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Es war nun die spannende Frage, ob die Bewegung in der Lage sein würde, zu ertragen, dass einer ihrer Funktionäre ein derart kritisch-schonungsloses Bild der eigenen Gruppe zeichnete und er dies - vor allem - in seinem Einfluss- und Zuständigkeitsbereich (also insbesondere der Vereinszeitschrift Skeptiker) mit sehr konkreten Maßnahmen verband, die auf eine Überwindung jenes in "Skeptiker"-Gruppen sozial kultivierten mentalen Sets zielten. Sie war es nicht. Im August 1998 wurde ich vom GWUP-Vorstand ohne vorherige Konsultation aus dem GWUP-Verwaltungsrat "entfernt" und wenige Monate später auch als "Skeptiker"-Redaktionsleiter und aus allen anderen Funktionen entlassen. Daraufhin veröffentlichte ich im Februar 1999 den schon lange vorher erarbeiteten Text "Das Skeptiker-Syndrom" nun auch im Internet (ergänzt durch einen im Januar 1999 zusätzlich verfassten längeren Anhang, in dem ich meine persönliche biographische Geschichte in und mit der "Skeptiker"-Bewegung schilderte). Obwohl zu diesem Zeitpunkt schon lange klar war, dass die "Skeptiker"-Bewegung in dieser Hinsicht aus strukturellen Gründen nicht reformierbar ist und ich deshalb austreten würde, schob ich die Austrittserklärung noch einige Zeit auf. Denn ich war daran interessiert, wie die bevorstehende allgemeine Mitgliederversammlung im Mai 1999 zu der Frage stehen würde, inwieweit solche GWUP-kritischen Äußerungen zumindest als "einfaches Mitglied" erlaubt seien. Wie von mir aufgrund der bisherigen Erfahrungen nicht anders erwartet, beschloss die Mitgliederversammlung in der Tat mit großer Mehrheit, mich umgehend auch als einfaches Mitglied aus der GWUP auszuschließen. Ich bin meinem Untersuchungsobjekt, der GWUP, dafür dankbar, dass so mein seit August 1997 laufendes quasi-experimentelles Programm, welche Normen und Sanktionsmechanismen die "Skeptiker"-Bewegung steuern, in vollem Umfang umgesetzt werden konnte.
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Skeptiker ? - Begriffsprobleme und die Folgen
GWUP-Mitglieder nennen sich in der Regel „Skeptiker“ und fühlen sich als Teil einer weltweiten „Skeptiker-Bewegung“, die sich den „Kampf gegen das Paranormale und Pseudowissenschaften“ auf die Fahnen geschrieben hat („battle against the paranormal and pseudoscience“ - so die weltweit führende amerikanische „Skeptiker“-Organisation CSICOP in einer Presseerklärung zum „2. Welt-Skeptiker-Kongress“ in Heidelberg im Juli 1998). Die Probleme beginnen damit, dass mit dem Begriff „Skeptiker“ (mindestens) zwei verschiedene semantische Dimensionen verbunden sind, die sowohl von der Öffentlichkeit, aber vor allem auch innerhalb von sog. „Skeptiker“-Organisationen immer wieder durcheinander gebracht werden.
Die beiden Dimensionen sind in der dargestellten Graphik verdeutlicht: Es gibt einerseits die Dimension „belief - unbelief“ (z.B. hinsichtlich des „Paranormalen“, was immer das sein mag), andererseits die Dimension „dogmatism - open mindedness / critical thinking“. Dabei ist zu betonen, dass mit „unbelief“ keineswegs nur „non-belief“ gemeint ist, sondern der „unbelief“, verstanden als „disbelief“, durchaus selbst ein belief-system darstellt.
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