Fortsetzung von “Tod und Wiedergeburt - Teil 1”

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Erzähl mir vom Himmel, ich fange an zu vergessen
Über einen Zeitraum von mehreren Tagen ging das
kleine Mädchen immer wieder zu ihren Eltern und sagte:
„Ich würde gern etwas Zeit allein mit meinem neuen
Brüderchen verbringen.“ Die Eltern waren darüber ein
wenig beunruhigt. Sie hatten von Geschwisterrivalitäten
gehört und dachten deshalb: „Nun, vielleicht geht
es vorüber.“ Aber es ging nicht vorüber. Sie bestand
hartnäckig auf ihrem Wunsch, also beschlossen sie, es
ihr zu erlauben. Aber sie hatten ein Babyfone im Raum,
sodass sie verfolgen konnten, was dort vor sich ging.
Als der Tag gekommen war, ließen sie sie in den Raum
und während sie der Sprechanlage lauschten, war alles
für einige Momente ganz still. Und dann hörten sie die
Stimme ihrer Tochter, die zu ihrem Brüderchen sagte:
„Erzähl mir vom Himmel, ich fange an zu vergessen.“

Nun, was genau sie mit „Himmel“ meinte, ist nicht ganz klar, aber Mythen und Literatur haben schon lange die Vorstellung unterstützt, dass das Erwachsenwerden einen Prozess des Vergessens beinhaltet. Platon, einer der ersten Reinkarnationsphilosophen, schrieb von einem Fluss des Vergessens, durch den alle Seelen hindurch müssen, ehe sie wiedergeboren werden. Und Wordsworth beschreibt die Geburt sinnträchtig als „nur ein Schlaf und ein Vergessen“. Doch welcher Amnesie auch immer wir anheim fallen mögen, wenn wir in dieses Leben treten, scheint es doch, dass in einigen von uns Spuren einer früheren Existenz, und manchmal auch viel mehr, selbst bis ins Erwachsenenalter hinein überleben. Eines der spektakulärsten Beispiele dafür ist ein Fall aus den 1960ern, den der britische Psychiater Dr. Arthur Guirdham in dem Buch “Ein Fuß in beiden Welten” beschreibt.

Schilderung eines früheren Lebens als Katharer im 13. Jh.
1961 kam eine Frau wegen eines akuten und verwirrenden Problems in Dr. Guirdhams Praxis. Seit ihrem zwölften Lebensjahr wurde sie von unerbittlichen Albträumen heimgesucht, und manchmal schrie sie so laut, dass sie fürchtete, ihre Nachbarn würden zu ihrem Leidwesen davon erwachen. Die Träume handelten für gewöhnlich von schrecklichen Morden und Massakern. Nach Monaten der normalen psychiatrischen Behandlung entdeckte der Arzt, dass die Frau in jungen Jahren ein Tagebuch geführt hatte, in dem sie einige ihrer Träume wie auch andere Bruchstücke und Kleinigkeiten, die ihr in den Sinn kamen, festgehalten hatte. Es stellte sich heraus, dass ihr Tagebuch Informationen über ihr Leben als Katharer im französischen Toulouse des 13. Jahrhunderts beinhaltete. Die Katharer waren eine christliche Sekte, die von der Inquisition verfolgt wurde und eine ihrer häretischen Ideen war der Glaube an die Reinkarnation. In ihrem Tagebuch fanden sich auch Liedverse, die in mittelalterlichem Französisch verfasst waren, einer Sprache, wie sie im 12. und 13. Jahrhundert gesprochen wurde.

Zudem hatte die Frau unwissentlich und in grausigen Einzelheiten das Massaker an den Katharern dokumentiert. Sie wurden auf den Scheiterhaufen verbrannt und sie beschrieb schauerlich detailliert, wie sie selbst verbrannt worden war. Sie erinnerte sich dabei an Einzelheiten, die erst später von Historikern als Fakten erkannt wurden. Ihre Erinnerung an Familiennamen und Beziehungen zwischen verschiedenen Mitgliedern der Katharersekte wurden später durch eine detaillierte Analyse der Inquisitionsberichte verifiziert. Sie behauptete sogar – entgegen der anerkannten Geschichtsmeinung der Zeit –, dass die Priester der Katharer dunkelblaue Kleidung trugen. Historiker insistierten, dass sie immer schwarz getragen hatten – das heißt, bis 1966, als neue Fakten in den lateinischen Archiven entdeckt wurden und die Geschichte auf den neuesten
Stand gebracht wurde. Die katharischen Priester, so wissen wir heute, trugen tatsächlich Dunkelgrün und Dunkelblau.

Erinnerung an frührere Leben als Therapie
Ob diese Enthüllungen jener Patientin halfen oder nicht, ist nicht bekannt, aber manch einer schwört auf die Heilkraft ans Licht gebrachter Erinnerungen aus früheren Leben. Dieses spezielle Beispiel ereignete sich lange, bevor die sogenannte “Reinkarnationstherapie“ en vogue war, aber in den dazwischen liegenden Jahren vermehrte sich geradezu explosionsartig die Zahl derer, die die heilende Wirkung des Wiedererlebens ihrer Erinnerungen an frühere Leben erforschen wollten. Und es handelt sich dabei nicht allein um eine psycho-physische Heilung. Viele haben von enormen spirituellen Durchbrüchen berichtet, von tiefgreifenden Erfahrungen der Seele und mächtigen Transformationen ihrer Beziehungen – das alles dadurch, dass sie mit den psychologischen Mustern zurande gekommen sind, die sie nicht nur in diesem Leben, sondern durch multiple Inkarnationen hindurch angetrieben haben.

Manchmal geschieht es zufällig. Der Therapeut fordert den Patienten unter leichter Hypnose auf, an die Quelle seiner oder ihrer Probleme zu gehen, und plötzlich ist die Person, die ihm gegenüber sitzt, nicht mehr Dick oder Jane im Amerika des 20. Jahrhunderts, sondern ein Uhrmacher im Europa des 17. Jahrhunderts, ein Bauer in Indien oder ein Mönch in Japan. Therapeutisch gesehen ist das eine unglaubliche Sache. Man denke nur an die verbreiteten psycho-sozialen Themen, die in der Kindheit wurzeln – den Ödipuskomplex, die Verdrängung, Abwehrmechanismen, Probleme der Ich-Entwicklung – und addiere dann hundert Varianten aus über tausend Jahren. Ich glaube, das würde selbst Freud zu viel.

Jenseits der Mainstream-Psychologie
Nichtsdestotrotz haben Tausende, wenn nicht gar Millionen diese experimentelle Therapie ausprobiert, längst vergessene Zeiten wiedererlebt und Kulturen und Epochen erfahren, auf die unsere Historiker nur zu gern einen Blick werfen würden – und das bequem von der Therapeutencouch aus. Alles ist durch die Anwendung dieser therapeutischen Methode, welche die Tiefenpsychologie auf eine ganz neue Ebene hebt, geheilt worden – vom Asthma über Ekzeme, Stottern und Albträume bis hin zu Angstattacken – das zeigen uns die Fallgeschichten. Diese Bewegung hat Dr. Brian Weiss zu einem New Age-Star gemacht und Shirley MacLaine dazu inspiriert, sich zu exponieren. Sie hat vielen im jüdisch-christlichen Westen – einem Gebiet, das Arthur Schopenhauer einst als den Teil der Welt beschrieb, der nicht an Reinkarnation glaubt – dazu verholfen, die Wiedergeburt als Tatsache anzusehen. Und es hat viele seriöse Therapeuten motiviert, die Grenzen ihres eigenen Berufs auszutesten, die Mainstream-Psychologie zu verlassen und sich ein Mäntelchen umzuhängen, das für gewöhnlich eher mit Madame Blavatsky als mit Sigmund Freud in Verbindung gebracht wird.

Wenn vermeintlich alte Erinnerungen neueren Datums sind
Es gibt jedoch eine verborgene Gefahr im Hinblick auf Rückführungen durch Hypnose – ein Problem, das unter dem Fachbegriff Kryptomnesie bekannt ist. Er bedeutet, dass wir möglicherweise nicht all unserer Erinnerungen bewusst sind und dass längst vergessene Informationsbruchstücke, die für immer in den dunklen Windungen unseres Gehirns gespeichert sind, unter Hypnose leicht ans Tageslicht kommen können. Anders gesagt, könnte ich mich unter Hypnose an ein Leben während des zweiten Weltkriegs erinnern und fähig sein, es detailliert zu beschreiben. Bei genauer Hinterfragung jedoch würde deutlich werden, dass ich unbewusst eine Mischung aus Erinnerungen an TV-Sendungen und Bücher miteinander verwoben habe. Es mag unwahrscheinlich klingen, aber eine Reihe von Tests hat gezeigt, dass das möglich ist. Wie der bekannte Wissenschaftsautor Martin Gardner schreibt: „Fast jeder, der durch Hypnose zu tiefer Trance fähig ist, wird über vergangene Inkarnationen plaudern, wenn der Hypnotiseur ihn dazu auffordert.“

Doch für viele Therapeuten, die sich mit Rückführungen unter Hypnose befassen, ist die Richtigkeit der Erinnerungen nicht das Wichtige. Das Ziel in der Therapeutenpraxis scheint vielmehr Ganzheit und Heilung zu sein. Der bekannte Autor und Reinkarnationstherapeut Dr. David Hammerman erklärt: „Die Leute fragen mich oft: ‚Wie kann ich wissen, ob diese Erinnerung an ein früheres Leben wahr ist oder nicht?‘ Meine eigene Haltung ist, dass ich es zum therapeutischen Zweck für nicht so schrecklich wichtig halte, ob eine Geschichte, die jemand erzählt, gänzlich vom Gehirn erfunden wurde. Entscheidend ist: Hat sie heilende Kraft? Ist die Geschichte, die sich ihren Weg bahnt, von therapeutischem Wert?“

Nichtsdestotrotz waren alle Therapeuten, mit denen ich sprach, der klaren Überzeugung, dass zumindest einige der Erinnerungen, die ihre Klienten wieder erlebten, echt sind. Zum Beispiel übermittelte mir Dr. Hammerman, der Klienten vergangene Leben wieder erleben ließ, die bis in prähistorische Zeiten zurückreichten, die Geschichte einer Patientin, die ein früheres Leben wiedererlebte, in dem sie sich einer dramatischen Kriegsszenerie im Deutschland des 16. Jahrhunderts erinnerte. Die Patientin ging Informationen über das frühere Leben nach und konnte schließlich alle relevanten Berichte ausfindig machen, die ihre Erinnerungen bestätigten. Und es gibt möglicherweise Hunderte von Fällen wie diesen in der Reinkarnationsliteratur, manche davon umfassender dokumentiert als andere. Eine der bemerkenswertesten Berichte stammt von dem bekannten Reinkarnationstherapeuten Roger Woolger in Stephen Sakellarios’ Dokumentation “In Another Life: Reincarnation in America” (In einem anderen Leben: Reinkarnation in Amerika) aus dem Jahr 2002:

Ein Leben als Renaissance-Maler im italienischen Siena
In einer Hypnosesitzung erinnerte sich eine Klientin von Woolger eines Tages an ein früheres Leben, in dem sie ein unbedeutender Maler war, der während der Renaissance in Italien lebte. Eines der vielen Details, an die sie sich erinnerte, war der Name des Malers. Nach der Sitzung beschloss sie, ein wenig zu recherchieren. Aber eine gründliche Suche in Berichten über die Renaissance in den Archiven der örtlichen Bibliotheken enthüllte nichts. Dann, fast ein Jahr nach ihrem ursprünglichen Erlebnis, empfahl ihr ein Freund, es in einem bestimmten Museum zu versuchen, das Aufzeichnungen über europäische Maler archiviert hatte. Tief in einem geheimnisvollen historischen Dokument des Museums vergraben fand sie den Namen, nach dem sie suchte. Der Maler, so stellte sich heraus, hatte im italienischen Siena gelebt. Von dieser Entdeckung beflügelt, beschloss sie, zum ersten Mal in ihrem Leben nach Italien zu reisen. Gleich nach ihrer Ankunft in Siena überwältigte sie ein Gefühl intensiver Vertrautheit, und sie fand sofort den Weg zu dem Haus, wo der Maler gelebt hatte. Dort, an der Außenwand, fand sich eine Gedenktafel zu Ehren dieses Renaissancekünstlers.

Bislang wurden nur wenige Versuche unternommen, Hypnose-Rückführungen in frühere Leben auf systematischere wissenschaftlichere Weise zu untersuchen. Der vielleicht beeindruckendste und ambitionierteste Vorstoß auf diesem Gebiet fand keineswegs in der Praxis eines Therapeuten statt. Er begann 1966 in einer Quäker-Bibliothek in New Jersey.

Empirische Studien der Psychologin Helen Wambach
Helen Wambach war eine praktizierende Psychologin und Lehrerin in Long Branch in New Jersey, als ihr Leben eine überraschende Wendung nahm. Während des Besuchs eines Quäker-Zentrums wurde sie unerwartet in eine andere Zeit versetzt. Sie beschreibt dieses Ereignis in ihrem 1978 erschienenen Buch “Reliving Past Lives” (Vergangene Leben wieder erleben) folgendermaßen:

Als ich die Treppe zum zweiten Stock hoch stieg, kam
ein Gefühl über mich, als sei ich in einer anderen Zeit an
einem anderen Ort. Als ich den kleinen Bibliotheksraum
betrat, sah ich mich selbst wie selbstverständlich zu den
Bücherregalen gehen und eines der Bücher herausgreifen.
Ich schien zu „wissen“, dass dies mein Buch gewesen war,
und als ich die Seiten betrachtete, tauchte eine Szene vor
meinem inneren Auge auf. Ich ritt auf einem Maultier über
ein Stoppelfeld und hielt dieses Buch auf den Sattel gestützt
vor mir. Die Sonne brannte heiß auf meinen Rücken, meine
Kleidung kratzte auf der Haut. Ich spürte die Bewegungen
des Maultiers unter mir, während ich ganz versunken in das
vor mir aufgestellte Buch war ... Ich schien den Inhalt des
Buches zu kennen, noch ehe ich die Seiten umblätterte.

Zutiefst beeindruckt von diesem Ereignis war Wambach gezwungen, sich zu fragen: Sind solch unerklärte und unterbewusste Erinnerungen tief in der Psyche eines jeden Menschen begraben? Wie können wir wissen, ob diese Erinnerungen an frühere Leben tatsächlich authentisch sind? Zehn Jahre nach ihrem ersten Erlebnis in der Quäker-Bibliothek glaubte Wambach, die Antwort auf ihre Fragen gefunden zu haben. Sie kam in Form zweier Zahlen: 50,6 und 49,4.

Rückführung von über 1.000 Probanden unter Hypnose
50,6% und 49,4% waren Statistiken, die aus Wambachs Forschungen in den späten 1970ern hervorgingen. In dem umfassendsten Experiment, das je mittels Rückführungen unter Hypnose durchgeführt worden war, führte Wambach über eintausend Menschen mit der Aufforderung in verschiedene Zeitepochen der Geschichte zurück, über alle früheren Leben, die sie dabei erlebten zu berichten. Nach den Sitzungen füllten die Teilnehmer Formulare aus, in denen sie spezifische Fragen über die Leben, derer sie sich erinnerten, beantworteten – Fragen nach Geschlecht, Kleidung, Hautfarbe, verzehrten Speisen, Lebensbedingungen und so weiter. Viele Teilnehmer berichteten von zahlreichen früheren Leben – in denen sie einmal männlich, einmal weiblich waren. Als die Untersuchung abgeschlossen war, berechnete Wambach die Ergebnisse und fand heraus, dass in 50,6% der Lebensberichte die Protagonisten männlich und in 49,4% weiblich waren. Und diese Zahlen schienen nicht von dem Prozentsatz an Männern bzw. Frauen, die an den Forschungssitzungen teilnahmen, abhängig zu sein. Anders ausgedrückt: Wenn 75% Frauen und 25% Männer an einer Sitzung teilnahmen, blieb die Geschlechterverteilung in den Berichten aus früheren Leben dennoch konstant um die 50,6% und 49,4%. Diese Statistik ist so bemerkenswert, weil sie unseren besten Hochrechnungen darüber entspricht, wie die globale Geschlechterverteilung durch die Geschichte hindurch war.

Einige haben Wambachs Ergebnisse als bisher besten Beweis dafür bezeichnet, dass zumindest einige der erinnerten Leben unter Hypnoserückführung tatsächlich frühere Leben sind. Könnten Tausende von eingebildeten Leben, so fragten sie sich, die von der jeweils individuellen Psyche der Probanden heraufbeschworen wurden, tatsächlich so präzise eine derartige statistische Schlüsselzahl treffen? Ihr Rückführungsexperiment war das erste seiner Art im Hinblick auf eine sorgfältige quantitative Analyse einer so großen Datenmenge. Und es ist ein Experiment, das niemals wiederholt wurde.

Aus wissenschaftlicher Sicht Zweifel an der Qualität der Daten
Trotz Wambachs Bemühungen zählen Rückführungen in frühere Leben in akademischen Kreisen letztlich kaum als empirischer Beweis für die Reinkarnation. Angesichts des Problems der Kryptomnesie und der Neigung des Individuums, unter Hypnose eingebildete Erinnerungen zu kreieren, ist dies verständlich. Stevenson selber war in dieser Hinsicht höchst kritisch. Aber ich brachte es nicht fertig, all die anekdotenhaften Darstellungen als bloße Marotten oder Fantasien abzutun. Es gibt einfach zu viele unerklärte Puzzleteile und beeindruckende Geschichten aus angesehenen Quellen, die nur schwerlich auf andere, konventionellere Weise erklärt werden könnten.

Warten auf die Jury
Kinder, die sich an frühere Leben erinnern und Erinnerungen an frühere Leben, die unter hypnotischer Rückführung erlangt wurden, sind die beiden verbreitetsten Quellen, die als Beweis für die Reinkarnation zitiert werden. Jene, die hoffen, dass diese beiden Forschungsgebiete konkrete Beweise erbringen könnten, werden mit dem gesammelten Datenmaterial letztlich nicht zufrieden gestellt sein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist beeindruckendes Beweismaterial zusammengetragen worden, es ist jedoch weit davon entfernt, unwiderlegbar zu sein. Über die Bedeutung der Beweise kann man streiten. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass bei dieser Debatte viel auf dem Spiel steht. Weltanschauungen, Glaube und viele tief verankerte Überzeugungen über das Wesen des Lebens an sich werden durch die Idee der Reinkarnation in Frage gestellt, und es braucht mehr als 2.500 ungewöhnliche Kinder und einige beeindruckende Geschichten aus Hypnosesitzungen, um den Status quo zu Fall zu bringen.

Nichtsdestotrotz ist schon allein die schiere Menge an Daten, die auf eine Wiedergeburt hindeuten oder dies als Erklärung stärken, für jeden beeindruckend, außer vielleicht für eingefleischte Skeptiker. Mir entging die Tatsache nicht, dass für viele der Fälle, auf die ich zufällig stieß, niemand, mit dem ich sprach – weder die Skeptiker oder Agnostiker, noch die, welche daran glaubten – eine überzeugende alternative Erklärung hatte. Bestenfalls konnten sie mit einer Theorie aufwarten: Betrug, Erinnerungsfehler, Kryptomnesie, übersinnliche Wahrnehmungen – die auf einige der Fälle anwendbar sein mochten. Und so wurde mir klar, dass zwischen möglichen und überzeugenden Alternativen ein großer Unterschied besteht.

Keine Beweise, jedoch starke Indizien...
Bevor ich mit meinen Recherchen über diese Thematik begann, hatte mich die Vorstellung der Reinkarnation nicht sonderlich interessiert. Sie war nie Teil meines eigenen religiösen Glaubens gewesen und nie ein Thema, dem ich ausgesprochen zugetan war. Nachdem ich mich monatelang in die Fallgeschichten vertieft, die Literatur untersucht und Wissenschaftler befragt hatte, fehlten mir immer noch die endgültigen Antworten, aber ich spürte sicher, dass es genügend Beweise gab, die eine tiefere Untersuchung der Reinkarnationsforschung rechtfertigten. Denn wenn wir für den Moment annehmen, dass es die Reinkarnation tatsächlich gibt, dann wirft dies eine wichtige Frage auf: Was geschieht, wenn wir von den Fesseln unserer Physis befreit sind? Wenn wir den Tod tatsächlich überleben und jenseits des Körpers existieren: Wo genau sind wir dann? Was ist das Wesen dieser nichtkörperlichen Erfahrung?

Natürlich gibt es viele klassische Antworten auf diese Frage. Mir fiel jedoch etwas Interessantes auf. Als ich die aktuellsten Ergebnisse auf dem Gebiet der Überlebensforschung durchlas, erkannte ich, dass es einige faszinierende Ähnlichkeiten zwischen den Erzählungen über Reinkarnation und Berichten über die sonderbare und fesselnde Welt der Nahtoderfahrungen und außerkörperlichen Wahrnehmungen gibt. Und so fragte ich mich: Könnten all diese Erfahrungen auf dieselbe Dimension der Existenz hinweisen?

© 2006: What is Enlightenment?

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Bücher zum Thema “Nahtodesforschung”


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Die Fortsetzung von “Tod und Wiedergeburt Teil 2 + 3” folgt...