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Der nachfolgende Text ist ein ergänzender Anhang des Hauptartikels »Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck...« von Claus Fritzsche, Herausgeber des Online-Magazins psychophysik.com.
Hintergrund: Im Februar 2006 verkündete der Physiker Prof. Martin Lambeck den Lesern des Magazins ZEITWissen, er würde esoterische Therapieverfahren im Rahmen eines »Harten Tests für sanfte Heiler« (angeblich) wissenschaftlich überprüfen.
Als sich (wie zu erwarten) kein »esoterischer Heiler« meldete, um von Lambeck öffentlich vorgeführt zu werden, kontaktierte der Physiker in seiner Not mit dem Arzt Dr. med. Herbert Koerner einen alten Bekannten. Ziel war es, zumindest einen »Heiler-Test« durchzuführen, damit der Ankündigung im Magazin ZEITWissen auch ein Artikel folgt. Die Ausgabe Nr. 4 /2006 veröffentlichte dann den Artikel »Der Heiler mit dem sechsten Sinn«, in welcher der damalige Chefredakteur Christof Drösser die Ergebnisse eines Treffens von Lambeck und Koerner subjektiv, tendenziös und reich an Fehlern schilderte.
Claus Fritzsche nahm alles dies zum Anlass, die wissenschaftliche Qualität der Veranstaltung zu überprüfen. Er besuchte Koerner drei Tage lang in Berlin, erhielt die vollständige Tonaufzeichnung des Treffens und hinterfragte Darstellungen von Martin Lambeck und Christof Drösser kritisch.
Fehlendes Untersuchungsdesign: Eine wissenschaftliche Untersuchung beginnt mit der Abstimmung und Festlegung des Untersuchungsdesigns. Das Untersuchungsdesign beschreibt, welche Fragestellung mit welcher Methode valide und reliabel gemessen bzw. überprüft wird. Auf der Suche nach dem von Prof. Martin Lambeck im Rahmen seines »Heiler-Tests« von Dr. med. Herbert Koerner eingesetzten Untersuchunsdesign stellte Fritzsche fest, dass es diesbezüglich keine Abstimmung und Festlegung gab. Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass es sich hier um eine im wissenschaftlichen Sinne nicht verwertbare, hochgradig unseriöse und pseudowissenschaftliche Veranstaltung handelte.
Die folgende E-Mail von Dr. med. Herbert Koerner an Prof. Martin Lambeck ist das einzige Dokument, welches zu Aspekten der Versuchsdurchführung Position bezog. Ein wissenschaftliche Mindeststandards erfüllendes echtes Untersuchungsdesign von Prof. Martin Lambeck existiert hingegen nicht.
E-Mail von Herbert Koerner an Martin Lambeck aus dem Jahr 2006:
Abstimmung der Versuchsdurchführung zwischen Prof. Martin Lambeck und Dr. med. Herbert Koerner per E-Mail
Quelle: Herbert Koerner, www.atlasmedizin.de
Sehr geehrter Herr Professor Lambeck, wie eben telefonisch besprochen, bitte ich Sie, die Versuchsanordnung an die verantwortliche Redaktion zu übermitteln und bestätigen zu lassen.
Selbstverständlich kann ich die Terminierung mit den Gästen auch von meiner Praxis aus organisieren, möchte im Vorfeld jedoch vermeiden, dass der Versuch zu meiner "Privatveranstaltung" ausartet.
Sobald die Zusage der Redaktion zu dem Versuch vorliegt, sie also den Aufruf in Ihrer Zeitschrift offiziell bestätigen, könnte ich mich um die Koordinierung gern kümmern. Beobachter des Versuchs werden meinerseits zwei Gäste der Köhnlechner-Stiftung sein (die Stiftungsratsvorsitzende und ein Mediziner), sowie der Schwimmer Stev Theloke mit der Trainerin Beate Ludewig und zwei Schüler des Coppi-Gymnasiums Berlin, die mit mir an einer Dokumentation über die Schwimmforschung gearbeitet haben, diese stehen auch als Probanden zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Gäste der Redaktion ebenfalls mitteilen werden. Termin bitte nur an einen Freitag oder einen Samstag. Herzlichen Gruß, Ihr Herbert Koerner Humankybernetischer Nachweis eines konzentrischen, externen, aktiven Informationsfeldes, welches außerhalb der bekannten Sinnesorgane arbeitet.
Versuchsvorstellung: 1. Mechanisches Signalübertragungssystem (Patent vom 16.3.05, siehe www.atlasmedizin.de)
(Anmerkung der Redaktion: Hier liegt, wie von Herrn Lambeck am 21. April 2006 zu Recht moniert, ein Fehler vor. Korrekt hätte es „bestä- tigte Patentanmeldung vom 16.3.05“ heißen müssen. Gemeint ist das Experiment mit den in Pilsgläsern schwimmenden Kölschgläsern, von denen sich am 21. April eines wie vorhergesagt deutlich dreht, obwohl es nicht berührt wurde.)
2. TBS-Impuls Impulsgabe bei allen freiwillig Beteiligten, auch Skeptiker; (Beschreibung siehe Link in www.atlasmedizin.de)
3. Sensibilitätstest freiwillig Beteiligte (Beschreibung siehe Link in www.atlasmedizin.de)
4. Anschließende Diskussion
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Nachtrag Juni 2009: Prof. Martin Lambeck hat bis heute nicht zur Kritik an seinem »Heiler-Test« Stellung genommen. Stattdessen veröffentlichte ein Anonymus im Mai 2009 einen neuen Artikel über das Atlasmedizin genannte Therapieverfahren von Dr. med. Herber Koerner (siehe Screenshot vom 21.06.2009). Der sprachliche Stil erinnert verblüffend an die Ausdrucksweise von Herrn Lambeck und führt automatisch zur spannenden Frage, ob hier ein bekannter Kritiker des Berliner Arztes nochmals anonym nachtritt, ohne zuvor eigenes Fehlverhalten aufzuarbeiten. Lesen Sie dazu im Weblog GWUP.WATCH:
Atlasmedizin: Prof. Dr. Martin Lambeck als Heckenschütze bei Esowatch?
Über Esowatch Die folgenden Blog-Kommentare stellen Hintergrundinformationen zum Internetportal Esowatch zur Verfügung:
GWUP.WATCH: Univ. Prof. Dr. Ulrich Berger und Esowatch: legal, illegal, scheißegal
H.Blog: Esowatch.com im Münchhausen-Test: »Akupunktur«
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