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„Meine Angst vor dem Bohrer, meine Angst vor dem Bohrer…“ mur- melt eine ältere Dame vor sich hin, während ein Mann mit weißem Kittel an ihre Stirn, unter ihr rechtes Auge, über und unter die Lippen und schließlich auf Brust und Hände klopft. Was wie eine surrealis- tische Theaterszene anmutet, ist in der Zahnarztpraxis im saarlän- dischen Nonnweiler-Primstal Alltag. Dr. Dieter Schwarz kennt die Ängste seiner Patienten und löst sie mit einer neuen Therapieform auf: den Meridien-Energie-Techniken nach Franke® (MET).
In ganz Nonnweiler hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass es in der Ortschaft Primstal seit kurzem einen Zahnarzt gibt, der auf die Ängste der Patienten individuell eingeht und sie dauerhaft von ihnen befreit. „Am schlimmsten ist für die meisten Patienten, dass sie sich beim Zahnarzt so ausgeliefert fühlen. Sie können ihm noch nicht einmal bei seiner Arbeit zusehen – und möglicherweise tut es plötz- lich höllisch weh!“, weiß der sympathische 43-jährige. Viele Patienten haben in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen mit einem Zahnarzt gemacht, andere wiederum vertragen einfach das Surren des Bohrers nicht. Bei Dr. Schwarz können sie endlich ihre Furcht benennen und mit ihm aktiv gegen sie vorgehen. Meist ist nach einer Viertelstunde MET-Behandlung ihre Angst vor Bohrern, Spritzen und Schmerzen Geschichte. Dann kann Dr. Schwarz mit seiner eigentlichen Arbeit als Zahnarzt beginnen.
Inspiriert durch die Sendung “Fliege” Auf MET nach Franke® kam der sympathische Mann an einem freien Nachmittag, als er im Fernsehen die mittlerweile abgesetzte Sendung „Fliege“ sah. Dort beklopfte der Diplom-Psychologe Rainer Franke (53) hinter verschlossenen Türen eine Frau gegen ihre Höhenangst. Fasziniert beobachtete Schwarz, wie sich die Frau, die nach eigenen Angaben bislang nicht einmal eine Haushaltsleiter besteigen konnte, mit einem Hubwagen fünf Meter über die Bühne hieven ließ. Seine Neugierde war geweckt und schon einen Tag später kaufte er sich das Buch zur Methode: „Klopfen Sie sich frei“ von Rainer Franke und dessen damaliger Ko-Autorin Ingrid Schlieske*. Im August 2005 besuchte Schwarz sein erstes Wochenendseminar bei Rainer Franke und hat sich mittlerweile zum MET-Therapeuten ausbilden lassen.
„Das verblüffendste ist, dass meine Patienten nicht nur unmittelbar nach der MET-Behandlung angstfrei sind, sondern auch noch Wochen und Monate später bei den Folgeterminen, “ erzählt Dr. Schwarz. „Sie verlieren ihre Ängste in wenigen Minuten für immer!“
Wie einfach, schnell und dauerhaft die Meridiantechniken funktio- nieren, erstaunen auch den Mann immer wieder, der sie in Deutsch- land bekannt gemacht hat: den Diplom-Psychologen Rainer Franke. Als niedergelassener Therapeut hatte er oft die frustrierende Erfahrung machen müssen, dass es sogar bei jahrelangen Therapien vorkam, dass sich Schuldgefühle, Ängste oder Trauer gar nicht oder nur sehr schwer auflösen ließen. Er gab daher seine Praxis auf und begann, nach einer Therapieform zu suchen, die den Menschen wirklich schnell und dauerhaft hilft. Als er Anfang 2001 auf die Meridiantechniken des amerikanischen Psychologen Roger Callahan stieß, wusste er, dass er auf dem richtigen Weg war. Von da an beschäftigte er sich ausgiebig mit der Energetischen Psychologie und den dazugehörigen, verschiedenen Techniken. Dabei entwickelte er die Verfahren weiter und nannte sie schließlich Meridian-Energie-Techniken nach Franke® (MET).
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Fünf Schritte führen zum Ziel Die MET-Behandlung nach Franke® umfasst fünf Schritte. Sie beginnt mit einer Atemgleichgewichtsübung zum Ausgleich der rechten und linken Gehirnhälften. Dann wird die Thymusdrüse im ¾ -Takt beklopft und eine Formel wiederholt, die ermutigen und motivieren soll. Der oberhalb des Herzens liegende so genannte „Heilende Punkt“ wird nun gerieben, während in einer Art Vorberei- tungssatz das Ziel der Behandlung definiert wird. Erst jetzt kommt es zur eigentlichen Behandlung: 14 Meridianpunkte werden in einer bestimmten Reihenfolge jeweils 7-10 Mal leicht beklopft, während der Behandlungssatz fortlaufend wiederholt wird. Die Behandlung schließt mit der Handrückenserie ab, bei der ein Punkt am Handrücken laufend beklopft wird, während die Augen in bestimmte Richtungen bewegt und nach Anleitung abwechselnd gesummt und gezählt wird. Im Laufe der Klopfbehandlung verlieren die Patienten die sie belastenden Gefühle spürbar. Die Behandlung wird so lange wiederholt, bis die Beschwerden vollkommen verschwunden sind. Dabei ist es egal, ob es sich um Gefühle wie Ängste, Trauer, Hass und Wut handelt oder um ihre Manifestierungen in verschiedene Krankheitsbilder. Gerade bei Süchten, Allergien und rheumatischen Beschwerden haben die Frankes große Erfolge mit den Meridian-Energie-Techniken.
Da sich diese Methode auch gut zur Eigenanwendung eignet, hat Rainer Franke mit seiner Frau Regina (51), einer Heilpraktikerin, ein Seminarkonzept entwickelt. Seit vier Jahren unterrichten sie MET deutschlandweit sowie in der Schweiz und in Österreich und Mallorca. Dabei haben sie mittlerweile 25 MET-Trainer und über 400 MET-Theapeuten® ausgebildet. Zudem gab das Ehepaar zwei weitere Bücher und eine DVD heraus. Fernsehsender, Radiostationen und Zeitschriften haben das Thema aufgegriffen und darüber berichtet. Mittlerweile beginnen sogar die Krankenkassen, sich für diese Therapiemethode zu interessieren. Und ein Ende des Siegeszuges ist nicht abzusehen.
5000 Jahre alte Grundlagen Die Grundlagen der Therapie sind keineswegs neu. Erste Erkenntnisse über die Energiebahnen stammen aus China und sind über 5000 Jahre alt. Aus dem Wissen um die Meridianverläufe und die Möglichkeit, bestimmte Meridianpunkte zu stimulieren, resultieren eine Reihe von Verfahren. Sie sollen allesamt den Fluss der Lebensenergie (Chi) fördern. Die bekanntesten sind die Akupunktur und die Akupressur. Auch verschiedene Massagen, wie beispielsweise die Thai-Massage aber auch die Fußreflexzonenmassage, beruhen auf dem gleichen Wirkprinzip. Durch Druck auf bestimmte Energiezonen des Körpers wird die Lebensenergie zum Fließen gebracht.
Obwohl der Einfluss der Meridiantechniken auf den Körper seit Jahrhunderten dokumentiert wurde, sind die Meridianpunkte erst in den letzten Jahren als Stimulus für psychische Befindlichkeiten in den Fokus der Fachwelt gerückt. In den USA haben empirische Studien die Wirksamkeit dieser Verfahren bestätigt. Dadurch hat sich in den letzten Jahren besonders die energetische Psychologie etabliert. Federführend waren hier der Psychotherapeut Roger Callahan und der Wissenschaftler Fred Gallo. Mit ihren energetischen Verfahren hatte Rainer Franke dass Schlüsselerlebnis, das ihn von der Wirksamkeit der Methode überzeugte.
Frankes Eltern waren 1960, kurz vor dem Mauerbau, mit ihm als 7-jährigen Jungen an der Hand aus dem Osten Deutschlands in den Westen geflohen. Diese Flucht war für ihn so prägend gewesen, dass er auch als erwachsener Mann noch Angst vor der Polizei und ande- ren Obrigkeiten hatte. Selbst als Psychologe und Gestalttherapeut hatte er sich in all den Jahren niemals von diesen Angstgefühlen ganz befreien können, wohl aber mit Hilfe der Meridian-Energie- Techniken, die innerhalb von wenigen Minuten griffen. Das verän- derte Frankes therapeutische Arbeit grundlegend.
„Das Interessanteste an diesen Meridian-Energie-Techniken ist sicherlich, wie wenig die Meridianpunkte stimuliert werden müssen, um riesige Veränderungen in Gang zu setzen. Früher haben wir in der psychologischen Praxis geredet und geredet – aber das war für den Patienten sehr oft schmerzlich und nur wenig hilfreich.“ erzählt Franke. Reden – das war für den Psychologen die Therapie des 20. Jahrhunderts. „Willkommen im 3. Jahrtausend!“ lacht er, „Wir klopfen!“
Ein morphogenetisches Feldphänomen? Dass durch das sanfte Beklopfen bestimmter Meridianpunkte die vorhandenen Energieblockaden aufgelöst werden und nun die Energie wieder frei fließen kann, ist nur eine Erklärung für die Wirkweise der Methode. Im Lauf Tausender MET-Behandlungen ist den Frankes aufgefallen, dass ihnen Patienten nach dem Beklopfen schwerer Traumata oder anderer Emotionen plötzlich insgesamt verändert schienen. Sie suchten daher nach einer weiteren Erklärung. Als hilfreich erwiesen sich hier die Theorien des englischen Biologen und Buchautors Rupert Sheldrake, der den Begriff des morphogenetischen (= Form gebenden) Feldes prägte. Ihn hatte die Frage interessiert, wieso sich aus den vollkommen gleichen Zellen einer Sonnenblume entweder Blüten, Wurzeln oder Blätter entwickelten. Seiner Theorie nach bestimmen die morphogenetischen Felder, wie sich Organismen entwickeln und haben ein Gedächtnis, einen Bauplan und eine Geschichte. Morphogenetische Felder bestimmen, wie ein Mensch denkt oder fühlt.
Rainer und Regina Franke haben diese Beobachtungen in ihre MET-Behandlungen einfließen lassen. Ihrer Ansicht nach verbinden sich Menschen mit einer bestimmten Symptomatik mit dem morphischen Feld ihres Traumas. Durch das Beklopfen der Meridianpunkte werden nunmehr Blockaden aufgelöst, die bislang verhinderten, dass sich der Patient mit einem höherwertigen morphischen Feld verbinden konnte. Werden energetisch niedrige Bewusstseinszustände wie Scham, Angst, Schuldgefühle, Panik, Trauer oder Hass beklopft, geraten die Menschen in höhere Bewusstseinsebenen und treten energetisch mit höherwertigen Ebenen wie Vergebung, Liebe, Freude oder Gottesbewusstsein in Resonanz. Mit dieser Erkenntnis entwickelten die Frankes in den letzten Jahren sogar eine eigene Technik (MET2) zur Auflösung von Traumata.
Verständlich, dass diesen Theorien viele Skeptiker gegenüber stehen. Zu ihnen gehörte bis vor kurzem auch Peter Kleis, Studienleiter des religionspädagogischen Instituts Karlsruhe. Seine Ehefrau war als Heilpraktikerin stets auf der Suche nach alternativen Heilmethoden. Sie stieß 2005 auf MET nach Franke® und belegte ein Wochenend- seminar. Peter Kleis begleitete seine Frau mit gebührender Skepsis. Als Rainer Franke seine Technik an freiwilligen Seminarteilnehmern demonstrieren wollte, meldete sich Kleis mit seiner Apfelallergie. Seit 20 Jahren hatte er keinen Apfel mehr essen können. „Mein Mund wurde sofort pelzig, es schnürte mir den Hals zu, ich begann zu schwitzen und hatte richtige Asthma-Anfälle“, beschrieb er seine Beschwerden, wenn er mit Äpfeln in Berührung kam. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte er ahnungslos einen Happen Salat gegessen, der mit Äpfeln angemacht war. Sofortige Luftnot war damals die Folge gewesen.
Doch nun, im Seminar bei Rainer Franke, war Peter Kleis bereits nach zehn Minuten Klopfen in der Lage, herzhaft in einen Apfel zu beißen und ihn aufzuessen. „Vielleicht ein Fall von Massenhypnose, “ dachte der Skeptiker wenige Tage nach dem Seminar und aß wieder einen Apfel. Doch seine Beschwerden blieben verschwunden.
Literaturtipps:
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