|
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Diskussion der Leipziger Homöopathie-Experimente gehört zu den Themen, welche mir seit geraumer Zeit großes Vergnügen bereiten. Dies hat folgende Gründe:
Zunächst einmal handelt es sich hier um einen Themenkomplex, wel- cher auf mich eine gewisse Faszination ausübt und aus meiner Sicht mit Recht kontrovers diskutiert wird. Weiterhin ist die Diskussion von einer so starken Emotionalität auf beiden Seiten geprägt, dass Stil und Form der Auseinandersetzung fast noch spannender sind, als die Sachdiskussion selbst. Und zum guten Schluss bemerke ich immer wieder, welche Disziplin es erfordert, nicht auf dem Glatteis eigener pawlowscher Reflexe auszurutschen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ist es nun an der Zeit, eine andere Seite der Kontroverse um die Leipziger Homöopa- thie-Experimente zu schildern. Die Universität Leipzig berichtete im November 2003 in einer Pressemitteilung und im Journal der Univer- sität, dass die Pharmazeuten Prof. Nieber und Prof. Süß den mit 10.000 EUR dotierten Reckeweg-Preis der Zeitschrift Biologische Medizin erhalten haben. Der Preis wurde für den Nachweis vergeben, dass homöopathische Belladonna-Verdünnungen die Kontraktion von Muskelpräparaten auch dann noch beeinflussen, wenn eine so hohe Verdünnung vorliegt, dass keine Wirkstoffmoleküle mehr in der Lö- sung vorhanden sind. (siehe auch: “Pseudowissenschaften an der Universität Leipzig”)
Nach einem Bericht der Apotheker-Zeitung vom 3. November 2005 haben Nieber und Süß die Arbeit inzwischen zurückgezogen. Die Apotheker-Zeitung schreibt dazu: “Mittlerweile haben die Autoren der Arbeit - nach einer Denkpause - Fehler bei der Versuchsdurch- führung und Auswertung eingestanden. Insbesondere fehlten not- wendige Kontrollversuche und nicht alle Daten wurden in die statis- tische Auswertung einbezogen. Die Mitteilung in der Zeitschrift Biologische Medizin wurde zurückgezogen, der Preis zurückgegeben. Damit muss ein weiterer Versuch, die Wirkung von homöopathischen Verdünnungen in vitro nachzuweisen, ad acta gelegt werden.” Die Darstellung der Apotheker-Zeitung stellt sich in einem Punkt als Falschmeldung heraus: Prof. Nieber gibt den Reckeweg-Preis zurück, nicht jedoch Prof. Süß. Warum dies so ist, erläutere ich weiter unten.
Die Leipziger Experimente wurden unmittelbar nach Veröffentlichung des Preises in der Zeitschrift Biologische Medizin in der Heilpraktiker- Szene voreilig als Beweis für die Wirksamkeit der Homöopathie darge- stellt. Ob es diesem Kreis nun angenehm ist oder nicht, es sind fol- gende Fakten festzuhalten:
Fakt 1: Es war Prof. Martin Lambeck, Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP, der den Verfasser dieser Zeilen in einer per E-Mail geführten Korrespondenz zu Recht darauf aufmerksam machte, dass zunächst einmal zwischen einem reinen Wirkeffekt an Rattendarm und der me- dizinischen Wirkung der Homöopathie zu unterscheiden sei. Diesbe- züglich herrschte zwischen Lambeck und Nieber übrigens Konsens. In der Heilpraktiker-Szene wurde die notwendige Differenzierung aller- dings in vielen Fällen nicht vorgenommen, um die Leipziger Experi- mente als Argumentations-Masse für die eigene Position zu nutzen.
Fakt 2: Die Zuverlässigkeit der Leipziger Experimente wurde von Seiten der GWUP und des Teams Keck, Bruhn und Wielandt in Frage gestellt. Was diesen Punkt angeht, so haben die Kritiker in Teilen Recht behalten. Methodische Fehler in der Diplomarbeit von Franziska Schmidt wurden seitens einer unabhängigen Prüfkommission, in welcher u.a. Prof. Holger Martens Mitglied ist, bestätigt. Die Disser- tation von Kirsten Radau (mit im Kern ähnlichen Ergebnissen) wurde von der unabhängigen Prüfkommission allerdings nicht untersucht.
Aus meiner persönlichen Sicht kann daher festgehalten werden, dass es in dieser Kontroverse keinen Anlass dazu gibt, ein idealisierendes Schwarzweißbild (hier die “Guten”, da die “Bösen”) anzufertigen. Was Stil und Qualität der Auseinandersetzung angeht, so bleibe ich bei meiner auf dieser Homepage zum Ausdruck gebrachten scharfen Kri- tik. Ich glaube jedoch, dass die “Leipzig-Wahrheit” in der Mitte liegt. Nach der Freude über die Preisverleihung wurden Nieber und Süß damit konfrontiert, dass die Kritik aus ihrer Sicht nicht nur sachlicher Natur war. Frau Prof. Nieber machte mich darauf aufmerksam, dass die Ur-Version des Schreibens von Bruhn/Keck/Wielandt Formulie- rungen enthält, welche als persönliche Beleidigung interpretiert werden können und welche den Rahmen einer berechtigten und sachlichen wissenschaftlichen Diskussion aus ihrer Sicht verlassen.
So öffentlich unter Druck gesetzt, machten Nieber und Süß jedoch auch Fehler, welche den Eifer der Kritiker zumindest menschlich verstehen lassen. Es wurde auf einen konstruktiven und kritischen Dialog mit Wissenschafts-Kollegen verwiesen, der sich aus Sicht des Teams Bruhn-Wielandt-Keck nach genauerer Prüfung als Notlüge herausstellte. Und es wurden vorschnell Aussagen zur Durchführung der Experimente gemacht, welche sich nach einer gewissenhaften Überprüfung ganz zum Schluss in Teilen als falsch erwiesen. Wer nur ein klein wenig nachempfinden kann, mit welcher emotionalen In- brunst Anhänger der GWUP einen Feldzug gegen die Homöopathie führen, der kann von dieser Gruppierung nicht erwarten, dass sie dieses Verhalten von Nieber und Süß mit einem wissenden Lächeln dezent und gentlemanlike übergehen. Es “menschelt” hier auf beiden Seiten und was spricht dagegen, dies auch auf beiden Seiten zu respektieren.
Reicht dem pensionierten Mathematik-Professor und GWUP-Mitglied Gerhard W. Bruhn die oben zitierte Nachricht in der Apotheker-Zei- tung nicht aus und will er den symbolisch am Boden liegenden Pro- fessoren Nieber und Süß mit seiner Homepage “Von einer Professorin, die auszog, der Welt die Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen” zum guten Schluss noch ein paar Tritte versetzen, Häme und Spott nachwerfen (zumindest in der Textversion vom 14. Nov 2005) - und zwar mit dekorativem Besucherzähler zur mathematisch korrekten Messung der eigenen Bedeutung - so ist auch dies zu respektieren. Wer der einen Seite menschliches Verhalten zubilligt, der sollte den Stilmitteln von Herrn Bruhn auch nicht zu viel Gewicht beimessen und seinem Besucherzähler Höchststände gönnen.
Wer nun vermutet, dass emotionale Verstrickungen dieser Art ein Privileg der Homöopathie-Kritiker wären, der irrt sich. Behrmann- lyrische Stilmittel kenne ich in dieser Häufung bisher zwar nur aus dem GWUP-Milieu. Eine differenzierte und selbstkritische Hinterfragung der Homöopathie ist mir aus dem Umfeld der Heilpraktiker-Szene jedoch auch nicht bekannt. Dabei ist das unversöhnliche Aufeinanderprallen gegensätzlicher Positionen von Anhängern und Kritikern der Homöopathie ganz einfach zu erklären:
Auf der einen Seite gibt es die PRAKTIKER, welche in der therapeu- tischen Praxis neben Misserfolgen mehr als ausreichend zufrieden- stellende Resultate bis hin zu spektakulären Heilungen vorweisen können. Die PRAKTIKER sehen die Erfolge nach der Gabe von homöo- pathischen Präparaten in einer solchen Deutlichkeit, dass sie nie auf die Idee kommen würden, dass Heilphänomene ursächlich vielleicht überhaupt nichts mit einer lokalen, physisch materiellen Wirkung der Präparate zu tun haben. Die PRAKTIKER interessieren sich eher wenig für die Kritik der THEORETIKER. Ihr Motto lautet “Wer heilt, der hat Recht”.
Auf der anderen Seite gibt es die THEORETIKER, welche gute Ar- gumente dafür liefern können, warum das theoretische Gebäude der Homöopathie mit allen bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Konflikt steht. Die THEORETIKER sehen die naturwissenschaft- lichen Widersprüche mit einer solchen Deutlichkeit, dass sie es für eine intellektuelle Zumutung halten, dass die Einnahme von “nichts” nachhaltige Heileffekte auslösen soll. Die THEORETIKER interessieren sich eher wenig für die in der therapeutischen Praxis zu beobach- tenden Heilphänomene. Ihr Motto lautet “Wer die Theorie auf seiner Seite hat, der hat Recht”.
Eine Annäherung beider Positionen wäre aus meiner persönlichen Sicht dann möglich, wenn Homöopathen sich mit der Möglichkeit an- freunden könnten, dass die Gabe von homöopathischen Präparaten in der Praxis zwar in vielen Fällen zufriedenstellende - in wenigen Fällen sogar spektakuläre - Resultate zur Folge hat, diese jedoch ursächlich nicht durch lokale, physisch materielle Wirkeffekte des homöopathi- schen Präparats zu erklären sind. Umgekehrt wäre es hilfreich, wenn Kritiker der Homöopathie sich mit der Möglichkeit anfreunden könn- ten, dass sich hinter “geistigen Effekten” mächtige therapeutische Phänomene verbergen können, über die wir heute noch viel zu wenig gesicherte Kenntnisse haben. Die in der medizinischen Forschung etablierten randomisierten Doppelblind-Studien stehen im Verdacht, für die Messung “geistartiger Effekte” vollkommen ungeeignet zu sein.
Es gibt übrigens Wissenschaftler, welche sich mit der Frage be- schäftigen, ob die Homöopathie über ein nichtlokales, “geistartiges” Wirkprinzip verfügt, welches eine inhaltliche Nähe zum quantenphy- sikalischen Effekt der Verschränkung haben könnte. Prof. Dr. Harald Walach gehört zum Kreis der Wissenschaftler, welche diesen Ansatz erforschen und seine Veröffentlichung “Entangled - and tied in knots! - Practical consequences of an entanglement model for homeopathic research and practice” (Homeopathy, April 2005) wird sehr wahrscheinlich nicht die letzte Arbeit sein, welche zu diesem Thema verfasst wird. Walach vertritt die Ansicht, dass etablierte Experimentaldesigns sich als untauglich erweisen können, um Verschränkungs-Effekte nachzuweisen. Grundsätzlich sieht er an dieser Stelle auch eine Möglichkeit, Ereignisse wie die Leipzig- Kontroverse zu Gunsten der Professoren Süß und Nieber aufzu- klären.
Prof. Süß weist übrigens darauf hin, dass die von der Universität Leipzig eingesetzte unabhängige Prüfkommission (wie oben schon erwähnt) methodische Fehler in der Diplomarbeit von Franziska Schmidt festgestellt hat, nicht jedoch in der Dissertation von Kirsten Radau (mit im Kern ähnlichen Ergebnissen), welche auch nicht un- tersucht wurde. Darüber hinaus stellt Süß fest, dass bisher keine unabhängigen Kontroll-Experimente durchgeführt wurden. Aus Sicht von Prof. Süß stehen daher die von Frau Radau beobachteten Wirk- effekte nach wie vor im Raum und sind bisher experimentell nicht bestätigt, aber auch nicht widerlegt worden. Nach psychophysik.com vorliegenden Informationen bestätigte Prof. Dr. Holger Martens in- zwischen, dass der in Leipzig gewählte Versuchsaufbau sehr wohl in der Lage ist, einen homöopathischen In-vitro-Wirkeffekt - wenn er denn existiert - zu messen. Prof. Martens bestätigte auch, dass die Dissertation von Kirsten Radau von ihm nicht geprüft wurde. Darüber hinaus wiederholt er die “Leipziger Experimente” nach Vorversuchen in 2005 und nach einer Einigung auf die Methodik im Auftrag der Carstens-Stiftung voraussichtlich im Frühjahr 2006. Das Magazin WISSEN der Süddeutschen Zeitung schreibt in seiner Ausgabe 05/2005 über Martens: “Ungerecht” und “in verwunderlicher Weise aggressiv” nennt er (Martens, Anm. d. Red.) die kritischen Reakti- onen auf Niebers Veröffentlichung , obwohl er selbst kein Homöopa- thie-Verfechter ist. Als unparteiischer Forscher wiederholt er die Leipziger Versuche.”
Schaut man sich die aktuellen Verlautbarungen von Bruhn, Keck und Wielandt auf ihren Homepages an, so erwecken sie für mich persön- lich den Eindruck, als ob sie im Moment jegliche Bodenhaftung verlo- ren hätten. Das von Frau Prof. Nieber gegenüber der Zeitschrift “Bio- logische Medizin” abgegebene Erratum wird von ihnen so interpre- tiert, als ob damit alle eigenen Thesen bestätigt wären. Dies ist je- doch aus folgenden Gründen nicht der Fall:
1. Bruhn, Keck und Wielandt vertreten die Auffassung, dass sich In- Vitro-Wirkeffekte mittels der “Leipziger Experimente” experimentell nicht untersuchen lassen, da sich homöopathische Präparate aus prinzipiellen Gründen überhaupt nicht herstellen lassen. Diese Aussa- ge betrachtet Prof. Harald Walach als Indiz für ein dogmatisches Wissenschaftsbild, welches aus seiner Sicht auf dem Stand des Jahres 1940 stehen geblieben ist. Anomalien werden in der Wissen- schaft nicht auf der Ebene des theoretischen Modells und stattdes- sen auf der Ebene der Phänomene verifiziert oder falsifiziert, da es ja gerade die Besonderheit von echten Anomalien ist, im Widerspruch zu wissenschaftlichen Grundannahmen zu stehen.
2. Prof. Holger Martens, Mitglied der von der Universität Leipzig beauftragten unabhängigen Prüfkommission, weist nach psychophy- sik.com vorliegenden Informationen darauf hin, dass die Diplomarbeit von Franziska Schmidt zwar methodische Fehler aufweist, das von Prof. Nieber gewählte Experimentaldesign bei korrekter Durchführung jedoch sehr wohl in der Lage ist, einen In-Vitro-Wirkeffekt zu bewei- sen, wenn er denn existiert. Nach Vorversuchen in diesem Jahr und nach einer Einigung in Sachen Methodik wird Prof. Martens im Auf- trag der Carstens-Stiftung voraussichtlich im Frühjahr 2006 eine Wiederholung der “Leipziger Experimente” durchführen. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.
3. Die Dissertation von Kirsten Radau, welche ebenfalls einen In- Vitro-Wirkeffekt feststellte, wurde seitens der unabhängigen Prüf- kommission Stand 14.12.2005 nicht untersucht. Der von Radau festgestellte Wirkeffekt steht somit nach wie vor im Raum und wurde weder bestätigt noch widerlegt.
4. Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Publikation in einem renommierten Wissenschafts-Medium wie z.B. nature oder THE LANCET mit Qualitäts-Prüfung auf der einen Seite und einer qualitativ nicht geprüften Thesensammlung auf einer privaten Homepage na- mens www.xy44.de auf der anderen Seite. Was Bruhn/Keck/Wielandt in Hinblick auf den Reckeweg-Preis zu Recht festgestellt haben, das gilt im Umkehrschluss auch für ihre eigene Darstellung: Es fehlt ihr eine unabhängige qualitative Prüfung.
5. Die Universität Leipzig informiert in einer aktuellen Pressemitteilung darüber, dass die unabhängige Prüfkommission zu dem Ergebnis gekommen ist, dass seitens der Professoren Nieber und Süß gegen die Grundsätze “guter wissenschaftlicher Praxis” verstoßen wurde. Sie betont dabei allerdings, dass es sich hier nicht um Vorsatz, sondern um “mangelnde Sorgfalt” handelte und auch nicht die Frage geprüft wurde, wie aus wissenschaftlicher Sicht in der Kontroverse Position zu beziehen ist.
Es sei auch die Frage erlaubt, warum Bruhn, Wielandt und Keck (ebenso wie übrigens auch die GWUP in ihren Publikationen) der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten, auf die Rainer Lüdtke und Dr. Henning Albrecht von der Carstens-Stiftung dezent hinweisen und welche für die Beurteilung des Sachverhaltes nicht ganz unbe- deutend sind. Handelt es sich hier um die verständliche Unkenntnis fachfremder Personen? Herr Bruhn ist pensionierter Mathematiker, Herr Keck ist pensionierter Chemiker, Herr Wielandt ist pensionierter Geophysiker und keiner von ihnen ist bisher durch wissenschaftliche Arbeiten und geprüfte Publikationen in der veterinär- und komple- mentärmedizinischen Forschung aufgefallen. Oder sollte man zu ihren eigenen Worten greifen und alzheimerartige Lücken im wissenschaft- lichen Detail durch “Absicht” bzw. “Dilettantismus” erklären?
Claus Fritzsche
Aktueller Forschungsstand Homöopathie:
H.Blog: Homöopathie & Forschung - Drei Ansätze zur Erklärung der Homöopathie
Links zum Thema:
Stellungnahme der Universität Leipzig Stellungnahme der DPhG Stellungnahme der Carstens-Stiftung
Evidenzbasierte Medizin: Konkurs der ärztlichen Urteilskraft? Prof. Joachim Hornung: “Mein wichtigstes Anliegen zur Methodologie” Prof. Joachim Hornung: “Warum suchen wir nach Alternativen zu randomisierten klinischen Studien?” Birne Helene: “Betablocker” - Über die Aussagekraft medizinischer Studien
GWUP, Skeptiker, Pseudowissenschaft & Agitation:
Wikipedia: GWUP, Skeptiker, Wikipedia - Admin FOSSA: »Die GWUP ist entgegen ihres Namens keine wissenschaftliche Standesorganisation, sondern ein Verein, der Aktivisten der Skeptikerbewegung organisiert.«
Komplementärmedizin: Charité, Outcome-Studien, Rouven Schäfer und Prof. Dr. Ulrich Berger von der GWUP
Aggressivität: (Stephan Matthiesen) Mein Standpunkt als Skeptiker-Redaktionsleiter: »Zwar ist ein fairer und sachlicher Umgang ein Leitziel der Skeptikerbewegung, doch Rhethorik und Wirklichkeit liegen selbst bei einflussreichen „Skeptikern“ weit auseinander: Menschen mit anderen Blickwinkeln werden nicht als Gesprächspartner, sondern als „Gegner“ gesehen, die man auch persönlich angreifen und lächerlich machen kann — emotionale Schlagworte ersetzen fundierte Argumente und der konstruktive Austausch wird verhindert.«
Insiderbericht: (Rudolf Henke) »Mir fiel schon bald auf, dass drei der damaligen fünf GWUP-Fachressorts - nämlich die Bereiche Astrologie, UFOs und Okkultismus - von wissenschaftlichen Laien geleitet wurden ... Doch im Laufe der Zeit mußte nicht nur ich feststellen, dass es den Betreffenden nicht nur erheblich an wissenschaftlichem Grundlagenwissen mangelte, sondern dass alle drei ihre Tätigkeit mit einem missionarischen Eifer betrieben, der mich abstieß.«
|