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Huhn oder Ei? Über den Vorteil ein B-Typ zu sein Von Curt Fredriksson
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Die Frage, was nun zuerst da war, das Huhn oder das Ei, wird dem Praktiker schwerlich in den Sinn kommen. Hat er etwas verpasst, wenn er es nicht weiß? Wohl kaum. Auch die Frage, wann und wie der liebe Gott die Erde erschaffen hat, ob mit oder ohne Masterplan, ob er gewürfelt hat oder nur einem Lehrling den Auftrag erteilte, ist für viele Zeitgenossen kaum von Bedeutung.
Anderen wiederum ist das wichtig. Die wollen das wissen. Im Gegen- satz zu denen, die es schon wissen oder zumindest vorgeben, es zu wissen. In Betrachtung der drei Gruppen: A) "die nicht wissen Wol- lenden“, B) "die wissen Wollenden“ und C) "die bereits Wissenden“, gibt es eine interessante Beobachtung zu machen.
Aber bevor Sie nun weiterlesen, sollten Sie sich an dieser Stelle bewusst entscheiden, welcher Gruppe Sie sich zugehörig fühlen. Sind Sie ein A-, B- oder C-Typ? Warum? Weil Sie sich und anderen damit einen Gefallen tun. Wenn Sie wissen, wo Sie hingehören, vermeiden Sie Ärger. Menschen, die das nicht tun, Menschen, die sich falsch einordnen, kommen zu spät, verursachen Irritationen, Behinderun- gen, Staus und schlimmstenfalls sogar Unfälle. Wollen Sie das?
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An dieser Stelle, "von jedem etwas“ zu antworten, wäre ebenfalls ungesund. Jedes Lebewesen braucht ein bestimmtes Milieu, in dem es am besten gedeiht. Sie natürlich auch. Außerdem haben Sie diesen Satz bestimmt schon einmal gehört, als Sie an einem Samstagmorgen in der Warteschlange bei Ihrem Metzger standen. Spätestens bei der dritten Hausfrau vor Ihnen, deren Bestellung diese magischen Worte enthielt, verspürten Sie eine gewisse Gewaltbereitschaft, weil Sie spontan befürchteten, Sie müssten Ihr halbes Wochenende in der Metzgerei verbringen. Erinnern Sie sich! Ganz sicher gab es in Ihnen schon damals die Ahnung, "von jedem etwas“ ist ein Mantra der Gewalt, also in jedem Fall ungesund, egal für wen.
Zur Einschätzung Ihrer Lage noch eine weitere Hilfe: Sie können nicht zur Gruppe A gehören. Das ist unmöglich, weil Sie diesen Artikel lesen. Das würden Sie niemals tun, wenn Sie nicht wissen wollten. Jeder juristisch geschulte Leser wird jetzt automatisch die obliga- torische Einschränkung erwarten. Es sei denn, Sie sind gesetzlich krankenversichert, sitzen im überfüllten Wartezimmer eines Arztes, haben aus verzweifelter Langeweile schon sämtliche Werbebroschü- ren der Pharmaindustrie durchgearbeitet und sind nun zufällig in einer abgewetzten, verkeimten, drei Jahre alten Illustrierten bei diesem Text gelandet. Sollte es Ihnen jedoch zur Zeit gut gehen oder Sie sich privat versichert haben, was in beiden Fällen zu hoffen ist, bleiben logischerweise nur die Alternativen B oder C.
Wenn Sie diesen Text in der Absicht lesen, sich zu beweisen, dass Sie schon alles wissen, was hier geschrieben steht, sind Sie eindeu- tig ein C-Typ. Das sind Sie auch, wenn Sie innerlich beabsichtigen, schlauer zu sein als der Autor. Das ist, seien Sie dessen versichert, keine große Herausforderung. Der Schreiber fühlt sich eindeutig der Gruppe B zugehörig.
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Sollten Sie jetzt noch weiterlesen, so sind Sie mit hoher Wahrschein- lichkeit ebenfalls ein B-Typ. Ein ertappter, notorischer Besserwisser gibt jetzt normalerweise auf. Wahrscheinlich ist er mit leicht angewi- dertem Gesichtsausdruck ob der Banalität eines solchen Textes wei- tergezogen, um sich mit anderen Desperados des scharfen Geistes zu messen. Denn: Es kann nur einen geben. Das hier ist weit unter seinem Niveau.
So, da bist du also! Bruder oder Schwester im Geiste. Willkommen im Kreis der Suchenden. Du, der du weißt, dass du nicht weißt, aber doch wissen möchtest. Sei umarmt! Nimm doch Platz in unserer Runde.
Da wir jetzt unter uns sind, können wir unser kleines Experiment ungestört weiterführen. Nehmen wir an, die drei Gruppen seien Bak- terien. Jede von ihnen wird in einer Nährlösung als Kultur angelegt. Nach 500 Jahren betrachten wir jede Kultur unter dem Mikroskop. Dabei könnten wir folgende Entdeckung machen:
Obwohl Gruppe A und Gruppe C auf den ersten Blick völlig unter- schiedlichen Kulturen angehören, ist deren Verhalten in der mikros- kopischen Betrachtung identisch: Keine Bewegung - nichts rührt sich. Gruppe B, also unsere Gruppe, würde sich dagegen durch hohe Lebendigkeit, Beweglichkeit, ja Virulenz auszeichnen. Ist das nicht herrlich?
Fazit: Wenn Sie einen Partner suchen, einen Freund, Mitarbeiter oder einen Vorstand, dann wählen Sie einen Menschen Ihres Milieus. Wählen Sie einen Menschen der Gruppe B. Mit ihm werden Sie sich wohlfühlen, werden Sie neue Dinge entdecken, neue Wege gehen, werden auch noch im Alter Freude am Leben haben. Und so ganz nebenbei werden Sie auch dann noch Erfolg haben, wenn die Um- stände sich ändern. Was meinen Sie…?
Zur Person: Curt Fredriksson (geb. 1955) berät Einzelpersonen und Organisa- tionen nach den Prinzipien des Kriegermanagements. Nach dem Credo: „Nur wer in sich selbst zu Hause ist, kann in der Welt zu Hause sein.“ vermittelt seine Praxis Wissen über die Natur von Geist und Körper. Ziel ist die Größe und Stärke der eigenen Person, ist das schaffen von Wahlfreiheit, Selbstverantwortung und bewusste Führung. Curt Fredriksson im Web: www.kriegermanagement.de
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