Stiftung Warentest: “Die Andere Medizin”
Experten und Forscher urteilen einhellig

Wenn schon der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in einem Akt diplomatischer Untertreibung die Ergebnisse der Stiftung Warentest mit “Verwunderung” zur Kenntnis nimmt und im DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT eine vernichtende Kritik publiziert wird, wenn mit Prof. Karl Ludwig Resch ein Forscher seinem befreundeten Kollegen Prof. Edzard Ernst (Schlussgutachter des Buches) helfen will, ihn in Wirklichkeit jedoch schwer belastet, dann lohnt sich ein Blick in das Echo zum Buch “Die Andere Medizin”. Unterhaltungswert bekommt der Sachverhalt durch die Sprach- und Hilflosigkeit seitens der Stiftung Warentest. Anstatt die Argumente der Kritiker konstruktiv aufzunehmen und einen Dialog zu starten, verfällt die zu Neutralität verpflichtete Stiftung in eine Reaktion wie weiland Ex-Außenminister Fischer in der Visa-Affäre.


Ayurveda-Experte MD PhD Hans Heinrich Rhyner
„Alle wettern gegen Fundamentalismus“, meint Hans Heinrich Rhyner, Naturarzt für Ayurveda, MD & PhD. Der gebürtige Schweizer lebte über 20 Jahre in Indien und praktizierte dort in seiner eigenen Klinik in Bangalore. Seit 1999 lebt er wieder in Europa und gilt als internati- onal anerkannter Ayurveda Experte. „Zu Recht“, meint Rhyner wei- ter, „stellt er doch eine Bedrohung für die frei denkende Gesellschaft dar. Nicht minder bedrohlich sind einige Vertreter der „Heiligen“ Naturwissenschaft, wie die Autoren des Buches „Die Andere Medizin“ von Stiftung Warentest. Sie bezeichnen jedes Abweichen von ihrer orthodoxen Norm als Rückfall in die Barbarei. Das ist gänzlich unwis- senschaftlich, behindert solches Denken doch jeglichen Fortschritt, und das ist, was die Wissenschaft bis anhin immer weiter gebracht hat. Jahrzehnte wollte die moderne Medizin nichts von alternativen Heilverfahren wissen. Sie galten schlichtweg als unakzeptabel. Jetzt wo zwei Drittel der Bundesbürger der alternativen Medizin vertrauen, kommt die Inquisition: „Ihr habt keine wissenschaftlichen Studien
und die bestehenden belegen die Wirksamkeit nicht!“ schreien sie
den Pressevertretern zu. - Stimmt, woher sollen wir denn diese Studien haben, sie einfach aus dem Ärmel zaubern? Da macht es sich jemand aber ganz leicht. Also liebe Wissenschaftler, macht eure Hausaufgaben. Kommt in unsere Praxen und Kliniken, studiert unsere Patientendokumentationen, interviewt die Patienten, nehmt unsere Heilmittel in eure teuren Labors und untersucht sie und geht bitte wissenschaftlich, das heißt objektiv vor. Vergesst dabei aber auch nicht zu überprüfen, wie wirksam eure Kassenärzte im Licht der ‚erkenntnisbasierten Medizin’ behandeln, dem goldenen Standard für jeden klinischen Entscheidungsprozess. Dabei würde sicher heraus- kommen, dass zwei Drittel der heutigen medizinischen Behandlungen weder sinnvoll noch wirksam sind. So einfach ist das!“.

Rhyner meint unter Verweis auf das
Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München, „dass nicht in allen Bereichen der Medizin gesicherte wissenschaftliche Aussagen und Erkenntnisse existieren. Deshalb nutzt sie verschiedene Symbole zu ihren medizinischen Artikeln, die auf den „Level of Evidence“ nach
der EBM-Einteilung hinweisen.“ Und zieht daraus den Schluss: „Da
frag ich mich natürlich berechtigterweise, was das ganze Theater soll? Die Antwort werden die Menschen liefern, die Unterstützung für ihre Beschwerden suchen und von denen diese selbsternannten Wissenschaftler denken, sie immer noch für dumm verkaufen zu können.“ Und unter Bezug auf die Stiftung Warentest meint er: „Das Buch ‚Die Andere Medizin’ vermittelt dem Leser aber den Eindruck, dass es von vornherein nicht möglich ist, dass alternative Heilver- fahren jemals wissenschaftlich sein können. Das liegt natürlich in der Absicht der Verfasser. „Im Namen der Wissenschaft“ soll ja alle anderen draußen halten.“

Dr. Volker Schmiedel, Habichtswaldklinik, Kassel
Eher noch drastischer kommentiert Dr. Volker Schmiedel, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Naturheilverfahren und Homöopathie und Chefarzt der Inneren Abteilung der Habichtswald- klinik in Kassel, die Praxisferne der in Medizin nicht ausgebildeten Autorinnen der „Anderen Medizin“, Krista Federspiel und Vera Herbst, und des Schlussgutachters Edzard Ernst: „Das Buch ist von einer Pharmakologin und einer Psychologin geschrieben worden. Nichts gegen diese Berufsgruppen. Aber Hand aufs Herz: Würden Sie der Kritik eines Urologen an psychotherapeutischen Verfahren oder eines Augenarztes an unfallchirurgischen Methoden trauen? Hier haben pseudowissenschaftliche Sesselfurzer am Schreibtisch einige Studien und etwas Literatur gelesen und erlauben sich daraus die Bildung eines Urteils.“

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI)
Eine im Umfeld der Komplementärmedizin eher zurückhaltende Stimme aus Berlin äußert sich wie folgend: „Mit Verwunderung hat der Bun- desverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die Ergebnisse einer Untersuchung der Stiftung Warentest zur Kenntnis genommen, wonach bei zahlreichen Studien mit alternativen Heilmethoden keine Heilwirkung nachgewiesen worden sei. ‚Die Stiftung Warentest erklärt knapp 3000 Jahre alte Heilmedizin zum Placebo, nur weil deren Wir- kung wissenschaftlich noch nicht umfassend belegt ist’, sagte BPI- Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp. ‚Millionen von Patienten machen seit Jahren gute Erfahrungen etwa mit der Homöopathie. Wenn die Stiftung Warentest jetzt das Gegenteil behauptet, verun- sichert sie die Verbraucher.’ Durch eine Literaturanalyse will die Verbraucherinstitution bewiesen haben, dass nur jedes dritte alter- native Heilverfahren wirksam ist. ‚Sicherlich gibt es auch so genannte Heilmethoden, deren Wirksamkeit zweifelhaft ist. Dennoch werden schulmedizinisch austherapierte, chronisch kranke Menschen mit Hilfe alternativer Verfahren geheilt oder erfahren zumindest deutliche Linderung. Hochwertige Arzneimittel also pauschal abzuwerten, ist fahrlässig.’

Der BPI nennt auch eine denkbare Begründung für die negative Bewertung der Stiftung Warentest, die gleichwohl den Anspruch auf höchste Wissenschaftlichkeit erhebt: „Als möglicher Grund für die Aufregung lässt sich der vorab verbreitete Entwurf eines WHO- Reports vermuten, der für die Homöopathie recht günstig ausfällt. Darin heißt es: „Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien in den letzten 40 Jahren haben gezeigt, dass die Homöopathie gegenüber Placebo überlegen und gleichwertig ist gegenüber der konventio- nellen Medizin in der Behandlung der Krankheiten von Menschen und Tieren.“

Prof. Dr. Gustav Dobos, Universität Duisburg-Essen
Dass es um viel Geld geht, spricht Professor Dr. Gustav Dobos, Lehr- stuhlinhaber für Naturheilkunde, Universität Duisburg-Essen ziemlich direkt aus: „In den USA stellt das staatliche Forschungsinstitut NIH jährlich 140 Millionen Dollar Forschungsgelder für CAM zur Verfügung. Wenn mit dem Buch der Stiftung Warentest nun eine Bewertung unterschiedlichster Naturheilverfahren erfolgt, wird damit das Bemühen, dieses weite Gebiet zu erforschen, ad absurdum geführt: Es wird Forschung beurteilt, die noch gar nicht stattgefunden hat, nach dem Motto: ‚Nicht erforscht, also ungeeignet’!“

Merkwürdige Widersprüche sieht Dobos zudem in der unterschied- lichen Bewertung von Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) und der einen Teil dieser Disziplin bildenden Akupunktur: „Hier spiegelt
sich ein gravierendes Verständnisproblem der Autoren wider. Es ist
völlig unklar, wie man die Akupunktur auf der einen Seite als weitge- hend positiv bewerten kann und die TCM auf der anderen Seite als durchweg negativ. Das macht überhaupt keinen Sinn, denn die Akupunktur ist eines der wichtigsten Behandlungsverfahren innerhalb der TCM! Sie ist eingebettet in das System der TCM und mit dem gesamten Gedankengebäude untrennbar verwoben.“ Und seine Meinung über das ganze Buch fasst Dobos wie folgt zusammen: „Die alleinige Beurteilung naturheilkundlicher Verfahren durch die bisher durchgeführten kontrollierten randomisierten Studien ist in dem Zusammenhang nur eingeschränkt hilfreich, da die Datenlage im Bereich der komplementärmedizinischen Forschung sowohl aus methodischen wie aus finanziellen Gründen z. Zt. noch unvollständig ist. Dies trifft übrigens auch für weite Bereiche der konventionell bewährten Medizin, wie z. B. der Chirurgie und der Pädiatrie zu.“

Dr. Kienle & Dr. Kiene im DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT
Eine harsche Methodenkritik aus der Sicht der Anthroposophischen Medizin üben Dr. Gunver Kienle und Dr. Helmut Kiene in ihrem Aufsatz „Evidenz- oder Eminenz-basiert?“. Sie schreiben: „Die gesamte Dar- stellung ist bezüglich der zugrunde liegenden Evidenz intransparent. Abgesehen von pauschalen Angaben im Kapitel „Methodisches Vor- gehen“ bleibt das tatsächliche Vorgehen nebulös: Weder werden konkret die Kriterien der Auswahl der tatsächlich berücksichtigten Studien oder die Kriterien der Studienbewertung genannt, noch werden überhaupt irgendwelche Quellenverweise und Literaturstellen angegeben. Unklar bleibt, warum manche Studien angeführt und andere ignoriert, warum manche akzeptiert und andere verworfen wurden, oder warum wichtige Teilergebnisse aus Studien nicht erscheinen.“ Und über nicht begründeten Umgang mit Placebo- Argumenten meinen Kienle und Kiene: „Es werden therapeutische Placeboeffekte in Höhe von 20 bis 70 Prozent als Faktum angegeben. Die Stiftung Warentest behauptet aber, sich primär auf randomisierte Studien (RCTs) und Metaanalysen zu beziehen. Im Falle von Place- boeffekten ist es nun so, dass die 20-bis-70-Prozent-Literatur wis- senschaftlich unsolide und unhaltbar ist, während eine renommierte Cochrane-Metaanalyse einen therapeutischen Placeboeffekt von ca. null Prozent fand.“ (Dies alles ist mit wissenschaftlichen Quellen belegt, die im Original-Beitrag eingesehen werden können.)

Deutsche Gesellschaft für Biofeedback
Die Unterdrückung der Quellenliteratur wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback bemängelt, deren Verfahren im Buch der Stiftung Warentest noch relativ günstig bewertet wird. In einem Newsletter der Gesellschaft heißt es: „Sehr bedauerlich und kritisch anzumerken an dem Buch der Stiftung Warentest ist, dass zwar in den einleitenden Kapiteln des Buches genau geschildert wird, wie die Bewertung der Wirksamkeit der untersuchten Verfahren vorgenom- men wurde, dass jedoch weder im Bericht selber noch im Literatur- verzeichnis (Anmerkung: das es nicht gibt!) nachzulesen ist, welche wissenschaftlichen Studien in die Bewertung mit eingeflossen sind – ein Umstand, der bei einer Veröffentlichung eines Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitung undenkbar wäre.“

Andreas Bayer, TCM-Privatuniversität, Wien
Methodenkritik üben auch die „VerbraucherNews“ und zitieren den Rektor der TCM-Privatuniversität Wien, Andreas Bayer: „Den Autoren des Buches fehlt es an grundlegendem Verständnis. Funktionelle Methoden lassen sich nicht mit Untersuchungsmethoden nachweisen, die auf substantielle Nachweise ausgerichtet sind.“

Heilpraktikerverband Bayern e.V.
Nach Aufzählung einer Zahl von historisch-sachlichen Fehlern schrei- ben Ursula Hilpert-Mühlig und Ingo Kuhlmann, die Vorsitzenden des Heilpraktikerverbandes Bayern e. V. in der Verbandszeitschrift „Der Bayerische Heilpraktiker“: „Der Boden der historischen Falschdarstel- lungen wird verlassen, wenn vor der Neuraltherapie nach Huneke gewarnt wird, „sie sollte nur durch ausgebildete Ärzte und auch nur dort durchgeführt werden, wo es lebensrettende Einrichtungen gibt, die gegebenenfalls bei Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das lokale Betäubungsmittel oder andere Zwischenfälle zum Einsatz kommen müssen“. Obwohl nach einer Cochrane-Analyse (dem höch- sten, was die Doppelblind-Medizin als Bestätigung anerkennt) nach einer Auswertung von insgesamt 32 Studien „with random allocation“ über die analgetischen Wirkungen von Lokalanästhetika auf „neuro- pathische Schmerzen von jeder Ursache“ zu dem Schluss kommt,
dass „Lidocain und Mexitelin keine größeren Nebenwirkungen in kon- trollierten klinischen Versuchen hervorrufen, Placebos in der Linde- rung neuropathischer Schmerzen überlegen und ebenso wirksam wie andere Analgetika waren, die dafür eingesetzt wurden“. Die Grenze zur Gefährlichkeit (eventuell zur Lebensgefährlichkeit) wird über- schritten, wenn die Stiftung Warentest Frauen rät, während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Neuraltherapie völlig zu verzichten, weil „Betäubungsmittel den Herzschlag des ungeborenen Kindes verlangsamen“ und auch „in die Muttermilch übertreten können“.

Dagegen sehen Schweizer Frauenärzte, doch wohl der konventionel- len Medizin verpflichtet, in ihren kollegialen Informationen die Neural- therapie unter anderem bei „Störungen der Schmerzempfindung, Schmerzen und Befindungsstörungen als Folge von Entzündungspro- zessen z. B. eine Brustentzündung während des Stillens, Entzündun- gen an den Eierstöcken. Fehlfunktionen des Stütz- und Bewegungs- apparates, Koliken und Spasmen innerer Organe z. B. Nieren- und Magenschmerzen, Schmerzen in den Brüsten, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Störungen der Körperflüssigkeiten, Störungen
der Nervenleitbahnen und der hormonellen Prozesse z. B. Blutungs- störungen, Übelkeit in der Schwangerschaft und drohende Fehlge- burt“ an. “Da kann man leicht behaupten, komplementäre und alternative Heilverfahren helfen wenig, wenn man sie eigentlich aus den Praxen ganz verbannen will.“

Privatärztlicher Bundesverband
Ziemlich deutlich geht der Privatärztliche Bundesverband mit dem Buch der Stiftung Warentest ins Gericht. Unter Hinweis auf das „Deutsche Ärzteblatt“ heißt es in deren Stellungnahme: „Anfang Dezember veröffentlichte das ‚Deutsche Ärzteblatt’, dem nicht
gerade unkritische Parteinahme für die Naturheilkunde nachgesagt wird, eine vernichtende Kritik. Darin wird erstens bemängelt, dass die Warentester es nicht für nötig befanden, die angebliche Allgemein- gültigkeit der modernen wissenschaftlichen Prüfmethoden zu hinter- fragen. Das Buch sei alles andere als auf der Höhe der Zeit: Die internationale Fachdiskussion stelle z. B. die pauschale Orientierung an der Zufallsverteilung (Randomisierung) in Studien längst in Frage. Zweitens, die Tester halten sich selbst nicht an die eigenen Maßstä- be der Neutralität und Transparenz: „Unklar bleibt, warum manche Studien akzeptiert und andere verworfen wurden oder warum wichtige Teilergebnisse aus Studien nicht erscheinen. So muss man den Autoren die Darstellung glauben (oder nicht)...“ Man müsse bei dem, was die Autoren für erwiesen oder widerlegt halten, wohl auch „Willkür“ vermuten. In „Die andere Medizin“ fänden sich drittens „teils gravierende Falschaussagen“. Fazit: Die Absicht, neutral zu bewer- ten, sei lobenswert, dafür hätte es aber „ein bedeutendes Mehr an Kompetenz, Methodik und Darstellung“ benötigt. Zahlreiche fachliche Fehler haben die Vertreter der Stiftung Warentest, die wochenlang durch Talkshows tingelten und Interviews gaben, offensichtlich begangen. Einer zumindest war rechtlich anfechtbar, und über diesen ist die Stiftung Warentest letztlich gestolpert. Die Deutsche Homö- opathie-Union (DHU) als größter Hersteller homöopathischer Präpa- rate erhob Klage - und gewann vor Gericht.“

Bund deutscher Chiropraktiker
Genugtuung darüber gab der Bund deutscher Chiropraktiker darüber
zu Protokoll: „Endlich hat der Stiftung mal jemand die Zähne gezeigt
und es war wahrscheinlich nicht nur die DHU.... Es ist völlig unak- zeptabel, dass selbst ernannte Experten sich zum Richter über die Naturheilkunde aufschwingen. Während immerhin die WHO diese Naturheilkunde weltweit fördert, versuchen bestimmte Lobbyisten in Deutschland das zu verhindern. Und eine bestimmte deutsche Presse übernimmt derartige Thesen auch noch – ungeprüft. . . . höchst blamabel, kann man da nur sagen.“

Privatärztlicher Bundesverband
Auf die Förderung mit beträchtlichen Steuermitteln aus der Bundes- kasse kam nochmals der Privatärztliche Bundesverband zu sprechen: „Die Frage bleibt, ob die praktizierte Test- und Vermarktungsstra- tegie einer Institution wie der Stiftung Warentest würdig ist. Sie schreibt sich die sachliche Information der Verbraucher auf die Fahnen und erhält dafür vom Staat jährlich rund sechs bis acht Millionen Euro an Zuschüssen. Hauptsächlich finanziert sie sich allerdings aus Verkaufserlösen der Publikationen. Mit diesen Summen ließen sich unter anderem wirklich neutrale Studien über die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren finanzieren – wenn man dies wollte. Doch Verkaufserfolge waren der Stiftung offenbar wichtiger als Seriosität. Sie hat dabei in Kauf genommen, dass der Ruf der Naturheilkunde massiv Schaden nimmt und dass Millionen von Patienten verunsichert werden. Bleibt zu hoffen, dass die Tester und ihre Institution - aber auch die Medien - aus dem Debakel lernen.“

Deutsche Akademie für Homöopathie und Regulationsmedizin
Ausgesprochen erbost reagieren die Berufsverbände der homöopa- thischen Ärzte. So schreibt die Deutsche Akademie für Homöopathie und Regulationsmedizin: „Dürfte es in den 200 Jahren, in denen wissenschaftlich die Wirkung der Homöopathie widerlegt werden soll, bekannt geworden sein, dass es sich um eine individuelle Therapie handelt, die nicht durch die Kriterien der Doppelblindwissenschaft bewiesen oder widerlegt werden kann. Ist es eigentlich eine Unver- schämtheit einem großen Teil der Bevölkerung klar machen zu wollen, dass ihre Beschwerden nur durch Placebo zu behandeln sind, wissen die Schreiber von der Stiftung Warentest eigentlich, wie sie die Patienten und Kollegen verunglimpfen. Im Falle der Stiftung Warentest bleibt nur sagen, Schuster bleib bei deinen Leisen und für die Kollegen gilt der Satz Si tacuisses philosophus mansisses.“

Bund Klassischer Homöopathen Deutschland e.V.
Auf die Nähe von Krista Federspiel zu GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.,
weist Dr. Eckehard Eibl, der wissenschaftliche Sprecher des
Bundes Klassischer Homöopathen Deutschlands e. V., hin: „Die Art und
Weise der Darstellung und des Umganges mit Daten entspricht weitgehend der Argumentationsweise der „Gesellschaft zur wissen- schaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften“ (GWUP), der
Frau Dr. phil. Federspiel seit 1995 angehört. Diese Gesellschaft ist
seit Jahren erklärte Gegnerin der Homöopathie und besticht immer wieder durch ein hohes Maß an mangelnder Sachkenntnis, überstei- gerte Agitation und Polemik.
Keiner ihrer Vertreter hat sich im wissenschaftlichen Bereich jemals ernsthaft mit der Homöo- pathie befasst.“ (Siehe auch: GWUP & Homöopathie, Anmerk. d. Red.) Und in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Samuel-Hah- nemann-Stiftung schreibt Eibl: „Will die Autorin allen Ernstes be- haupten, dass Tausende von Ärzten und Heilpraktikern, die die klassische Homöopathie bei vielen, vielen Patienten einsetzen, keine Wirksamkeit beobachten könnten, die über eine Scheinmedikation hinausgeht? Was ist mit den Millionen von Patienten weltweit, die die Effektivität homöopathischer Hochpotenzen am eigenen Leib erfahren haben? Alles nur Einbildungen? Zufallsergebnisse?“

Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin
Die Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin meldete sich wie folgend zu Wort: „Würde man an die Schulmedizin die gleichen Maßstäbe anlegen wie an die Komplementärmedizin, so müssten auch in der Schulmedizin eine Reihe von Heilverfahren als „nicht wirksam“ eingestuft werden. Mit der Ausgrenzung all dessen, was nicht naturwissenschaftlichem Mainstream und damit der Schulmedizin entspricht, werden aber sowohl mögliche Heilungs- chancen vergeben wie auch der Patientenwunsch nach Komplemen- tärmedizin missachtet.“

Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.
Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. verweist auf die völlig unangemessene Bewertung von Mistelpräparaten: „Die GfBK stellt richtig, dass Mistelpräparate in ihrer Wirksamkeit wissenschaft- lich umfassend untersucht sind. Der Einsatz der Heilpflanze ist im deutschsprachigen Raum die häufigste begleitende Maßnahme in der Krebstherapie. Ihre Wirkstoffe zählen zu den bestuntersuchten Phytotherapeutika“, sagt der ärztliche Direktor der GfBK, György Irmey. Mehr als fünfzig klinische Studien belegen die Wirksamkeit der Mistelpräparate als ergänzende Begleittherapie (siehe Info-Kasten). „Mistelextrakte stärken das Immunsystem, verlangsamen das Tumorwachstum, machen Chemo- und Strahlentherapie verträglicher und steigern das Allgemeinbefinden der Patienten“, erklärt Irmey.

Deutsche Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung e.V.
Auf die Probleme von Patienten mit speziellen Krankheiten, die nicht angemessen berücksichtigt werden, weist die Deutsche Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e. V. hin: „Nur zwei der vorgestellten Verfahren werden auf ihre Relevanz für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa untersucht. Das Ergebnis des Handbuchs: Irisdiagnostik und Mikrobiologische Therapie sind für die Behandlung nicht geeignet. Letzteres widerspricht zumindest für die Verwendung des Probioticums E. coli Nissle 1917 (Mutaflor®) in Teilen der aktu- ellen Leitlinie ‚Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa’ und neueren Studien mit hohem Evidenzgrad. Betroffene, die Erfahrungen mit anderen alternativen Therapien gemacht haben, werden ent- täuscht sein, dass diese Ansätze nicht für CED bewertet werden.
Das Handbuch stellt also keine Hilfe für CED-Betroffene dar.“

Dachverband Anthroposophische Medizin
Auf einen prinzipiellen Widerspruch mit einem anderen Buch der Stif- tung Warentest weist DAMiD, der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland, hin: „Was versteht nun die Stiftung Waren- test unter einem Wirksamkeitsnachweis? Die Antwort steht in der Einleitung: ‚Die zurzeit beste Methode, eine verlässliche Antwort auf die Frage nach der therapeutischen Wirksamkeit komplementärer Verfahren zu bekommen, ist die Auswertung randomisierter, klinischer Studien, wie sie auch durchgeführt werden, um konventionelle The- rapien zu prüfen.’ (Seite 19). Bislang hatte die Stiftung die Anwen- dung dieser Kriterien auf Medikamente der Komplementärmedizin, insbesondere der homöopathischen und anthroposophischen Arznei- mittel, allerdings für nicht sinnvoll erachtet. Denn, so schreibt sie in der Einleitung zu ihrem mittlerweile in 6. Auflage (2004) erschienenen Arzneimittel-Klassiker „Handbuch Medikamente“: „Der Einsatz homöo- pathischer (oder anthroposophischer) Präparate im Rahmen des besonderen Denkgebäudes dieser Therapierichtung ist mit dem anderer Arzneimittel nicht zu vergleichen. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest diese Präparate nicht bewertet.“ Warum die Stiftung diesem Grundsatz nun gerade mit ihrem Handbuch „Die Andere Medizin“ untreu geworden ist, bleibt unverständlich. Sind doch die Verfahren der Komplementärmedizin in ihren Besonderheiten und Auswirkungen noch wesentlich komplexer als ein Medikament und schon aufgrund dieser multifaktoriellen Einflüsse wohl kaum angemes- sen zu bewerten.“

Prof. Karl Ludwig Resch in Forschende Komplementärmedizin
Angesichts dieser Fülle von Ungereimtheiten in dem Buch der Stif- tung Warentest bekommt ein Kollege des „Weltklassewissenschaft- lers“ (als der er sich gerne bezeichnen lässt) Edzard Ernst pures Mitleid. In der „Forschenden Komplementärmedizin“ des renommierten Karger-Verlages schrieb Professor Karl-Ludwig Resch in dem Editorial „’Die Andere Medizin’: Gut gemeint – schlecht gemacht“: „Es ist zu- dem mehr als unfair wenn man einem renommierten Wissenschaftler, der übrigens auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der For- schenden Komplementärmedizin ist, als ‚Schlussgutachter’ gewisser- massen den Schwarzen Peter der Letztverantwortung zuschiebt. Kein Mensch käme wohl auf die Schnapsidee, einem «Schulmediziner» abzuverlangen, ein Kompendium mit 50 schulmedizinischen Fachdis- ziplinen auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen und abzu- segnen.“ Die fürsorglich-professorale Hilfestellung hat aber ihre Grenzen, wenn Resch wertet: „Die breiten Darlegungen zur Plausi- bilität des jeweiligen Konzeptes scheinen mir weder hilfreich noch zielführend. Plausibilität wurde und wird im akademischen Disput als ein Bewertungskriterium herangezogen – allerdings hat meines Wissens noch niemand gezeigt, dass dieses Kriterium hinreichend hohe externe Validität in Bezug auf daraus abgeleitete Schlüsse besitzt. Es gibt aber unzählige Beispiele, dass plausible Modelle sich als falsch herausgestellt haben bzw. Therapien zuverlässig wirkten, auch ohne dass ein solches zur Hand gewesen ist. Aspirin wirkte in den fast 80 Jahren, die es auf dem Markt war, bevor der Wirkmecha- nismus endgültig aufgeklärt wurde, gut, zuverlässig und vorhersag- bar.“

Prof. Edzard Ernst im DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT
Mit just dem Hinweis auf Acetylsäure, also Aspirin mit Handelsnamen, hatte Ernst 1997 in dem im „Deutschen Ärzteblatt“ (September, S. A2340) veröffentlichten Aufsatz „Homöopathie: Argumente und Gegenargumente“, folgende Einsicht vertreten: „ . . . fest steht, dass bei weitem nicht alles, was in der Medizin therapeutisch eingesetzt wird und wurde, auf einem plausiblen Rationale basiert. Wer von uns würde davor zurückschrecken, beispielsweise Acetylsäure einzusetzen, wenn fest stünde, dass damit Krebs geheilt werden kann, ohne dass über den Mechanismus einer solchen Wirkung auch nur das Geringste bekannt wäre? Was in der klinischen Medizin letztlich zählt, ist also nicht die Plausibilität, sondern der Wirksamkeitsnachweis.“ Darauf und auf 250 Seiten füllende andere Fehler und Zerrbilder bei der Darstellung der alternativen und komplementären Heilverfahren hat Christian Ullmann in seinem Buch “Fakten über die „andere Medizin“ Zur Kritik der Stiftung Warentest
an den komplementären und alternativer Heilverfahren (CAM)”
hingewiesen.

In seinem Abschnitt über die „Überheblichkeit der westlichen Medizin“ kommt Ullmann zu derüberspitzt formulierten Bewertung: „Nur in Deutschland . . . wird hart daran gearbeitet, eine geregelte Zusam- menarbeit zwischen konventioneller und unserem Denken nicht vertrauter Medizin zu verhindern. Dazu scheint jedes Mittel recht zu sein, sogar die Einschätzung der Germanistin Krista Federspiel und der Apothekerin Vera Herbst unter der Oberaufsicht eine manisch vielschreibenden, deutschstämmigen englischen Professors, von dem sich wirklich kein rational entscheidender Mensch behandeln lassen möchte, selbst gegen Bagatellen. Und wenn diese Medizin nichts anderes mehr aufzubieten hat, dann ist deren Ende längst über- schritten.“ (S. 50)

Deutsche Zeitschrift für Osteopathie, Thieme Verlag
Auch die Osteopathen geizten nicht mit deutlichen Worten. In einem mit „Die Herausgeber“ gezeichneten (im Internet nur gegen Gebühr zugänglichen) Editorial unter dem Titel „Stiftung Warentest: Peinli- cher Rückzieher“ heißt es u. a. in der im Thieme-Verlag herausge- gebenen Deutsche Zeitschrift für Osteopathie (DO): „Was Viele zur Weißglut brachte, war die für Experten klar offensichtlich oberfläch- liche bis inkompetente Bearbeitung. Da hilft es auch nichts, am Ende die Verantwortung auf einen Wissenschaftler als „Schlussgutachter“ abzuschieben (dessen Einwände offenbar zumindest teilweise unbe- rücksichtigt blieben). Absolut peinlich, wie mit der Osteopathie um- gegangen wurde. Da widmen die Autoren der Kraniosakraltherapie ein eigenes Kapitel, während die Osteopathie als Ganzes irgendwo unter „Manueller Medizin“ subsummiert wird – möglicherweise, weil ameri- kanische Osteopathen oft von „osteopathic manipulative treatment“ sprechen. Wer Begriffe wie „Manuell“ oder „Manipulation“ wie in die- sem Kapitel geschehen, so wenig differenziert darstellt und bewer- tet, muss das ohne entsprechende Fachkenntnis getan haben.“ Die eher beiläufige Bemerkung in der Klammer lässt auf nicht unerhebli- che Konflikten bei der redaktionellen Konzeption des Stiftung-Waren- test-Buches schließen. Tatsächlich macht Edzard Ernst in seinem eigenen bei Springer erschienen Buch „Praxis Naturheilverfahren“ die seltsamen Namenswandlungen der im angelsächsischen Sprachraum eingeführten „Chiropraktik“ und „Osteopathie“ zur „Manuellen Medi- zin“ nicht mit, die in Deutschland von Ärzten initiiert wurde, um sich von Heilpraktikern abzugrenzen (über die Hintergründe: Christian Ullmann in seinem Buch „“Fakten über die „andere Medizin“ Zur Kritik der Stiftung Warentest an den komplementären und alternat. Heilverfahren (CAM)”).

Dr. Max Pittler MD PhD, Mitarbeiter von Prof. Edzard Ernst
Als Mitarbeiter des Buches von Ernst ist auch Max Pittler ausgewie- sen, der sich später auf einem Symposium des Europäischen Gesund- heitszentrums für Naturheilweisen in Bad Wörishofen von der Bewer- tung der Kneipptherapie in der „Anderen Medizin“ distanzierte. Darüber berichtete der Deutsche Wellness Verband unter dem Titel „Kneipp protestiert gegen Beurteilung durch Stiftung Warentest“ wie u.a. folgt: „Das Europäische Gesundheitszentrum für Naturheilver- fahren veranstaltete aus diesem Anlass in Bad Wörishofen ein Sym- posium, um insbesondere die Berechtigung des Urteils über die Kneipptherapie mit verschiedenen Wissenschaftlern zu diskutieren. Teilnehmer war auch Dr. Pittler, ein Mitarbeiter von Prof. Edzard Ernst, des Lehrstuhlinhabers für komplementäre Medizin an der Universität Exeter / England, der für die Stiftung Warentest die wissenschaftliche Begutachtung vorgenommen hatte... Der Mitarbei- ter des Schlussgutachters gestand dann auch ein, dass man die Kneipptherapie gar nicht in das Buch aufnehmen wollte, sondern sich dem Wunsch der Autoren der Stiftung Warentest beugte. Vielmehr sei man mit den Experten einig, dass es sich gerade bei der Kneipp- therapie um ein auch von der Schulmedizin anerkanntes Naturheil- verfahren handelt. Schließlich distanzierte sich Dr. Pittler auch noch von der Schlussbewertung, die in dieser Form missverständlich sei.“

Biochemischer Bund Deutschlands e.V.
Der
Biochemische Bund Deutschlands e. V. kritisiert vor allem, dass Schüßlers Therapiekonzept an Erkenntnissen gemessen wird, die zu dessen Lebzeiten noch unbekannt waren. Er stellt fest: „Die Autoren behaupten, dass die Biochemie erkläre: ‚Bakterien sind nicht die Ursache von Infektionen, sondern ein Mangel an Lebenssalzen’. Das ist natürlich Unsinn. Aber mit der Empfehlung, nicht gleich jeden banalen Infekt mit einem Antibiotikum zu erschlagen, sondern die körpereigene Immunkompetenz zu stärken, befindet sich die Bioche- mie nach Dr. Schüßler voll auf der Linie der offiziellen Medizin, die – im Gegensatz zu Frau Dr. phil. Krista Federspiel – das Problem der bakteriellen Resistenzen sehr wohl erkannt hat. Die Erwähnung, dass Dr. Schüßler 1874 und später auch Erkrankungen wie Diphtherie, Tuberkulose und Leukämie nicht von der Behandlung mit der Bioche- mie ausnahm, ist sicherlich als Kritik formuliert. Aber dass dieses Thema zu Schüßlers Zeiten, als die Impfung noch problemgeladenes Neuland war, und wirklich wirksame Therapien nicht zur Verfügung standen, diskutiert wurde, kann doch wohl nur dann ein Beleg gegen die Biochemie sein, wenn wir gleichzeitig die damalige Syphilis- Therapie mit Quecksilber-Salvarsan als Argument gegen die heutige Schulmedizin anführen wollten.“

Verband der Tierpsychologen und Tierhomöopathen e. V.
In einer Stellungnahme des VDDT – Verband der Tierheilpsychologen und Tierhomöopathen „Über die Wirksamkeit der Homöopathie“ meint der Autor Andre Grafe über „Die Andere Medizin“, dass nur wegen  der Medienwirksamkeit der Stiftung Warentest das Buch Aufmerk- samkeit in der Öffentlichkeit gefunden habe; und er fährt fort: „Hat diese Institution aber das Recht und das Zeug Medizin zu prüfen? Sollte sie sich nicht lieber mit Mikrowellen, Haarfarben oder Schad- stoffen in alten Parkettklebern beschäftigen? ... Neben der Homö- opathie erklären die Autoren des Buches auch eine 4000 Jahre alte Therapie wie die Akupunktur für wenig wirksam. Bei der Homöopathie soll nur der Placebo-Effekt heilen. Was hat man eigentlich bewiesen? Dass es zu wenig oder zu ungeeignete Studien über die Homöopathie gibt, um ihre Wirksamkeit festzustellen, und nicht, dass sie nicht wirkt. Immerhin wurden ein Drittel der Therapiemethoden als wirksam erklärt, dem Rest fehlten Daten, um diesen Test zu bestehen. Fol- gendes sei nur am Rande vermerkt: Wenn die Autorinnen des Buches die Zahl der Ärzte, die über die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ verfügen, auf 2000 beziffern, aber es tatsächlich 5500 gibt, so fragt man sich, wie zuverlässig sie ihre sonstigen Recherchen durchführ- ten. Gerade die Zahl der homöopathischen Ärzte beweist am besten, das selbst Schulmediziner neue Wege in der Medizin suchen, weil sie mit der herkömmlichen unzufrieden sind. Und wer hat schon so gute Möglichkeiten wie ein Arzt, eine Alternative mit der Schulmedizin zu vergleichen.“ Grafe übt auch heftige Kritik zur im The Lancet ver- öffentlichten „Egger-Studie“ und meint: Als möglicher Grund für die Publikation über die Wirksamkeit der Homöopathie in The Lancet lässt sich der vorab verbreitete Entwurf eines WHO-Reports vermuten, der zugunsten der Homöopathie ausfällt. Darin heißt es: "Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien in den vergangenen 40 Jahren haben gezeigt, dass die Homöopathie gegenüber Placebo überlegen und gleichwertig ist gegenüber der konventionellen Medizin in der Be- handlung der Krankheiten von Menschen und Tieren.“


Links zum Thema:

H.Blog: Kommentare & Hintergrundinformationen

GWUP & Homöopathie: Zwischen Wissenschaft und Agitation

GWUP & Demagogie