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Und damit bleiben beide auf sich alleine gestellt und klagen über die vermeintliche Engstirnigkeit der anderen Seite. Dabei ist es meiner persönlichen Überzeugung nach extrem wichtig, dass sich beide Seiten nähern und auf möglichst viele gemeinsame Nenner kommen – doch statt dessen haben beide in der Vergangenheit Fehler began- gen und die Differenzen verschärft.
Einen auf dem Stimmenphänomen aufbauenden Beweis, nämlich den von konkreten Zweitbezügen in Tonbandstimmen, ist in einer Ver- suchsreihe von Prof. Dr. Johannes Hagel und Margot Tschapke er- bracht worden (3). Anders als in den unzutreffenden Darstellungen der GWUP konnten aus den Tonbandstimmen greifbare und zudem korrekte Informationen gewonnen werden. Dadurch wurde natürlich auch indirekt der generelle Nachweis über dieses Phänomen erbracht, das man dementsprechend weiter erforschen sollte. Die Tatsache, dass eine Übermittlung von Information zustande kam, muss zu denken geben. In der "White Noise"-Stellungnahme von Herrn Harder findet sich kein Wort über diese experimentelle Unter- suchung. Aus welchem Grund? Statt dessen werden Gründe für eine technisch bedingte Stimmen-Entstehung auf Tonbändern auf- geführt, die längst Dr. Konstantin Raudive in London 1971 im abge- schirmten Laboratorium der Firma Belling & Lee Ltd. in einem Fara- dayschen Käfig als Ursache der anomalen Stimmen ausschließen konnte (4).
Es ist zwar richtig, dass die meisten Stimmen zumindest für Men- schen mit ungeübtem Gehör schwer zu verstehen sind, aber es wurden ebenso Stimmen von ausgezeichneter Qualität eingespielt, die auch für ungeübte Hörer vernehmbar sind. Es ist unzulässig, die objektive Existenz des Phänomens u.a. aus den Gründen von vor- neweg abzustreiten, dass die eingehenden Informationen meist bruchstückhaft, einsilbig und schwer verständlich sind (5). Dabei handelt es sich lediglich um Umstände, die der ernsthaft interessierte Forscher in Kauf nehmen muss und verbessern will.
Die Beweislast für einen selbstkritischen, praktizierenden Stimmen- forscher bezogen auf die objektive Existenz des Stimmenphänomens ist derart erdrückend, dass er sich durch die von Skeptikern immer wieder vorgebrachten Erklärungen veralbert fühlt, ob der Dummheit und der Naivität, die ihm zugetraut wird. Die Erklärungsmodelle der in aller Regel erfahrungslosen Skeptiker liefern gerade dem Experimen- tator mit Praxiserfahrung keine befriedigende Erklärung.
So meint man dann auch, im Sinne der Aufklärung die Menschen vor solchem "Humbug" warnen zu müssen, ohne sich eingehend und praktisch mit der Materie auseinandergesetzt zu haben (6). Die unerlässliche Befassung mit den Erklärungsmodellen der Wahrneh- mungspsychologie ersetzt niemals die unmittelbare und praktische Befassung mit dem Stimmenphänomen. Wer sich nur mit dem Feld der Wahrnehmung befasst, um das Stimmenphänomen zu widerlegen, wird ihm und seinen Begleiterscheinungen nicht gerecht und belegt vielmehr, dass er sich überhaupt nicht mit dem Wesen des Phänomens auseinandersetzen will und in seiner theoretischen Erörterung selektiv ist. Genauso ist selbst- verständlich jener Stimmenforscher selektiv und zudem hochmütig, der meint, er täusche sich grundsätzlich nicht in seiner Wahrneh- mung. Das zweifelsfreie Vorkommen von Sinnestäuschungen darf nicht dazu verwendet (missbraucht) werden, um das Stimmenphänomen im Vorfeld gründlicher Untersuchungen zu widerlegen, denn dadurch werden gerade im speziellen Fall des Stimmenphänomens die an sich schon sehr diffizilen Rahmenbedingungen noch weiter verschlechtert. In einem derartigen Umfeld trauen es sich wohl die wenigsten Wissenschaftler zu, eigene Experimente durchzuführen, da kein Raum für derlei Anomalien konzediert ist und eher dauerhafte Rufschädigung statt Anerkennung in Aussicht steht.
Das Stimmenphänomen kann aus neutraler Perspektive trotz des Vor- kommens von Sinnestäuschungen existent sein. Weshalb verwirft dann die GWUP, die für sich eine kritische Auseinandersetzung mit den Behauptungen der Grenzwissenschaften beansprucht (7), das Phänomen, noch bevor es mit wissenschaftlichem Forschungstrieb und Ernsthaftigkeit gemäß Ihren eigenen Maß- stäben untersucht wurde? Eine kritische Auseinandersetzung be- inhaltet vielmehr eine ausführliche Beschäftigung mit den Thesen, Ansichten und Erfahrungen der Transkommunikations-Forscher, und im Prinzip auch praxisnahe Versuchsreihen unter Beachtung aller gängigen Empfehlungen und Hinweise, bevor Sie ein endgültiges Ur- teil – und so nehme ich Ihre Position wahr – fällen. Die Stimmenfor- scher ihrerseits sollten sich den wissenschaftlichen Methoden ver- stärkt öffnen und den Skeptiker als einen sehr kritischen aber inte- ressierten Menschen sehen, der eine willkommene Herausforderung für das Phänomen darstellt. Wichtig ist Offenheit und Kooperation, und keinerlei Anfeindung jeglicher Art (einschließlich Spötteleien!). Denn was die Annäherung zur Wissenschaftlichkeit auf der einen Seite ist, ist die Ernsthaftigkeit und Objektivität auf der anderen Seite.
Dipl. Ing. Armadeo Sarma gibt in seiner Skeptizismusrede richtiger- weise an, dass die Beweislast bei denen liege, die eine neue These vorbringen. Nun verhält es sich aber bei den sog. Tonbandstimmen so, dass sie aus dem Augenblick heraus auftreten und sich nicht grundsätzlich wunschgemäß "produzieren" lassen. Man kann zwar alle bekannten Voraussetzungen für das Auftreten schaffen und kann auch davon ausgehen, ein Ergebnis zu erhalten, allerdings kein be- stimmtes Ergebnis. Deshalb die Frage: Wie (anerkannte Versuchs- methoden) können die Stimmenforscher die Untersuchungen des Phänomens so gestalten, dass sie den Anforderungen der GWUP entsprechen? Erfüllt die bereits erwähnte experimentelle Untersu- chung von Fremdbezügen im Tonbandstimmen-Phänomen die Bringschuld (zumindest ansatzweise oder zum Teil)? Wenn nicht, warum? Inwiefern erfüllt das Labor-Experiment von Dr. Raudive in England 1971 oder sein Abhörtest die Bringschuld? Finden Sie die Art und Weise Ihres Umgangs mit dem Stimmenphänomen angesichts der beachtlichen Anstrengungen, die insbesondere Dr. Raudive auf sich nahm, um das Phänomen zu beweisen, und der Ergebnisse, die er dabei erzielte, angemessen? Lässt sich die Erklärung des Wunsch- denkens in Gegenwart der teils hochgradig übereinstimmenden Ab- hörtests aufrechterhalten? Sind Abhörtests Ihrer Ansicht nach zur Beweiserbringung geeignet?
In der Hoffnung, Sie schätzen meinen Wunsch nach Versachlichung und Objektivierung des Themas, bitte ich Sie, selbigem trotz unserer noch vielen gegenläufigen Standpunkte entgegenzukommen.
Ich versichere, dass ich keine Probleme damit hätte, dazu zu stehen, wenn meine Ergebnisse negativ wären und keine dieser außerge- wöhnlichen Stimmen auftreten würde, von denen die Stimmenfor- scher berichten. Doch meine persönlichen Erfahrungen als aktiver Stimmenforscher und als kritisch denkender Mensch mit klarem Urteilsvermögen und rationaler Betrachtungsweise, der kein naiver Utopist ist und nicht in Phantastereien entgleist, sondern nur die Sachlage durch eigene Tests persönlich prüfen wollte und will, sind von einer solch frappierend eindeutigen Normwidrigkeit geprägt, dass ich an meinem gesunden Menschenverstand zweifeln müsste, würde ich jetzt noch das Stimmenphänomen als Sinnestäuschung und Selbstbetrug abtun. Um es mit den Worten von Dr. Raudive auszudrücken:
"Transkommunikation ist kein Hobby für Menschen, die mit der Realität nicht fertig werden, sondern eine interessante und wichtige Sache."
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und im Voraus für Ihre Bemü- hungen.
Mit freundlichem Gruß, Markus Hilser
Anmerkung der Redaktion: Bei diesem Schreiben handelt es sich um eine gekürzte Version des Briefes von Markus Hilser an die GWUP. Die vollständige Version finden Sie über folgenden Link auf der Homepage des VTF.
Die Redaktion hat diesen Brief von Markus Hilser aufgenommen, da das bereits in der Homöopathie-Diskussion beobachtete Muster hier erneut sichtbar wird: Die Akteure verfügen über keinerlei zum Thema passende wissenschaftliche Qualifikation. Bernd Harder ist beispiels- weise Journalist mit Studium der Politikwissenschaften. Es gibt keine wissenschaftlichen Kriterien genügende Forschungsarbeiten. Harder stellt Behauptungen auf, welche über reine Spekulationen nicht hinauskommen und kann auf keinerlei wissenschaftliche Arbeiten, Experimente oder Studien verweisen. Die GWUP hält es noch nicht einmal für notwendig, den Brief von Markus Hilser zu beantworten und dokumentiert so ihr Desinteresse am Thema. Keinerlei Zurückhaltung übt die GWUP allerdings, sobald sich die Möglichkeit bietet, gegenüber Medien und Öffentlichkeit meinungsbeeinflussend tätig werden zu können.
Quellenangaben:
(1) http://www.gwup.org/themen/texte/tonbandstimmen/
(2) http://www.gwup.org/
(3) http://www.stefanbion.de/tbs-list/artikel/fremd.htm
(4) Augen- und Ohrenzeuge war unter anderem Peter Hale. Er zählte in jener Zeit zu den führenden Sachverständigen auf dem Gebiet der elektromagnetischen Abschirmung. Seine Beurteilung ist als absolut seriös zu betrachten. Er kannte das Stimmenphänomen bereits und hatte die Stimmen bis dahin als Radioabschläge gedeutet. Infolge des positiven Ausgangs der Experimente bescheinigte er in einer Erklärung an die Presse: "Angesichts der Ergebnisse, die wir letzten Freitag erzielten, findet etwas statt, das wir mit unseren normalen physikalischen Begriffen nicht erklären können."
(5) Außenstehende erwarten meistens, dass man sofort den Wortlaut verstehen müsste, wenn es tatsächlich anomale Stimme gibt. Dem ist meistens nicht so. Die Erfordernis wochenlanger Schulung des Gehörs wurde und wird von jedem Pionier der Stimmenforschung oft und mit Nachdruck betont. Ein Hinweis, der von Skeptikern entweder zur Entkräftung des Phänomens zweckentfremdet oder schlicht übergangen wird. Dass es jedoch stimmt, zeigen die Erfahrungsberichte, in denen Menschen, die einen Beruf ausüben, welcher ein besonders gutes Hörvermögen erfordert, die Stimmen i.d.R. schneller und besser hören als Otto-Normalhörer.
Ich möchte einen Vergleich ziehen: Anfang der 90er waren Autostereogramme sehr populär. Durch bestimmte Seh-Techniken kann man in Rasterbildern mit sich wiederholenden Mustern Informationen (Grafiken, Worte etc.) erkennen. Die Information ergibt sich daraus, dass die Wiederholungen nicht exakt identisch sind. Durch die Seh-Technik erkennen die Augen diese Unterschiede und identifizieren so die Information. Das Rasterbild der Autostereogramme entspricht dem eingespielten Tonmaterial beim Stimmenphänomen. Die "versteckten" Informationen entsprechen den anomalen Stimmen. Genauso, wie eine der Seh-Techniken erlernt werden muss, um an die Information im Rasterbild zu gelangen, muss für die eindeutige Verifizierung der anomalen Stimmen das Gehör ebenfalls trainiert werden.
(6) Siehe Herrn Hund in der Sendung "Kaffeesatz und Gläserrücken" am 2.11.1997 auf Bayern 3 sowie Herrn Yogeshwar in der WDR-Sendung "Quarks&Co" ("Dr. Humbug und Prof. Scharlatan" vom 13.06.1995) sowie die Behandlung des Themas bei "Planetopia", Sat. 1 vom 20.02.2005. Der Zuschauer muss durch derartige Darstellungen zwangsläufig den Eindruck gewinnen, als seien Menschen, die selbst praktische Versuche durchführen, zu unkritisch und letztlich nicht zurechnungsfähig. Und je intensiver die Forschung, desto dümmer erscheint der praktizierende Forscher.
(7) http://www.gwup.org/ueberuns/
© 2005 Markus Hilser
GWUP, Skeptiker, Pseudowissenschaft & Agitation:
Wikipedia: GWUP, Skeptiker, Wikipedia - Admin FOSSA: »Die GWUP ist entgegen ihres Namens keine wissenschaftliche Standesorganisation, sondern ein Verein, der Aktivisten der Skeptikerbewegung organisiert.«
Komplementärmedizin: (openPR) GWUP: Zweifel an der Seriosität der Skeptiker: »Fritzsche weist darauf hin, dass sich in der Skeptiker-Organisation zu großen Teilen Laien und selbst ernannte Experten artikulieren, welche Themen wie z.B. Homöopathie, anthroposophische Medizin oder Naturheilverfahren nie nach wissenschaftlichen Maßstäben erforscht haben.«
Aggressivität: (Stephan Matthiesen) Mein Standpunkt als Skeptiker-Redaktionsleiter: »Zwar ist ein fairer und sachlicher Umgang ein Leitziel der Skeptikerbewegung, doch Rhethorik und Wirklichkeit liegen selbst bei einflussreichen „Skeptikern“ weit auseinander: Menschen mit anderen Blickwinkeln werden nicht als Gesprächspartner, sondern als „Gegner“ gesehen, die man auch persönlich angreifen und lächerlich machen kann — emotionale Schlagworte ersetzen fundierte Argumente und der konstruktive Austausch wird verhindert.«
Insiderbericht: (Rudolf Henke) »Mir fiel schon bald auf, dass drei der damaligen fünf GWUP-Fachressorts - nämlich die Bereiche Astrologie, UFOs und Okkultismus - von wissenschaftlichen Laien geleitet wurden ... Doch im Laufe der Zeit mußte nicht nur ich feststellen, dass es den Betreffenden nicht nur erheblich an wissenschaftlichem Grundlagenwissen mangelte, sondern dass alle drei ihre Tätigkeit mit einem missionarischen Eifer betrieben, der mich abstieß.«
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