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Schleichwerbung in der Ärzte Zeitung? Ideologie bei ScienceBlogs?
Von Claus Fritzsche | 6.August 2009
In meinem gestrigen Interview mit Dr. med. Thomas Kron (Ex-Chefredakteur der Ärzte Zeitung) ging es (gefühlt) zu 98 Prozent um die Frage, ob die Ärzte Zeitung Schleichwerbung für die Homöopathie verbreitet. In der anschließenden Diskussion mit Marc Scheloske, als Repräsentant der ScienceBlogs, und Christian Reinboth, als Auslöser der Debatte, hat sich der Gegenstand des Gesprächs um 180 Grad gedreht. Es geht jetzt um die fragwürdige »Qualität« der unter dem Label Wissenschaft präsentierten Beiträge diverser ScienceBlogger. Mein Eindruck: Der Name ScienceBlogs, immerhin ein Medium von Hubert Burda Media, wird von einer Gruppe ideologisch hoch motivierter Blogger instrumentalisiert und missbraucht.
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Nachtrag: Zwei neue Kommentare über die Thematik ScienceBlogs, Ideologie und Dogmatik: H.Blog: ScienceBlogs jagt die nächste Sau durchs Dorf. Lars Fischer von SciLogs jagt mit: »Homöopathie an der Uni Magdeburg.« und H.Blog: Lars Fischer im Münchhausen-Test: »Homöopathie an der Uni Magdeburg« (FISCHBLOG bei Scilogs.de)
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Der folgende Beitrag hat mit dem Thema Ärzte Zeitung nichts zu tun. Es geht stattdessen um die aus meiner Sicht oftmals unqualifizierte, wissenschaftlich nicht fundierte und tendenziöse Darstellung des Themas »Homöopathie« unter ScienceBlogs. Journalistische Berichterstattung kann durch viele Motive beeinflusst werden. Neben kommerziellen gibt es auch ideologische Motive. Das Endergebnis ist in beiden Fällen alles - nur nicht Qualitätsjournalismus. ScienceBlogs ist ein Projekt von Hubert Burda Media. Das Blogger-Portal wirbt deutlich sichtbar mit FOCUS ONLINE als Partner (wofür auch immer). Burda-Geschäftsführer Marcel Reichart bewertete ScienceBlogs in einem Interview mit dem Informationsdienst MEEDIA als »Qualitätsinternet«. ScienceBlogs-Artikel zum Thema »Homöopathie« haben allerdings mit Qualitätsinternet nichts zu tun. Es scheint so, als ob hier eine Gruppe ideologisch hoch motivierter Blogger den Namen Burda für ihre Zwecke instrumentalisiert und missbraucht.
Homöopathie und Wissenschaft
Geht es um die wissenschaftliche Erforschung der Homöopathie, so wurden in den letzten Jahren verschiedene hoch interessante Studien und wissenschaftliche Arbeiten publiziert:
- Evidenz der Homöopathie: Das Health Technology Assessment (HTA) der Schweizer Regierung, welches im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin (PEK) durchgeführt wurde.
- The Lancet und Homöopathie: Die Re-Analyse der Forscher Rutten, Stolper und Lüdtke zur 2005er Meta-Analyse von Shang et al. (Den Artikel von ScienceBlogger und GWUP-Mitglied Ulrich Berger zu diesem Thema würde ich, wäre ich für die Qualität von ScienceBlogs verantwortlich, einmal von PD Dr. Klaus Linde fachlich prüfen lassen, um ihn danach möglichst schnell zu löschen.)
- Spezifische Effekte: Die sog. Homeopathic pathogenetic trials von Prof. Harald Walach und Kollegen.
- Forschungsmethodik I.: Prof. Dr. med. Stefan N. Willich über die methodischen Schwächen und die eingeschränkte Aussagekraft randomisierter klinischer Studien (→ Deutsches Ärzteblatt (PDF): Pragmatische Ansätze erforderlich).
- Forschungsmethodik II: Über die externe und interne Validität klinischer Studien sowie die Bewertung unspezifischer Faktoren (→ FOCUS: »Homöopathie wirkt«. BILDblog, Stefan Niggemeier & die interne/externe Validität klinischer Studie).
- Politik: Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen veranstaltete (als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien) eine Experten-Anhörung zum Thema »Komplementärmedizin auf dem Prüfstand«, die hochkarätig besetzt war.
Wer sich ernsthaft für komplementärmedizinische Forschung sowie für die wissenschaftliche Erforschung der Homöopathie interessiert, der kommt an diesen Arbeiten und den damit verbundenen Diskussionen der unterschiedlichen wissenschaftlichen Fraktionen nicht vorbei. Obwohl eine Google-Suche »Homöopathie site: www.scienceblogs.de« zu sage und schreibe 12.700 Treffern (die Zahl schwankt stark) kommt, konnte ich bei ScienceBlogs bisher keinen Artikel finden, der sich seriös, neutral, vorsichtig abwägend und wissenschaftlich fundiert mit den genannten Themen auseinandersetzt. Stattdessen finde ich regelmäßig viele Beiträge, die sich oberflächlich, pseudowissenschaftlich, satirisch, polemisch, zynisch und tendenziös mit dem Thema »Homöopathie« auseinandersetzen.
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Link zum gleichen Thema:
H.Blog: ScienceBlogs, BILDblog, Henryk M. Broder und die Fehler der Anderen
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Themen: Claus Fritzsche |








6th.August 2009 um 8:51 pm
[...] ScienceBlogs, BILDblog, Henryk M. Broder und die Fehler der Anderen | Home | Schleichwerbung in der Ärzte Zeitung? Ideologie bei ScienceBlogs? Zur Diskussion mit Marc Scheloske… [...]
6th.August 2009 um 9:52 pm
Liebe Herr Fritzsche,
(ich hoffe, diesmal funktioniert ihre Kommentarfunktion, sonst müsste ich wohl, folgte ich Ihrer Denke, davon ausgehen, dass Sie das mit Absicht machen
)
Ich lese immer “Qualitätsjournalismus und Scienceblogs”. Christian Reinboth ist kein Journalist. Was soll der Vorwurf. Er verbreitet auf seinem Blog seine Meinung, wie das alle Blogger in ihren Blogs tun. Wenn Ihnen die nicht passt, kommen Sie zu mir, vielleicht gefällt es Ihnen da besser.
Und was die 12.700 Google Hits zu Homöopathie angeht. Ihnen ist aber schon klar, dass auch die 48.000 Kommentare in den 5500 Beiträgen mit durchsucht werden?
7th.August 2009 um 8:41 am
Lieber Herr Anhäuser,
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann gibt es bei ScienceBlogs auf der einen Seite Blogger, die ihre Meinung verbreiten, wie das alle Blogger tun. Darüber hinaus gibt es Journalisten, die für Qualitätsjournalismus stehen.
Dazu gleich zwei Fragen:
1. Bedeutet dies, dass jene nicht-journalistischen Blogger Artikel schreiben dürfen, die in Hinblick auf die geschilderten Fakten grobe Mängel beinhalten, keinerlei wissenschaftliches Fundament haben und tendenziös sind?
2. Gibt es seitens ScienceBlogs und Burda ein Statement, bei welchen Bloggern man im Umgang mit Zahlen, Daten, Fakten und Aussagen besser nicht so genau hinschauen sollte?
(Wenn ich das folgende Interview mit Burda-Geschäftsführer Marcel Reichart lese, dann geht die Außendarstellung doch eher in eine andere Richtung. Gehört es nicht zu Qualitätsinternet, dass ich Otto-Normalverbraucher, der bei ScienceBlogs bloggende Wissenschaftler vermutet, genau aufkläre, wo unter dem Label ScienceBlogs etwas mehr und wo etwas weniger Qualitätsinternet zu finden ist.)
So um die 10.000 “Homöopathie”-Treffer bei Google sind nicht 10.000 Artikel, das weiß ich selbst. Auf der anderen Seite ist leicht ersichtlich, dass es bei ScienceBlogs von Artikeln zum Thema “Homöopathie” nur so wimmelt … und dass die Kommentare fast ausschließlich polemisch, zynisch … nicht jedoch wissenschaftlich fundiert, sachlich, vorsichtig abwägend sind.
Sie schreiben: “Wenn Ihnen die nicht passt, kommen Sie zu mir, vielleicht gefällt es Ihnen da besser.”
Ich mache genau das, was Sie Herrn Reinboth zubilligen. Ich stelle hier meine Sichtweise dar. Und dazu greife ich mir jene Beispiele heraus, die man bei Wikipedia “Löschkandidaten” nennen würde.
Beste Grüße
Claus Fritzsche
7th.August 2009 um 5:11 pm
Lieber Herr Fritzsche,
mit einigem Erstaunen stelle ich fest, dass Sie offenbar dabei sind, sich hier auf meine Person einzuschießen. Das können Sie natürlich gerne tun, es erstaunt mich nur insofern, als dass ich auf den ScienceBlogs wohl zu denjenigen Autoren gehöre, die sich am Wenigsten an der Diskussion um die Homöopathie beteiligen - und Sie ja selbst festgestellt haben, dass von den wirklich wenigen Artikeln, die ich bislang überhaupt zum Thema verfasst habe zumindest einer offenbar auch in Ihren Augen durchaus berechtigte Kritk enthält.
Zu Ihrem Vorwurf, ich würde mich hier der Debatte verweigern, ist festzustellen dass ich bereits mehrfach versucht habe, Ihren vorherigen Artikel zu kommentieren, dabei jedoch an den technischen Problemen gescheitert bin, die Sie offenbar mit der Kommentarfunktion hatten. Insofern gibt es keinen Grund, mir hier zu unterstellen, ich würde mich der Debatte entziehen, ganz abgesehen davon dass Sie natürlich ebenfalls jederzeit die Chance haben, Ihre Kritik an meinen Artikeln direkt in meinem Blog zu hinterlassen. Der Vollständigkeit halber werde ich den letzten Kommentar, den ich am Mittwoch in Ihrem Blog nicht absetzen konnte, gleich noch einmal abschicken und hoffe, dass dieses Mal alles funktioniert.
Im übrigen möchte ich noch darauf hinweisen, dass der Ihnen gewidmete Twitter-Kommentar wirklich alles andere als Polemik gewesen ist. Auch aus der Tatsache, dass ich der GWUP via Twitter “folge” sollten Sie nicht zu viel ablesen. Wenn Sie sich Ihren Screenshot noch einmal genau ansehen, werden Sie feststellen, dass sich direkt oberhalb des von Ihnen markierten GWUP-Eintrags zwei “Grünen-Twitterer” finden, denen ich trotz Mitgliedschaft in einer anderen Partei (nämlich der von Annette Widmann-Mauz) ebenfalls folge. Daraus irgendetwas ablesen zu wollen, halte ich für vollkommen abwegig. Seit heute folge ich übrigens auch Ihnen, so dass der inhaltliche Ausgleich zukünftig gewährleistet sein dürfte.
Alles in allem verstehe ich wirklich nicht, welches Problem Sie mit meinen Beiträgen haben. Ich finde es falsch, wenn Menschen, die Symptome möglicherweise ernsthafter Erkrankungen aufweisen vorgemacht wird, sie müssten sich nicht ärztlich untersuchen lassen. Auch Schleichwerbung in einem journalistischen Medium finde ich unschön. Beides sind Standpunkte, die meines Erachtens nach nicht für so große Kontroversen sorgen sollten…
Mit freundlichen Grüßen
Christian Reinboth
7th.August 2009 um 5:20 pm
Der Vollständigkeit halber noch mein Kommentar vom Mittwoch, den Wordpress leider verschluckt hat:
Hallo Herr Fritzsche,
bin für offene Diskussionen immer zu haben. Wie ich sehe, listen Sie insgesamt vier “Indizien” auf, zu denen ich gerne Stellung nehmen kann.
1) Mein Artikel über Charité-Professur: Der war in der Tat etwas “bissig” geschrieben, was ja aber durchaus einen guten Grund hat, immerhin finanziert hier eine Stiftung, die sich der Förderung der Alternativmedizin verschrieben hat, eine Alternativmedizin-Professur - und das mit dem erklärten Ziel, damit die Skepsis gegenüber der Alternativmedizin aufzuweichen. Solche Konstellationen halte ich generell für wenig sinnvoll, da hier Abhängigkeiten geschaffen werden, die sich meines Erachtens nach durchaus auf die Forschung auswirken können. Würde z.B. die GWUP eine Professur für alternative Medizin finanzieren, wären Sie davon sicher auch wenig begeistert… Mit einer neutral finanzierten Alternativmedizin-Professur hätte ich dagegen kein solches Problem.
2) Einer meiner Beiträge erschien zeitnah zu einem Ihrer Beiträge im “GWUP-Watchblog”: Das können Sie getrost als Zufall verbuchen, immerhin erschienen zeitgleich auch diverse Presseberichte über die neue Professur, über die ich auf die Geschichte überhaupt erst aufmerksam wurde. Wie ich Ihrer Antwort an Marc entnehme, scheinen Sie der Ansicht zu sein, die ScienceBlogger würden sich irgendwie untereinander absprechen, um gezielt auf Ihre Blogbeiträge reagieren zu können. Das ist - und bitte verstehen Sie dies nicht als Abwertung Ihrer Person - nun wirklich völliger Unfug. Die meisten Blogger auf unserer Plattform lesen Ihren Blog vermutlich nicht mal.
3) Ich habe ein Video mit James Randi gepostst und dieses nicht mit “Abstand” kommentiert: Den Punkt verstehe ich überhaupt nicht, immerhin habe ich das Video gar nicht kommentiert. Ich denke auch nicht, dass eine langatmige Pro- und Contra-Diskussion zur JREF jedesmal erforderlich ist, wenn man irgendwo ein James-Randi-Video verlinkt. Im übrigen “himmele” ich James Randi nicht an, bloß weil ich in immerhin knapp 250 Blogartikeln ein einziges Mal auf ein Video von ihm verlinke…
4) Ich schreibe als “fachfremder” Informatiker über medizinische Themen: Ich kann zwar nicht erkennen, was das mit meiner angeblichen Nähe zur GWUP zu tun haben könnte, gebe Ihnen aber insofern Recht, als dass sich der Punkt durchaus zur Kritik an meinen Beiträgen eignet. Es sei aber darauf hingewiesen, dass ich den fehlenden fachlichen Hintergrund eigentlich in jedem Beitrag zu medizinischen Themen anspreche, so auch in der aktuellen Diskiussion um die Ärzte Zeitung, ebenso im von Ihnen kritisierten Artikel über die Charité-Professur. Auf diese Weise ist meines Erachtens nach sichergestellt, dass jeder Leser erkennt, dass es sich um meine persönliche Meinung und nicht um eine medizinische Fachmeinung handelt.
Die gleiche kritische Distanz nehme ich bei Ihnen im übrigen nicht wahr - soweit mir bekannt ist, sind Sie - ebenso wie ich - kein studierter Mediziner, führen aber einen ganzen Blog über medizinische Themen (im Gegensatz zu meinen etwa drei oder vier Medizin-Posts pro Jahr). Ihrem Impressum entnehme ich, dass Sie über einen BA-Abschluss in BWL verfügen und im Marketing-Bereich tätig sind. Wenn Sie mir aufgrund meiner fehlenden Medizinkenntnisse nun quasi die “Berechtigung” absprechen wollen, mich zu medizinischen Themen zu äußern, dann müssen Sie sich fairerweise auch fragen lassen, was Sie denn eigentlich aus fachlicher Sicht zum Führen eines Medizin-Blogs qualifiziert.
Ich persönlich sehe das ja eigentlich sehr locker und vertrete den Standpunkt, dass jeder über das bloggen sollte, was ihn interessiert. Da mir aber bei der Lektüre Ihrer Blogartikel aufgefallen ist, dass Sie den “Wirtschaftsinformatiker” an mehreren Stellen besonders betonen, frage ich mich natürlich, warum ein ebenfals über Medizin-Themen bloggender Betriebswirt für sich andere Maßstäbe ansetzen sollte. Ich hoffe, Sie werten dies nicht als persönlichen Angriff - so ist es durchaus nicht gemeint. Mich irritiert bloß, dass Sie einen Informatiker (oder einen Astronom etc. pp.) als fachfremd kritisieren, obwohl Sie selbst ganz eindeutig ebenfalls nicht “vom Fach sind”.
Im übrigen gestatten Sie mir bitte noch den Hinweis, dass ihre Vermutungen vom “Spiel über Bande” und der GWUP-Verschwörung bei den SB nicht einmal entfernt der Realität entsprechen. Soweit ich weiß, ist nur ein einziger SB-Autor Mitglied der GWUP. Die Vorstellung, die GWUP hätte einen Einfluss auf meine Beiträge oder die Beiträge anderer Autoren, halte ich für regelrecht absurd.
Insgesamt stelle ich fest, dass Ihre “Indizien” sich darauf beschränken, dass ich (a) einen kritischen Beitrag über eine auch von vielen anderen sehr kritisch betrachtete Professur geschrieben habe, (b) zeitgleich mit Ihnen über diese Professur gebloggt habe, (c) ein Video von James Randi verlinkt habe und (d) über Medizin blogge, obwohl ich kein studierter Mediziner bin.
Keiner dieser Punkte spricht meines Erachtens nach für eine “ideologische Nähe” zur GWUP. Die Charité-Professur wurde aus gutem Grund auch von anderen kritisiert, dass ich über ein Thema blogge, welches auch in der Printpresse präsent ist, dürfte ebenfalls keine große Überraschung sein. Über James Randi können sich auch Nicht-Mitglieder der GWUP amüsieren und die Tatsache, dass Sie kein Mediziner sind und dennoch einen Blog zum Thema betreiben, rückt Sie ja nun auch nicht in eine “ideologische Nähe” zur GWUP.
Wenn Sie meinen Blog mit offenen Augen lesen würden, wüssten Sie außerdem, dass ich bereits häufig Positionen vertreten habe, die alles andere als “GWUP-kompatibel” sind, siehe z.B. meinen Disclaimer im letzten Artikel zur Ärzte Zeitung oder meine Beiträge zur Diskussion um die Religionskritik auf den ScienceBlogs. Gerade vor dem Hintergrund dieser Diskussion finde ich die Vermutung, ich könne auch noch den Brights nahestehen in höchstem Maße verwunderlich…
Beste Grüße
Christian Reinboth
PS: Was macht meinen Artikel über die Professur an der Charité eigentlich so “unzumutbar”? Der Artikel ist nicht polemisch, ich weise mehrmals darauf hin, dass ich über die Wirksamkeit der Alternativmedizin keine fachliche Aussage treffen kann und lediglich die Art der Finanzierung kritisiere und ich bitte ausdrücklich um fachlich versierte Kommentare mitlesender Mediziner. Was genau ärgert Sie denn ausgerechnet an dem Artikel?
7th.August 2009 um 6:23 pm
Kommentar wurde gelöscht.
7th.August 2009 um 6:39 pm
Werter Herr Fritzsche,
zu Ihren restlichen Kritikpunkten habe ich Ihnen in einem weiteren Kommentar (dem, den ich bereits am Mittwoch nicht posten konnte) geantwortet. Diesmal scheint es geklappt zu haben, allerdings hängt der Kommentar wohl noch in der Warteschleife fest.
Beste Grüße
Christian Reinboth
7th.August 2009 um 7:04 pm
Kommentar wurde gelöscht.
7th.August 2009 um 7:11 pm
Hallo Herr Fritzsche,
bitte werfen Sie doch mal einen Blick auf die offizielle Webseite der Carstens-Stiftung. Dort können Sie dieses “Mission Statement” finden:
“Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung fördert die wissenschaftliche Durchdringung von Naturheilkunde und Homöopathie sowie den wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchs; das langfristige Ziel ist die Integration der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre der Hochschulmedizin.”
http://www.carstens-stiftung.de/carstens/index.php
Der primäre Grund dafür, dass die Komplementärmedizin heute kaum in Forschung und Lehre der Hochschulmedizin integriert ist, ist eben die Skepsis gegenüber den alternativen Methoden. Erklärtes Ziel der Carstens-Stiftung ist es, dies langfristig zu verändern. Was verstehe ich Ihrer Ansicht nach daran falsch?
Beste Grüße
Christian Reinboth
7th.August 2009 um 7:24 pm
Kommentar wurde gelöscht.
7th.August 2009 um 11:24 pm
Werter Herr Frizsche,
ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Sie sich über meine Kommentare so ereifern. Nirgendwo werfe ich der Carstens-Stiftung vor, wissenschaftliche Ergebnisse zu fälschen oder zu manipulieren. Es ist daher völlig unsinnig von Ihnen, mir dies permanent zu unterstellen. Ich stelle lediglich fest, dass es das erklärte Ziel der Stiftung ist, alternative Heilmethoden zu fördern - im übrigen ein völlig legitimes Ziel, an dem ich überhaupt nichts auszusetzen habe.
Die Frage, ob sich eine Förderung durch die Stiftung z.B. auf die Projektauswahl auswirken könnte, halte ich für vollkommen legitim und verweise auf den entsprechenden Artikel in der Berliner Zeitung, in dem klar ausgesagt wird, dass die Einrichtung der Professur “dazu beitragen soll”, dass alternative Heilmethoden stärker in die klinische Praxis integriert werden:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0521/wissenschaft/0034/index.html
Nochmal: Ich habe weder etwas gegen die Carstens-Stiftung, noch finde ich es falsch, wenn auf universitärer Ebene die Wirkweise alternativer Heilmethoden untersucht wird. Ich halte es jedoch für vollkommen legitim, darüber diskutieren zu wollen, wie solche Forschung finanziert werden soll. Wie bereits weiter oben geschrieben, fände ich es ebenso falsch, wenn ein solches Vorhaben von der GWUP finanziert werden würde. Sie werden mit mir doch hoffentlich einer Meinung darüber sein, dass Forschung - insbesondere in einem so überaus wichtigen Bereich wie der Gesundheit - möglichst unabhängig finanziert werden sollte.
Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, warum Sie sich über diesen Punkt so aufregen. Ich will weder der Carstens-Stiftung noch Frau Prof. Witt irgendetwas unterstellen und verwahre mich gegen Ihre diesbezüglichen Vorwürfe. Ich bin lediglich ein Verfechter neutraler Finanzierungsmodelle wenn es um Wissenschaft und Forschung geht. Was an Ihnen an dieser Überzeugung so unzumutbar erscheint, erschließt sich mir leider nicht.
Ich stelle außerdem fest, dass Sie keine meiner Fragen auch nur ansatzweise beantwortet haben, darunter die, was Sie als Betriebswirt dazu qualifiziert, einen Medizin-Blog zu führen, wenn Sie mir als Informatiker die Qualifikation dazu absprechen, auch nur einen einzigen Artikel zu einem medizinischen Thema zu verfassen. Da Sie die Diskussion aus Ihrer für mich in keinster Weise nachvollziehbaren Entrüstung heraus nun leider für beendet erklärt haben, nehme ich an, dass Sie sich dazu wohl nicht mehr äußern werden.
Das finde ich schade. Ich wäre durchaus dazu bereit, mich hier oder auf meinem Blog offen mit Ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Sie ziehen es aber offenbar leider vor, sich zu entrüsten und hinter jeder Aussage einen Skandal oder eine Verschwörung zu wittern. Ich fürchte, dass ich Sie von dieser Überzeugung auch durch noch so viele ruhige Kommentare nicht werde abbringen können. Das finde ich zwar bedauerlich, kann es aber leider nicht ändern. Vielleicht beruhigen Sie sich ja übers Wochenende wieder, so dass wir diese Diskussion am Montag fortsetzen können.
Freundliche Grüße
Christian Reinboth
8th.August 2009 um 8:44 am
Kommentar wurde gelöscht.
11th.August 2009 um 1:20 pm
Werter Herr Fritzsche,
gerne können wir uns noch einmal telefonisch oder per E-Mail austauschen, wobei ich befürchte, dass uns auch dies nicht weiterbringen wird. Auf mich macht es jedenfalls den Eindruck, als würden Sie auf jedwede Kritik an der Charité-Professur mit reflexhafter Empörung reagieren. Offenbar sind Sie der Ansicht, dass jeder, der die Finanzierung von Forschungsvorhaben durch Interessensgruppen zumindest skeptisch betrachtet, den beteiligten Personen damit unterstellt, sie würden bewusst wissenschaftliche Ergebnisse fälschen, auch wenn dies mitnichten der Fall ist.
Auch Ihr Vorwurf, die ScienceBlogs würden von der GWUP gesteuert, scheint mir darauf hinzudeuten, dass Sie sich als Ziel einer großen Verschwörung sehen, deren Existenz ernsthaft bezweifelt werden darf. Das eigentlich spannende Diskussionsthema “Hofberichterstattung im Medizinjournalismus”, das mit der Homöopathie im Grunde wenig zu tun hat, ist bei der Diskussion um Verschwörungen und Fälschungsorwürfe leider untergegangen. Hierzu würde ich mir durchaus noch das eine oder andere zukünftige Interview im H-Blog wünschen…
Gegen eine Intergration komplementärer Verfahren in die Behandlung chronischer Erkrankungen mit psychosomatischem Hintergrund spricht meines Erachtens nach übrigens überhaupt nichts, im Bereich der psychologischen Betreuung liegt meiner Ansicht nach (wie schon im Disclaimer zum letzten ÄZ-Artikel geschrieben) ohnehin die große Stärke der Komplementärmedizin.
Ein wenig verwundert hat mich Ihre Aussage, im Bereich der Alternativmedizin gäbe es nicht so viele Möglichkeiten, Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Die Fülle an Angeboten scheint mir gerade in eben diesem Bereich doch recht groß zu sein. Vielleicht kommen Sie ja dazu, diese Aussage noch einmal näher zu erläutern.
Ansonsten verbleibe ich mit besten Grüßen
Christian Reinboth
11th.August 2009 um 3:52 pm
Kommentar wurde gelöscht.
12th.August 2009 um 8:32 am
Hallo Herr Fritzsche,
gut, dann belassen wir es dabei. Ich hoffe, Sie übertreiben es beim nächsten Artikel zum Thema - und zu meiner Person - nicht mit den GWUP- Verschwörungstheorien, ansonsten lese ich jede Kritik an meinen Artikeln natürlich mit Interesse.
Alles Gute und vielen Dank für die Diskussion!
Christian Reinboth
14th.September 2009 um 11:22 am
[...] Auslöser der Kritik war jedoch - von einer insgesamt tendenziösen und pseudowissenschaftlichen Darstellung der Homöopathie bei ScienceBlogs einmal abgesehen - das Risiko, dass der erwähnte ÄZ-Artikel von Laien als Anleitung zur [...]
22nd.Oktober 2009 um 7:42 pm
[...] Schleichwerbung in der Ärzte Zeitung? Ideologie bei ScienceBlogs? [...]
9th.November 2009 um 4:54 pm
[...] die von mir als »unzumutbar« eingestuft wurden. Richtig ist auch, dass ich eigene Kommentare einer Diskussion mit Christian Reinboth von ScienceBlogs nachträglich wieder gelöscht habe, weil sie mir - hier liegt Lars Fischer [...]