|
Fortsetzung von „Das Bewusstsein - Nur Funke der Neuronen?”
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
Dem Licht entgegen
Die vielleicht beeindruckendste Herausforderung für den neurowissenschaftlichen Mainstream geht von der wachsenden Zahl wissenschaftlicher Arbeiten aus, die der Arzt Raymond Moody als Nahtoderfahrungen (NDE = near-death experiences) bezeichnet hat. Seit jeher und in jeder Kultur berichteten Menschen im Zusammenhang mit dem Sterbeprozess über eine Vielzahl mystischer Erscheinungen. Die rasante technologische Entwicklung des 20. Jahrhunderts, und insbesondere ein einzigartiger medizinischer Fortschritt, eröffnete ganz neue Möglichkeiten in Bezug auf die Phänomenologie des Sterbens, nämlich die Möglichkeit, Menschen wieder zu beleben, um sie aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Es begann mit Moodys Arbeiten in den frühen Siebzigern. Auch in den vergangenen Jahrzehnten haben eine Reihe von Wissenschaftlern dieses Gebiet erforscht und so ein überraschend einheitliches Bild davon erzielt, was sich ereignet, wenn sich Menschen für kurze Zeit ins Jenseits begeben.
Dank der Oprah Winfrey Show und anderen Berichterstattungen über dieses Phänomen in den Massenmedien ist vielen das Thema in den Grundzügen vertraut. Nachdem sie für tot erklärt wurden, haben Patienten außerkörperliche Erfahrungen: Sie beobachten den Unfallort oder den Operationssaal aus der Vogelperspektive. Von dort aus bewegen sie sich in eine Dunkelheit, manchmal auch in einen dunklen Tunnel, an dessen Ende sie von verstorbenen Familienmitgliedern oder auch einem "Lichtwesen" abgeholt werden, die sie auffordern, ihr Leben Revue passieren zu lassen. In den meisten Fällen ereignet sich eine Begegnung mit dem "Licht", die gemeinhin von Gefühlen überwältigender Freude, Liebe und Frieden begleitet ist, und die Patienten stellen entweder fest, oder treffen die Entscheidung, dass es noch nicht an der Zeit ist, zu sterben, und kehren in ihren Körper zurück. Obwohl nicht alle Nahtoderfahrungen alle oben genannten Phänomene aufweisen (tatsächlich berichten einige Patienten sogar von grauenvollen höllischen Begegnungen – eigentlich genau das Gegenteil der eher gängigen positiv erlebten Nahtoderfahrung), ist dies für die meisten, die diese Erfahrungen machen, ein lebensveränderndes Ereignis, welches zu einem radikalen Wertewandel und zum Verlust der Todesangst führt.
Es ist nahe liegend, warum diese Erfahrungen so eine starke psychologische und spirituelle Beachtung finden. Wer könnte nach einem solchen Vorfall die Existenz des Bewusstseins außerhalb unseres Körpers und die Wirklichkeit eines Lebens nach dem Tode anzweifeln? Angesichts der ungeheuren Popularität, die diese Berichte in den Medien erlangt haben, kann man wohl davon ausgehen, dass der weit verbreitete und zunehmende Glaube an ein Leben nach dem Tod im heutigen Amerika in gleichem Maße auf Nahtoderfahrungen zurückzuführen ist wie auf den Einfluss von Fernsehpredigern. Und wenn wir diese Erfahrungen ernst nehmen, scheinen sie tatsächlich ein guter Grund zu sein, die Vorstellung in Frage zu stellen, unser Bewusstsein befinde sich ausschließlich im Gehirn. Der Neuropsychiater und renommierte Nahtodforscher Peter Fenwick betont jedoch: "Allein die Tatsache, dass Menschen derartige Erfahrungen machen, beweist natürlich noch gar nichts in Bezug auf die Existenz unseres Bewusstseins außerhalb des Gehirns – weder in die eine noch in die andere Richtung." Einfach gesagt, woher wissen wir, dass Nahtoderfahrungen nicht nur vom Gehirn gesteuerte Illusionen sind? Nach der "Hypothese vom sterbenden Gehirn", wie sie von der Psychologin Susan Blackmore vertreten wird, können alle spezifischen Phänomene im Zusammenhang mit den klassischen Nahtoderfahrungen zurückgeführt werden auf wissenschaftlich erwiesene Reaktionen des Gehirns auf den "außerordentlichen Stress, die extreme Angst und cerebralen Sauerstoffmangel", die sich natürlicherweise bei einer Begegnung mit dem Tod ereignen.
In der Literatur zu Nahtoderfahrungen finden sich hier und da Berichte, die nahe legen, dass an diesen Erfahrungen mehr dran ist als was in das materialistische Bild passt. Einige Ärzte und Krankenschwestern berichten zum Beispiel, dass Patienten in der Lage waren, detailliert Situationen zu beschreiben, die sich ereigneten, während sie eindeutig bewusstlos waren, im Koma lagen oder sogar klinisch tot waren. In einem Fall, der weithin bekannt wurde, konnte ein Patient nach der Operation diejenige Krankenschwester eindeutig identifizieren, die seine Zahnprothese und das Nachtschränkchen, wohinein er sie gelegt hatte, entfernt hatte, während er im Koma lag. In einem anderen Fall hatte eine bewusstlose Patientin eine außerkörperliche Erfahrung, nach welcher sie ganz genau beschrieb, wie sie einen Tennisschuh auf einem Fensterbrett im dritten Stock des Krankenhauses gesehen hatte. Aber der drastischste Fall ist bis heute wahrscheinlich die mittlerweile berühmte Geschichte einer Frau aus Arizona namens Pam Reynolds. In einem letzten verzweifelten Versuch, Reynolds von einem lebensbedrohlichen Gehirnaneurysma zu befreien, führten die Ärzte eine höchst seltene und gefährliche "Stillstand"-Operation durch, in der sie ihre Körpertemperatur auf unter 15°C erniedrigten, ihre Herz- und Lungentätigkeit stilllegten, und die gesamte Blutmenge aus ihrem Körper und ihrem Gehirn entnahmen. Ihr EEG zeigte eine Nulllinie und ihr Gehirnstamm zeigte keinerlei Antwort auf die akustischen Signalgeber, die man ihr in die Ohren eingelegt hatte. Sie war nach der gängigen Definition klinisch tot. Nachdem sie sich von ihrer Operation erholt hatte, erfuhren die Ärzte, dass sie nicht nur eine klassische Nahtoderfahrung erlebt hatte, sondern dass sie außerdem mit erstaunlicher Genauigkeit viele Einzelheiten der Operation wiedergeben konnte, angefangen bei den chirurgischen Instrumenten bis zur Unterhaltung zwischen den Chirurgen und den Krankenschwestern.
Bisher sind die Forschungen in Bezug auf Nahtoderfahrungen weitestgehend auf Einzelberichte beschränkt, und es gibt noch niemanden, der eine unabhängige Verifikation des Datenmaterials vorgenommen hat, die einem wissenschaftlichen Anspruch genügen könnte. Aber es sind gerade Einzelberichte wie diese, die Forscher dazu bewegt haben, ihre Recherchen bei den Dokumentationen von Nahtoderfahrungen zu intensivieren, um eindeutige Beweise zu finden, dass da mehr "am Arbeiten" ist als nur das Gehirn allein. Auf der Herzstation, wo der Tod zum Tagesablauf gehört, haben diese Forscher ihr Labor gefunden. Peter Fenwick drückt dies so aus: "Für den wissenschaftlich ausgerichteten Forscher ist die interessanteste Frage die folgende: Wann tritt das Nahtoderlebnis auf? [...] Wenn man wissenschaftlich beweisen könnte, dass die Nahtoderfahrung während der Bewusstlosigkeit auftritt, wie es von denen nahe gelegt wird, die einen Herzstillstand überlebt haben, dann, wenn jegliche Gehirnfunktion zum Stillstand gekommen ist, und keine Möglichkeit existiert, ihn rückgängig zu machen, wäre dies höchst signifikant, weil es darauf hindeutet, dass das Bewusstsein tatsächlich unabhängig von einem funktionierenden Gehirn existieren kann." Fenwick und andere Nahtodforscher stimmen darin überein, dass weitere Forschungen unabdingbar sind, bevor man zu einer eindeutigen Schlussfolgerung kommen kann. Aber erste Ergebnisse von einigen groß angelegten Studien, an denen mehrere Herzstationen von Krankenhäusern beteiligt waren, deuten verstärkt auf die Vorstellung eines immateriellen Geistes hin. Wenn zukünftige Studien angemessene empirische Beweise bereitstellen könnten, würden in der Tat einige wirklich wesentliche Fragen bezüglich des Bewusstseins und des Gehirns aufkommen.
Ein geistiges Feld
Wenn die Seele nicht Teil des Gehirns ist, wo genau ist sie dann? Die klassische dualistische Antwort, ungefähr seit der Zeit Descartes', ist, dass sie eine abgetrennte, immaterielle Substanz ist, die mit Gehirn und Körper auf mysteriöse Weise in Wechselwirkung tritt. Die ganze Diskussion des Körper/Geist-Problems wurde ursprünglich dadurch in Gang gesetzt, dass man versuchte, sich vorzustellen, wie diese Wechselwirkung eigentlich abläuft. Heute jedoch gibt es, dank der Fortschritte der wissenschaftlichen Theorie über die vergangenen eineinhalb Jahrhunderte, neue Ansätze zu dieser Frage.
Für Außenseiterbiologen wie Rupert Sheldrake ist eines der wichtigsten Werkzeuge für das Verständnis, wie Leben und Geist arbeiten, der physikalische Begriff des "Feldes", welcher zuerst durch Michael Faraday im 19. Jahrhundert in die Wissenschaft eingeführt wurde. "Angefangen von elektromagnetischen Feldern über Gravitationsfelder bis zu Feldern der Quantenmaterie haben diese in der Physik eine so starke Verbreitung erfahren, dass mittlerweile alles als Energie innerhalb von Feldern gesehen wird", sagte mir Sheldrake eines Nachmittags in seinem Haus im Norden von London. "Wie der Wissenschaftsphilosoph Karl Popper es formuliert: ‚Durch die moderne Physik hat sich der Materialismus selbst überschritten, weil Materie nicht länger die Grundlage aller Beweisführungen ist. Jetzt sind es Felder und Energie.' Und was ich jetzt fragen möchte ist, wenn es um Geist und Gehirn geht, was wäre, wenn das Gehirn ein System ist, dass seinerseits durch Felder gesteuert wird?"
Nach Sheldrake lässt sich Bewusstsein oder Geist am besten als ein Informationsfeld verstehen, das im Gehirn verankert ist, aber weit darüber hinaus geht; dass es sich tatsächlich so weit ausdehnt, wie weit auch immer unsere Aufmerksamkeit geht. "Das Magnetfeld ist nicht begrenzt auf das Innere des Magneten. Es erstreckt sich über die Oberfläche hinaus. Das Feld eines Mobiltelefons reicht weit über das eigentliche Gerät hinaus. Worauf ich hinaus will ist, dass die Felder, die mit geistiger Aktivität zusammenhängen, eine Wechselwirkung mit dem Gehirn haben, und im Gehirn verwurzelt sind, aber nicht in einem stärkeren Maß auf das Gehirn begrenzt sind, als alle diese anderen Felder mit dem materiellen Objekt, mit dem sie verknüpft sind."
Nähert man sich dem Körper/Geist-Problem auf diese Weise, so Sheldrake, ermöglicht dies eine Erklärung sowohl der umfangreichen Unterlagen, die die Abhängigkeit des Bewusstseins von der Gehirnfunktion zeigen, als auch der geheimnisvollen Beweislage seiner eigenen Forschungen bezüglich Telepathie und anderer Psi-Phänomene, die auf die Fähigkeit des Bewusstseins hinzudeuten scheinen, dass es über den Schädel hinausreicht. "Ebenso wie sich das Feld des Handys verändert, wenn man einen Bestandteil entfernt oder einen Draht im Inneren durchschneidet, werden die Felder sowohl außerhalb als auch innerhalb des Gehirns durch Veränderungen oder Beschädigungen der körperlichen Bestandteile verändert. Das beweist aber nicht, dass diese Felder nur auf das begrenzt sind, was sich innerhalb des Gehirns abspielt."
Die sicherlich bekannteste Metapher, der ich im Verlauf meiner Recherchen begegnet bin und die vor allem von denen benutzt wird, die versuchen, den festen Behauptungen des Materialismus etwas entgegenzusetzen, ist eine Vorstellung, die zuerst von William James formuliert wurde: die Analogie vom Gehirn als einer Art Empfänger/Sender für das Bewusstsein. In Sheldrakes Worten:
Wenn ich mein Fernsehgerät auf den Sender PBS stelle und man verschiedene Bestandteile der Feinabstimmung misst, wird man herausfinden, dass bestimmte Teile mit bestimmten Frequenzen mitschwingen. Wenn ich es auf einen anderen Sender einstelle, wie zum Beispiel Fox News, wird es in den verschiedenen Bestandteilen des Fernsehgeräts messbare Veränderungen der Frequenz geben. Das heißt aber nicht, dass der komplette Inhalt des Programms von PBS oder Fox News innerhalb dieses Bestandteils des Fernsehgeräts produziert wird. Ich denke, dass die Ansichten, die hinter vielen Behauptungen der Neurowissenschaft stehen, genauso naiv sind wie in diesem Beispiel, weil sie auf der Annahme gründen, dass sich alles innerhalb des Gehirns abspielt. Daher lautet die nächste Frage: Mit welchen Bestandteilen des Gehirns lässt sich das erklären? Wenn das Gehirn aber nicht so ist, wenn das Gehirn eher wie die Feinabstimmung eines Tuners ist – ein Zentrum, um unsere Handlungen und unsere Empfindungen zu koordinieren, dann gibt es keinen Grund anzunehmen, dass all unsere geistige Aktivität auf das Innere des Kopfes begrenzt ist.
Wie genau würde ein solches Empfänger/Sender-Modell im Fall der Nahtoderfahrung funktionieren, wenn der Patient überhaupt keine Gehirnaktivität mehr zeigt? Eine Idee, wie sie von dem holländischen Herzchirurgen und Nahtodforscher Pim van Lommel formuliert wurde, ist, dass "die Informationsfelder des Bewusstseins und der Erinnerung um uns herum als elektrische und/oder magnetische Felder vorhanden sind, sie aber nur durch unser Wachbewusstsein und durch das Funktionieren unseres Gehirns und anderer Zellen unseres Körpers zugänglich sind." Nach van Lommel bestehen diese Informationsfelder weiter, auch wenn das Gehirn aufgehört hat, zu funktionieren. Daher ist es hirntoten Patienten immer noch möglich, Persönlichkeit, Aufmerksamkeit, Erkenntnis, Erinnerung und Gemütsbewegungen zu erfahren. Diese Erfahrungen sind in unserem Wachbewusstsein erst dann zugänglich, wenn die Gehirnfunktion wieder hergestellt ist.
Zugegebenermaßen sind derartige Vorstellungen, wie auch die anderer Forscher aus den Randgebieten der Wissenschaft, weit davon entfernt, im akademischen Mainstream Akzeptanz zu finden. Im Gespräch mit Sheldrake wurde deutlich, dass er es vor langer Zeit aufgegeben hat, die orthodoxe Wissenschaftsgesellschaft von seinen Ideen zu überzeugen und sich stattdessen auf seine Anstrengungen konzentriert, eine Art parapsychologischer Massenrevolution in Gang zu setzen. In seinen neu erschienenen, weit verbreiteten Büchern The Sense of Being Stared At (Das Gefühl, angestarrt zu werden) und Dogs That Know When Their Owners Are Coming Home (Hunde, die wissen, wenn ihre Besitzer heimkommen) und seinen neuen telepathischen E-Mail-Experimenten, an denen man von zu Hause aus teilnehmen kann, versucht er, in der Öffentlichkeit Interesse daran zu wecken, die Geheimnisse des Bewusstseins zu erforschen, die uns jeden Tag umgeben. Seine Hoffnung ist, dass die etablierte Wissenschaft – wenn er ausreichend öffentliche Unterstützung für die Idee parapsychologischer Phänomene erhält – anfangen muss, die eindeutige Beweislage, die sich seiner Ansicht nach in parapsychologischen Laboren über Jahrzehnte verdichtet hat, ernst zu nehmen.
Das Universum im Kopf
"Um Beweise geht es nicht", sagte die Stimme ruhig am anderen Ende des Telefons. "Es gibt eine Menge Beweise. Aber Beweise allein sind nicht genug. Was wir jetzt brauchen, ist eine Theorie." Ich sprach mit Dean Radin, der leitender Wissenschaftler am Institute of Noetic Sciences (IONS) ist und eine der führenden Stimmen im Bereich der Parapsychologie bzw. in der PSI-Forschung von heute. Mitte der Achtziger begann er seine parapsychologische Karriere mit geheimen Regierungsstudien bei SRI International (früher einmal Teil der Stanford University). Radin arbeitete in PSI-Labors an einer Reihe von Universitäten und war mehrere Jahre lang Vorsitzender der parapsychologischen Vereinigung. Die größte Bekanntheit erlangte er mit seinem 1997 veröffentlichtem Buch The Conscious Universe: The Scientific Truth of Psychic Phenomena (Das bewusste Universum: Die wissenschaftliche Wahrheit über parapsychologische Phänomene). Darin gibt er einen gut verständlichen und umfassenden Überblick über die gesamte derzeitige PSI-Forschung; einschließlich verschiedener Meta-Analysen von Unterlagen aus einer Vielzahl von Studien, die insgesamt ein überzeugendes Argument für die Realität solcher Erscheinungen wie Psychokinese, Fernwahrnehmung, Hellsichtigkeit, Telepathie und Fernheilung liefern. All das scheint die Vorstellung zu unterstützen, dass der Geist nicht gänzlich in das Gehirn eingebunden ist.
In den Studien über Psychokinese bzw. über "Geist/Materie-Interaktion" stießen Forscher zum Beispiel auf über tausend Versuche, wo Testpersonen das Ergebnis eines elektronischen Zufallszahlengenerators statistisch signifikant beeinflussen konnten, einfach dadurch, dass es ihre Absicht war. Die Forschung bezüglich "Fernwahrnehmung", die hauptsächlich durch staatliche Stellen wie der CIA finanziert wurde, hat gezeigt, dass begabte Medien in streng kontrollierten Versuchen mit einer Zufallswahrscheinlichkeit von 1:1 Milliarde entfernte Orte exakt beschreiben konnten. Trotz jüngster Kontroversen, die in Bezug auf Fernheilung aufgekommen sind, gibt es Untersuchungen, die belegen, dass Gebete für andere – selbst wenn diese nicht wissen, dass für sie gebetet wird – die Häufigkeit einer Zweitinfektion und der Krankenhausaufenthalte von Aidspatienten, das Risiko von Komplikationen während Herzoperationen verringern und sogar die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei künstlichen Befruchtungen erhöhen können (offensichtlich Grund genug für die US-Regierung, in den letzten Jahren 2,3 Millionen Dollar in die Gebetsforschung zu investieren).
Die PSI-Forschung wurde – wie die meisten Randgebiete der Wissenschaft – von Skeptikern auf das Heftigste angegriffen mit Behauptungen einer fehlerhaften Versuchsanordnung, einer ungenauen Vorgehensweise und der Voreingenommenheit von Versuchsleitern. Daher war ich gespannt darauf, Radin zu fragen, welche Untersuchung seiner Meinung nach die stärkste Aussagekraft für PSI-Phänomene hat. "Nichts in der Wissenschaft ist unwiderlegbar" antwortete er sofort, kam aber bald – als überzeugendste Datensammlung – auf das Phänomen der Telepathie zu sprechen. Die meisten Menschen kennen es: das überraschende Gefühl, wenn man scheinbar die Gedanken einer anderen Person mitbekommt, oder zu wissen, wer anruft, bevor man den Hörer abgenommen hat, oder, in unserem Internetzeitalter, per E-Mail eine Antwort auf eine Frage zu bekommen, die man gerade erst abschicken wollte. Während Skeptiker leichtfertig alle derartigen Phänomene mit Zufall erklären, gibt es doch eine beträchtliche Ansammlung von Forschungsarbeiten, die mit der Zielsetzung zusammengestellt wurde, zu zeigen, wie wenig solche Phänomene mit Zufall zu tun haben.
>>> Fortsetzung >>>
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|
|