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Woher kommt die Energetische Psychologie/Psychotherapie?
Die historischen Wurzeln der Energetische Psychologie liegen in der traditionell chinesischen Medizin, der Akupunktur und der Applied Kinesiology (George Goodheart). Väter der Engergetischen Psychologie waren John Diamond, Roger Callahan, Gary Craig, Fred Gallo und andere. Sie ist beeinflusst worden von den kognitiv-behavioralen Methoden, der Psychoanalyse, die Hypnotherapie nach Milton Erickson, dem NLP, den bioenergetischen Ansätzen, dem EMDR und der modernen Hirnforschung. Sie steht zudem in der Tradition lösungsorientierter Kurzzeittherapieverfahren.
Energetische Grundannahmen der Energetischen Psychologie
In der Energetischen Psychologie geht man davon aus, dass der psychischen Störung eine Störung im körpereigenen Energiesystem, dem Meridiansystem zugrunde liegt. Negative Erlebnisse, Traumata und belastende Beziehungserfahrungen schwächen demnach das Energiesystem, was dazu führt, dass sich eine Symptomatik im Sinne eines negativen dysfunktionalen Gefühls oder im Sinne eines Glaubenssatzes, bzw. einer Kernüberzeugung entwickelt und als quasi energetische Narbe persistiert.
Der Vorstellung nach geschieht die Veränderung während der Behandlung auf energetischer Ebene durch ein Ausbalancieren der zuvor dysbalancierten Meridiane. Meridiane sind die Energiebahnen des Körpers in der traditonellen chinesischen Medizin und ihr energetischer Zustand lässt sich über die Akupunkturpunkte beeinflussen. Die intensive Einwirkung auf die Akupunkturpunkte löst im Körper Energieblockaden auf, die bislang auch zur Verfestigung problemstabilisierender Glaubens- und Wahrnehmungsmuster beigetragen hatten. Hieraus ergeben sich oft schnell wirksame Selbstheilungsprozesse.
Behandlungsablauf in der Energetischen Psychologie
Zum Beginn der Behandlung ist es wichtig, dass zu behandelnde belastende Thema einzugrenzen und im Erleben des Klienten (neuronal) zu aktivieren. Das belastende Thema kann ein traumatisches Erlebnis, eine spezifische Angst oder andere dysfunktionale negative Emotionen sein. In der Energetischen Psychologie wird also zunächst das belastende Thema neuronal über verschiedene Sinneskanäle aktiviert. Dann wird die noch aktuelle Belastung mittels einer subjektiven Belastungsskala gemessen.
Ist das negative Erleben emotional spürbar, die Belastung subjektiv erlebbar, so gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Behandlung weiter gehen kann: entweder man diagnostiziert dezidiert die mit dem betreffenden Problem in Zusammenhang stehenden Meridiane mittels energetischer Diagnostik und behandelt diese anschließend (EDxTM), oder man verwendet standardisierte Behandlungsprotokolle, sogenannte Algorithmen (EFT, NAEM, TFT), von denen bekannt ist, dass sie sich bei der jeweiligen Problematik als hilfreich erwiesen haben.
Während der eigentlichen Behandlungssequenz klopfen die Klienten angeleitet durch den Therapeuten bestimmte Akupunkturpunkte auf den Meridianen und aktivieren zudem verschiedene Sinneskanäle. Sie machen Augenbewegungen, summen, zählen, sprechen Affirmationen und klopfen dann wieder die Akupunkturpunkte. Die meisten Behandlungspunkte liegen im Gesicht und an den Händen, sind also für den Klienten leicht zugänglich. Zwischen den Behandlungssequenzen wird immer wieder die aktuelle subjektive Belastung mittels subjektiver Belastungsskala (SUD) erfragt.
Wenn es gut läuft verändert sich das zuvor als belastend erlebte Gedanken- und Gefühlsfeld in seiner emotionalen Qualität. Während der Klopfbehandlung verschwinden oder verwandeln sich in häufig sehr kurzer Zeit unangenehme Erinnerungen (Traumata), Ängste und irrationale Glaubenssätze.
Einsatzgebiete der Energetischen Psychologie - Indikationen
Es gibt im Prinzip „nur“ zwei Einsatzgebiete, d.h. Indikationen der Energetischen Psychologie: 1.Negative störende Gefühle 2.Einschränkende Glaubenssätze
Diese beiden Aspekt kommen jedoch bei jeder psychischen Problematik bzw. Erkrankung vor. Deshalb klingen die möglichen Anwendungsfelder bei manchen Autoren auch etwas inflationär.
1. Negative störende Gefühle Behandelt werden können z.B. folgende belastende negative, dysfunktionale Emotionen: traumatische Erinnerungen (einschließlich Flashbacks/Intrusionen), Ängste, depressive Stimmung, Craving (Suchtdruck), Ärger, Scham, Peinlichkeit, Wut, Schuldgefühle, Eifersucht, Einsamkeitsgefühle, andere negative Gefühle (z.B. Neid, etc.).
Da man als nicht psychotherapeutisch ausgebildeter Mensch aber nicht wissen kann, welche Dimensionen sich ggf. hinter einem negativen Gefühl verbergen, ist es sinnvoll, bei nicht wirksamer Selbstbehandlung sich professionelle Hilfe zu holen. Wenn Sie Ihre negativen Gefühle mit den Selbsthilfetechniken alleine reduzieren oder gar auflösen können und es Ihnen auch insgesamt besser im Leben geht, dass müssen Sie natürlich keinen professionellen Therapeuten aufsuchen.
2. Einschränkende Glaubenssätze Darüber hinaus können (unbewusste) negative Glaubensmuster (Psychische Umkehrung) behandelt werden, wie z.B.: „Ich habe es nicht verdient, dieses Problem zu überwinden!“ „Es wird unsicher für mich, wenn ich mein Problem vollständig überwinde!“
Bei diesen negativen Glaubensmustern ist es oft nicht so einfach, sie alleine herauszufinden, so dass die „Selbstbehandlung“ ggf. nicht ausreichen könnte. Das merken Sie daran, dass Ihr Problem entweder gar nicht kleiner wird oder nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt.
Im Anschluss an die Reduktion der negativen Gefühle und Glaubenssätze können auch Ressourcen aktiviert, bzw. gestärkt werden. Auch die gewünschten Therapieziele können gestärkt, die Überzeugung, dass sie erreicht werden, kann vergrößert werden.
Wann sollte nicht geklopft werden - Kontraindikationen
Bei mangelnder Kooperation und Motivation des Klienten sollten die energetischen Techniken nicht angewandt werden. Auch bei schwereren psychiatrische Störungsbildern, wie z.B. schizophrene Psychosen, affektive und schizoaffektive Psychosen und schwere Persönlichkeitsstörungen sollten die energetischen Techniken nicht angewandt werden, bzw. nur durch einen professionellen Behandler, der sehr viel Erfahrung mit diesen Krankheitsbildern hat und auch sonst umfassend ausgebildet ist.
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(C) Dr. Michael Bohne 2005
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