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Wie wir bereits oben dargestellt haben bedeutet dies, dass die Effektstärke einer Pseudomaschine eine Funktion folgender systemi- scher Variablen darstellt ("gerätespezifische" Variablen sollen hier nicht behandelt werden): Der Dokumentationsgüte G, der Wieder- holungshäufigkeit N, der Veränderung des Verfahrens (Erstmaligkeit E) und des Involvements (Dimensionalität D). Die Effektstärke fällt mit zunehmendem G und N und steigt mit zunehmendem E und D.
Effektstärke = f (G, N, E, D)
Ansatzweise könnte man den folgenden Zusammenhang ausprobieren:
Effektstärke = E * D / G * Ö (N)
Experimentelle Überprüfungen sollen im allgemeinen Kausalbezie- hungen (also in erster Linie physikalische Variablen) präparieren. Daraus folgt, dass bei nichtklassischen Pseudomaschinen Wirkungs- studien nicht mehr unabhängig voneinander sind.
Hält man alle Variablen, die psychologische Anteile enthalten, also G, E und D konstant und wiederholt lediglich den Effekt einer Pseu- domaschine, so stellt die folgende einfache Formel eine obere Grenze für die Effektstärke dar:
Effektstärke = const * 1/ Ö (N)
Sie ergibt sich aus der Tatsache, dass Ö(N) ein statistisches Krite- rium für die Übertragung eines Signals darstellt (d. h. einer sicheren Entscheidung von mindesten zwei Alternativen z. B. "0" und "1"), die ja nach dem 2. Hauptsatz bei nichtklassischen Pseudomaschinen vermieden wird. Man sieht an Abbildung 2, dass hierbei die Effekt- stärke relativ schnell abnimmt, d. h. nach ca. vier Wiederholungen ist sie bereits auf die Hälfte abgesunken.
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Abnahme der Effektstärke bei nichtklassischen Pseudomaschinen (unrealistischer Idealfall)
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Abbildung 2
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Durch die "Physikalisierung", die sich negativ auf G auswirkt, kann das bestehende Entanglement allerdings stabilisiert werden, weil der Anwender nicht manipulativ eingreifen kann. Er kann z. B. die vermeintlichen Orgon oder PSI-Kräfte nicht steuern und somit wird verhindert, dass Signale übertragen werden können.
Kreative Neuerungen erzeugen Erstmaligkeit E und verringern somit die Wiederholungshäufigkeit, taugen somit auch zur Verlängerung der Funktion von nichtklassichen Pseudomaschinen. Dieser Zusammenhang kann bei Pseudomaschinen oft beobachtet werden. Sie müssen nämlich immer "weiterentwickelt" werden um funktionstüchtig zu bleiben. So wurde die klassische Homöopathie teilweise von der elektronischen Homöopathie, die Akupunktur von der Elektroakupunktur abgelöst. Hierbei darf aber die Rolle von Traditionen zur Bedeutungserzeugung nicht unterschätzt werden.
Eine weitere Möglichkeit den Abfall der Effektstärke bei Pseudomaschinen zu kompensieren, besteht in der Erhöhung des Involvement oder des Entanglements bzw. der Dimensionalität. Dies kann dadurch geschehen, dass Anwendungsrituale verkompliziert und ausgedehnt werden, Benutzeroberflächen komplizierter gestaltet werden und so die Beschäftigung des Anwenders mit der Maschine erhöht wird (vgl. Lucadou 2000). Im einfachsten Falle kann der Preis erhöht werden, oder es werden die Resourcen verknappt - das Gerät ist nur einem exklusiven Kreis von Anwendern zugänglich. Tatsächlich verfolgen viele Hersteller von Pseudomaschinen solche Marketingstrategien, während bei echten Maschinen in dieser Hinsicht eher ein gegenteiliger Trend zu beobachten ist.
Alles nur Schwindel?
Aus dem bisher Dargestellten könnte man den Schluss ziehen, dass Pseudomaschinen lediglich auf Schwindel und Täuschung beruhen und man sie im Sinne der Verbraucherberatung bekämpfen müsse. Bei den klassischen Pseudomaschinen kann man sich vielleicht darüber streiten, ob es sich um Schwindel und Betrug handelt. Viele Erfinder und Hersteller von Pseudomaschinen handeln - nach meiner Erfahrung - im gutem Glauben, weil sie die hier dargestellten Zusammenhänge nicht durchschauen und fest davon überzeugt sind, ein gutes Produkt auf den Markt gebracht zu haben. Empirische Studien, Doppelblindstudien oder epidemiologische Untersuchungen und Metaanalysen sind aufwendig und teuer und es unterlaufen auch Fachleuten leicht Fehler, wie die obigen Beispiele zum Attributionseffekt belegen. Man sollte also kritisch mit Pseudomaschinen umgehen, aber nicht gleich Betrug unterstellen, dies kommt ja schließlich auch bei richtigen Maschinen vor - aber hierfür gibt es eben Verbraucherberatungsstellen.
Bei nichtklassischen Pseudomaschinen liegen die Dinge grundlegend anders. Hier bestehen - zumindestens seitens der Schulwissenschaft massive Vorurteile und Vorverurteilungen (vgl. Lucadou 1992), die die meisten Anwender in einen tiefen Konflikt stürzen. Sie stellen fest, dass die Maschinen tatsächlich auch bei objektiven Tests wirken, andererseits verstehen sie nicht, warum dabei so merkwürdige Verschiebungs- und Absinkungs-Effekte auftreten, wie wir sie oben beschrieben haben. Dies führt häufig zum sog. "Rattenfängersyndrom" (vgl. Lucadou 1994). Den Betroffenen bleibt häufig nichts anders übrig, als zu glauben, dass die angeblichen "Wunderkräfte" tatsächlich existieren aber nur in bestimmten Situationen auftreten, dass man beispielsweise eine bestimmte "Glaubenseinstellung" mitbringen müsste oder dass die "Kräfte" nur besonders "begabten" Personen zur "Verfügung" stünden - kurz gesagt: Argumente, wie sie häufig von Sekten und Psychokulten verwendet werden. Solche Betrachungsweisen hängen eng mit den oben beschriebenen Attributionsmechanismen zusammen und wirken selbstimmunisierend.
Der springende Punkt ist, dass nichtklassiche Pseudomaschinen im Vergleich mit normalen Maschinen anderen, nämlich synergetischen, kollektiven, nicht-lokalen und holistischen Wirkungsprinzipien unterliegen, die nicht wertlos sind, aber die sich nicht mit klassischen Reiz-Reaktions-Kausalketten beschreiben lassen. Es treten dabei auch sehr spezifische "Nebenwirkungen" auf, die weitgehend unerforscht sind (vgl. Lucadou 2002). Es spricht jedoch - aus meiner Sicht - einiges dafür, dass die systematische Erforschung und Anwendung von nicht-klassischen Pseudomaschinen ganz neue Möglichkeiten erschließen kann. Es ist jedenfalls ein Irrtum anzunehmen, dass die bei den bisherigen Studien gefundenen minimalen Effektstärken bei adäquater Zugangsweise so vernachlässigbar klein bleiben müssen, wie es uns gegenwärtig erscheint (vgl. Lucadou 2000).
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