Humbug oder Kraft des Bewusstseins? Computergestützte Bioresonanz mit dem
System »Bioresonanz-3000«
Interview mit Hermann Grösser

psychophysik.com: Herr Grösser, Sie bieten neuerdings das computergestützte Bioresonanz- und Radionikgerät BR-3000 an, welches - so mein erster Eindruck - in Hinblick auf das zugrunde liegende Konzept und die Basisfunktionen mit dem marktführenden System quantec® nahezu identisch ist. Gut, dem BR-3000 fehlen die dekorativen Rosenquarzkugeln, mit denen Peter von Buengner sein »Geist-Materie-Interface« bzw. die sogenannte Diode mit weißem Rauschen schmückt. Dafür verlangen Sie jedoch nur einen Bruchteil des quantec®-Preises. Handelt es sich hier um ein Plagiat oder gesunden Wettbewerb?

Hermann Grösser: Nun, von einem Plagiat kann keineswegs die Rede sein, denn bei der BR-3000 handelt es sich um eine Jubiläums- Software zur Bioresonanz mit dem dazugehörigen Interface zum Andenken an Dr. Franz Morell, der vor 30 Jahren die erste radionisch funktionierende Methode in Deutschland begründete. Damals brachte natürlich noch kaum jemand seine Therapieform mit der Radionik in Verbindung, zumal diese Art der Behandlung in Deutschland so gut wie unbekannt war.

Natürlich wird eine Mindestanforderung an die Möglichkeiten eines auf der Ebene des Bewusstseins funktionierenden Gerätes gestellt und da sind nun mal gewisse Ähnlichkeiten mit anderen Systemen unumgänglich. Der Markt ist heute geradezu überschwemmt von Angeboten an psychobiophysikalischen Geräten und Interessenten dürften es extrem schwierig haben, sich in diesem Wirrwarr zurechtzufinden.

Nun kommt plötzlich noch ein weiteres System hinzu, eines, das sogar in einer völlig anderen Preisklasse angesiedelt ist und dazu noch mit dem Slogan „Pay less – get more“ wirbt. Da ist Ihre Frage, ob es sich um gesunden Wettbewerb oder ein Plagiat handelt, natürlich mehr als gerechtfertigt.

Bei der BR-3000 wurde ganz bewusst der Schwerpunkt auf Funktionalität gelegt und weniger auf pseudotherapeutischen Schnickschnack oder glaubenstärkende Insignien. Dass dabei auch Wünsche seitens der Anwender berücksichtigt wurden, versteht sich von selbst. So hat natürlich auch die BR-3000 eine Rauschquelle, sogar eine mehrstufige und zusätzlich noch eine Schnittstelle für externe Anschlüsse. Aber das sind keine kostenintensiven Faktoren, die Preise in fünfstelliger Höhe rechtfertigen würden. Somit ist der Preis der BR-3000 ein klares Wettbewerbsinstrument. Umso mehr, als es sich um ein All-In-One-System handelt, das die Vorteile verschiedener Methoden in einem Gerät vereint.

psychophysik.com: Was kostet denn die Software BR-3000 einschließlich Rauschquelle? Und: Können Sie vielleicht nochmals kurz erklären, was sich hinter den Begriffen »Bioresonanz« und »Radionik« genau versteckt? Sie sind in der Szene bekannt als Experte, der auf den Missbrauch physikalischer Begriffe rund um psychophysikalische Geräte hinweist. Wer unter Google »Bioresonanz« eingibt, der stößt schnell auf Ihren Artikel
»Physik der Bioresonanz - Irreführung oder Verdummung?«. Die Verfahren selbst scheinen für Sie allem Anschein nach jedoch trotzdem Sinn zu machen, oder?

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Hermann Grösser: Natürlich machen diese Verfahren Sinn, gerade heute, wo Patienten mehr denn je auf der Suche nach natürlichen und nebenwirkungsfreien Methoden sind.

Gegen was ich mich in diesem Zusammenhang allerdings entschieden wehre, ist der Missbrauch etablierter Termini der Physik. Hersteller und Protagonisten derartiger Methoden versuchen häufig durch ihr Vokabular geistige Vorgänge auf eine materielle Ebene zu drücken und Wissenschaftlichkeit dort vorzutäuschen, wo keine ist: im Reich der geistigen Welten. Sowohl Bioresonanz als auch Radionik sind bewusstseinsrelevante Verfahren. Sie können erst durch den Anwender wirksam werden. Die Elektronik ist nur das Mittel zum Zweck, die materielle Form, um auf einer anderen Bewusstseinsebene optimal agieren zu können.

Die Software einschließlich Interface und mehrstufiger Rauschquelle sowie Chipkartencodierer kostet in der Grundausstattung derzeitig 3.900,-- Euro plus Mehrwertsteuer. Hinzu kommen diverse Module, je nach Bedarf der Anwender.

psychophysik.com: Nun gibt es hier ein Paradoxon, das an etablierte Therapieformen wie z. B. die Homöopathie erinnert. Auf der einen Seite gibt es die Fraktion der Skeptiker, die mit Recht auf den Missbrauch physikalisch eindeutig definierter Begriffe hinweisen und daraus die Nutzlosigkeit des Systems ableiten. Auf der anderen Seite gibt es die Praktiker, welche die großen Heilerfolge in der Praxis beobachten und daraus auf die Sinnhaftigkeit der jeweiligen »Funktions-Legende« schließen. Motto: Was aus physikalischer Sicht Unsinn ist, das kann keine über unbedeutende Zufallseffekte hinausgehende Wirkung haben, insbesondere nicht für breite Bevölkerungsschichten sinnvoll sein. Oder: Was in der Praxis regelmäßig und beeindruckend wirkt, das muss einen realen - dann halt noch unerforschten - Wirkmechanismus haben.

Fangen wir mit der Physik an. Wo genau liegt hier der Missbrauch etablierter Begriffe? Und was ist aus Ihrer Sicht der Grund, warum Anbieter z. B. von Radionik- und Bioresonanzsystemen sich so schwer damit tun, ihren Kunden reinen Wein einzuschenken. Also beispielsweise darauf hinzuweisen, dass eine physikalisch klar definierte und messbare elektromagnetische Welle unmöglich eine physikalisch bisher nicht greifbare Dimension - nennen wir es Geist oder Bewusstsein - beeinflussen kann. Für die umgekehrte Richtung, d. h. die mögliche Beeinflussung eines IT-Systems durch das Bewusstsein des Beobachters, gibt es, wie die
Forschungsarbeiten von Robert G. Jahn und Brenda J. Dunne zeigen, sehr wohl starke Indizien.

Hermann Grösser: Missbrauch entsteht grundsätzlich da, wo etablierte Begriffe der Naturwissenschaft zur Beschreibung irgendwelcher philosophischer Konzepte eingesetzt werden, sodass der Eindruck entsteht, es handele sich um reale Aspekte in der Außenwelt.

Bekanntlich werden für die Darstellung physikalischer Erkenntnisse und Zusammenhänge messbare Eigenschaften von physikalischen Objekten, Zuständen und Vorgängen verwendet. Messbarkeit ist somit eine wesentliche Eigenschaft jeder physikalischen Größe. Aus bestimmten Gründen werden jedoch in der Alternativmedizin häufig Begriffe der Physik, neuerdings auch aus der Informatik umgedeutet und für eigene Zwecke missbraucht. So z. B. »Energie«, »Frequenz«, »Resonanz« oder »Schwingung«.

Eine Unterscheidung zwischen echten physikalischen Parametern, die messtechnisch erfassbar sind und abstrakten, d. h. symbolischen Bezugsgrößen, wie imaginären Energie- und Schwingungsformen, Pseudofrequenzen etc., die nur im Bewusstsein als theoretisches Gedankengebäude existieren, wird kaum getroffen. Ganz abgesehen davon ist eine physikalische Größe nicht automatisch einer Wirkungskomponente gleichzusetzen. Selbst wenn sich hypothe- tische inverse »bioenergetische« Schwingungen nachweisen ließen, dann ist damit noch lange nicht das Wirkmodell bewiesen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Anhänger alternativer Konzepte grundsätzlich zu der Annahme tendieren, dass wenn es einen Namen gibt, das Benannte auch wirklich vorhanden sein müsse. Doch weit gefehlt. Der Name ist genauso wenig die Sache, wie der Film das Leben ist. Was sind also »Energetische Driver«, »Energetische Integratoren« oder ein »Energetisches Terrain«? Hier kann doch jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Anwender dieser Methoden sollten sich deshalb auch im Klaren sein, dass die Testergebnisse virtueller Art sind und somit eine eventuell erforderliche schulmedizinische Abklärung keinesfalls ersetzen.

psychophysik.com: Heißt das mit anderen Worten, dass viele Vertreter esoterisch angehauchter Therapieformen im Kern knallharte Materialisten sind? Prof. Harald Walach äußerte sich in einem in der Forschenden Komplementärmedizin publizierten Beitrag wie folgend:

»Während die Vorreiter der Theoretiker und Forscher innerhalb der konventionellen Forschung langsam erkennen, dass viele Fähigkeiten des Organismus das Resultat einer komplexen systemischen Interaktion eines Netzwerkes darstellen und deswegen nicht oder nur begrenzt von außen linear-kausal steuerbar sind, haften viele Vertreter der Komplementärmedizin immer noch an einem lokal- linearen Verständnis des Organismus und versuchen mehr oder weniger krampfhaft, sich mit lokalen Theorien anzubiedern oder sich in vage Spekulationen zurückzuziehen.«

Quelle:
»Komplementärmedizin - subtiler Materialismus? Oder: Die Frage nach dem Bewusstsein«, FORSCHENDE KOMPLEMENTÄRMDIZIN, 2002; 9: 265 - 268

Wie hoch ist nach Ihrer Einschätzung der Prozentsatz jener Anbieter, die tatsächlich daran glauben, dass man mit physikalisch greifbaren esoterischen Wundergeräten physikalisch nicht greifbare Ebenen - ob nun morphogenetische Felder oder ganz einfach Geist - beeinflussen kann? Und wie groß ist aus Ihrer Sicht die Gruppe, der sehr wohl bewusst ist, dass die Wirkung auf der Ebene von Geist und Bewusstsein, nicht jedoch auf der Ebene eines Gerätes ausgelöst wird?

Hermann Grösser: Sicher ist das mit dem knallharten Materialismus nicht auszuschließen, denn wir leben nun mal in einer stark vom Materialismus geprägten Welt und da mögen manche Hersteller schon kräftig zulangen, schließlich gehört der Preis zu den wichtigen glaubensstärkenden Faktoren in diesem Bereich.

Gerät ist jedoch nicht gleich Gerät und so mancher technisch orientierte Konstrukteur machte sich einst guten Glaubens ans Werk, um nachher festzustellen, dass die therapeutische Realität doch noch eine ganz andere ist. In letzter Konsequenz hat er nichts anderes als »esoterische Elektronik« zustande gebracht. Ein Zurück gibt es meistens nicht und so bleibt man beim alten Erklärungsmodell, wohlwissend, dass das so nicht stimmt. Doch diese Realität wird verdrängt. Wie sonst könnte man weitermachen?

Ich kann mir jedoch kaum vorstellen, dass es heute noch viele Hersteller gibt, denen die Rolle des Bewusstseins beim Arbeiten mit dieser Art von Geräten nicht bekannt ist und die tatsächlich von der spezifischen Wirkung einer physikalischen Frequenz mit drei Stellen hinter dem Komma fest überzeugt sind.

Im Grunde genommen haben wir es dabei mit zwei Arten von Anbietern, zu tun. An dem einen Ende sind jene, die in gutem Glauben handeln und an dem anderen eben diejenigen, die bewusst abzocken. Wie hoch jedoch der jeweilige Prozentsatz ist, das wage ich nicht zu beziffern. Aber wer das Infomaterial der einzelnen Firmen aufmerksam studiert, der weiß schnell, wer zu welcher Kategorie gehört.

Zwangsläufig stellt sich dabei die Frage, warum so etwas überhaupt möglich ist? Nun, die Antwort ist bei den Anwendern selbst zu suchen. Würden diese selbst keine materielle Denkweise haben, wäre das Thema schnell erledigt. Natürlich gilt das nicht für alle, Ausnahmen bestätigen bekanntlich auch hier Regel. So gesehen ist es ein großes Wagnis, wenn für die BR-3000 mit dem Zusatz »Die Kraft des Bewusstseins« geworben wird und die Software weit mehr Informationen liefert, als jedes derzeit bekannte System.

psychophysik.com: Das heißt mit anderen Worten: Es muss ausreichend Menschen geben, welche für entsprechende Legenden empfänglich sind.

Hermann Grösser: So krass würde ich es nicht ausdrücken, denn nicht alles sind esoterische Wundermaschinen und nicht alles ist Betrug. Die Geräte sind sehr wohl hilfreiche Instrumente, mit denen in der Hand versierter Anwender teils Außergewöhnliches erzielt werden kann. Erst durch sie werden schlussendlich die schöpferischen Kräfte des Bewusstsein freigesetzt, auch das sollte man nicht vergessen.

Eine Methode funktioniert ja unabhängig vom Erklärungsmodell. Die Frage ist nur: Wirkt sie auch, wenn der Anwender weiß, dass das Modell nicht stimmt und er selbst die Wirkungskomponente darstellt?

Natürlich regeln Angebot und Nachfrage den Markt und verständ- licherweise richten sich die Hersteller nach den Bedürfnissen der Anwender, von denen viele den pseudophysikalischen Argumenten - aus welchen Gründen auch immer - Glauben schenken und bereit sind, Zigtausende dafür auszugeben. Mit anderen Worten: Je materiegläubiger, desto höher der Betrag, den man bereit ist, dafür zu bezahlen.

Dabei gibt es von Modell zu Modell gewaltige Unterschiede. Zu unterscheiden gilt auch zwischen dem Materialwert und dem eigentlichen Gebrauchswert. Was kann ein Therapeut mit einem bestimmten Gerät und Konzept überhaupt machen? Und welche therapeutischen Informationen werden mitgeliefert. Die Qualität der Datenbanken ist nach meiner persönlichen Einschätzung von ausschlaggebender Bedeutung.

Was jedoch den meisten Anwendern inzwischen klar sein dürfte, ist das interessante Phänomen, dass erst die Anwendung einer bestimmten Methode die bewusstseinsrelevanten Kräfte freisetzt.

Trotzdem herrscht die materielle Denkweise immer noch vor, denn sie wird ja vom eigenen Weltbild und dem Zeitgeist getragen. Je nach Bewusstseinsstand greifen diese Faktoren mehr oder weniger. Wenn einer bereits Jahre damit arbeitet, weiß er natürlich über die Hintergründe ganz genau Bescheid. Übung macht den Meister, die Anwendung erschafft die Wirklichkeit und damit die Identifikation mit dem System - eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg überhaupt.

So gesehen könnte sogar der relativ niedrige Basispreis des Systems Bioresonanz-3000 mit einer der umfangreichsten Datenbanken ein gewisses Verkaufshemmnis darstellen. Die Szene erwartet von einem derartigen Gerät einen Mindestpreis von 10.000,– Euro oder gar mehr. Der Preis wirkt glaubensstärkend und erhebt die Geräte in gewissem Maße zum Statussymbol. Wenn der Slogan wie im Falle der Bioresonanz-3000 dann noch »Die Kraft des Bewusstseins« heißt, dann sind Therapeuten noch viel vorsichtiger. Denn im Grunde genommen verdrängen viele das Wissen um die geistigen Kräfte. Hier sollte noch etwas Aufklärungsarbeit geleistet und darauf hingewiesen werden, dass das Gerät ein Instrument ist, mit dem man bewusst arbeiten kann, um nicht physikalische »Energieformen«, »geistige Informationen« oder wie auch immer Sie es nennen wollen durch die Kraft des Bewusstseins zu übermitteln.

Bereits vor über sechzig Jahren bemerkte der bekannte englische Radioniker George de la Warr, dass die Trefferquoten mit Geräten weit höher sind, als ohne. So gesehen könnte der Hinweis »wissenschaftlich nicht anerkannt« eines Tages auch als Gütezeichen gewertet werden.

psychophysik.com: Eine Bekannte von mir hat sich vor einiger Zeit einer Bioresonanz-Therapie zur Heilung von einer schweren Lebensmittelallergie unterzogen. Speziell Erdnüsse haben bei ihr seit ihrer Kindheit immer sehr schwere allergische Reaktionen ausgelöst. Nach drei Monaten Bioresonanz-Therapie kann sie heute Erdnüsse essen und spürt nur noch eine leichte Reizung.

Ich persönlich vertrete nun die Sichtweise, dass diese spektakuläre Heilung nicht durch vermeintlich inverse Schwingungen eines Bioresonanz-Gerätes … stattdessen jedoch durch die mit einem Heilungsritual verbundene
»Wirkung der Bedeutung« ausgelöst wurde. In der komplementärmedizinischen Forschung spricht man statt von »Placeboeffekt« neuerdings von der »Wirkung der Bedeutung«. Verbunden mit der Offenheit dafür, dass wir von diesem Phänomen noch relativ wenig wissen und es durchaus sinnvoll und effektiv sein kann, es für therapeutische Zwecke einzusetzen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, dann haben Sie zwei zentrale Botschaften: 1. Die Wirkung findet auf der Ebene des Bewusstseins statt. 2. Erst die Anwendung einer bestimmten Methode setzt die bewusstseinsrelevanten Kräfte frei. Korrekt?

Hermann Grösser: Ja, was Sie da schildern ist in der Bioresonanz ein durchaus gängiger Fall. Vergleichbare Heilungserfolge können Ihnen zahlreiche Ärzte bestätigen, die mit diesem therapeutischen Verfahren arbeiten. Invertierung, speziell von Allergenen, gehört zum Standard einer Bioresonanzbehandlung.

Der Erfolg hat nach meiner Einschätzung jedoch nichts mit einer physikalischen Invertierung durch ein bestimmtes elektronisches Gerät zu tun. Heilung wird durch das Anwendungsritual und die Intension des Behandlers ausgelöst. Nicht die physikalische Geräteeinstellung, auch wenn Sie für das Anwendungsritual erforderlich erscheint, sondern das im Bewusstsein des Therapeuten verankerte Modell kommt zum Tragen. Je mehr sich der Therapeut mit der angewandten Methode identifiziert, desto größer die Aussicht auf Erfolg.

Eine Ärztin erzählte mir folgenden Fall aus ihrer Praxis: Eine Patientin wurde nach Verabreichung einer Spritze ohnmächtig, worauf die Ärztin sofort die leere Ampulle in den Geräteeingang legte und auf Invertieren schaltete. Die Erwartungshaltung der Ärztin wurde bestätigt: Die Patientin erlangte umgehend das Bewusstsein wieder. Für mich sind derartige - aus Sicht der Schulmedizin sicherlich suspekte und problematische - Fälle einmal mehr starke Indizien dafür, dass die »Intention« die übergeordnete Größe ist, mit der die bewusstseinsrelevanten Kräfte freigesetzt werden können.

psychophysik.com: Die größte bisher durchgeführte
randomisierte Akupunktur-Studie kam zu dem Ergebnis, dass Akupunktur bei chronischen Kreuz- und Knieschmerzen einer schulmedizinischen Luxus-Therapie haushoch überlegen ist - 48% Therapieerfolg im Vergleich zu mageren 27%. Gleichzeitig stellte man jedoch fest, dass echte Akupunktur und Pseudoakupunktur nahezu identisch erfolgreich waren. Akupunktur wird nun von den Krankenkassen bezahlt, weil die positive Wirkung durch Fakten belegt wurde. Der Wirkmechanismus ist jedoch weiterhin unbekannt und es spricht viel für die Annahme, dass Krankenkassen den großen Wert entsprechender Phänomene zunehmend schätzen und hier de facto eine Placebo-Therapie finanzieren. Folgt man den beeindruckenden Ergebnissen der Studie, so geschieht dies zum Wohle der Patienten und der gesamten Versichertengemeinschaft.

Hermann Grösser: Diese Sichtweise teile ich. Und hier liegt auch der Grund, warum ich von der Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit solch eines therapeutischen Verfahrens zu tiefst überzeugt bin. Und zwar auch dann, wenn alle Beteiligten darüber informiert sind, dass es sich hier um ein auf der Ebene des Bewusstseins wirkendes Verfahren handelt. Erst die Anwendung einer bestimmten Methode setzt die bewusstseinsrelevanten Kräfte frei. Aus der Theorie alleine sind derartige Verfahren nicht zu beurteilen.

psychophysik.com: Herr Grösser, vielen Dank für dieses Interview.




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