« »Die homöopathische Medikation ersetzt budgetrelevant eine konventionelle Medikation!«, berichtet der DZVhÄ | Home | »Die Entstehung der Realität« - Interview mit Jörg Starkmuth »
»Homöopathie für Schmeißfliegen«. Ein Brandbrief von Michael Malzahn.
Von Claus Fritzsche | 19.Juni 2009
»Die klassische, echte oder meinetwegen genuine Homöopathie, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Hahnemanns ursprüngliches Konzept nicht zu verwässern, ist tot. Darüber mag man viele Tränen vergießen, aber es ist eine nicht mehr zu behebende Realität«, schreibt Michael Malzahn in seinem Weblog therapage und trifft den Nagel auf den Kopf. Sein Kommentar »Homöopathie für Schmeißfliegen« ist ein Brandbrief gegen den Trend, sich seine eigene Homöopathie-Theorie zu basteln (z. B. Neue Homöopathie nach Körbler, Kreative Homöopathie nach Antonie Pepper usw.) und die Grundprinzipien der Klassischen Homöopathie komplett zu verlassen.

Seit der Verlag GRÄFE UND UNZER (GU) unsere Republik, jeden Buchladen und jede Apotheke mit Homöopathie-Ratgebern zupflastert erlebt die Homöoapthie eine Popularisierung, welche sie Schritt für Schritt entstellt und verstümmelt. Diese fundamentale Beschädigung der Homöopathie findet meines Erachtens auf zwei Ebenen statt:
»PHARMA«-HOMÖOPATHIE: Auf der einen Seite gibt es Heerscharen von Laien, welche symptomorientiert denken. Ein homöopathisches Arzneimittel ist aus ihrer Sicht da, um die Kopfschmerzen, das Bauchweh oder die Halsschmerzen »wegzumachen«. Die niedlichen kleinen weißen Kügelchen sollen (wie pharmakologische Arzneimittel auch) Symptome »wegmachen«. Nur halt natürlich, schonend und nebenwirkungsfrei. Das hat mit Homöopathie zwar nicht viel zu tun, kommt jedoch … ähnlich wie Klingeltöne, iPhone und »Coffee to go« … verdammt gut an. Die bunten GU-Bücher erwecken ja auch den (falschen) Eindruck, dass Homöopathie im Prinzip ganz simpel ist. Einfach der Symptom-Checkliste folgen, die richtige Seite aufblättern und Kügelchen schlucken. Wenn es wirkt: bitte freuen. Wenn es nicht wirkt: bitte über Erstverschlimmerung freuen. Wenn die Erstverschlimmerung ausfällt, so kann sie ja noch kommen. Und wenn sie doch nicht gekommen ist, so ist man schon lange von ganz alleine gesund geworden … und die Homöopathie hat bestens gewirkt.
»ESOTERIK«-HOMÖOPATHIE: Auf der anderen Seite gibt es die interessante Entwicklung, dass der »Informationsmedizin« oder einer diffusen Wohlfühl-Esoterik nahestehende »Privatgelehrte« eigene (wissenschaftlich weder erforschte noch belegte) Konzepte mit dem Label Homöopathie versehen, um die Lehre Hahnemanns PR-technisch für sich zu nutzen. So hat beispielsweise die Neue Homöopathie nach Erich Körbler mit dem Simile-Prinzip absolut nichts zu tun. Und ob nun die auf den Körper gemalten Symbole (physikalisch) oder eher die Überzeugungen eines bemalten Patienten (geistig) wirken, das weiß niemand so recht. Es geht bei Körbler ebenso wie bei der Kreativen Homöopathie nach Antonie Peppler und anderen Homöopathie-Derivaten um viel Glaube. Die jeweiligen Protagonisten sind von sich und der Richtigkeit ihrer Thesen felsenfest überzeugt und erfüllen so bereits eine wichtige Voraussetzung, um bei ihren Anhängern starke Placeboeffekte auslösen zu können. Wer sich allerdings mit schweren Depressionen und Suizidgedanken in die Hände von Antonie Peppler wagt, der begibt sich nach meiner persönlichen Einschätzung in große Gefahr (→ »Antonie Peppler & Homöopathie bei Depression - Vorsicht!«).
Nun hat es in der Homöopathie schon seit jeher unterschiedliche Strömungen gegeben. Ich verstehe Michael Malzahns Kommentar so, dass er dies nicht kritisiert und die Klassische Homöopathie nicht als einzig gültige Heilslehre proklamieren will. Nach meinem Verständnis wehrt er sich stattdessen gegen das Prinzip der inflationären Beliebigkeit und die Instrumentalisierung der Homöopathie für kommerzielle und marketingtechnische Interessen. Über diesen Link finden Sie seinen lesenswerten Kommentar: »Homöopathie für Schmeißfliegen«
x
Kein Glaube:
x
x
x
Themen: Claus Fritzsche |








20th.Juni 2009 um 12:49 am
Da hat er Recht, der Herr Malzahn. Auf welcher Basis soll der Patient auch zwischen verschiedenen Homöopathieangeboten auswählen? Da wäre es äußerst hilfreich, wenn zumindest eine davon evidenzbasiert wäre.
20th.Juni 2009 um 8:41 am
Hallo Herr Berger,
heute ‘mal nicht unter dem Pseudonym “Albert”?
Zu Ihrem Kommentar fallen mir spontan folgende Worte ein:
»Abgesehen davon, dass viele Mediziner die universale Tauglichkeit der Methoden von EbM auch kritisch hinterfragen, erweist sich, dass nicht alles EbM ist, was sich als solches tituliert. Die bloße Etikette garantiert weder die Methodik noch die dazu nötige Qualität. Die inflationäre Verwendung des zu großer Beliebtheit avancierten EbM-Begriffs birgt auch Gefahren; bisweilen scheint die nominelle Anpreisung von EbM der Ersatz zu sein für die dazugehörige Notwendigkeit wissenschaftlicher Arbeit.«
Quelle: Kienle GS, Kiene H: Stiftung Warentest: „Die andere Medizin“. Evidenz- oder Eminenz-basiert? Deutsches Ärzteblatt 2005; 102(48):A-3310.
Welche Fortschritte macht Ihre Zusammenarbeit mit Esowatch? Irgendwelche neuen Kampagnen gegen Rolf Froböse, Wolfgang Weitlaner, Friedrich Dellmour, Claudia Richter oder sonstige verfolgungswerte Personen geplant?
Schade, dass Ihnen das Fachgebiet Splitter Research so wenig zusagt.
Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg bei der Scharlatan-Jagd
Claus Fritzsche
PS: Ist Ihre* aktuelle GWUP-Pressemeldung »Homöopath wegen Totschlags verurteilt« auch evidenzbasiert? Klingt ein wenig wie die englische Kriegsberichterstattung im 1. Weltkrieg über deutsche Soldaten. Für meinen Geschmack fehlt da der Blick für die EVIDENZ DER RELATIONEN … z. B. in Hinblick auf die »Todesursache Nr. 3 in Deutschland« und in Hinblick auf allgemeine Ärztefehler. Darüber liest man bei den »freundlichen« Skeptikern und selbst ernannten »Verbraucherschützern« absolut nichts. Warum?
* »IHRE« im Sinne von »DIE, IHRES VEREINS GWUP«
20th.Juni 2009 um 11:57 am
Dr. Harald Matthes, leitender Arzt (Gastroenterologie, Onkologie) am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe über externe und interne Evidenz:
http://www.damid.de/info/forsch/060924matthes_interv.pdf
Gruß M.H.
20th.Juni 2009 um 3:20 pm
Nana, Herr Fritzsche. Sie wollen mir doch nicht unterstellen, dass ich als “Albert” kommentiere? Das wäre ja gerade so, als würden Sie als “M. Schmid” oder “Axel Beyer” sich selbst verteidigen! Welch absurde Vorstellung!
Apropos “verfolgungswert”: Der Herr, der auf gwupwatch unter diversen Pseudonymen Ihren Schreibstil so treffend imitiert, der hat schon lange keinen Artikel mehr über mich geschrieben. Das kränkt mich ein wenig. Richten Sie ihm doch bitte aus, seine liebevolle Zuwendung fehlt mir!
Was esowatch betrifft, so muss ich zugeben: Ich habe kürzlich auf deren Blog kommentiert. Auch haben die im Wiki wieder einen Artikel von mir verlinkt - in auffälliger zeitlicher Nähe zu dessen Entstehung! Vielleicht sollte ich besser gleich Selbstanzeige erstatten?
Mit besten Grüßen, UB
21st.Juni 2009 um 7:06 am
Nana, Herr Fritzsche. Sie wollen mir doch nicht unterstellen, dass ich als “Albert” kommentiere?
Aber doch, Herr Berger, genau das unterstelle ich Ihnen. Ihre Vorliebe für Rollenspiele ist mir nicht entgangen: Tigerente. Und als “Albert” haben Sie - so meine persönliche Einschätzung - unsere Diskussion genau an der Stelle kleinlaut beendet, als Sie interessant wurde.
Der Herr, der auf gwupwatch unter diversen Pseudonymen Ihren Schreibstil so treffend imitiert, der hat schon lange keinen Artikel mehr über mich geschrieben.
Sie meinen, ich sollte nochmals nachlegen?
Vielleicht sollte ich besser gleich Selbstanzeige erstatten?
Es reicht schon, wenn Sie öffentlich deutlich darauf hinweisen, dass Sie einer Gruppierung nahestehen, die systematisch gegen das Urheberrecht verstößt (z. B. in großem Umfang Fotos klaut) und im Schutz der Anonymität neben interessanten Informationen auch bewusst falsche Informationen verbreitet sowie auf einem Auge blind ist.
Für Esowatch-Leser könnte es z. B. von Interesse sein, den wahren Autoren des Artikels “Atlasmedizin” zu erfahren. Das ist nach meiner Einschätzung und nach Einschätzung von Dr. med. Dipl. Ing. Herbert Koerner das GWUP-Mitglied Prof. Martin Lambeck. Und weil der Artikel - wie der Zufall es so will - ausschließlich die Perspektive von Herrn Lambeck berücksichtigt (einige frühere Fehler von Herrn Lambeck immerhin korrigiert) fehlen bei Esowatch jene nicht uninteressanten Informationen, welche die Schattenseiten und das pseudowissenschaftliche Element von Herrn Lambeck zum Ausdruck bringen: Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck…
Die Wahrheit liegt bei diesem Thema … ebenso wie bei vielen anderen Esowatch-Themen (z. B. “Akupunktur”) in der Mitte … und weder bei Esowatch noch in Ihrem Blog. Das war auch in der Vergangenheit schon so. Neu ist das Bedürfnis verschiedener Personen, aus der Anonymität heraus zu agieren, um für Fehler, Rechtsverstöße (Fotoklau) und Verleumdung nicht zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Dieser Stil findet - siehe GWUP.WATCH - Nachahmer …
Wenn Sie alles dies transparent machen und nicht verschweigen würden, dann könnte ich mir auch die Verweise auf Splitter Research sparen … und Ihr Ego würde vielleicht auch auf konstruktive und ehrliche Weise die öffentliche Beachtung und Anerkennung erhalten, nach der es sich so sehr sehnt.
KRITISCHES DENKEN wird übrigens nicht erreicht, indem man es für sich reklamiert. Es beginnt zunächst mit OFFENER (SELBST-) WAHRNEHMUNG. Unser Denkapparat kann schließlich nur das kritisch verarbeiten, was er zuvor wahrgenommen und als INPUT erhalten hat.
Beste Grüße
Claus Fritzsche
PS: Wenn Sie erlauben, dann aktiviere ich jetzt wieder die Ulrich-Berger-Kommentarsperre, die ich nach unserer letzten (bzw. in Hinblick auf “Albert” vorletzten) unfruchtbaren Diskussion eingerichtet habe. Die Diskussion mit einem waschechten Dogmatiker kann zwar reizvoll sein, jedoch nur vorübergehend.
Sollten Sie mir noch antworten wollen, dann machen Sie dies bitte in Ihrem Blog, verlinken zu diesem Artikel und ich verlinke zu Ihrem Beitrag. (Dies nur als rhetorisches Angebot. Ich gehe einmal davon aus, dass Sie nach “kritischer” Kosten-Nutzen-Kalkulation lieber auf eine Verlinkung verzichten.)
27th.November 2009 um 12:33 pm
[...] der Quantenphysik verknüpft, so vermute ich hier entweder eine unseriöse Quelle der Marke »Homöopathie für Schmeißfliegen« oder aber eine durchaus seriöse Quelle der Kategorie »Homöopathie als nichtlokale Korrelation in [...]