Newsletter Nr. 31

14. Januar 2007

Liebe Leserin,
lieber Leser,

mir ist gerade aufgefallen, dass ich ein wichtiges Thema bisher ziemlich vernachlässigt habe:

Hightech in der US Army

Ja, seit Wallensteins marodierenden Söldnerbanden, Ernst Jüngers Stahlgewittern und Rommels Wüstenschlachten hat sich im Kriegs- handwerk einiges verändert. Hightech erreicht neuerdings auch die Infanterie:

Der US-Soldat des Jahres 2010 verfügt über Radarhandy, Muskel- verstärker und Ultraschalldecken meldet die Welt Kompakt am 9. Januar unter der Überschrift “Superkämpfer aus dem Labor”. Ziel einer Initiative “Future Force Warrior” (Zukünftige Superkämpfer) soll es danach sein, den GI zu einem “noch gefährlicheren und tödliche- ren” Angreifer zu machen.

Da wird es dann Anzüge mit hydraulischer Verstärkung geben, so dass ein Maschinengewehr in Zukunft von einer Person in Stellung gebracht werden kann. Bisher waren zwei Soldaten nötig. Mobile Radargeräte in Handygröße versprechen die Möglichkeit, durch Hin- dernisse wie z.B. Mauern zu schauen. Und Ultraschalldecken bieten die Chance, die Erstversorgung von schwer verletzten Soldaten zu verbessern: Über den Körper gelegt senden sie Ultraschallstrahlen aus, welche Blutungsstellen veröden.

Bleibt die Frage, ob der ganze Kram in Zukunft noch benötigt wird. Im Zeitalter der asynchronen Kriegsführung gibt es vielleicht keinen sichtbaren Gegner mehr oder der Preis einer militärischen Auseinandersetzung ist viel zu hoch. Nach Stand der Dinge werden die USA z.B. im Irak ganz zum Schluss rein gar nichts gewonnen, jedoch sehr viel verloren haben: Ca. 150.000 Menschenleben in der irakischen Zivilbevölkerung, über 3.000 Menschenleben in der US Army, mehr als 355 Mrd. Dollar, Selbstvertrauen und internationale Glaubwürdigkeit.

Okay, Ultraschallmatten, mobile Radargeräte und hydraulisch ver- stärkte Kampfanzüge haben - besonders für Männer - durchaus ihren Reiz ... genauso wie alles, was furchtbar laut knallt, blitzt, raucht und die Erde zum Wackeln bringt. Vertrauen die USA ihre Zukunft jedoch diesen Instrumenten an, so verschlafen sie eine wichtige militärische Entwicklung: Bedingungsloser Respekt gegenüber jedem Menschen, Achtung von Andersartigkeit, Mitgefühl und Selbstliebe knallen und blitzen zwar nicht, sie schaffen jedoch, was moderne Waffen und Carl von Clausewitz in Zukunft nicht mehr schaffen werden: Intrinsischen, sich selbst regulierenden Frieden.

Aus einer bestimmten spirituellen Sicht ist die über unsere Sinne erfahrbare materielle Welt auf einer geistigen Ebene ein einziger hoch intelligenter Organismus. Nach dieser Sichtweise sitzen wir alle im gleichen Boot und ernte ich das, was ich durch meine Gedanken, Gefühle und Handlungen säe. Was auch immer ich in der Beziehung zu meinen Mitmenschen erlebe, es ist gleichbedeutend mit einem Blick in den Spiegel: Ich sehe mich selbst.

Ist Ihnen diese Aussage zu esoterisch? Gut, dann bietet sich auch das aus der Psychologie bekannte Modell der “Projektion” an. Unser tägliches Erleben und Verhalten (Wahrnehmung -> Gefühl -> Inter- pretation -> Handlung) wird zu großen Teilen durch die bewussten und unbewussten Bilder und Überzeugungen geprägt, welche wir von uns selbst, unseren Mitmenschen und der Welt haben. Und diese wiederum haben ihre Wurzel in früheren Erfahrungen und Konditio- nierungen. Krieg und Frieden entstehen genau hier.

Im kollektiven Bewusstsein der US-amerikanischen Gesellschaft gilt der Glaube: “Was auch immer geschieht, wir packen das.” Die deutsche Volksseele wird tief von der unbewussten Überzeugung geprägt, dass die Welt an sich sehr gefährlich und tendenziell ungerecht ist. Die Geschicke Israels erscheinen mir von der Devise geprägt: “Wenn wir nicht bis zu den Zähnen bewaffnet sind, dann fressen uns die Hyänen.” Auch wenn das US-amerikanische Selbst- bewusstsein seit 9/11 und Irak-Krieg einen tiefen Knacks erhalten hat, fühlen sich Amerikaner, Deutsche und Israelis Tag für Tag in ihrer jeweiligen Sichtweise bestätigt. Spannend ist nun die Frage, in welchem Maße es sich hier um selbst kreierte Erfahrungen handelt.

Ist Edmund Stoiber ein Opfer der aufmüpfigen Landrätin Gabriele Pauli, welche ihm aus unerklärlichen Gründen den Krieg erklärt hat, so dass er in der bayerischen Variante des “Future Force Warriors” zurückschlagen musste, Schnüffelei im Privatleben inklusive? Wenn Sie mich fragen, dann erntet Herr Stoiber 1:1 das, was er selbst gesät hat. Ob er nun im Wohnzimmer Frau Pauli im Fernseher sieht (am 7. Januar bei Christiansen) oder im Badezimmer in den Spiegel schaut, er sieht in beiden Fällen sich selbst.

Selbstverständlich gilt dieses Prinzip auch für mich. Wo auch immer ich in meinem Leben über schöne Erlebnisse oder aber Konflikte ver- füge, da schaue ich in den Spiegel und sehe mich selbst. Habe ich dieses Prinzip einmal verstanden, so fällt es mir immer leichter, die Wechselwirkung zwischen meinen Überzeugungen und Erfahrungen zu erkennen. Spannend wie ein Krimi wird es, wenn ich in einem nächs- ten Schritt meine/unsere Welt alleine dadurch verändere, dass ich mich selbst verändere. Auf der Ebene meines Realitätsbildes, meiner Gedanken, Gefühle und Handlungen.

Ich wünsche Ihnen und mir schöne Erfahrungen, wenn wir uns 2007 in unseren persönlichen Beziehungen selbst erkennen...

Ihr Claus Fritzsche




MANAGEMENT: INTEGRIERTE LEITBILDENTWICKLUNG

Verunsichert durch den Verlust von Werten und das Aufbrechen der Kulturen wächst die Sehnsucht nach einer neuen, integrierten Ordnung, in der menschliche Grundbedürfnisse ebenso Maßstäbe des Handelns sind wie der Respekt vor der Natur und der verantwor- tungsvolle Umgang mit den Ressourcen, die sie uns bietet. Und so wundert es nicht, dass immer mehr Unternehmen und zunehmend auch Städte und öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Universitäten und Kliniken, mit ihren Leitbildern Bezug auf die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit ihres Handels nehmen und sich zu einer bestimmten geistigen Ausrichtung bekennen.

Dr. Brigitte Wolter: “Integrierte Leitbildentwicklung”


IST UNSER GEHIRN EIN BEWUSSTSEINS-EMPFÄNGER?
Einmal angenommen, menschliches Bewusstsein hätte den Charakter einer den Äther durchdringenden Fernsehsendung. Wäre dies der Fall, dann müssten wir zwischen Hardware (Fernseher, Gehirn) auf der einen Seite und Software (TV-Sendung, Bewusstsein) auf der ande- ren Seite unterscheiden. Der Mainstream der Hirnforschung macht genau dies jedoch nicht und betrachtet unser Gehirn im übertragenen Sinne als einen Fernseher, der sein eigenes Programm produziert. Prof. Dr. Günter Ewald sieht diesen Ansatz kritisch, da er grundle- gende Fragen ausblendet, auf die er in seinem neuen Buch “Gehirn, Seele und Computer” eingeht. Vielleicht liegt genau hier die Ursache, warum die etablierte Hirnforschung über eine gewisse Betriebsblind- heit verfügt und Geist bis heute ein Mysterium geblieben ist.

Interview mit Prof. Dr. Günter Ewald


WAS HEILT IN DER SOG. INFORMATIONSMEDIZIN?
Für Anhänger und Gegner der sog. Informationsmedizin gibt es nicht den Hauch eines Zweifels: Verfahren wie z.B. Bioresonanz heilen erfolgreich, weil die vielen Erfolge der therapeutischen Praxis keinen anderen Schluss erlauben. Oder: Sie machen genau dies nicht, weil es sich um Irrlehren aus dem Phantasialand der Pseudophysik han- delt. - Vielleicht liegt die Wahrheit ja in der Mitte. Diverse Methoden sind unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen sehr wohl erfolg- reich, insbesondere zur Heilung von chronischen Leiden und Allergien. Jedoch aus Gründen, welche mit den technischen Funktionen der diversen Geräte absolut nichts zu tun haben. Vieles spricht für die Vermutung, dass unsere heutigen Vorstellungen von geistigen Mechanismen, Erwartungshaltung, Placebo & Co. in starkem Maße erneuerungsbedürftig sind. Als sicher kann gelten, dass individuelle geistige Effekte durch randomisierte Doppelblindstudien methodisch nicht abgebildet werden und Aussagen wie z.B. “nicht besser als Placebo” nichts über den Heileffekt einer Methode aussagen.

Grösser: Bioresonanz: Irreführung oder Verdummung?
Lucadou: PSI-Phänomene in der Komplementärmedizin?
Fritzsche: Homöopathie & Forschung: Eine Zwischenbilanz
Walach: Das Wirksamkeits-Paradox in der Komplementärmedizin
Dellmour: Klinische Studien in der Homöopathie


MANAGEMENT: INTUITION & NICHTWISSEN

Spiegelneuronen: Warum ich fühle, was du fühlst (Buchrezension)
“Lohn der Polemik”: Offener Brief an Fredmund Malik
Podcast: “Das Abenteuer Intuition”


REINKARNATION: TOD & WIEDERGEBURT
Beim Wort Reinkarnation denken wir meist an Indien und an östliche Religionen. In Europa blieb die Idee der Seelenwanderung eine Randerscheinung, die nur von wenigen Denkern aufgegriffen wurde. Gibt es so etwas wie ein abendländisches Verständnis der Reinkar- nation? Und was verändert sich an der Vorstellung von Wiedergeburt, wenn man sie mit heutigen und westlichen Augen betrachtet? Das Magazin What is Enlightenment? hat dem Thema ein ganzes Heft gewidmet:

Interview mit Jens Heisterkamp, info3
Carter Phipps über Tod und Wiedergeburt (Teil 1)
Wie reinkarniert Deutschland? Eine Analyse von Mike Kauschke
What is Enlightenment?: Gratisheft anfordern


KULTUR: FOTOGRAFIE VON SUSANNE WEISS

Fotografie von Susanne Weiss


SPIRITUALITÄT: “DIE ERMÄCHTIGUNG” VON CURT FREDRIKSSON

Können Sie sich vorstellen, dass eine belanglose Grußformel den Weg weist zu den größten Geheimnissen Ihres Lebens? Dass der Weg zu Ihrem Glück ein faszinierendes Abenteuer ist? Dass das Erlernen der Regeln, nach denen unser Schicksal sich formt, äußerst unterhaltsam und spannend sein kann? Das neue Buch "Die Ermächtigung" von Curt Fredriksson ist für esoterisch Interessierte und solche, die es nicht werden wollen. Für Menschen, die den Teufel fürchten und jene, die nicht an ihn glauben. Für die einen, die die Welt verbessern möchten, und die anderen, die dies aufgegeben haben. Für die aufrichtigen Sucher nach der Wahrheit wie für alle diejenigen, welche sich mit der Begrenztheit menschlichen Daseins abgefunden haben. Nicht zuletzt spricht das Buch auch über die Liebe zu uns selbst.

Prolog: “Huhn oder Ei? Über den Vorteil ein B-Typ zu sein”




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