Interview mit PD Dr. Jakob Bösch
Spirituell Orientierte Therapie (SPOT®)

Frage: Sie sind als Psychiater in Ihrem Institut für Spirituell Orientierte Therapie tätig und arbeiten mit der Heilerin Anouk Claes zusammen. Wie sieht Ihre gemeinsame Arbeit mit dem Patienten aus? Wie verbinden Sie Psychiatrie und geistiges Heilen miteinander?

PD Dr. Jakob Bösch: Schon vor meiner Pensionierung, die vor gut einem Jahr erfolgte, haben Frau Claes und ich gemeinsam Patienten beraten. Ich vertrete unter anderem die schulmedizinische und psychiatrische Seite, und Frau Claes als hellsichtiges Medium schaut sich mit ihren erweiterten Wahrnehmungsmöglichkeiten die Krankheit und die ratsuchenden Menschen an. Gemeinsam versuchen wir den Patienten aufzuzeigen, was sie für ihre Gesundung tun können.

Frage: Auf Ihrer Homepage begrüßen Sie den Leser mit den Worten: „Sie sind hier richtig, wenn Sie sich für die Gesundung der Medizin interessieren.“ Was meinen Sie mit „Gesundung der Medizin“?

PD Dr. Jakob Bösch: Die moderne Medizin hat sehr viel erreicht, für das wir dankbar sein können. Trotzdem sprechen wir von der „Krise der Medizin“, und in den Stolz über das Erreichte hat sich immer mehr Kritik gemischt. Viele Ärzte fühlen sich ausgebrannt oder depressiv und möchten am liebsten ihren Beruf wechseln. Einiges ist aus dem Gleichgewicht geraten. Die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen die heutige Medizin ruht, sind veraltet und haben mit der Entwicklung der Physik und der daraus folgenden Veränderung des Welt- und Menschenbildes nicht Schritt gehalten. Darin liegt meines Erachtens ein Hauptgrund für die Unzufriedenheit sowohl auf Seiten derjenigen, die die Leistungen erbringen, als auch auf Seiten derjenigen, die sie erhalten. Die Gesundung der Medizin könnte weit vorankommen, wenn wir die geistige Natur des Kosmos und des Menschen anerkennen würden, wie dies viele führende Physiker schon im letzten Jahrhundert postuliert haben. Die Forschung und viele Therapien würden anders aussehen, wenn wir die Erkenntnis des überall wirkenden Bewusstseins, des nicht-lokalen Bewusstseins, in der Praxis berücksichtigen würden.

Frage: Wie tragen Sie selbst mit Ihrer Tätigkeit zur Gesundung der Medizin bei? Welche Ihrer Aktivitäten richten sich direkt auf die Medizin, nicht auf die Heilung von Patienten?

PD Dr. Jakob Bösch: Ich weise in unzähligen Vorträgen und Seminaren wie auch in Publikationen auf diese Zusammenhänge hin und bin mit Frau Claes zusammen Anlaufstelle für viele Menschen, die spüren, dass es noch etwas mehr gibt in ihrem Leben und in ihren Genesungsbemühungen als nur physikalische und chemische Kräfte. Diese Menschen sind für die Gesundung der Medizin von enormer Bedeutung, da die Erneuerung großenteils von unten, also von den „Usern“ bewirkt wird. Die Amerikaner sprechen von der „grass root revolution“, der Graswurzel-Revolution.

Frage: Sie fordern ein Denken, das die Wahrheiten der Schamanen und Hochkulturen wieder anerkennt. Lassen sich diese Wahrheiten, die ja aus einer vergangenen Zeit stammen, auf die Welt, die Gesellschaft und die einzelnen Menschen in der heutigen Zeit übertragen?

PD Dr. Jakob Bösch: Die Erkenntnisse der Schamanen und der alten Hochkulturen waren nicht einheitlich, und sie waren den jeweiligen Kulturen angepasst. Eine Eins-zu-eins-Übertragung auf unsere Zeit, die von Wissenschaft und Technik einerseits und von der Globalisierung andererseits geprägt ist, wäre nicht sinnvoll und nicht möglich. Das Gemeinsame ist jedoch die oben formulierte Erkenntnis über die geistige Natur des Kosmos, der Materie und des Menschen.

Frage: Sie blicken auf eine langjährige Tätigkeit als Arzt zurück und haben die Arbeit von geistig Heilenden in der Schulmedizin im Rahmen von Forschungsprojekten untersucht. Zu welchen Ergebnissen sind Sie bei diesen Untersuchungen gelangt?

PD Dr. Jakob Bösch: Eine einigermaßen befriedigende Antwort würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Ich kann ein paar Stichworte nennen:

1. Es gibt unzählige Methoden und Zugänge zu dem, was mit
1. geistigem Heilen gemeint ist.

2. Klare qualitative Unterschiede zwischen den Methoden konnte
1. ich nicht feststellen. Es sind eher Unterschiede bei den heilenden
1. Personen und ihren Fähigkeiten.

3. Ich habe sehr beeindruckende Heilungen und Besserungen durch
1. geistiges Heilen erlebt. Aber ich musste auch feststellen, dass die
1. Symptome oder Krankheiten in sehr vielen Fällen zurückkommen.

4. Die Hilfesuchenden müssen ebenso viel zu ihrer Heilung beitragen
1. wie die Heilenden, wenn die Wirkung nachhaltig sein soll.

5. Ich unterstütze den Ratschlag der Heilergemeinschaft „White
1. Eagle“: Man soll nicht viel Mühe auf geistiges Heilen verwenden,
1. wenn eine Krankheit leicht und schnell durch medizinische oder
1. chirurgische Methoden behandelt bzw. geheilt werden kann.

Frage: Welches Verständnis haben Sie von der Entstehung von Krankheiten? Wo sehen Sie die Ursachen dafür, dass Menschen erkranken?

PD Dr. Jakob Bösch: In der Regel scheinen verschiedenste Faktoren zu einer Krankheit beizutragen. Es ist jedoch so, dass der Körper meistens unseren seelisch-geistigen Zustand sichtbar macht. Der Körper will immer das Beste für uns. Er kann uns helfen, über unseren Zustand Klarheit zu bekommen, und wenn wir im Leben nicht mehr weiter wissen, können uns Krankheiten helfen, damit wir unseren Lebensweg wieder sehen.

Frage: Sie betrachten den Körper als eine Art Medium, der verdrängten Gefühlen durch Schmerzen oder Krankheiten Ausdruck verleiht. Bedeutet das im Umkehrschluss: Krankheiten könnten weitgehend vermieden werden, wenn der Mensch seine Gefühle bewusst wahrnimmt, akzeptiert und verarbeitet?

PD Dr. Jakob Bösch: Gefühle, die verdrängt sind, können oft nur noch als Schmerz wahrgenommen werden. Bei etwa drei Viertel der Menschen, die bei uns Rat suchen wegen chronischer Schmerzen, sind verdrängte Gefühle als wesentliche Ursache auszumachen. Tatsächlich kann das Wahrnehmen, Akzeptieren und Verarbeiten der Gefühle, insbesondere auch der so genannt negativen, manche Krankheit überflüssig machen. Aber es gibt natürlich noch viele weitere Gründe für Krankheiten.

Frage: Eine interessante Aussage von Ihnen lautet: „Im Menschen vereinigen sich Himmel und Erde.“ Wie ist das zu verstehen?

PD Dr. Jakob Bösch: Der Mensch hat eine geistige und eine materielle Seite, wobei die Materie auch als geistig und mit Bewusstsein versehen verstanden werden kann. Die geistige Seite repräsentiert den so genannten Himmel, der Körper ist vom gleichen Stoff wie die Erde. Er ist die Hilfe, mit der wir auf der Erde leben können. Die Erfahrungsmöglichkeiten der Menschen sind damit umfassender als die von reinen Geistwesen.



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