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Über dieses Buch:
Die Prozessorientierte Energetische Psychologie (PEP) ist eine zeitgemäße Weiterentwicklung der bekannten Klopftechniken, der es unter anderem darum geht, die Energetische Psychologie zu entmystifizieren. Vielen Psychotherapeuten erscheinen die konventionellen Klopftechniken (TFT, EFT, EDxTM, etc.) entweder zu technisch, zu wenig differenziert, zu unreflektiert, mit zu vielen Heilsversprechen aufgeladen. All das hat PEP hinter sich gelassen: Ihre Wirkhypothesen sind an den Ergebnissen der Psychotherapieforschung angelehnt, und ihre Tools werden „untechnisch“ in Psychotherapie und Coaching integriert. In der Praxis beschleunigt PEP so den diagnostischen wie den therapeutischen Prozess deutlich.
Das vorliegende Buch beschreibt diese prozessorientierte Weiterentwicklung des Klopfens (PEP). In den einzelnen Kapiteln stellen 15 erfahrene Anwender von PEP vor, was sich hinter dieser ungewöhnlich anmutenden Klopftechnik verbirgt und wie sie sich in verschiedenste Arbeitsweisen integrieren lässt. Ein Buch von Praktikern für Praktiker, mit Übungen, die sich in der Praxis als sicher und effektiv bewährt haben.
Mit Beiträgen von: Markus Bauer • Luigi Berini • Roseline Brinkman • Christine Carels • Georg Dünzl • Kurt Fischer • Roswitha M. Gschwandtner • Michael Haller • Margarita Klein • Diane Koehler • Uta Kronshage • Astrid Polanz-Burgstaller • Karin Schwenk • Maria Steiner Fahrni • Claudia Wilhelm-Gößling • Dirk Wehrsig.
„Das erste für den Kliniker brauchbare ‚Rezeptbuch‘ über die Klopftechnik.“ Prof. Dr. Klaus Hüllemann
Leseprobe:
Teil I: Vom energetischen Paradigma zu PEP (S. 26 – 31)
2. Die Energetische Psychologie – eine kollektive Hypnotisierung?
Als ich 2001 das erste Mal Kontakt zur Energetischen Psychologie bekam und einen Workshop von Fred Gallo besuchte, war ich zum einen erstaunt, zum anderen fasziniert und beeindruckt. Dass die Beeinflussung des Körpers auch emotionale Veränderungsprozesse in Gang setzen kann, hatte ich bereits in meinem ersten Beruf als Physiotherapeut, genauer: als Masseur, feststellen können. Bei der Anwendung der Bindegewebsmassage, einer Reflexzonentherapie, zeigten Patienten immer wieder starke emotionale Reaktionen, bzw. ihre Stimmung besserte sich nach einer solchen Maßnahme. Im Bereich der physikalischen Therapie hatte sich jedoch niemand so recht für diese Phänomene interessiert. Nun war ich mit der Energetischen Psychologie wieder konfrontiert mit einer den Körper stimulierenden therapeutischen Interventionstechnik, was bei mir persönlich somit an alte berufliche Erfahrungen anknüpfte. Gänzlich neu waren jedoch die verschiedensten Begrifflichkeiten und Erklärungen, die, im Nachhinein betrachtet, eine interessante Auswirkung auf das Denken und Verstehen vieler Anwender hatten und haben, wobei ich mich da gar nicht ganz ausschließen möchte. Etwas humorvoll zusammengefasst zeigte sich ungefähr folgendes Bild:
… Plötzlich war der einzige Grund für jegliche belastenden Gefühle und Gedanken in einer Blockade der Meridiane, der Energiebahnen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zu suchen. Das Beklopfen der Akupunkturpunkte verursachte blitzschnell eine Balancierung der zuvor blockierten Meridiane, was natürlich sofort dazu führte, dass der Energiefluss wieder in Gang kam und die dysfunktionalen Emotionen vertrieb. Welches die richtigen Klopfpunkte sein würden, konnte man mit einem komplizierten Test herausfinden.
Man nutzte einen sogenannten Muskeltest aus der Applied Kinesiology, der in der Energetischen Psychologie als zweifelsfreier Test zum Auffinden von energetischen Blockaden verstanden wurde. Man ermittelte nun die am wirksamsten erscheinenden Behandlungspunkte und beklopfte sie, während der Klient an sein Problem dachte. Wenn der Stress sich nicht recht zügig reduzierte, so lag dies an einer psychischen Umkehrung, einem Switching, einem energetischen Toxin oder an allen dreien, und Blockaden konnten nicht nur aufseiten des Klienten, sondern auch aufseiten des Behandlers vorhanden sein. Es konnte aber auch sein, dass der Klient eine Quarzuhr trug, der Raum, in dem das Ganze stattfand, ungünstige Energien hatte oder aber der Klient (oder Behandler) zu wenig Wasser getrunken hatte.
Wichtig schien jedenfalls, genau die richtigen Akupunkturpunkte zu beklopfen. Jene Punkte, von denen schon die alten chinesischen Ärzte vor 5000 bis 6000 Jahren wussten, dass sie eine so heilsame Wirkung haben, und zwar auch auf die Gemütszustände – nicht nur der alten Chinesen. Wenn sich an dem zu behandelnden Thema nichts veränderte, waren, wie gesagt, meist eine psychische Umkehrung, ein Switching oder ein energetisches Toxin verantwortlich. Die psychische Umkehrung stellte im Grund eine Umkehrung des Energieflusses in dem betreffenden Meridian dar, wodurch der betroffene Mensch genau das Gegenteil von dem tat, was er eigentlich tun wollte. Umgekehrt eben. Ein Switching wurde als eine neurologische Desorganisation beschrieben, auch da war etwas verdreht. Energetische Toxine konnten im Grunde so ziemlich alle natürlichen und chemischen Stoffe sein, die man zu sich nahm, also Lebensmittel, oder aber die um einen herum waren, z. B. in der Kleidung, oder chemische Stoffe in Möbeln oder wo auch immer. Mittels Muskeltest konnte natürlich auch nun wieder zweifelsfrei ermittelt werden, woran die Stagnation lag.
Auch konnte man wiederum zweifelsfrei und beweisend ermitteln, wo in der Vergangenheit das Problem seine Wurzeln hat und welche Menschen gegebenenfalls an dem Zustandekommen des Problems beteiligt waren. Wenn der zu testende Klient sich aber aktiv an nichts von all dem mittels Ursprung-des-Problems-Suchtests Herausgefundenen (natürlich wieder via Muskeltest) erinnern konnte, so sprach das im Gunde nur umso mehr dafür, dass es sich um die wirklichen und wesentlichen Entstehungsbedingungen des Problems handelte. Eben völlig unbewusst.
Man machte nun also so seine Erfahrungen mit dem Klopfen und kam immer wieder in Situationen, in denen das einfache Klopfen von Akupunkturpunkten den vorhandenen Stress nicht weiter zu reduzieren vermochte. Nun war man verwirrt, hätte man doch nun entweder eine psychische Umkehrung, ein Switching oder ein energetisches Toxin eruieren müssen. Aber vielleicht war man auch selbst geswitcht oder der Klient, oder man selbst hatte einfach nur zu wenig Wasser getrunken. Oje, und nun würde ja dieser magische Muskeltest gemacht werden müssen, mit dem man eine oder mehrere Blockaden hätte zweifelsfrei eruieren können …
Leider fühlten sich die meisten Anwender mit dem Muskeltest nicht wirklich glücklich, hatten immer so ein Gefühl von chronischer Insuffizienz, ihn immer noch nicht hinreichend gut beherrschen zu können, was sich natürlich wieder schwächend auf den eigenen Energiehaushalt auswirkte. Alles in allem fühlte man sich, wenn das Klopfen gegen Stress und dysfunktionale Emotionen nicht half, selbst gestresst und dysfunktional.
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(C) Carl-Auer Verlag 2010
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