Newsletter Nr. 33

26. September 2007

Liebe Leserin,
lieber Leser,

eine Wortmeldung von
Pfarrer Eckhard Etzold in der Mailingliste der Gesellschaft für Anomalistik e. V. (GfA) hat mir in dieser Woche so gut gefallen, dass ich sie Ihnen hier vorstellen möchte.

Im Rahmen einer Diskussion äußerte sich ein Mitglied der GfA da- hingehend, dass ihm keine Theorie bekannt sei, welche den aktuellen (wissenschaftlichen) Erkenntnissen widersprechen würde. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass scheinbare Widersprüche in der Wissenschaft schon seit langem üblich seien, ohne dass sich jemand darüber aufregen würde. O-Ton: »Sei es, dass die Phänomene der Quantenphysik im Widerspruch zu den Phänomenen der klassischen Physik stehen, oder dass das Teilchenmodell des Lichtes im Wider- spruch zum Wellenmodell des Lichtes steht: „Widersprüche“ sind keine Probleme. In der Praxis sind sog. Widersprüche in der Wissen- schaft nichts anderes als unterschiedliche Voraussetzungen oder „Blickwinkel“, unter denen man seine Experimente macht.«

Eckhard Etzold, ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der parapsychologischen Forschung, antwortete daraufhin mit einem Verweis auf den 1-Million-Dollar-Preis von James Randi (mehr dazu unter:
paranormal & perinormal):

»Ich würde hier nicht zu diesen „exotischen“ Beispielen greifen. Die meines Erachtens größte Anomalie bzw. wissenschaftlich nicht er- klärbare Erscheinung ist das Leben selbst. Wir sind umgeben von ungezählten Lebensformen (und gehören sogar selbst zu ihnen), aber es gibt bis heute in den gesamten Naturwissenschaften noch keine physikalische Theorie des Lebens, die erklären könnte, wie aus anor- ganischer Materie sich die ersten einzelligen Lebensformen entwickelt haben. Was wir einzig haben sind lediglich Hypothesen und Fragmen- te theoretischer Ansätze, mehr nicht. Aber von einer Theorie, mit deren Hilfe wir z. B. aus anorganischer Materie einzellige Lebensfor- men, die sich selbst vermehren, im Labor und im Experiment replizie- ren könnten, sind wir noch weit entfernt.

Desweiteren gibt es meines Erachtens auch noch keine physikali- sche Theorie des Bewusstseins.

Angesichts dessen führt sich der 1-Million-Dollar Randi-Preis selbst ad absurdum: „At JREF, we offer a one-million-dollar prize to anyone who can show, under proper observing conditions, evidence of any paranormal, supernatural, or occult power or event.“

Bezogen auf die Existenz des Lebens haben wir es - aus heutiger Sicht - mit einem „paranormal“ bzw. „occult power“ - Phänomen zu tun, denn zum einen lässt sich das Leben eben nicht „normal“ erklä- ren, und zum anderen sind die Kräfte, die bei der Entstehung des Lebens eine Rolle spielten in der Tat eine „occult power“ - es sind, wörtlich übersetzt: „verborgene Kräfte“.

Das heißt: Herr Randi müsste nur die Augen aufsperren, und er sieht sich selbst umgeben von paranormalen Phänomenen und okkulten Kräften, deren Evidenz noch härter ist als die astronomisch höchsten Signifikanzwerte. Aber es ist ja leider wie mit dem Fisch im Aquarium: würde ich den Fisch fragen, was das Wasser ist, in dem er schwimmt, er könnte noch nicht einmal sagen, dass es dieses Wasser überhaupt gibt.«

Was lernen wir aus diesem Dialog? Paul Watzlawick würde vielleicht antworten: »Als Menschen können wir nie die Realität an sich, son- dern nur unsere subjektive Wahrnehmung der Realität kennen, jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit.« Die Art und Weise, wie Menschen ihre Wirklichkeit konstruieren, erinnert dabei an eine Form von Konditionierung, welche nur einen (individuell stark schwanken- den) begrenzten Korridor für Lernprozesse zulässt.

Dieses Phänomen ist die Ursache vieler Kontroversen. Es macht unsere Welt jedoch auch bunt und spannend. Und die gute Nachricht lautet: Ob wir die von Mensch zu Mensch unterschiedliche subjektive Konstruktion der Wirklichkeit als Reibung, Bereicherung oder vielleicht sogar vorzügliche Unterhaltung erleben, das entscheiden wir selbst. Als im Jahre 2007 lebende Wesen verfügen wir darüber hinaus über das 1618, 1848 oder 1933 noch nicht weit verbreitete Privileg, eine eigene Meinung haben und artikulieren zu dürfen. In der Geschichte der Menschheit ist das ein vollkommen neuer, einzigartiger, geradezu paradiesischer Zustand. Meinen Sie nicht auch?

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen

Ihr Claus Fritzsche


P. S. Kennen Sie das
Interview des P. M. Magazins mit dem Physiker, ehemaligen Direktor am Max-Planck-Institut für Physik in München, Träger des Alternativen Nobelpreises und Mitglied des Club of Rome Prof. Hans-Peter Dürr?

KAI BEISSWENGER ÜBER DIE »DEUTSCHE KRANKHEIT«
Seit Jahren geistert ein Gespenst durch die deutschen Medien: die Lebensangst der Deutschen, die „German Angst“. Der Begriff be- zeichnet den Hang der Deutschen zum Grübeln, Meckern und Wider- stand, angemessen auf ökonomische Realitäten zu reagieren. Blo- ckiert uns die „German Angst“? Ist sie eine Art kollektive Krankheit? Um einen Weg aus dem Teufelskreis von Pessimismus, Mutlosigkeit und Antriebsarmut zu weisen, sollten wir uns zunächst mit den Ursachen des Phänomens beschäftigen.

»Deutsche Krankheit«: Ursachen und mögliche Therapien


DAS BEWUSSTSEIN: NUR FUNKEN DER NEURONEN?
Seit moderne bildgebende Verfahren es ermöglichen, dem Gehirn bei der Arbeit zuzuschauen, erfahren wir immer mehr über seine Funkti- onsweise. Ausgesprochen rätselhaft bleibt jedoch weiterhin, wie aus Gehirn „Bewusstsein“ entstehen konnte. Eines der gängigen Paradig- men von Hirnforschern ist laut Prof. Günter Ewald, das Gehirn produ- ziere selbst sein „Fernsehprogramm“. „Geist“ wird bei dieser Sicht- weise auf eine informationsverarbeitende Maschinerie des Gehirns reduziert. Den Geist so „ins Gehirn einzusperren“ ist laut Prof. Günter Ewald jedoch willkürlich und engt hirnbiologische Arbeit ein. Ist unser Bewusstsein nur das Resultat intelligent funkender Neuronen? Dieser Frage ging Craig Hamilton in einem ursprünglich unter dem Titel „Is God All in Your Head“ publizierten Aufsatz für das Magazin What is Enlightenment? nach.

Das Bewusstsein: Nur Funken der Neuronen?



ANZEIGE
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

„What the bleep do we know?!“
Was wissen wir wirklich über die Wirklichkeit?

Wie funktioniert Realität? Wer erschafft sie? Was sind Gedanken? Wo kommen sie her? Unsere Beziehungen scheinen sich in ihrer Qualität zu wiederholen, woran liegt das? Warum verändert sich nicht wirklich etwas? Haben wir Einfluss auf das, was uns passiert oder sind wir ein Produkt unserer Umwelt?

„What the bleep do we know?!“

Der Film zu allen Fragen. Eingebunden in eine humorvolle und bewe- gende Handlung bieten uns vierzehn renommierte Wissenschaftler und Dozenten verblüffende Erklärungen auf so manch typische Sinn- fragen und ermöglichen es uns so, die eigene Lebenssituation zu verstehen und zu verändern.

Dabei bedienen sie sich der neuesten wissenschaftlichen Erkennt- nisse von der Quantenphysik bis zur Gehirnforschung. Ihre Aussagen sind jedoch nicht nur wissenschaftlicher Natur. Über den Verlauf des Films verschwimmen zunehmend die Unterschiede von Wissenschaft und Spiritualität und wir beginnen zu erkennen, dass letztlich beide Sichtweisen die gleichen Phänomene beschreiben…
mehr Infos finden Sie hier.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++



GEFÜHLE ALS QUELLE VON KRANKHEIT UND GESUNDUNG
Sie sind hier richtig, wenn Sie sich für die Gesundung der Medizin interessieren, heißt es auf der Webseite von PD Dr. Jakob Bösch. Die Medizin kann laut Bösch selber nur wieder heil werden und damit zur Heilung von Menschen beitragen, wenn sie von einem grundlegend erneuerten Denken über den Menschen und das Universum geführt und getragen wird. Dieses neue Denken erkennt die tief gründenden Wahrheiten wieder an, wie sie seit Jahrtausenden von den schama- nischen Völkern gleichermaßen wie von den Hochkulturen überliefert worden sind. In dieser überlieferten Sichtweise, die von der moder- nen Physik geteilt wird, ist das Universum ebenso wie der Mensch primär geistig und die materiellen Phänomene können eher als Sonderfall gesehen werden.

Dr. Jakob Bösch: Spirituell Orientierte Therapie

Interview mit Dr. Jakob Bösch


WHAT IS ENLIGHTENMENT?
What is Enlightenment?, kurz: WIE, ist der Titel einer ausgesprochen lesenswerten Zeitschrift zum Thema Philosophie und überkonfessio- nelle Spiritualität. WIE, so eine Art Frankfurter Allgemeine Zeitung für spirituell interessierte Menschen, ist viel mehr als eine Zeitschrift. Es ist ein lebendiges Forum leidenschaftlicher Untersuchung der wichtigsten Fragen unserer Zeit, an dem auch seine Leser aktiv teilnehmen. Dr. Thomas Steininger, leitender Redakteur der deut- schen WIE-Ausgabe, erläutert die Philosophie des Magazins, welche über Wohlfühl-Esoterik weit hinausgeht. Dreh- und Angelpunkt des von Prominenten wie z. B. Konstantin Wecker, Adele Landauer oder Stephan Schwarz gelesenen Magazins ist das Konzept der in Worten schwer beschreibbaren »Evolutionären Spiritualität« des Magazin- Gründers Andrew Cohen.

Magazin What is Enlightenment?


NACHTRAG: HOMÖOPATHIE & QUANTENPHYSIK
Beim Studium der H.Blog-Webstatistik stoße ich regelmäßig auf wertvolle neue Impulse und Erkenntnisquellen. Da hat es ein Besucher doch tatsächlich geschafft, über eine Internet-Recherche zum Begriff »Quantenhomöopathie« in dieses Weblog zu gelangen. Was bitte ist Quantenhomöopathie? Quatsch Comedy aus dem Umfeld der geschäftstüchtigen Londoner Berliner-Mauer-Apotheke? Erfahren Sie nachfolgend mehr..

Homöopathie und Quantenphysik? Quatsch mit seriösem Hintergrund.


ARCHIV: WAYBACK MACHINE, FERNWAHRNEHMUNG & I-RET
Hatten Sie schon einmal den Wunsch, eine Webseite zu besuchen, die es schon lange nicht mehr gibt? Das Internet-Archiv WAYBACK MACHINE kann Ihnen hier helfen. Dieser Internetdienst kopiert das gesamte Web seit 1996 in einer Art Sicherheits-Backup für die Öffentlichkeit. Über 100 Terrabytes und 10 Billionen Webseiten haben sich hier inzwischen angesammelt und können gewöhnlich sehr zuver- lässig aufgerufen werden. Auch wenn die WAYBACK MACHINE aus Gründen der Sparsamkeit nicht alle Grafiken und Fotos kopiert, so kann sich das Stöbern im alten Internet durchaus lohnen. Hier ... und nur hier ... finden Sie z. B. einen Beitrag über die Weiterentwicklung von Remote Viewing hin zu I-ReT, einem standardisierten Abfrage- protokoll, welches die „Fernwahrnehmungen“ mehrerer Personen vergleichbar macht, von individuellen Fehlern befreit und so eine deutlich höhere Trefferquote ermöglicht.

Das Internet-Archiv: WAYBACK MACHINE

April 2005, psychophysik.com: Remote Viewing

April 2005, psychophysik.com: Von Remote Viewing zu I-ReT

I-ReT im Fernsehen: PRO7   RTL   NDR   Video PSI TECH

Sex & Crime

WIKIPEDIA UND ALTERNATIVMEDIZIN
Die Molekularbiologin Nina Gerlach, bis Juli 2007 Mitglied des Vor- standes von WIKIMEDIA Deutschland e. V., steht im Verdacht, ihre starke Position in der Wikipedia-Hierarchie missbraucht zu haben. Kritiker werfen Nina Gerlach vor, Wikipedia für ihren ganz persönlichen Weltanschauungskampf zu instrumentalisieren und bisher neun gegen sie gerichtete Beschwerden im Wikipedia-Vermittlungsausschuss durch enge Zusammenarbeit mit befreundeten Administratoren abge- blockt zu haben. Verschiedene Indizien sprechen für die Vermutung, dass die Arbeit von WIKIMEDIA Deutschland e. V. in starkem Maße von einer Admin-Seilschaft beeinflusst wird, welche weltanschaulich der Skeptiker-Vereinigung GWUP e. V. nahe steht und sich zum Teil sehr aggressiv für eine generelle Anti-Alternativmedizin-Haltung unter Wikipedia einsetzt.

openPR: Wikipedia im Privateigentum von Nina Gerlach?

»Wikipedia, Agitprop und Nina Gerlach«
 

MUSIKTIPP: OFFICIUM
Jan Garbarek ist norwegischer Jazz-Saxophonist polnischer Abstam- mung und gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Jazzmusiker. Bereits 1994 veröffentlichte Garbarek das richtungsweisende Album Officium, bei dessen Aufnahme er mit seinem Saxophon als "fünfter Stimme" das Hilliard Ensemble bei Werken von Gregorianik bis Renaissance begleitete.

Officium
Jan Garbarek
The Hilliard Ensemble

1994 ECM Records


(Hörprobe bei Amazon)

Bei Amazon kaufen





IMPRESSUM & KONTAKT