|
Zu Beginn des 3. Jahrtausends verfügt der Mensch über ge- waltige zivilisatorische Errungenschaften. Geht es jedoch um die Erforschung des Phänomens “Bewusstsein”, einen zentralen Kern menschlichen Seins, so leben Mediziner, Neurologen, Psychologen und Physiker noch immer im Tal der Ahnungslosigkeit. Neurologen wähnen sich der Wahrheit am nächsten. Sie übersehen jedoch, dass Nervenaktivität eine Folge von Bewusstsein ist, jedoch nicht Bewusstsein selbst. Die Weiterleitung eines Nervenimpulses von A nach B ist eine andere logische Dimension als beispielsweise die menschliche Erfahrung, zu sehen und zu fühlen.
Wer als Wissenschaftler Bewusstsein untersucht, dem fehlt die neu- trale Sicht aus der Vogelperspektive. Er ist selbst in das verstrickt, was er erforscht. Manche Neuro-Forscher geben sich der Illusion hin, sie könnten dieses Defizit durch Logik und Abstraktion ausgleichen. Dabei übersehen sie, dass ein Mensch nur die Dimensionen untersu- chen kann, welche ihm geistig zugänglich sind.
Die heutige Bewusstseins-Forschung zeichnet sich dadurch aus, dass sie primär das untersucht, was sie sehen und messen kann. Sie be- obachtet körperliche und psychische Reaktionen wie z.B. das “Fla- ckern” im Gehirn oder menschliche Wahrnehmungen und Verhaltens- weisen. Als Folge dieses Paradigmas muss das Gehirn als zentrale Erklärungs-Instanz für “alles” hinhalten. Sind wir verliebt, so flackern die Gehirnarreale XY. Reizt man die Gehirnarreale XY, so empfindet ein Mensch Gefühle des verliebt seins. Also muss dort die Erklärung liegen. Diese Sichtweise kann richtig sein, kann uns jedoch auch blind für komplexere und vielschichtigere Ursachen machen.
Einmal angenommen, unser Gehirn wäre nicht der Ort unseres Bewusstseins, sondern ein Empfänger und Sender für Bewusstsein außerhalb seiner selbst. Wäre dies der Fall, so gäbe es eine gute Erklärung, warum sich Forscher bis heute im Kreise drehen. Sie suchen im übertragenen Sinne das TV-Programm von ARD und RTL in der Hardware ihrer Flimmerkiste. Bei jeder Sendung lassen sich auf den Platinen des Fernsehgerätes elektromagnetische Aktivitäten messen. Und durch elektromagnetische Anregung der Platinen lässt sich auf dem Monitor ein Bild künstlich erzeugen. Alles das muss jedoch nicht heißen, dass beispielsweise die Interviews von Sabine Christiansen in den Innereien unseres heimischen Fernsehgerätes entstehen.
Ob nun Bewusstsein im Gehirn oder vielleicht außerhalb des Gehirns zu suchen ist, das kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Interessant ist jedoch, dass sich viele Wissenschaftler weigern, die zweite Variante allein nur gedanklich zuzulassen. Hier ist der Grund zu suchen, warum Naturwissenschaftler nur Erfolge vorweisen kön- nen, welche zu ihrem geistigen Horizont passen. Dies gilt für For- schung allgemein, ganz besonders jedoch für die Entschlüsselung des Phänomens “Bewusstsein”.
Die nachfolgend vorgestellte Nahtodes-Studie kann vor diesem Hintergrund als Einladung verstanden werden, in der Bewusstseins- Forschung mehr gedankliche Flexibilität zuzulassen. Ein herzliches Dankeschön an die Zeitschrift info3, welche diesen Gastbeitrag autorisiert hat (kostenloses Probo-Abo unter www.info3.de).
>>> Fortsetzung >>>
| 1 | 2 | 3 |
|
|