
Der Fall des Türken Mehmet Bekler
Ein anderer Fall erzählt die Geschichte von Mehmet Bekler, einem Türken, der um 1940 geboren wurde. Er wuchs in einer Kleinstadt namens Ekber auf, wo er in der familieneigenen Mehlmühle arbeitete. Eines Tages erschien ein Kunde aus dem Ort und zettelte mit Mehmet einen Streit an, der schließlich in Handgreiflichkeiten ausartete. Dabei griff der Kunde Mehmet mit einer Mehlschaufel an und versetzte ihm einen scharfen Hieb auf den Kopf, der ihn tödlich verletzte. Das war 1965. Einige Zeit später hatte eine schwangere Frau in einem Nachbarort einen denkwürdigen Traum. Darin erschien ihr ein junger Mann und sagte: „Ich wurde durch einen Schlag mit einer Schaufel getötet. Ich möchte bei dir und bei niemandem sonst bleiben.“ Kurz darauf gebar die Frau einen Sohn, Süleyman, der mit einer deutlich sichtbaren Delle am Hinterkopf zur Welt kam. Sobald Süleyman sprechen konnte, enthüllte er Einzelheiten aus seinem früheren Leben, einschließlich seines damaligen Namens „Mehmet“. Das Kind bestand darauf, in seinem vorhergehenden Leben Müller gewesen und während eines Streits mit einem Kunden getötet worden zu sein. Schon in sehr jungen Jahren pflegte er über die türkische Landschaft zu weisen und zu sagen, dass er zu „dem Fluss“ gehen wolle. Schließlich ließen seine Eltern sich erweichen und der Junge durfte sie zu dem nahe gelegenen Ort Ekber führen, wo neben einem Fluss die Mühle stand. In Ekber konnten die Eltern viele von Süleymans Erinnerungen verifizieren. Es kam auch zu einer Begegnung mit Mehmet Beklers Familie. Schlussendlich waren alle Familienmitglieder, sowohl die seines früheren als auch die seines gegenwärtigen Lebens, von der Richtigkeit seiner Erinnerungen überzeugt. Als Süleyman aufwuchs, begegnete er gelegentlich jenem Kunden der Mühle, von dem er stets behauptete ermordet worden zu sein. Er geriet diesem Mann gegenüber immer in Zorn, und eines Tages bat er seinen Vater, ihm sein Gewehr zu geben, damit er Rache üben könne.
2.500 Fallbeispiele mit verblüffenden Gemeinsamkeiten
Dies sind nur zwei der 2.500 Kinder, die den Rechercheuren in Virginia ihre Geschichten erzählten. Es sind Fälle aus den Vereinigten Staaten, Indien, Burma, Sri Lanka, Thailand, Brasilien, dem Libanon, Großbritannien, Nigeria und weiteren Gegenden bekannt, und sie weisen viele verblüffende Gemeinsamkeiten auf. Zum Beispiel berichteten die meisten Kinder von vergangenen Leben, die sich an Orten in geographischer Nähe zu ihren gegenwärtigen Leben abspielten – ein Umstand, der die Überprüfung ihrer Erinnerungen erleichtert. Die meisten von ihnen beginnen über ihre früheren Leben zu erzählen, sobald sie sprechen können, also mit ungefähr zwei bis drei Jahren. Viele scheinen Kenntnisse zu besitzen, die weit über ihr Alter hinausgehen und außerhalb ihrer derzeitigen Lebensumstände liegen – wie das dreijährige Mädchen aus Sri Lanka, das seine Eltern mit obskuren Fakten über die Herstellung von Räucherwerk verblüffte, sowie mit Kenntnissen über eine spezielle Marke Räucherstäbchen, die in der Region nicht erhältlich waren. Oder der sechsjährige türkische Junge, der sich an exakte Details eines Hauses erinnerte, worin er Jahrzehnte vor seiner Geburt in einer 950 Kilometer entfernten Stadt gelebt zu haben behauptete, die er nie besucht hatte. Einige Kinder konnten sich gar an Geheimnisse erinnern, die nur der Person, die sie in einem früheren Leben waren, bekannt waren – wie an ein Geldversteck, in dem man tatsächlich fündig wurde.
Systematische Prüfung der Glaubwürdigkeit von Aussagen
Tucker und Stevenson sind wie Detektive, und jeder Fall in ihren Ordnern ist mit detaillierten Notizen gespickt. Oftmals befragen sie die Kinder, deren Eltern, Familienmitglieder sowohl ihres gegenwärtigen als auch des vorherigen Lebens und alle Freunde oder Bekannte, die in der Lage sein könnten, über ihre Erinnerungen Aufschluss zu geben. Sie suchen nach Antworten auf Fragen wie zum Beispiel: Wie genau beschreibt das Kind das vergangene Leben? Besitzt das Kind vielleicht ungewöhnliche Wesenszüge, Verhaltensweisen oder Phobien in Bezug auf die Erinnerungen an das frühere Leben? Besteht die Möglichkeit, dass das Kind auf andere Weise an die Informationen kommen konnte? Besonders überzeugend waren jene Fälle, erklärt Tucker, in denen „das Kind eine Reihe spezifischer Aussagen macht und – das ist das Entscheidende – jemand diese Aussagen schriftlich festhält, bevor jemand hingeht, um ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Bei der letzten Zählung hatten wir, glaube ich, 33 Fälle, in denen vorab Belegmaterial aufgezeichnet wurde. Doch auch in den vielen Fällen, in denen es keine vorhergehende Dokumentation gab, machten die Kinder ihre Aussagen wiederholt, Dutzende oder Hunderte von Malen über einen Zeitraum von mehreren Jahren.“
Zu 70 % Berichte von einem gewaltsamen Tod
Es schien mir bezeichnend, dass es keine Napoleons oder Cleopatras in diesen Ordnern gab. Der alte Witz, dass es bei Erinnerungen an frühere Leben immer um berühmte Persönlichkeiten ginge, traf auf diese Kinder nicht zu. „Sie erinnern sich an ganz gewöhnliche Leben“, so Tucker. „Normalerweise einfach an jemanden, der vielleicht in einem dreißig Kilometer entfernten Dorf wohnte.“ Es gibt jedoch bei einer Vielzahl der Fälle einen außergewöhnlichen Faktor. Mehr als siebzig Prozent der Kinder berichteten laut Tucker von früheren Leben, in denen sie keines natürlichen, sondern oftmals eines gewaltsamen Todes gestorben waren: in Autowracks, bei Busunglücken, durch Mord, Schusswunden, tödliche Kämpfe – all diese Todesursachen findet man verstreut in den Akten. Es mangelt nicht an Spekulationen, wieso gewaltsame Tode eine so herausragende Rolle spielen. Die verbreitetste Vermutung ist, dass vielleicht der Schock dieser plötzlichen und verfrühten Tode zur Bewahrung von Erinnerungen führte, die ansonsten vergessen worden wären. „Das legt die Vermutung nahe, dass in dem normalen Prozess eine Art Kurzschluss stattgefunden hat“, erklärt Tucker.
Die wahrscheinlich größte wissenschaftliche Fallsammlung
Als ich in dem staubigen Schrankraum dieser einzigartigen Universitätsfakultät die vom Boden bis zur Decke reichenden Aktenschränke untersuchte, die angefüllt waren mit Fallberichten, war ich wie erschlagen von der schieren Menge an Indizien, die hier, seit Stevenson in den frühen 1960ern seine Feldforschung begonnen hatte, sorgfältig zusammengetragen wurden. Bevor ich mit der Arbeit an diesem Artikel begann, hatte ich schlicht keine Vorstellung davon, dass bereits eine derart enorme Fülle an wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt worden war – noch dazu an einer der bedeutendsten Universitäten Amerikas. Diese Geschichten sind schon, jede für sich betrachtet, eindrucksvoll und überzeugend, und viele widersetzen sich nüchterner Erklärung. Tatsächlich lassen sich Erklärungsversuche, die einem sofort in den Sinn kommen, wie Betrug, Fantasie, falsche Erinnerung oder Wunschdenken seitens der Eltern, auf eine signifikante Anzahl dieser Fälle nicht so ohne weiteres anwenden. Die Geschichten wurden sorgfältig untersucht und Familienmitglieder und Freunde interviewt. Als Ganzes betrachtet, bilden diese Akten die vermutlich beste Beweissammlung für die Reinkarnation, die es heutzutage auf der Erde gibt. Reinkarnation ist für Milliarden Menschen in aller Welt wohl eher reine Glaubenssache, aber während der letzten vierzig Jahre war sie in diesem kleinen Büro in Virginia der Gegenstand empirischer Forschung.
Indizien, jedoch keine Beweise im wissenschaftlichen Sinn
Ich war gespannt, ob Tucker die Sinnfälligkeit in diesen Akten für ausreichend hielt, um durch sie zu beweisen, dass es Reinkarnation tatsächlich gibt. „Wir verwenden gewiss nicht den Begriff Beweis, weil es sich nicht um Fälle handelt, die unter strengen Laborbedingungen stattfanden, wo man alle Aspekte beherrscht“, warnt er. „Dies ist die chaotische reale Welt. Wenn man natürlich auftretende Phänomene studiert, nimmt man, was man bekommen kann. Ian Stevenson hat einmal gesagt, dass Reinkarnation für die überzeugendsten Fälle die beste, aber nicht die einzige Erklärung ist. Sie sind zwar offensichtlich, aber sie sind kein Beweis.“ Nun, sie mögen vielleicht nicht als Beweis gelten, doch die Geschichten dieser ungewöhnlichen Kinder zwingen uns sicherlich, unseren Unglauben (oder unsere Glaubenssätze) über das Leben nach dem Tod vorübergehend abzulegen. Aber meine Reise in dieses Kaninchenloch von Charlottesville war noch nicht beendet. Tuckers weitere Geschichten überraschten mich sogar noch mehr und, nachdem ich die Fälle gesehen habe, kann ich ehrlich behaupten, dass ich Muttermale von nun an mit anderen Augen betrachte.
Der Körper erinnert sich
Kathy war eine ledige junge Frau, die mit sechzehn Jahren schwanger wurde und 1978 einen Sohn gebar, James. Zunächst schien James ein gesunder Junge zu sein, aber in Alter von sechzehn Monaten begann er zu hinken und bald darauf bildete sich ein markanter Knoten ungefähr zweieinhalb Zentimeter über seinem rechten Ohr. Schließlich diagnostizierte man ein Neuroblastom, eine Krebsart, die häufig tödlich endet. Seine junge Mutter versuchte, so gut wie möglich für ihn zu sorgen, doch der Krebs breitete sich über James’ Körper aus und sein Zustand verschlechterte sich. Ein Tumor führte zur Erblindung seines linken Auges und sein geschwächter Körper konnte das Essen nicht mehr bei sich behalten. Verzweifelt versuchten die Ärzte, ihn intravenös über seine rechte Halsader zu ernähren, was eine hässliche Narbe hinterließ. Die ärztlichen Bemühungen waren vergebens: James starb im April 1980.
Zwei Ehen später bekam Kathy – sie war inzwischen dreißig – wieder einen Sohn, Chad. Als sie nach der Entbindung aus der Narkose aufwachte, trat einer der Ärzte vorsichtig an sie heran. „Hat ihr Mann es ihnen schon gesagt?“, fragte er. Zunächst starr vor Schreck, dass ihr Kind gestorben sein könnte, fiel Kathy ein Stein vom Herzen, als sie hörte, dass er lebte. Doch ihre Erleichterung verwandelte sich in einen Schock, sobald sie Chad zum ersten Mal sah. Der neugeborene Junge hatte eine Zyste zweieinhalb Zentimeter hinter seinem rechten Ohr. Er war auf dem linken Auge blind und hatte ein dunkles Muttermal, das aussah wie eine Narbe, die entlang der rechten Seite seines Halses in der Nähe der Halsader verlief.
Während Chad aufwuchs, zeigten sich weitere Ähnlichkeiten zu James, die sowohl physischer als auch emotionaler Natur waren. Er hatte dasselbe Temperament und als er zu laufen begann, zeigte sich, dass er hinkte. Als er vier Jahre alt war, wandte er sich mit der Frage nach ihrem „anderen Haus“ an seine Mutter. Er fuhr fort, das Apartment, in dem James und Kathy fast zwei Jahrzehnte zuvor gelebt hatten, exakt zu beschreiben, wobei er sich an Einzelheiten erinnerte, die selbst Kathys Ehemann nicht gekannt haben konnte. „Warum möchtest du zu diesem anderen Haus zurück“, fragte Kathy. Ohne zu zögern, antwortete Chad: „Weil ich dich dort verlassen habe.“
Physische Ähnlichkeit von James und Chad
Kathys Geschichte war ursprünglich von Carol Bowman untersucht worden, der Autorin von “Ich war einmal ... Kinder erinnern sich an frühere Leben”, einem Buch, das mit seinen zahllosen Geschichten von amerikanischen Familien dazu beitrug, die Illusion zu zerstören, dass Kinder, die sich an vergangene Leben erinnerten, nur in Kulturkreisen existieren, die an die Reinkarnation glauben. Was den Fall von Kathy und Chad so bemerkenswert macht, sind die physischen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Jungen – vor allem Chads Muttermale und Geburtsfehler, die mit James körperlichen Leiden korrespondierten. Wie sich herausstellt, sind solche Dinge in den Fallakten von Virginia nicht ungewöhnlich.
Da ist zum Beispiel das türkische Kind, das sich im Alter von zwei Jahren an ein früheres Leben als Verbrecher erinnert. Dieser spezielle, in der Türkei gut bekannte Kriminelle war in einer Auseinandersetzung mit der Polizei nur wenige Tage vor der Geburt des Kindes ums Leben gekommen. Nachdem er den Behörden in die Falle gegangen war und wusste, dass es für ihn kein Entkommen gab, brachte er sich selbst um, indem er das Gewehr unter sein Kinn hielt und abdrückte. Während das Kind aufwuchs, erinnerte es sich genauer Details aus dem Leben und Sterben des Kriminellen, noch überzeugender jedoch war die Tatsache, dass er auch ein Muttermal unter dem Kinn hatte – welches genau der Eintrittsstelle der Kugel entsprach, mit der der Kriminelle sich selbst getötet hatte. Als Stevenson den Fall untersuchte, forschte er auch nach einem zweiten möglichen Muttermal oben auf dem Kopf. Er streifte das Haar des Jungen zurück und entdeckte ein haarloses Muttermal auf dem Schädel an exakt der Stelle, wo die Kugel ausgetreten war.
14 dokumentierte Fälle nach dem Muster von James und Chad
Ich erfuhr, dass es tatsächlich vierzehn verschiedene Fälle gab, die demselben Muster folgten. In allen vierzehn Fällen hatte Stevenson ein kleines rundes Muttermal gefunden, das mit einer Schussverletzung korrespondierte, die das Kind der eigenen Erinnerung zufolge in einem früheren Leben erlitten hatte. Und in jedem dieser Fälle war das Muttermal begleitet von einem größeren, ungleichmäßiger geformten Muttermal auf der gegenüber liegenden Seite des Körpers. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um zu überprüfen, dass diese Muttermale tatsächlich den Wunden am Körper des Verstorbenen entsprechen“, erklärte mir Tucker. „Wenn möglich, erhalten wir Autopsieberichte oder ärztliche Gutachten. Sollten diese nicht zur Verfügung stehen, dann versuchen wir, Augenzeugenberichte von Menschen zu finden, die den Toten gesehen haben und aussagen können, wo deren Wunden waren. Manchmal bekommen wir sogar Polizeiberichte.“ Und während Tucker mir Foto auf Foto von Muttermalen zeigte, die den untersuchten Fällen entstammten, konnte ich nicht umhin, mir über die Implikationen dessen, was ich da sah, Gedanken zu machen.
Beeinflussen “Energiemuster” die Genetik?
Diese Fälle bieten einige der aufrüttelndsten Daten, die die Reinkarnationstheorie unterstützen, doch sie werfen auch faszinierende Fragen auf. Wir wissen, dass die Genetik die Quelle des Körperaufbaus eines jeden von uns ist und dass auch Umweltbedingungen eine gewisse Rolle spielen. Dieser Nachweis legt nun die Vermutung nahe – einmal angenommen, Reinkarnation ist die beste Erklärung – dass es womöglich noch einen weiteren Faktor in unserer Entwicklung gibt. Dies würde darauf hindeuten, dass das Energiemuster, welches von einem Körper zum nächsten übergeht, irgendwie mit der physischen Form interagiert – sogar mit dem genetischen Code – und seine Entwicklung beeinflusst. Vielleicht überleben körperliche Traumata, ebenso wie Erinnerungen, den Tod und existieren in nichtphysischer Form weiter, und sind dazu bestimmt, auf die Art und Weise der zukünftigen Inkarnationen einzuwirken.
Wie häufig geschieht so etwas?
Während ich das Bild eines sechzehnjährigen Jungen mit auf seinem Brustkorb verteilten runden Muttermalen betrachtete, der sich daran erinnert, in einem früheren Leben durch den Schuss aus einer Schrotflinte in die Brust gestorben zu sein, fragte ich mich: Wie häufig geschieht so etwas? Wieso geschieht es in manchen Situationen, nicht aber in anderen? Welche Auswirkungen mag das auf unser Verständnis der Biologie haben? Wie auch immer die Antworten lauten mögen, offensichtlich ist, dass es eine bemerkenswerte Korrelation zwischen Erinnerungen an durchlittene Traumata in vergangenen Leben und Muttermalen oder Geburtsfehlern im gegenwärtigen Leben gibt. Muttermale und Geburtsfehler waren einige der unglaublicheren Aspekte der Geschichten, die ich in Virginia hörte, aber es gab noch eine Menge anderer fantastischer Fälle, die in jenen Aktenschränken verborgen waren. Manche lassen sich nicht leicht kategorisieren und fordern unsere Vorstellungen über die Wirklichkeit heraus, von welcher Perspektive man das Material auch betrachten mag.
Beispielsweise gibt es in einigen amerikanischen Indianerstämmen Fälle mehrerer Kinder, die genaue, dokumentierte Erinnerungen an dasselbe frühere Leben haben. „Man findet dieses Phänomen bei den Stämmen im Nordwesten am Pazifik“, erklärte mir einer der Wissenschaftler. „Wir haben Fälle untersucht, wo ein halbes Dutzend Enkel sich daran erinnern kann, in einem früheren Leben ein und dieselbe Großmutter gewesen zu sein.“ Es gibt die Fälle von burmesischen Kindern, die sich daran erinnern, während des 2. Weltkriegs in Burma stationierte japanische Soldaten gewesen zu sein. Während sie aufwuchsen, beklagten sie sich über die scharf gewürzte burmesische Küche und das heiße Klima, wobei sie Worte benutzten, die ihre Eltern nicht verstehen konnten, und sie verlangten danach, rohen Fisch zu essen. Es gibt sogar Fälle, wo ein Kind sich daran erinnert, abgetrieben worden zu sein. In einem von ihnen ging ein junges Mädchen gleich bei der ersten Begegnung eine sehr enge Bindung zu ihrer Schwimmtrainerin ein. Sie war so stark, dass sich sowohl die Mutter des Mädchens als auch ihre Trainerin darüber wunderten. Bald darauf begann das Kind, ihrer Mutter gegenüber seltsame Äußerungen zu machen. Sie bestand darauf, dass sie einmal ein Baby im Bauch der Trainerin gewesen war und dass ein „böser Mann gekommen war und sie herausgezogen hatte“, obwohl sie „verzweifelt versucht hatte, sich festzuhalten“. Wie sich herausstellte, gestand die Trainerin später, dass sie vor Jahren eine Abtreibung hatte vornehmen lassen und sie war schockiert, dass das Kind dies vielleicht gewusst haben könnte.
| 1 | 2 | 3 | 4 |