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Die Quantenphysik ist auf dem besten Wege, eine Schlüssel-Wissenschaft der Moderne zu werden. Verdichten sich weiterhin die Indizien, dass unser Universum primär aus Information besteht, so wird dies unsere noch stark materiell geprägte Wissenschaften bis in die Grundfesten beeinflussen. Die Medizin wird sich davon verabschieden, den Menschen als eine aus Bauelementen bestehende Biochemiefabrik zu betrachten. Die Psychologie wird erkennen, dass BEWUSSTSEIN (Information und Kraft) ein natürliches Gestaltungsprinzip ist, welches weit über menschliche Nervenaktivität hinausgeht.
John Archibald Wheeler, 1911 geboren und bis heute Direktor des Zentrums für Theoretische Physik an der Universität von Texas, Austin, weltweit anerkannte Koryphäe der Quantenphysik, untergliedert die Entwicklung seines physikalischen Weltbildes in seinen Memoiren in drei Perioden: In der ersten Periode dachte Wheeler, dass alles aus Teilchen besteht. In der zweiten Periode (von 1952 bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn) ging Wheeler davon aus, dass alles aus Feldern besteht. In seiner dritten Periode kam Wheeler zu der Erkenntnis, dass Information der Baustoff unseres Universums ist.
Anekdoten wie die hier zitierte Entwicklung des physikalischen Weltbildes von John Archibald Wheeler schildert die Diplomphysikerin Brigitte Röthlein in ihrem neuen Buch „Die Quantenrevolution – Neue Nachrichten aus der Teilchenphysik“, erschienen bei dtv premium.
In der physikalischen Welt scheinen andere Gesetze zu herrschen als in der Welt der menschlichen Sinneswahrnehmung und Sinnestäuschung. Die skurrilen Phänomene der Quantenphysik, früher oft nur als Hirngespinste genialer Wissenschaftler betrachtet, werden heute in den Experimentieranlagen ihrer Nachfolger zu realem Leben erweckt – von der abhörsicheren Datenübertragung durch Quanten über Atomlaser bis zur Teleportation von Photonen.
Seit ihrer Erfindung um 1925 war die Quantenmechanik eine Wissenschaft der Verbote und Einschränkungen. Ihre Hauptregeln hießen: Man kann nicht …, man darf nicht …, es ist verboten… Zwar haben sich immer wieder Physiker gegen diese Art der Bevormundung aufgelehnt, schon Albert Einstein ganz zu Beginn, später auch große widerspenstige Geister wie Richard Feynman oder Brian Josephson, aber es nützte alles nichts. Das, was sie sich ausdachten oder gar im Experiment bewiesen, galt als Skurrilität, als Paradoxon, als Rätsel oder Abnormität.
Seit kurzem gibt es nun eine neue Generation von Physikern, die sich der Quantenmechanik anders nähern, sie nicht als „Störungen“ sondern als „grundlegende Effekte“ sehen. Diese neue Sichtweise hat eine wahre Revolution des physikalischen Denkens ausgelöst und zeitigt greifbare Ergebnisse:
So erwecken Photonen bei einer modernen Form des Doppeltspalt-Experiments an der Universität München und der University of Maryland den Eindruck, dass sich ihr Zustand (Welle oder Teilchen) „rückwärts in der Zeit“ entschieden haben muss. Dem Österreicher Anton Zeilinger gelingt die Teleportation (umgangssprachlich „beamen“) eines Quantenzustandes. Es werden – in der Fachsprache „Verschränkung“ genannte – Phänomene beobachtet, bei denen Teilchen über große räumliche Distanz wie durch ein unsichtbares telepathisches Band miteinander verbunden sind. Anton Zeilinger vertritt wie John Archibald Wheeler die These, dass Information der Urstoff des Universums ist.
Brigitte Röthlein, erfahrene Wissenschaftsjournalistin, Buchautorin und selbst Diplomphysikerin, hat sich in den Labors der bedeutendsten heutigen Quantenphysiker umgesehen. Spannend und für den Laien gut nachvollziehbar stellt sie aktuelle atemberaubenden Fortschritte und Ergebnisse dar. Vielleicht wagt sie bei einer Neuauflage auch noch den Schritt, den Titel ihres Buches an seinen Inhalt anzupassen und das Wort „Teilchenphysik“ durch „Informationsphysik“ zu ersetzen…
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