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4. PEP ist eine Zusatz- und keine Wundertechnik und schon gar keine Methode
Wichtig hier am Anfang zu erwähnen erscheint mir noch, dass alle Klopftechniken inklusive PEP eher den Charakter einer Zusatztechnik haben und keine vollständigen Behandlungsmethoden darstellen, da sie lediglich als Zusatztechnik zur Veränderung dysfunktionaler Emotionen, Kognitionen und Beziehungsmuster eingesetzt werden. Sollten sie eine Methode genannt werden, müssten viel mehr ausgefeilte Erklärungen zur Symptomgenese, zur Gestaltung der therapeutischen Beziehung und mehr erkenntnistheoretische Einbettung in philosophische und wissenschaftstheoretische Hintergründe erfolgen.
Bei der PEP wird zwar von vielen Anwendern ebenso eine psychodynamische wie systemische Hypothesenbildung genutzt. Auch hypnotherapeutische Sprachmuster, trancetheoretische Wahrnehmungsanalysen und eine lösungsorientierte Zielformulierung und Grundhaltung kommen zur Anwendung, ohne dass dies jedoch explizit in den Kursen unterrichtet wird. Auch eine präzise Klärung von Anliegen und Auftrag und die genaue Analyse der therapeutischen Beziehung nach Steve de Shazer (Kunde, Klagender, Besucher) bleiben wesentlich und wichtig, werden aber nur bei Bedarf explizit vermittelt. Aber auch die Wahrnehmung und Analyse von Gegenübertragungsgefühlen oder die Analyse der ersten Begegnung zwischen Klient und Behandler gehören eigentlich nicht zum expliziten Inhalt von PEP, liefern aber trotzdem immer wieder wichtiges diagnostisches und therapeutisches Material, das sich mit PEP weiterverarbeiten lässt. Die Grundlagen der Traumatherapie werden ebenso wenig in der PEP beschrieben und vermittelt wie auch das, was eine gute therapeutische Beziehung eigentlich ausmacht.
All das sind natürlich wichtige Voraussetzungen, die vor der Anwendung einer Zusatztechnik erfüllt sein müssen. In der Behandlung von komplex traumatisierten Patientinnen bleibt überdies all das wichtige und notwendige Wissen über fragmentierte Persönlichkeiten, dissoziative Phänomene und Sicherheitsvorkehrungen für die Behandlung dieser Menschen wichtig und sollte natürlich von den Anwendern beachtet werden. Gerade bei letzterer Klientel sollte man das Klopfen nur integrieren, wenn man auch mindestens eine traumatherapeutische Fortbildung absolviert bzw. Erfahrung in der Behandlung dieser Klientel hat (siehe auch S. 129).
PEP ist also eine Zusatztechnik und muss von daher all die erwähnten Dinge voraussetzen. Genauso stellen EMDR(Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder EMI (Eye Movement Integration) Zusatztechniken dar. Deshalb sollten professionelle Klopfanwender ja auch (mindestens) eine beraterische oder therapeutische Ausbildung absolviert haben, bevor sie die Klopftechniken in die Arbeit mit Coachees, Klienten und Patienten integrieren.
Für Menschen, die die Klopftechniken als emotionales Selbstmanagement nutzen möchten, trifft dies natürlich nicht zu. Sie können das Klopfen gut für sich nutzen, auch ohne eine therapeutische Ausbildung zu haben (siehe auch Bohne 2010). Lediglich wenn sie allein nicht weiterkommen in der Selbstbehandlung oder sich ihre Symptome verschlimmern (was erfahrungsgemäß selten passiert), sollten sie je nach Thema einen erfahren Therapeuten oder Coach konsultieren. ... [Ende der Leseprobe]
(C) Carl-Auer Verlag 2010
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Über Michael Bohne:
Dr. med. Michael Bohne ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Neben der fachärztlichen Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Verhaltenstherapie ist er fortgebildet in Systemischer Therapie, Hypnotherapie, EMDR, Struktur- und Familienaufstellung und Energetischer Psychologie. Er ist einer der renommiertesten Ausbilder in Energetischer Psychologie in Deutschland und gefragter Referent auf psychotherapeutischen Tagungen und Kongressen.
Als Auftritts-Coach trainiert er Fernseh- und Radiomoderatoren von ARD und ZDF, Orchestermusiker vieler deutscher Opern- und Sinfonieorchester sowie solistisch arbeitende, international auftretende Opernsänger. Ferner arbeitet er als externer Coach und Management-Trainer für verschiedene Unternehmen, u. a. die VW Coaching Gesellschaft, die NORD/LB und den NDR. Daneben ist er Coach und Berater für die Club of Rome-Schulen Deutschland. Vielfältige Vortrags- und Workshoptätigkeit zum Thema Lampenfieber und Bestleistungsoptimierung, u. a. im Rahmen von Lehraufträgen und Gastdozenturen an verschiedenen Musikhochschulen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Energetische Psychologie und Auftrittsoptimierung
Links:
www.dr-michael-bohne.de
www.carl-auer.de
Mehr von Michael Bohne:
Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe
Einführung in die Praxis der Energetischen Psychotherapie
Michael Bohne im Interview mit Winfried Kretschmer vom Zukunftsportal changeX, dem Online-Medium für Zukunftsideen, neue Wirtschaft und Innovation (06.04.2011)
Link zu changeX
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