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Drei Jahrhunderte auf einem falschen Weg: Auch aus noch so komplexer Materie kann nie Geist „entstehen“ - Der Geist wohnt ganz im Gegenteil im Einfachsten - dem Elektron - Durch Untersuchung der geistigen „Kräfte“ des Elektrons lernen wir die noch wenig bekannten „Kräfte“ des Geistes kennen - Kann ein Geist mit dem anderen auf Entfernung kommunizieren? - Nimmt die Intensität der Kommunikation mit der Entfernung ab? - Nachrichten vom Ende der Welt - Uns gehört die Welt - Sind Zukunftsvisionen möglich? - Als Folge unserer Handlungs- freiheit: keine unverrückbare Vergangenheit, keine vorgegebe- ne Zukunft - Die Liebe macht die Telepathie möglich - Zuerst war der Geist, und ihn müssen wir zuerst kennen lernen
Niemand wird daran zweifeln, dass der Geist auch heute noch ein nur wenig erforschtes Phänomen ist. Natürlich wissen wir, wie er sich normalerweise manifestiert - die Psychologie ist jener Zweig der Wissenschaft, der sich damit beschäftigt. Doch was weiß man schon über seine Struktur (d. h. das, woraus er besteht)? Was weiß man über seine Funktionsmechanismen und über seine „Kräfte“ (d. h. seine Eigenschaften)? In all diesen Fragen sind wir heute nicht viel weiter als vor einigen Jahrhunderten.
Dieser Rückstand sei, so bekommt man oft zu hören - und ich schließe mich dieser Meinung an - eine Folge der Richtung, die die Wissenschaft im 17. Jahrhundert insbesondere seit Newton eingeschlagen hat. Man war damals gerade dabei, das mittelalterliche Wissen hinter sich zurückzulassen, ein Wissen, das sich großteils darauf beschränkte, das zu wiederholen, was zwei Jahrtausende zuvor Aristoteles verkündet hatte. Man bezog seine Erkenntnisse weit weniger aus Beobachtungen als aus philosophischen Betrachtungen. Erst mit dem Entstehen neuer Beobachtungstechniken und des hiezu nötigen Instrumentariums wurde auch die Betrachtungsweise wissenschaftlicher. Man begann nun damit, alles zu untersuchen, was beobachtbar war, und weigerte sich, „Hypothesen“ aufzustellen, um das „Warum“ der beobachteten Erscheinungen zu erklären (auch Newton stellte dies fest). Ich will versuchen, euch zu erklären, „wie“ die Gravitation vor sich geht, sagt Newton, welchen Gesetzen zufolge zwei Körper einander anziehen. Doch „warum“ dem so ist, warum die Natur sich gerade dieses Mittels bedient, wo sie doch geradeso auch die beiden Körper einander abstoßen lassen könnte, darüber will ich nichts sagen.
Tatsächlich sollte es bis zur Mitte unseres Jahrhunderts dauern, bis Physiker entdeckten, dass von der Erfahrung noch kein Weg zur Schaffung einer Theorie führt, wie Einstein sagte. Denn wir bauen ja unsere Vorstellung von der Welt nicht einfach aus den beobachtbaren Zeichen auf, die diese Welt uns zur Verfügung stellt; erst unser Geist „ersinnt“ jenes zusammenhängende Bild, das uns eine Vorstellung von der Welt gibt. Haben wir dieses Bild, können unsere Erfahrungen bestätigen, dass es uns das „Wie“, also die beobachteten Erscheinungen, erklärt. Doch diese Vorstellung, die uns unser Geist liefert, ist niemals an sich „wahr“; er könnte uns auch eine ganz andere Vorstellung liefern, die die Beobachtungen genauso wiedergibt. Noch heute gibt es viele Physiker, die diese Frage nicht richtig verstanden haben: Sie fragen sich etwa immer noch, ob der Raum „wirklich“ gekrümmt ist, so wie Einstein dies in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie darstellt. Nun hat aber Einstein niemals behauptet, der Raum sei „wirklich“ gekrümmt; hätte er es getan, hätte man ihn zu Recht beschuldigt, eine absolute Darstellung unserer Welt geben zu wollen, was keineswegs dem Erkenntnisstand dieses großen Physikers entsprochen hätte. Er wusste genau, dass er nur eine „Axiomatik“ errichtete und dass sein Geist die Axiome, von denen er ausging, frei ersonnen hatte. Daher war seine Darstellung der Welt nur relativ, sie war mit den angenommenen Axiomen in Relation zu setzen (hier liegt übrigens der tiefe Sinn des Begriffes Relativität).
Nachdem sich also seit Newton die Wissenschaft einzig und allein der Beobachtung verschrieben hatte, um ihre Erkenntnisse voranzutreiben, glaubte man fest, dass man eines Tages auch den Geist und seine Eigenschaften anhand solcher Beobachtungen erklären würde können. In den vergangenen zwei Jahrhunderten hat sich daher die Wissenschaft nicht systematisch geweigert, den Geist zu erforschen, wie dies manchmal behauptet wird, sondern sie nahm an, dass, kannte man nur einmal die Materie besser, die Physiker und Biologen so eifrig zu erforschen trachteten, sich auch die Mechanismen des Geistes von selbst enthüllen würden. Allerdings zweifelte niemand daran, dass es sich dabei um „komplizierte“ Mechanismen handelte, und man wunderte sich daher auch nicht, dass man auch nach jahrhundertelangen Beobachtungen in Bezug auf die Struktur der Materie dort den Geist noch immer nicht entdeckt hatte. Bis vor kurzem waren die meisten Biologen das, was man heute „Reduktionisten“ nennt: Sie waren überzeugt, dass der Geist und seine Eigenschaften aus „extrem komplexen“ Strukturen der Materie hervorgehen, aber dass er seinem Wesen nach Materie, letztlich also alles Leben nichts als eine Art „Super-Roboter“ sei. Was natürlich eine völlig grundlose Annahme ist, zu der nichts, aber auch schon gar nichts berechtigt: Warum sollte aus der - wenn auch komplexen - Aneinanderreihung von Materieteilchen, die selbst keinen Geist besitzen, plötzlich etwas wie Geist „entstehen“? Greifen wir nochmals zu dem Brief, den Diderot am 15. Oktober 1759 an Sophie Voland schrieb und in dem er ganz klar ausdrückte, dass aus Nicht-Geistigem unmöglich Geistiges entstehen könne: „Anzunehmen, dass man einen lebenden Organismus erhält, indem man einem toten Teilchen ein, zwei oder drei weitere tote Teilchen hinzufügt, hieße, so scheint es mir, eine vollkommene Absurdität vertreten - es sei denn, ich verstünde gar nichts von der Sache. Wie! Solange es zur Linken des Teilchens B lag, war sich das Teilchen A seiner Existenz nicht bewusst, fühlte nicht, war leblos und tot; kaum aber wird das Teilchen, das rechts lag, nach links, und dasjenige das links lag, nach rechts verschoben, beginnt das Ganze plötzlich zu leben, zu fühlen, sich seiner selbst bewusst zu sein! Dies ist nicht möglich. Was tun hier die Rechte oder die Linke zur Sache?“
Dieser vernünftige Gedankengang Diderots ist nicht zu widerlegen! Wie sollte denn auch in einem „Roboter“ aus Materie, wie kompliziert auch immer er gebaut sein mag, je das Bewusstsein seiner eigenen Existenz entstehen!
Und tatsächlich beginnen wir heute zu merken, dass die Generationen von Wissenschaftlern, die uns vorangegangen sind, so erfolgreich sie in ihren Forschungen über die leblose Materie waren, sich in Bezug auf den Geist, der sie natürlich gleichermaßen interessierte, geirrt haben, weil sie glaubten, sie würden ihn in dem Augenblick verstehen, wo sie so weit sein würden, sehr komplizierte materielle Strukturen analysieren und erklären zu können. Doch der Geist verbirgt sich nicht im extrem Komplizierten, er wohnt im extrem Einfachen, im kleinsten und leichtesten Materieteilchen, in jenem Teilchen, das schon am längsten bekannt war, dem Elektron. Das ändert natürlich alles. Man glaubte, noch sehr schwierige wissenschaftliche Forschungen vor sich zu haben, um die denkenden Strukturen zu entdecken, und stellte fest, dass der Geist in einem Teilchen auftaucht, das sowohl experimentell als auch theoretisch bereits weitgehend erforscht ist. Man glaubte, den Geist erst nach langwierigen Laboruntersuchungen mit Techniken und Instrumenten, die erst erfunden werden müssten, entdecken zu können, und dabei wartete er die ganze Zeit draußen vor der Tür des Labors. Man musste sie nur aufstoßen, diese Tür - was zu tun unsere Wissenschaft geflissentlich vermieden hatte - aus Furcht, die so genannten „exakten“ Wissenschaften könnten durch metaphysische Betrachtungen „verunreinigt“ werden. Das muss sich nun alles ändern: Denn wenn die Metaphysik, wie ja jedermann weiß, die Wissenschaft ist, die sich mit dem Geist beschäftigt, kann man ihr auch nicht mehr gut die Tür weisen, durch die man den Geist eben eingelassen hat. Was meinen Sie dazu, meine Herren, die Sie sich „die Wissenschaft“ zu nennen belieben?
Ich werde nun gewiss nicht in den Fehler verfallen, mich kopfüber in eine Untersuchung der so genannten „parapsychologischen“ Phänomene zu stürzen, um mich mit Hellseherei, Telepathie oder Telekinese zu beschäftigen. Erinnern wir uns nur: Aristoteles sagte, man müsse an den Anfang aller Dinge zurückgehen, um sie klar zu sehen. Nun, wir befinden uns heute in der glücklichen Lage, eben diesen „Anfang“ der Mechanismen des Geistes, ihre Elementarstufe, vor uns zu haben. Und mit diesem Anfang, dem Elektron als Träger des Geistes, werde ich beginnen, um zu erforschen, welche geistigen Kräfte in der „Maschine Mensch“ am Werk sind. Ich gehe davon aus, dass in dieser Maschine Elektronen enthalten sind, also Geist, und dass aller Geist in diesen Elektronen enthalten ist. Solcherart werde ich aus der Untersuchung der geistigen Eigenschaften des einzelnen Elektrons Rückschlüsse auf die geistigen Kräfte der ganzen Maschine ziehen können. Ich werde diese Kräfte demnach an ihrer Quelle zu erforschen trachten und nicht über Verhaltensweisen der Maschine Mensch, in denen das Wirken jener Kräfte zu beobachten wäre.
Man kann endlos darüber diskutieren (und man tut es auch), ob die wenig bekannten geistigen Phänomene, wie die Telepathie, nun „wirklich“ existieren oder nicht. Zahlreiche Menschen, an deren Geist nicht zu zweifeln ist - und zwar so viele, dass ihre Glaubhaftigkeit kaum in Frage gezogen werden kann -‚ behaupten, Zeugen telepathischer Erscheinungen gewesen zu sein. Doch genauso viele andere Leute, deren Intelligenz und Glaubwürdigkeit genauso wenig anzuzweifeln sind, versichern uns mit allem Nachdruck, dass diese so genannten „telepathischen“ Erscheinungen in Wirklichkeit nur auf „Zufällen“ beruhen, was durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung übrigens ganz leicht zu beweisen ist.
Meines Erachtens war die Frage, ob man aus den „wahrgenommenen“ Verhaltensweisen auf mögliche geistige Kräfte schließen konnte, solange man noch nichts über die grundlegenden Mechanismen des Geistes wusste, falsch gestellt. Sehen wir doch, was passiert, wenn wir Wilde, die geradewegs aus dem Busch kommen, an einem Radioapparat vorbeiziehen und sie an den Knöpfen drehen lassen. Von Zeit zu Zeit wird einer der Männer am „richtigen“ Knopf drehen, und es wird Musik erklingen. Doch bei den meisten anderen wird der Apparat stumm bleiben, weil es vielleicht gerade keine Sendung gibt oder weil sie nicht den „richtigen“ Knopf entdeckt haben. Es ist natürlich vollkommen zulässig, die einigen wenigen „Erfolge“ als reine „Zufälle“ zu bezeichnen: Zufällig wurde am richtigen Knopf gedreht, zufällig gab es gerade eine Sendung. Solche „Zufälle“ sind mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung auch durchaus berechenbar.
Sie sehen schon, worauf ich hinaus will. Solange man nicht weiß, wie der Radioapparat funktioniert, kann man sich bei seiner Bedienung keinen hundertprozentigen Erfolg erwarten; man sagt in einem solchen Fall, dass die Wahrnehmung des zu erforschenden Phänomens nicht regelmäßig wiederholbar ist. Doch wenn die Person, die den Apparat bedient - auch wenn sie aus dem tiefsten Urwald kommt -‚ weiß, wie er funktioniert, wird jeder Versuch zu einem positiven Ergebnis führen.
Mit dem Geist geht es uns genauso. Was wussten wir bis vor kurzem denn schon über seine Funktionsweise? Ich möchte sagen, faktisch nichts. Seine rein „äußeren“ Erscheinungsformen konnten wir natürlich beobachten, und dabei stellten wir fest, dass diese Erscheinungsformen sehr frei sind, sich also nicht regelmäßig wiederholen. Es fällt uns deshalb auch schwer, vorherzusehen, wie der Geist eines bestimmten Menschen in einer gegebenen Situation nun reagieren wird. Wir wissen auch, dass die aus der Außenwelt stammenden Zeichen durch unsere Sinnesorgane an etwas weitergegeben werden, das wir unseren „Geist“ nennen. Doch wie dieser wirklich funktioniert, ob er nur auf Informationen durch die Sinnesorgane angewiesen ist oder ob er auch Direktinformationen ohne diesen Umweg über die Sinnesorgane empfangen kann, wissen wir nicht. Gibt es die direkte Kommunikation von Bewusstsein zu Bewusstsein? Wir wären versucht, die Frage zu verneinen, wenn wir an die mangelnde Wiederholbarkeit geistiger Vorgänge denken. Doch letzteres liegt nur an der Verkennung der geistigen Funktionsweisen, da ja solche „außersinnlichen“ Erscheinungen beobachtet wurden!
Lassen wir nun die Beobachtungen beiseite und gehen wir an die Quelle, schließen wir aus den dem „Träger“ des Geistes, dem Elektron, eigenen Charakteristika auf die „wissenschaftlich plausiblen“ Kräfte, die im menschlichen Geist verborgen sind.
Zuerst wollen wir uns mit der Fernwirkung befassen. Vergessen wir einmal unsere Sinnesorgane - wir wissen ja, dass der Geist in unseren Äonen ihrer nicht bedarf. Die Elektronen in den beiden Keimzellen, aus denen durch Vermehrung das vollständige Lebewesen entstehen wird, verfügen über keinerlei Sinnesorgane und können doch miteinander in Verbindung treten (wir haben es mit untereinander völlig abgestimmten Handlungen, insbesondere der Zellteilung zu tun).
Ich nehme daher zwei einzelne Elektronen und frage mich: Können sie durch „Fernwirkung“ miteinander in Verbindung treten, durch Informationsaustausch ohne irgendeine Art von „Mittler“?
Selbstverständlich können sie es. Und ich brauche, um dies zu beweisen, gar nicht auf die „psychischen“ Eigenschaften des Elektrons (Tat, Reflexion, Erkenntnis, Liebe) zurückgreifen; mir genügt dazu eine seiner physikalischen Eigenschaften: die elektromagnetische Wechselwirkung zwischen zwei Elektronen.
An dieser Stelle müssen wir uns unsere Kenntnisse in Elementarphysik ins Gedächtnis rufen: Das Elektron ist eine kleine, elektrisch geladene Kugel und kann daher auf ein entferntes, ebenfalls geladenes Elektron, das an ihm vorbeikommt, einwirken. Wenn die jeweiligen Ladungen der beiden Elektronen dasselbe Vorzeichen haben, werden sie einander abstoßen, im umgekehrten Fall werden sie einander anziehen.
Nun - und jetzt befinden wir uns an einem besonders wichtigen Punkt unserer Ausführungen -‚ wie erklärt die zeitgenössische Physik diese Wechselwirkung zwischen zwei Elektronen?
Man könnte vielleicht glauben, dass vom ersten Elektron „irgend etwas“ ausgeht, auf das andere zukommt und so eine Kraft ausübt, die es anzieht oder abstößt. Nichts da! sagen die Physiker, keinerlei greifbares Objekt geht da von einem zum anderen.
Nun, dann verformt das Elektron vielleicht den es umgebenden Raum, wie das bei den Gravitationswirkungen einer Masse auf die andere der Fall ist; in diesem verformten Raum könnten die Elektronen die Tendenz haben, ineinander zu „fallen“ (wie in einem Trichter) oder sich voneinander zu entfernen (wie an der Oberfläche einer Kugel). Nein, so ist es auch nicht, antworten die Physiker. Der Raum wird wohl durch Gravitation und durch die Wechselwirkungen zwischen den Teilchen des Atomkerns (starke Wechselwirkungen) verformt, doch nicht durch das Elektron, das nur über „schwache“ ‚ „elektromagnetische“ Wechselwirkungen verfügt.
Ja, aber wie „kommunizieren“ dann die Elektronen, die einander anziehen oder abstoßen? Es ist dies eben ein echter Fall von „Fernwirkung“, sagten die Physiker: Nichts geht von einem zum anderen, doch man muss es sich vorstellen, „als ob“ ein angenommenes Photon (das man deshalb „virtuelles“ Photon nennt) von einem Elektron zum anderen gegangen wäre und auf das erste eine Kraft ausübt, wenn es dieses verlässt, auf das zweite, wenn es es erreicht1.
Also halten wir uns klar vor Augen: Nichts Wirkliches geht von einem Elektron zum anderen, auch kein virtuelles Photon; ein solches Photon existiert nicht; wir sagen nur, dass - „wäre es vorhanden“ - die zu beobachtende elektrostatische Wechselwirkung zwischen den Elektronen ein Ergebnis seines Vorhandenseins wäre. Aber es ist nicht vorhanden, und man wird es daher auch mit keinerlei Messinstrument je aufspüren können. Wem das nicht klar ist, der hat nichts von dieser merkwürdigen Art der Informationsübertragung verstanden. Die rein physikalischen Eigenschaften des Elektrons ermöglichen seine Fernwirkung, es bedarf keines Informationszwischenträgers von einem zum anderen. Nur um diese Übertragung irgendwie zu erklären, „stellt man sich vor“, dass ein Photon solch ein Zwischenträger sein könnte. Doch dieses Photon gibt es nicht.
Ich übertrage das eben Gesagte nun auf die Ebene dessen, was sich angeblich bei Auftritten von Hellsehern abspielt (ob es sich wirklich so abspielt oder nicht, ist in diesem Zusammenhang nicht weiter interessant). Ich lege einen Gegenstand in eine Schachtel aus dickem Karton, durch deren Wände nichts nach außen dringen kann. Nun soll jemand, der den Gegenstand nicht gesehen hat, erraten, was sich in der Schachtel befindet.
Ich will hier nur wissen, ob es prinzipiell möglich ist, dass Informationen aus dem Inneren der Schachtel nach außen gelangen, ohne dass irgendein sichtbarer Zwischenträger ins Spiel kommt. Wenn ich mir den Informationsgeber und -empfänger als Elektronen vorstelle, muss ich im Hinblick auf die zwischen ihnen herrschende elektromagnetische Wechselwirkung die Frage bejahen.
Das, was die Physiker das „elektrische Feld“ der Elektronen in der Schachtel nennen, reagiert auf die Elektronen, die sich draußen befinden, und umgekehrt, ohne dass irgendein materieller Gegenstand durch die Wände der Schachtel dränge. Wenn ich nun die Elektronen als einfache, materielle Gegenstände ohne geistige Eigenschaften annehme, dann fange ich mit dem eben Gesagten für eine mögliche Erklärung der Hellseherei nicht viel an. Doch wenn die Elektronen fähig sind, Geist zu besitzen (und wir wissen ja, dass sie es - sogar als einzige im ganzen Universum - sind), dann sehen die Dinge gleich ganz anders aus: Wir können zwar nicht behaupten, dass die Maschine Mensch hellsehen kann, hingegen können wir behaupten, dass diese Maschine über Teilchen verfügt, die Elektronen nämlich, die auf Entfernung und durch für jede Art von Projektil undurchlässige Wände hindurch, miteinander in Verbindung treten können. Wir haben also Teilchen in uns, die, wie die Physik nachweist, wie bei der elektrischen Wechselwirkung zwischen Elektronen miteinander auf Entfernung kommunizieren können. Warum sollte dann eigentlich nicht auch ein geistiger Austausch auf Entfernung zwischen diesen Elektronen, die unseren Geist tragen, möglich sein? Und wäre demnach die Hellseherei nicht eine Möglichkeit des Geistes, die es verdiente, dass die Wissenschaft sich näher damit beschäftigt? Diese Fragen möge sich jeder selbst beantworten.
1 Das Ganze unterliegt dem sakrosankten Gesetz der Erhaltung der Impulsenergie.
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