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Schweinegrippe H1N1: Transparency International Deutschland kritisiert Ständige Impfkommission (STIKO)
Von Claus Fritzsche | 15.September 2009
Transparency International Deutschland fordert eine lückenlose Offenlegung der Entscheidungsprozesse der Ständigen Impfkommission (STIKO). Nach jahrelangem Drängen haben die Mitglieder der Ständigen Impfkommission im August 2008 damit begonnen, potenzielle Interessenkonflikte auf der STIKO-Webseite offenzulegen. Das Ergebnis: Die Mehrzahl der aktuell 16 STIKO-Mitglieder hat laut TI Deutschland mehr oder minder intensive (darunter auch bezahlte) Kontakte zu den wichtigsten Herstellern von Impfstoffen. Einige Mitglieder engagieren sich für das »Forum Impfen«, welches von den Firmen Sanofi-Pasteur-MSD (SPMSD) finanziell unterstützt wird. Auch die Bundesregierung hat es laut TI Deutschland versäumt, die Entscheidungsgrundlage ihrer Experten für die Öffentlichkeit nachvollziehbar und transparent zu machen.

»Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland spricht sich anlässlich der zunehmenden Verunsicherung in der Bevölkerung hinsichtlich der geplanten Impfungen gegen Schweinegrippe für eine Offenlegung der Entscheidungsprozesse der Ständigen Impfkommission (STIKO) aus« meldet der 1993 gegründete Verein in einer aktuellen Pressemeldung. Angela Spelsberg, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland, kritisiert: »Die jetzige öffentliche Debatte bestätigt unsere jahrelange Kritik: Intransparenz und potenzielle Interessenkonflikte unterminieren die Glaubwürdigkeit und nähren im aktuellen Fall den Verdacht, dass die H1N1-Grippewelle als Schweinegrippe-Pandemie von der Pharmaindustrie zur Vermarktung genutzt wird.«
Aus Sicht von Spelsberg reichen die bestehenden Mechanismen zur Sicherung der Unabhängigkeit der Entscheidungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht aus, um Interessenkonflikte zuverlässig zu verhindern. Transparency International Deutschland kritisiert auch, dass entsprechend der Geschäftsordnung der STIKO die Protokolle der Sitzungen und die Entscheidungen, vor allem aber auch deren Begründungen, nicht grundsätzlich veröffentlicht werden. Der Verein untermauert seine Kritik mit folgenden ergänzenden Informationen:
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GlaxoSmithKline (GSK), Professor Sir Roy Anderson und 135.000 Euro Gehalt pro Jahr:
»1. Am 1. Mai 2009 bezeichnete Professor Sir Roy Anderson als Berater der britischen Regierung, Rektor des Imperial College London und Mitglied des Scientific Advisory Council for Emergencies (SAGE) in einem Radiointerview die Fälle von Schweinegrippe als Ausbruch einer Pandemie. Der online-Ausgabe der Daily Mail vom 27. Juli 2009 war zu entnehmen, dass der Regierungsberater seit Jahren mit einem Gehalt von 135.000 Euro im Solde der Firma GlaxoSmithKline (GSK) steht. Die Aktien dieses Impfstoffherstellers sind unmittelbar nach Ausrufung der „Schweinegrippe-Pandemie“ erheblich gestiegen.«
WHO-Generaldirektorin Margaret Chan und die Pharmaindustrie
»2. Am 11. Juni 2009 erklärte Frau Chan, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf, die Schweinegrippe zur Pandemie und löste damit entsprechendes Handeln in allen Mitgliedsländern der WHO aus. Frau Chans Verhältnis zur Pharmaindustrie ist nicht unumstritten, seit sie bereits bei ihrem Amtsantritt 2007 die Regierung von Thailand wegen der Vergabe von Zwangslizenzen für preiswerte AIDS-Mittel streng kritisierte (Bangkok Post vom 2. Februar 2007; http://www.twnside.org.sg/title2/health.info/twninfohealth072.htm)«
H1N1: ein seit 1970 bekanntes Virus, milde und komplikationsfreie Infektionen
»3. Die Bundesregierung und ihre Berater unterstützen die Haltung der WHO, wozu sie nach der Pandemie-Erklärung verpflichtet sind. Sie haben 50 Millionen Dosen Impfstoff bei GlaxoSmithKline im Wert von 700 Millionen Euro bestellt, zu zahlen durch die Beiträge der gesetzlich Krankenversicherten und durch die Steuerzahler. Weder STIKO noch Bundesregierung haben aber öffentlich darüber informiert, dass es sich bei H1N1 um ein bekanntes Virus handelt, das bereits in den 1970er Jahren in den USA als sogenannte asiatische Schweinegrippe von Vietnamsoldaten eingeschleppt wurde. Da sich das Virus damals schnell verbreitete, wurden etwa vierzig Millionen US-Bürger bis 1976 geimpft. Dann wurde die Impfung eingestellt, weil die Infektion mit dem Virus in der Regel so milde und komplikationslos verlief, dass die seltenen Komplikationen des Impfstoffs wie das Guillain-Barré-Syndrom schwerer wogen (Washington Times vom 27. April 2009).«
Gutartiger Verlauf der Virusinfektion in Deutschland
»4. Diesen gutartigen Verlauf zeigt die Virusinfektion in Deutschland bisher auch. Während in einer üblichen Grippesaison in Deutschland mit etwa 10.000 Todesfällen zu rechnen ist, also 50 Todesfällen pro Tag, haben sich bisher bei uns keine tödlichen Verläufe dokumentieren lassen.«
Riskanter Impfstoff mit quecksilberhaltigem Konservierungsmittel Thiomersal
»5. Die Zulassung des Impfstoffs erfolgt durch die europäische Zulassungsbehörde EMEA, deren Arbeitsweise Transparency Deutschland zuletzt in seinem „Scheinwerfer“ (Nr. 43, April 2009, Schwerpunkt Europa, S. 11) beschrieben hat. Der jetzt in Europa vorbereitete, nicht zuvor klinisch erprobte sogenannte „Mock-up“ Impfstoff gibt nicht nur wegen des Gehaltes an unzureichend erprobten Impfverstärkern (Adjuvantien) zu Bedenken Anlass, sondern auch insbesondere bei der Anwendung an Kindern und Schwangeren, weil er das inzwischen überholte quecksilberhaltige Konservierungsmittel Thiomersal enthält. Daher sind „Mock-up“- Impfstoffe in den USA in Pandemiefällen nicht zugelassen. In Europa hingegen ist im Pandemie-Fall bei der EMEA sogar eine Eilzulassung nach der klinischen Prüfung innerhalb einer Woche vorgesehen (Commitee for Proprietary Medical products (CPMP), EMEA/CPMP/VEG/4986/03, London April 2004).«
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stern-Interview mit Dr. Angela Spelsberg von Transparency Deutschland International:
Dr. Angela Spelsberg: Wir kritisieren, dass in den Kommissionen und Komitees, die über Pandemie- und Impfstrategien entscheiden, Leute sitzen, die seit vielen Jahren intensive Beziehungen mit den Impfstoffherstellern pflegen. Außerdem sind die Entscheidungsprozesse nicht transparent. Wir können zum Beispiel keine Protokolle der Sitzungen einsehen. Das wäre aber wichtig.
stern: Welche Kommissionen meinen Sie konkret?
Dr. Angela Spelsberg: Unter anderem kritisieren wir potenzielle Interessenskonflikte bei der Ständigen Impfkommission (Stiko) vom RKI. Erst nach jahrelangem Drängen haben die Mitglieder ihre Beziehungen zu Pharmaunternehmen offen gelegt. Die sind zum Teil sehr weit reichend, und das ist ein großes Problem. Es muss möglich sein, unabhängige Experten in solchen Kommissionen zu haben.
Link zum stern-Interview mit Dr. Angela Spelsberg von Transparency Deutschland International …
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Neue Pandemie-Definition der WHO
In der Darstellung von Transparency International Deutschland fehlt noch ein wichtiger Sachverhalt, über den die Sendung ZDF Frontal21 am 25. August 2009 informierte:
Hinweis Frontal 21:
Schon 2006 gab es Überlegungen zu einer großen Impfaktion gegen die Vogelgrippe. Millionen Infizierte und tausende Tote wurden befürchtet. Die Weltgesundheitsorganisation rief anders als bei der Schweinegrippe heute keine Pandemie aus. Ihre damalige Pandemiedefinition setzte eine hohe Sterblichkeitsrate voraus. Eine Bedingung, die nicht mehr gilt. Der Virenforscher Tom Jefferson kritisiert die Verwässerung der Definition.
Dr. Tom Jefferson, Epidemiologe, Cochrane Collaboration:
»Erst im Mai dieses Jahres wurden zwei entscheidende Punkte der Definition gestrichen: Die hohe Zahl der Erkrankten und die Sterblichkeit stehen nicht mehr drin. Die hier fett gedruckte Passage, »eine sehr große Zahl von Toten und Kranken« verschwand aus der Definition. Das heißt, die WHO hat ihre Kriterien für die Definition abgeschwächt. So kann man nicht mehr sagen, was genau eine Pandemie ist. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen der saisonalen Grippe und einer Pandemie.«
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Die neue Pandemie-Definition der WHO ist für die Impfstoffhersteller gleichbedeutend mit einer Lizenz zum Geld drucken. Im Gespräch mit dem SPIEGEL (→ »Sehnsucht nach der Pandemie«) antwortete Tom Jefferson übrigens auf die Frage, ob die WHO verfrüht eine Pandemie ausgerufen habe? »Finden Sie es nicht bemerkenswert, dass die WHO dafür eigens ihre Pandemie-Definition geändert hat? Das Kriterium, dass es sich dabei um eine Krankheit mit hoher Sterblichkeit handeln muss, wurde einfach gestrichen. Erst dadurch wurde aus der Schweinegrippe eine Pandemie … Im Durchschnitt werden nur sieben Prozent der grippeartigen Infekte tatsächlich durch Influenza-Viren ausgelöst. Die Bedeutung dieser Viren wird systematisch überschätzt.«
Das SPIEGEL-Interview enthält noch eine interessante Passage:
SPIEGEL: »Aber bei der großen Pandemie 1918/19 waren es doch echte Grippeviren, die um die Welt gingen und bis zu 50 Millionen Menschen getötet haben - oder bestreiten Sie auch das?«
Jefferson: »Es ist gut möglich, dass es so war, aber absolut sicher wissen wir es nicht. Die Pandemie von 1918/19 gibt uns noch immer viele Rätsel auf. Das H1N1-Virus gilt erst seit zwölf Jahren als Auslöser. Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass Bakterien im Spiel waren. Unerklärt bleibt aber vor allem, warum die Grippesterblichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg so dramatisch gesunken ist. Sie beträgt heute nur noch einen Bruchteil dessen, was vor dem Krieg die Regel war. Die späteren sogenannten Pandemien, die “Asiatische Grippe” von 1957 und vor allem die “Hongkong-Grippe” von 1968/69, kann man in der Todesstatistik kaum noch oder gar nicht mehr als herausragende Ereignisse erkennen.«
SPIEGEL: »Warum spricht man dann überhaupt von Pandemien?«
Jefferson: »Das müssen Sie die WHO fragen!«
Link zum vollständigen SPIEGEL-Interview …
Zum gleichen Thema:
SPIEGEL ONLINE: Kampf gegen Schweinegrippe - Händewaschen schützt viel besser
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ARD: Tamiflu, Roche & Schlussverkauf
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Medienecho: Tagesspiegel
Der Tagesspiegel schreibt unter der Überschrift »Schweinegrippe – wer impft gegen Korruption?«:
»Die Selbstauskünfte der Stiko-Mitglieder belegten, »dass die Mehrzahl der derzeit 16 Mitglieder mehr oder minder intensive Kontakte, darunter auch bezahlte Tätigkeiten, zu den wichtigsten Herstellern von Impfstoffen haben«, sagte Spelsberg. So sitzen die Professoren Wolfgang Jilg, Christel Hülße, Ursel Lindlbauer-Eisenach und Friedrich Hofmann im Fachbeirat »Forum Impfen«, das von den Konzernen Sanofi-Pasteur-MSD und Wyeth unterstützt wird, Stiko-Mitglied Frank Falkner von Sonnenburg hat den Beiratsvorsitz. In der »Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen«, finanziert von Glaxo Smith Kline und Sanofi, finden sich die Stiko-Mitglieder Rüdiger von Kries und Klaus Wahle. Jan Leidel engagiert sich in der von Baxter und Novartis gesponserten »Arbeitsgemeinschaft Meningokokken«. Und Honorare für Studien kassierten Stiko-Mitglieder von nahezu allen großen Pharmaherstellern (www.rki.de)«.
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Medienecho: EurActiv
Das Online-Magazin EurActiv schreibt unter der Überschrift »Lobbyisten hinter Schweinegrippe-Impfung?«:
»›Wir warnen davor, jede saisonale Grippe zur Pandemie zu erklären‹, sagte Angela Spelsberg, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland, am 14. September 2009 gegenüber EurActiv.de. Erst wenn ein Virus zur Pandemie erklärt wird, dürfen Impfstoffe in einem Schnellverfahren zugelassen werden.
Transparency International meldet zudem Zweifel an, dass die geplanten Massenimpfungen tatsächlich nötig sind. Bei der Schweinegrippe handele es sich keineswegs um ein »neues Virus«, so Angela Spelsberg gegenüber EurActiv.de.
Die Bundesregierung habe versäumt, öffentlich darüber zu informieren, dass es sich bei H1N1 um ein bekanntes Virus handelt, das bereits in den 1970er Jahren in den USA als sogenannte asiatische Schweinegrippe von Vietnamsoldaten eingeschleppt wurde. Damals habe man die Impfung eingestellt, weil die Infektion mit dem Virus in der Regel milde und komplikationslos verlief, wogegen der Impfstoff für Komplikationen sorgte. Den gutartigen Verlauf zeige die Virusinfektion in Deutschland bisher auch. «
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Medienecho: FOCUS Online
»Die Profiteure der Pandemie« lautet die Überschrift eines Artikels von FOCUS-MONEY-Redakteur Peter Bloed, der das Geschäft mit der Panik thematisiert:
»Während manche im Urlaub kaum noch das Haus verlassen, haben andere ihre helle Freude an der Schweinegrippe: Sie versprechen sich satte Gewinne vom Geschäft mit der Angst …
Und doch gibt es einige, die das H1N1-Virus nicht missen möchten. Der Grund: Kaum ein Geschäft ist so einträglich wie das Geschäft mit der Angst. Und wo sich Regierungen für den Ernstfall rüsten, Pandemiepläne aufstellen und Medikamente bunkern, lässt sich immer auch viel Geld verdienen: Der Profit, den sich die Pharma-Bosse von der Vermarktung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe erhoffen, geht in die Milliarden. Und die Hoffnung ist mehr als berechtigt.«
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Deutscher Bundestag: kleine Anfrage
16.10.2007: Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgitt Bender, Elisabeth Scharfenberg, Dr. Harald Terpe, Britta Haßelmann, Ute Koczy, Markus Kurth, Christine Scheel, Irmingard Schewe-Gerigk, Wolfgang Wieland und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Stärkung der Verfahrenstransparenz bei der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut.
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a-t fordert Ablösung der STIKO
Im Weblog Stationäre Aufnahme schrieb Autor hockeystick am 6. Juli 2009 unter der Überschrift »arznei-telegramm fordert Ablösung der STIKO wegen Inkompetenz« im Kontext HPV:
»Der unabhängige Arzneimittel-Informationsdienst arznei-telegramm (a-t) bezieht sich dabei in seiner aktuellen Ausgabe auf die kürzlich in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung geschilderten Merkwürdigkeiten rund um die Bewertung der HPV-Impfung. ›Es stellt sich die Frage, wie eine Kommission, die offenbar nicht in der Lage ist, Berechnungen zum Nutzen einer Immunisierung korrekt und mit realistischen Annahmen durchzuführen, Empfehlungen abgeben kann, denen - nicht zuletzt nach Einschätzung eines ihrer Mitglieder - die Bedeutung eines medizinischen Standards zukommt. Auch Impfempfehlungen müssen wissenschaftlich valide und überprüfbar sein. Daher fordern wir die Ablösung des Gremiums in seiner jetzigen Form.‹«
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Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen rügt Sorgfalt der STIKO
Die HON-zertifizierte Webseite Ärzte für individuelle Impfentscheidung meldete am 20.06.2009 im Kontext HPV:
»Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA), das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, kritisiert die Antwort der STIKO auf eine Anfrage des G-BA zur HPV-Impfung in deutlichen Worten. Nachdem sich schon im vergangenen Jahr die Zweifel an der Sinnhaftigkeit und wissenschaftlichen Grundlage der HPV-Impfempfehlung häuften, hatte der G-BA die STIKO zu einer Neubewertung dieser Empfehlung aufgefordert. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung liegt diese jetzt vor, enthalte aber, so der G-BA, zahlreiche Ungereimtheiten. Die der Beurteilung zu Grunde liegenden Quellen seien nicht nachprüfbar, einseitig ausgewählt und gezogene Schlussfolgerungen seien zweifelhaft. Darüber hinaus enthalte die Argumentation der STIKO Widersprüche, die den Autoren der Neubewertung wohl entgangen seien.
Auch die Tatsache, dass der STIKO-Vorsitzende Hofmann schon vor dem Erstellen der Expertise öffentlich verlautbaren ließ, diese würde nicht anders ausfallen als die erste Stellungnahme der STIKO zur HPV-Impfung, ließe ebenso Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Arbeit dieser Kommission aufkommen wie die von Mitgliedern des G-BA kritisierte Tatsache, dass die STIKO-Mitglieder »mehrheitlich Interessenkonflikte haben«.
Der Herausgeber des industrieunabhängigen Fachjournals Arznei-Telegramm, Wolfgang Becker-Brüser, wird von der SZ mit den Worten zitiert: »Die [Mitglieder der STIKO] haben nicht gemerkt, dass sich die Zeiten geändert haben. Heute kann man nicht mehr einfach nach dem Motto ‘Impfen ist gut’ Impfungen empfehlen. Die Entscheidung muss wissenschaftlich valide und überprüfbar sein.« Genau hieran mehren sich bei der HPV-Impfempfehlung offenbar die Zweifel…«
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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Fachgespräch zur Impfpolitik
Im November 2007 nahm die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das Thema Impfpolitik zum Anlass, zu einer hochkarätig besetzten Expertenanhörung einzuladen. In einem Bericht auf der Webseite der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN finden sich u. a. die folgenden Worte:
»Dr. Rainer Hess, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, verdeutlichte, dass die STIKO einen ähnlichen Stellenwert wie das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) habe. Die Begründungen der STIKO müssten deshalb jederzeit nachvollziehbar sein. Hess sprach sich für einen Methodenkatalog aus, den die STIKO sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen müsse. Auch hier könne das Methodenpapier des IQWiG als positives Vorbild dienen. Thomas Müller, Leiter der Abteilung Arzneimittel beim G-BA, kritisierte, dass aus den STIKO-Begründungen zu den jeweiligen Impfempfehlungen nicht hervorgehe, welchen Fachgesellschaften und Verbänden die STIKO-Beschlüsse vor Veröffentlichung zur Stellungnahme zugeleitet werden. Die Stellungnahmen würden nicht veröffentlicht und unklar sei auch, welche Stellungnahmen die STIKO berücksichtige und welche nicht.«
Link zum Artikel »Impfen: (K)ein Thema der Politik?« …
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Links zum Thema:
H.Blog: ARD Plusminus: So geht Lobby. Das Geschäft mit der Schweinegrippe.
Pressemeldung von Transparency International Deutschland
Sondermeldung des arznei-telegramms zur Schweinegrippe
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Themen: Claus Fritzsche |









20th.September 2009 um 10:20 am
[...] Link zum vollständigen Beitrag hier im H.Blog … [...]
20th.September 2009 um 10:36 am
[...] H.Blog: Schweinegrippe H1N1: Transparency International Deutschland kritisiert Ständige Impfkommiss… [...]
30th.Oktober 2009 um 9:00 am
[...] recht umfangreiche Zusammenstellung von Informationen, faende man im Text von Herrn Fritzsche : Schweinegrippe H1N1: Transparency International Deutschland kritisiert Ständige Impfkommission (STI… [..] H1N1: ein seit 1970 bekanntes Virus, milde und komplikationsfreie [...]
21st.Januar 2010 um 12:51 pm
[...] H.Blog: Schweinegrippe H1N1: Transparency International Deutschland kritisiert Ständige Impfkommiss… [...]
12th.Juni 2010 um 11:26 am
[...] um echte Dokumente, so stützen sie einen Verdacht, der bereits während der Schweinegrippe von Transparency International Deutschland geäußert wurde. Die WHO wandelt sich unter ihrer Generaldirektorin Margaret Chan möglicherweise [...]