auch für unsere Alltagswelt eine Rolle spielt und zwar vermutlich mehr, als wir denken.«
Quelle: Google Cache einer Webseite der Universität Wien
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