Psychische Umkehrung, was ist das eigentlich?

Man kann bei uns Menschen bisweilen so etwas wie Selbstsabotage beobachten. Eigentlich wollen wir etwas, wie z.B. abnehmen, wir können uns aber nicht motivieren, dies zu tun. Dieses Phänomen wird in der Energetischen Psychologie „Psychische Umkehrung“ genannt. In der Bibel befindet sich wohl die früheste Beschreibung einer „Psychischen Umkehrung“. Paulus beschreibt im Römerbrief seine „Psychische Umkehrung“ folgendermaßen: „...denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das tue ich ... Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." (Rö 7, 15 - 19).

Neben den direkt subjektiv spürbaren Belastungen durch dysfunktionale, also störende Gefühle, wie Furcht, Angst, Scham, Peinlichkeit, Traurigkeit oder Ärger, spielen also auch störende Glaubenssätze eine entscheidende Rolle.

Häufig verhindern diese tiefsitzenden Glaubenssätze, wie z.B. „es ist für mich gefährlich, wenn ich diese Angst überwinde“, dass der subjektive Belastungsindex (SUD) durch eine energetische Behandlung sinkt.

Diagnostiziert wird die „Psychische Umkehrung“ in der EDxTM, indem der Klient dezidierte Diagnosesätze ausspricht und mit Hilfe eines aus der Applied Kinesiology kommenden Muskeltestes wird festgestellt, ob das Energiesystem des Klienten stark oder schwach reagiert. Durch das Beklopfen bestimmter Akupunkturpunkte und das Aussprechen bestimmter Sätze wird die „Psychische Umkehrung“ aufgelöst. In EFT und TFT werden standardisierte Behandlungssequenzen gegen eine mögliche „Psychische Umkehrung“ genutzt, ohne dass zuvor das Vorhandensein einer „Psychischen Umkehrung“ dezidiert gesucht wird.

Lokalisation der Veränderung im Körper

Die Behandlung belastender Emotionen zielt quasi direkt auf die emotionsverarbeitenden Bereiche des Gehirns, das limbische System; die Behandlung der Glaubenssatz Blockaden, also die Behandlung der „Psychischen Umkehrung“ zielt in sprachassoziierte, bewusstseinsfähige Hirnstrukturen, die Großhirnrinde. Je nach Prozessverlauf der Behandlung und Thema muss mal an der einen Seite, mal an der anderen Seite interveniert werden. So kann es z.B. sein, dass eine Angst sich auf der subjektiven Belastungsskala (SUD) von 10 auf 6 nur durch das Klopfen einiger Akupunkturpunkte reduzieren läßt, dann jedoch nicht weiter fällt und sich (z.B. mit EDxTM oder einfach durch ausprobieren) auch keine anderen Akupunkturpunkte finden lassen, mit denen sich der Stress reduzieren ließe. Behandelt man nun jedoch die durch EDxTM dezidiert diagnostizierte Umkehrung – also die unbewusste energetische Blockade -, so kann der subjektive Stresslevel weiter fallen. Eine „Psychische Umkehrung“ ist quasi ein energetisches Paradoxon. Der Klient sagt z.B., er wolle gesund sein, tut nachweislich auch wirklich viel dafür. Sein Körper, d.h. sein Energiesystem jedoch reagiert vermittels Muskeltest auf die Aussage: „Ich möchte gesund sein“, mit einer Schwächung. Dies ist meist sehr überraschend für den Betreffenden, da er ja „eigentlich“ gesund sein will. Eine Behandlung dieser energetischen Blockade führt dazu, dass der Muskeltest auf den Testsatz stark ausfällt, d.h., dass der Körper nun auf den gewünschten Satz mit Stärkung reagiert. Häufig führt dies in der Praxis sofort zu einem weiteren Stressabfall in der fortgesetzten Behandlung und zu einer deutlichen Besserung des Gefühls. Oft wird an den diagnostizierten „Psychischen Umkehrungen“ den Betreffenden plötzlich bewusst, warum bisher eine Besserung blockiert war. Somit stellt dieser Teil der Behandlung ein einsichtsorientiertes Herangehen dar. Während sich bei dem einfachen Klopfen der negativen Affekte häufig die Belastung auflöst, ohne dass jemand der Beteiligten erklären könnte, warum dies geschieht. Oft zieht die reduzierte negative Emotionalität eine Änderung der Gedanken (Kognitionen) nach sich. Es fehlt dann plötzlich die manchmal jahrelang vorhandene emotionale Grundlage des problematischen, negativen Denkens. Man erlebt Klienten, die zu Einsichten kommen, ohne dass vom Behandler irgendwelche Deutungen, Perspektivwechsel oder anderen verbalen Interventionen durchgeführt wurden.

Erklärungsansätze der „Psychischen Umkehrung“

Bei der „Psychischen Umkehrung“ handelt es sich aus Sicht der Energetischen Psychologie um einen inneren Zustand der Verneinung, eine Selbstsabotage, bzgl. des zu behandelnden Themas oder bzgl. des gesamten Lebens. Roger Callahan hat das Konzept der „Psychischen Umkehrung“ beschrieben. Callahan berichtete von der Beobachtung einer „Psychischen Umkehrung“ bei einer übergewichtigen Patientin, die seit Jahren erfolglos immer wieder versuchte abzunehmen. Er wandte das Muskeltestverfahren an, indem er sie ihren linken Arm horizontal ausstrecken ließ, während er die Stärke ihres Deltamuskels testete, indem er ihren Arm nach unten drückte, und sie versuchte, seinem Druck Widerstand entgegenzusetzen. Zunächst konnte sie seinem Druck widerstehen, der Muskel testete „stark“, sie ließ sich also nicht runterdrücken. Dann forderte er sie auf, sich vorzustellen, sie sei so dünn, wie sie es gerne sein wollte. Anstatt stark zu testen, wie man bei diesem Bild, das ihr so sehr gefiel, erwarten würde, testete sie jedoch schwach. Ähnliche Ergebnisse gab es, als sie aussprach, sie wolle dünn sein. Ihr Arm testete wieder schwach. Als Callahan sie sagen ließ, sie wolle zunehmen, testete der Arm stark.

Durch Callahan und seine Nachfolger sind die Diagnosesätze zur „Psychischen Umkehrung“ immer ausdifferenzierter geworden und dieser Teil der Energetischen Psychologie dürfte für sich eine ganz eigene faszinierende Entdeckung sein. Aus psychoanalytischer Sicht dürfte es sich am ehesten um das Konzept des Widerstands handeln. Gemeint sind jene Beobachtung, dass es Persönlichkeitsanteile gibt, die unbewusst einer Heilung entgegenwirken, der Patient somit Widerstand gegen die Behandlung an sich entwickeln kann. Aus Sicht der Energetischen Psychologie, reagiert sein körpereigenes Energiesystem im Falle einer „Psychischen Umkehrung“ mit Schwächung bei allem, was mit Heilung und Zielerfüllung zu tun hat - und mit Stärkung bei allem, was mit Problemstabilisierung und Verschlechterung zu tun hat. Dies macht auch deutlich, wie es kommt, dass Klienten manchmal trotz intensiver therapeutischer Bemühungen sehr lange an bestimmten Problemen „festhalten“.

Der Vorteil der dezidierten „Umkehrdiagnostik“ mittels Muskeltest, wie sie in der EDxTM erfolgt, liegt darin, dass oft in wenigen Minuten die wesentlichen Heilungsblockaden gefunden und behandelt werden können. Dies ist, wenn man die Hartnäckigkeit solcher Blockaden aus anderen Psychotherapien kennt, zunächst einmal schwer vorstellbar. Die Energetische Psychotherapie stellt mit ihren sehr gezielten Fragen eine Technik zur Verfügung, die gleichsam „Probebohrungen“ in das unbewusste psychodynamische Konfliktfeld darstellen.

Die energetischen Psychotherapietechniken sind nicht nur gute und hilfreiche Selbstbehandlungstechniken und Bereicherungen der anderen Psychotherapiemethoden, sie dürften auch dazu beitragen, dass unser Verständnis von psychischer Gesundheit und Krankheit wächst und wir besser verstehen, was es bedarf, dass es uns psychisch, geistig und körperlich auch anhaltend gut geht.

Ich wünsche Ihnen interessante Erfahrungen mit diesen Techniken. Auf folgenden Homepages können Sie sich weitergehend informieren:

www.energypsychologyresearch.com
www.energypsych.org
www.energypsych.com
www.emofree.com


Dr. med. Michael Bohne
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Certified Practitioner and Level II Trainer in Energy Psychology and EDxTM (Energy Diagnostic & Treatment Methods)

www.dr-michael-bohne.de
www.energetische-psychologie-fortbildung.de
Kontaktdaten
 

(C) Dr. Michael Bohne 2005


Buchempfehlungen:

Energetische Psychotherapie - integrativ. Hintergründe, Praxis, Wirkhypothesen, von Michael Bohne, Christof T. Eschenröder, Claudia Wilhelm-Gößling

Buchübersicht zum Thema “Energetische Psychologie”

Wikipedia: Energiefeldtherapie (Emotional Freedom Techniques)


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