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Dr. Andreas Zeuch über Intuition und Nichtwissen im Management.
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Ein Fall von Nichtwissen (5): Die Fehmarnbelt-Brücke

30. Juni 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich sitze hier gerade am Tag 2 nach meinem Urlaub auf Fehmarn in meinem Büro. Als ich dort bei traumhaften Wetter entspannte, fiel mir ein Artikel aus dem Spiegel Nr. 25 über den umstrittenen Bau der Fehmarnbelt-Brücke in die Hände. Ein gewisser Zufall (oder auch nicht, je nachdem, was man glauben mag), der mir einen neuen Artikel wert zu sein scheint.

Der Plan

Zwischen der kleinen deutschen Insel Fehmarn und dem dänischen Ort Rodby soll der 19 Km breite Fehmarnbelt durch eine Brücke verbunden werden. Bislang ist die Reise per Fähre zwischen Puttgarden und Rodby möglich. Die Planung ist, wie so häufig, auf dem Papier beeindruckend: Zur Zeit wird eine 65 Meter hohe Schrägseilbrücke mit vier 280 Meter hohen Pylonen bevorzugt. Diese Konstruktion beinhaltet 4 Autobahnspuren und 2 Bahngleise, über die natürlich der deutsche Möchtegern-Vorzeigezug, der ICE, donnern soll. Spätestens 2018 soll die Querung ohne Fähre möglich sein. Die geplanten Kosten beziffern sich auf voraussichtlich mindestens 4,4 Milliarden Euro, die nach einigem Ärger nun komplett von Dänemark übernommen werden. Allerdings verbleiben noch 1,7 Milliarden Euro für die deutsche Hinterlandanbindung, wie der Bundesrechnungshof prognostiziert. Das entpricht einer Verdoppelung der bisher geplanten 800 Millonen Euro (Lesen Sie dazu auch den Kommentar Nr. 5!)

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

Die Risiken

Soweit in Kürze das Vorhaben. Dummerweise gibt es, wie immer in solchen Fällen, eine ordentliche Portion Nichtwissen darüber, was die Zukunft wirklich bringt. Hier eine kleine Liste der zur Zeit nur schwer abschätzbaren Risiken:

1. Bereits die Bauarbeiten könnten durch die Bohrarbeiten für die riesigen Pfeiler schädlich viel Sedimente aufwirbeln. Außerdem würde der Unterwasser-Baulärm vermutlich für die dort vorhandenen Schweinswale eine schädliche Zumutung darstellen. Der spätere Verkehrslärm in Form von Erschütterungen, die durch die Pfeiler ins Wasser weitergeleitet werden, könnten sogar für ein komplettes Ausbleiben dieser Tierart verantwortlich werden.

2. Ornithologen schätzen, dass jährlich ca. 100 Millionen Zugvögel durch den Fehmarnbelt fliegen. Dieses Gebiet wird als “Flaschenhals” im europäischen Vogelzugsystem bezeichnet. So sind beispielsweise bis zu einer Million Eiderenten betroffen, die auf Brückenhöhe den Belt durchqueren. Viele von ihnen könnten mit der Brücke zusammenprallen oder sie als nicht zu überwindendes Hindernis wahrnehmen.

3. Ebenso ist die Schiffahrt mit einem jährlichen Verkehrsaufkommen von bis zu 50.000 Schiffen gefährdet. Bislang können sie eine 10 Km breite Fahrrinne nutzen, die durch die Brücke auf lediglich drei Durchfahren á 700 Meter zusammenschrumpft. Die Großschiffe haben einen 3 Km langen Bremsweg und so steigt das Risiko von Staus und vor allem Karambolagen. Da dort täglich einwandige russische Öltanker unterwegs sind, werden Öko-Katastrophen nur wahrscheinlicher.

4. “Noch schwerer wiegen die Bedenken der Ozeanografen. Die Ostsee ist auf den Zustrom sauerstoffreichen Tiefenwassers aus der Nordsee angewiesen. Nur diese Beatmung haucht dem Binnenmeer Leben ein. Versiegt der Strom, versinkt die Bodenfauna in schwarzem, fauligen Schlamm.” (Spiegel Nr. 25, S. 35) Das Problem: Die gewaltigen Brückepfeiler könnten diesen Zustrom unterbrechen. Und das ist keine Phantasie technik- und fortschrittsfeindlicher Hardcore-Ökos, sondern ein in einem anderen Fall bereits nachgewiesener Effekt: “Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung … konnte diesen Effekt an … der bestehenden Storebaelt-Brücke bereits nachweisen.” (ebnd.).

5. Abgesehen von all diesen Risiken gibt es auch noch ein direkt ökonomisches Fragezeichen in der Planung: Dänemark erwartet 7700 Fahrzeuge pro Tag, fünf Jahre später sollen es dann 10.300 sein. Dem entgegen stehen die Schätzwerte einer deutschen Beratungsfirma: Lediglich 5100 Fahrzeuge werden am Anfang die Brücke nutzen, womit aber nur eine 10 prozentige Auslastung vorläge. Und die ICEs würden zudem auf sich warten lassen: Erst ab 2025 würden sie bis nach Puttgarden auf Fehmarn fahren und könnten dann von dort aus weiter nach Rodby reisen. Fakt ist: Bereits 2006 sind alle Investoren ausgestiegen, da keine sicheren Finanzprognosen vorliegen.

Wider allen Nichtwissens: Der Bau ist beschlossene Sache

Die Dänen wiegen sich in illusionärer Sicherheit, in einer epistemischen Arroganz. Sie überschätzen ihr Wissen und unterschätzen selbstherrlich und überheblich ihr Nichwissen. Da ist kein Platz für einen planerischen Irrtum. Immerhin gibt es auf deutscher Seite einige gesunde Kritik, die den Bau fraglich erscheinen lassen. Aber das hat unsere Politiker offensichtlich nicht abgehalten: Am Donnerstag, den 18.06.2009 entschieden die deutschen Abgeordneten den Bau der Brücke.

Meine Meinung dazu:

Links

Wikipedia-Artikel

Auto, Motor, Sport - Artikel, 19.06.2009

NDR-Artikel, 03.06.2009

Focus-Artikel, 06.08.2007

Sprache: Ohne Intuition keine Kommunikation

08. Juni 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: , Intuition | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

waren Sie schon mal bei einem Kommunikationstraining dabei? Erinnern Sie sich noch an die verschiedenen Inhalte, wie die Ebenen der Kommunikation (verbal, paraberbal, nonverbal), an verschiedene rhetorische Techniken (Fragen, Paraphrasieren, Argumente…)? Zur Erinnerung hier der Song “Nonverbale Kommunikation” von den Wise Guys in einer herrlichen familiären Verfilmung (da werden so manche Teenies neidisch, ob der coolen Eltern):


Haben Sie damals auch gelernt, wie sie die einzelnen, in Rollenspielen trainierte Kompetenzen und auch das theoretische Wissen (Schulz von Thun: 4 Ohren…) erfolgreich im beruflichen Alltag einsetzen? Vermutlich nicht, denn das steht in keinem Kommunikationstraining auf der Agenda. Vermittelt werden nur Werkzeuge aus einem Werkzeugkasten.

Dabei ist es mit dem kommunikativen Werkzeugkasten anders, als mit dem echten. Im Falle des Letzteren wissen Sie genau, wann Sie einen Hammer herausnehmen und anwenden: Wenn sie einen Nagel in die Wand schlagen wollen (Wenn Sie indes eine Glühbirne zertrümmern möchten, wird es auch hier schon wieder mehrdeutig…):

Foto: TheGeckoMan, „Wenn Dir die Birne platzt...“, CC-Lizenz (BY 2.0). Bild aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Foto: TheGeckoMan, „Wenn Dir die Birne platzt...“, CC-Lizenz (BY 2.0). Bild aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Grundsätzlich anders ist es jedoch in der Kommunikation: Wann stellen Sie eine Frage? Und welche Art von Frage (offen, geschlossen, rhetorisch, zirkulär…)? Oder wann sind Sie besonders empathisch, wann provokativ, wann humorvoll…? Wann schweigen Sie und hören besser zu? Wann ist es genau andersherum und sie sollten intensiv argumentieren? Wann werden Sie laut, wann leise? Wann ist es an der Zeit, das Sprechtempo anzuziehen, wann sollten Sie sich Zeit lassen? Wann haben Sie Ihren Gesprächspartner verstanden, wann sollten sie besser nochmal nachfragen? Umgekehrt: Hat Ihr Gegenüber verstanden, was Sie meinten? Gibt es für diese und noch viele anderen Entscheidungen und Gestaltungsmöglichkeiten Ihrer Kommunikation ein gültiges Rezept für jedes Gespräch? Natürlich nicht.

Und genau deshalb wären Sie hoffnungslos verloren, wenn Sie nicht intuitiv durchs Gespräch navigieren würden. Deshalb haben Kommunikationsprofis, die sich und ihre Kommunikation immer wieder reflektieren und trainieren, auch ein deutlich besseres, sprich erfolgreicheres kommunikatives Fingerspitzengefühl, als Menschen, die diese Arbeit nicht für nötig halten und damit Laienstatus bewahren. Da hilft auch kein 1,5 Tage Rhetorik- oder Kommunikationsseminar. Das bedarf - wie bei jeder anderen Meisterschaft - täglicher Übung über Jahre. Dann auf einmal wird ein Großteil der Kommunikation leicht und elegant. Aus dem Bauch heraus kommen Sie wesentlich schneller zum gewünschten Ergebnis, als noch Jahre zuvor. Ihre Kommunikationsstärke nimmt deutlich zu, da wird vielleicht auch das Unmögliche möglich:


Praxistipp: Fordern Sie sich und Ihre Kommunikation etwas heraus. Sie haben, wie jeder andere Mensch auch, ein bestimmtes Verhaltensrepertoire. Wenn Sie in Gesprächen besonders empathisch sind, versuchen Sie mal eher witzig zu sein; oder provokant. Wenn Sie schnell sprechen, achten Sie darauf, wann es gut sein könnte, mal bewusst langsamer zu reden. Genauso können Sie es mit der Lautstärke machen und weiteren Parametern. Seien Sie kreativ. Experimentieren Sie. Vielleicht nicht gerade beim nächsten Krisengespräch mit Ihrem Chef oder Mitarbeiter, aber hier und da, wenn nicht Ihre ganze berufliche Zukunft davon abhängt.

Also: Ohne Intuition gäbe es keine Kommunikation. Denken Sie einfach nur mal an die Sprachcomputer bei Banken und anderen Dienstleistern, die nur ein äußerst begrenztes Vokabular verstehen. Und das auch nur, wenn es im richtigen Moment deutlich gesprochen wird. Ansonsten ertönt in monotoner Stimme: “Ich habe Sie nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie Ihre Eingabe.”

Linktipps

Hirsch, C.: Recruiting Intuition: When to Trust Your Gut…And When Not to.

Kasibhatla, A.: Recruiting by Intuition.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

Intuitionstraining: Haben Sie Interesse an der Entwicklung Ihrer kommunikativen Intuition oder der Ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter? Dann melden Sie sich bei mir: +49.6221.725 23 16 oder az (at) a-zeuch.de Ich bin gerne für Sie da.

Intuition bei Personalentscheidungen

03. Juni 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Personalentscheidungen betreffen so ziemlich jedermann heutzutage. Wenn Sie angestellt sind, dann haben Sie sich höchstvermutlich irgendwann bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber beworben. Wenn Sie als Führungskraft oder Personaler tätig sind, liegt es auch in Ihrer Verantwortung, neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einzustellen; oder Leute aus Ihrer Belegschaft zu befördern, zu versetzen oder zu entlassen. Aber wie treffen Sie diese Entscheidungen am besten? Wie erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, einer erfolgreichen Entscheidung?

Dieser Frage widmete sich Carolina Kleebaur in Ihrer Promotion über Intuition in der Personalauswahl. Sie interviewte dazu 22 Personalentscheider, sprich Personaler oder Führungskräfte, die bei der Personalauswahl mitentscheiden. Die wichtigsten Forschungsergebnisse bestehen meines Erachtens in folgenden drei Punkten:



1. Personalauswahl wird meist recht ähnlich betrieben: Nach einer Vorauswahl durch Bewerbungsunterlagen und dem etwaigen Einholen von Referenzen oder einem ergänzenden Telefoninterview mit dem Bewerber folgt ein „persönliches, meist teilstrukturiertes aber wenig standardisiertes Bewerbungsinterview“.

2. Das persönliche Interview mit dem Bewerber wird hinsichtlich der Vorausssagekraft von den Experten am besten eingeschätzt, gefolgt vom Assessment Center. Deutlich schlechter schneiden Persönlichkeits- oder Leistungstests und computergestützte Verfahren ab.

3. Wichtige Kompetenzen für Personalentscheider sind „Empathie und Gespür“, „Flexibilität / Improvisationsgeschick“ und „ganzheitliche Wahrnehmung“. Zwar gibt es Kompetenzen, die für wichtiger gehalten werden, aber die eben genannten Kompetenzen werden in nur 15 - 25% der befragten Unternehmen geschult. Dafür werden bereits in 75 - 81% aller befragten Unternehmen die Kommunika- tionsfähigkeit sowie Interview- und Gesprächsführungskompetenz bei den Personalern trainiert. Es besteht also ein Handlungsbedarf bei den anfänglich erwähnten Kompetenzen.

Aus diesen drei Ergebnissen lässt sich gut nachvollziehbar ableiten, welche Bedeutung Intuition als professionelle Kompetenz für Personalentscheider hat. Da das persönliche Interview bei den meisten Unternehmen das Zentrum der Personalauswahl ist, benötigen Personaler ein hohes Maß an professioneller Intuition. Ob die Bewerberin zum Job, zur Führungskraft, zum Team und zum Unternehmen passt, lässt sich nicht durch wissenschaftlich fundierte Techniken alleine erfolgreich bestimmen. Außerdem ist auch in der Bewertung von Verhalten in einem Assessment Center die Intuition der Bewerter essentiell.

Letzlich ist auch wichtig, dass das Gespür für eine gelungende Kommunikation oder eine gute Interview- und Gesprächsführung nicht in verhaltensorientierten Kommunikationstrainings vermittelt wird. Dort finden sich nur die üblichen technisch-handwerklichen Aspekte, wie Fragetechniken, nonverbale Kommunikation und dergleichen mehr. Die gelungene Kommunikation ist aber ein zentraler Bestandteil der Personalentscheidung.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

Erklärungsmodelle (4): Das “Bauchgehirn”

26. Mai 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: , Intuition | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn ich Sie fragen würde, mit welchem Körpergefühl Sie Intuition in Verbindung bringen würden - was würden Sie dann sagen? Sechster Sinn, oder vielleicht wie viele andere auch: “Bauchgefühl”? Und so lauten denn auch zwei der Intuitions-Bestseller aus dem Jahr 2007: “Bauchentscheidungen” von Gerd Gigerenzer und “Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft” von Bas Kast. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Metapher vom “Bauchgefühl”?

1. Die Entdeckung des Bauchgehirns

Bereits im 19. Jahrhundert untersuchten die zwei Wissenschaftler Sir William Maddock Bayliss und Ernest Starling in England das, was sie später das “Gesetz des Darms” nannten und was heute als “peristaltischer Reflex” bekannt ist.

Der englische Physiologe Sir William Maddock Bayliss

Der englische Physiologe Sir William Maddock Bayliss

Sie narkotisierten Hunde und isolierten eine Darmschlinge, um herauszufinden, wie sich die Reizung des Darms auf den inneren Hohlraum auswirkt. Dabei stellten sie überraschenderweise fest, dass der Darm immer in derselben Weise korrekt reagierte, indem er Muskelkontraktionen ausübte, die den simulierten Darminhalt in Richtung Darmausgang schoben. Selbst dann, wenn sie alle Nerven durchtrennten, die das Darmstück mit seiner Umgebung verband. Somit musste der Darm autonom selbstgesteuert sein.

2. Die Wiederentdeckung des Bauchgehirns

Der amerikanische Neurobiologe Michael Gershon konnte dann 1981 zeigen, dass das Serotonin alle Kriterien eines enteralen Neurotransmitters erfüllte und hat damit dazu beigetragen, dass die bisherige wissenschaftlich vorherrschende Meinung der Zweiteilung des menschlichen autonomen Nervensystems in ein sympathisches und parasympathisches nicht korrekt ist. Das enterische Nervensystem (ENS), das im Volksmund “Bauchgehirn” genannt wird, ist im Gegensatz zum sogenannten sympathischen und parasympathischen System sowohl anatomisch als auch in seinen Funktionen unabhängig von Gehirn und Rückenmark. Gershon hat damit das Bauchgehirn gewissermaßen wiederentdeckt.

3. Eigenschaften des ENS und Forschungsschwerpunkt

Das ENS verfügt über einige erstaunliche Eigenschaften: So hat es mit rund 100 Millionen Nervenzellen alleine im Dünndarm ebenso viele wie im Rückenmark vorhanden sind; rund 90 Prozent des Informationsaustausches läuft vom Bauchgehirn zum Zentralen Nervensystem (ZNS) und nicht umgekehrt! Es sind alle Gruppen von Neurotransmittern vorhanden, die auch im Gehirn zu finden sind! Außerdem fällt auf: Auch wenn die Nervenleitungen, die vom ZNS zum ENS führen, durchtrennt werden führt das ENS seine Funktionen wie den oben erwähnten peristaltischen Reflex weiterhin korrekt durch. Diese Fähigkeit, Reflexe ohne Eingabe des Gehirns oder Rückenmarks weiter zu steuern, besteht bei keinem anderen Organ.

Der augenblickliche Schwerpunkt der sogenannten “neurogastroenterologischen” Forschung liegt allerdings nicht in der unmittelbaren Verbindung vom ENS und der menschlichen Intuition. Untersucht werden vielmehr “funktionale Darmerkrankungen” - der Sammelbegriff dafür, wenn der Darm nicht richtig funktioniert und keiner weiß warum. Schließlich sind in Amerika ein großer Teil aller internistischen Fälle Magen und Darmbeschwerden.

4. Implikationen und Grenzen dieses Erklärungsmodells

Berechtigterweise stellt sich jetzt die Frage, was dies alles mit intuitiven Prozessen zu tun hat. Zunächst einmal sei – ganz unwissenschaftlich – verwiesen auf die immer wiederkehrende Formulierung des Bauchgefühls und des analogen amerikanischen „gut-feeling“. Ob dies lediglich ein Zufall ist, oder ob es hier tatsächliche medizinische Zusammenhänge gibt, muss sich noch herausstellen.

Zweifelsohne ist dieser Forschungsbereich noch in den Anfängen und die vorliegenden Ergebnisse müssen also mit Vorsicht betrachtet werden. Der Zusammenhang vom Bauchgehirn und unserer Intuition ist noch längst nicht so gründlich erforscht wie zwischen den Konzepten Erfahrungswissen, unbewusster Wahrnehmung, Spiegelneuronen und der Intuition. Die populärwissenschaftliche Gleichsetzung von Intuition und Bauchgehirn ist so definitiv falsch. Aber der Forschungsstand scheint immerhin soweit gediehen zu sein, dass erste Hypothesen im hier vorgestellten Sinne formuliert werden können. Im angesehenen New England Journal of Medicine kommen die zwei Forscher Goyal und Hirano zu folgendem Schluss: „While illuminating the workings of the „little brain“ of the gut, these advantages may also help unravel the workings of the brain itself.“ (Goyal/Hirano 1996, NEJM: 1114)

5. Weitere Quellen und Buchtipps

Artikel

“Bauchgehirn” - sehr guter Artikel bei “www.pflegewiki.de”

Luczak, H. (2000). Signale aus dem Reich der Mitte. Geo. Das neue Bild der Erde, 11, 136-162. Sehr gut recherchierter und geschriebener Artikel.

Bücher

Gershon, M. (2001): Der kluge Bauch. Die Entdeckung des zweiten Gehirns. München: Goldmann (Ist leider vergriffen…)

Ein Fall von Intuition (1): Selbstorganisation, Zufälle & Geschäftserfolg

20. Mai 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Kennen Sie den Schindlerhof? Wenn ja, kennen Sie dessen Erfolgsgeschichte. Wenn nein, nur ein paar Eckdaten: Das Seminarhotel “Schindlerhof” wurde unter der Leitung des Inhabers und Geschäftsführers Klaus Kobjoll mittlerweile 7 Mal (!) zum besten Seminarhotel Deutschlands gewählt (Kategorie kleine Tagungshotels). Außerdem konnte Klaus Kobjoll auch den deutschen und europaweiten Wettbewerb 2007 und 2008 zum besten Arbeitgeber im Bereich Hotellerie für sich entscheiden.

Einer der vielen schönen Perspektiven auf den Schindlerhof

Eine der vielen schönen Perspektiven auf den Schindlerhof

Letztes Jahr erklärte sich Klaus Kobjoll zu einem Gespräch über Intuiton mit mir bereit. An dieser Stelle ein kurzer Auszug aus unserem Gespräch über den Zusammenhang von Selbstorganisation, Zufällen, Glück und Intuition:

Kobjoll: „Wir haben einen sehr gut funktionierenden Kontinuierlichen Verbesserungsprozess. 2007 hatten wir von rund 70 Mitarbeitern 800 Verbesserungsvorschläge gehabt. Im besten Jahr hatten wir eine Umsetzungsquote von 83%. Die Mitarbeiter wissen, dass hier jeder Verbesserungsvorschlag sehr, sehr ernst genommen wird. … Wir stellen rund 200.000 € nur dafür zur Verfügung. Das können Dinge sein, die jemand aus dem Urlaub mitbringt. Das kann eine eigene Idee sein, dass jemand sagt: „Ich fühl da im Umgang mit dem Gast immer, dass das und das fehlt. Wir sollten das machen.“ Es wird also nicht niedergebügelt, sondern größtenteils umgesetzt. … Stichwort Empowerment: Wenn die Mitarbeiter wissen, sie dürfen und können den Laden mitgestalten, dann hat das ein bestimmtes Veränderungsklima zur Folge. Ich bin ja nie da, weil ich so viel unterwegs bin. Das ist vielleicht die sozialste Leistung, die ich meinen Mitarbeiter biete. Die sind dann empowert, die müssen entscheiden. …

Zeuch: „Also das Modell der Selbstorganisation?“

Kobjoll: „Ja, genau, Selbstorganisation ist alles. Antoine Saint-Exupéry: „Willst du ein Schiff bauen…“. Bei mir darf ein Lehrling einen Gast einladen und sagen: „Die Übernachtung geht auf mich.“ Und dann gehört auch noch Glück dazu. Natürlich kann man sagen, der Zufall bevorzugt den vorbereiteten Geist. Es gibt keine Zufälle, sondern nur Möglichkeiten. Und die Möglichkeiten sind nur sichtbar, wenn ich weiß, was ich will, aber die waren ja schon vorher da. Ich glaube nicht, dass sich Ziele ganz ohne Glück realisieren lassen. Die richtigen Leute im richtigen Moment, die richtige Konjunktur, das richtige Zinsgefüge, das sind 1000 Dinge, die man nicht selber beeinflussen kann. Als wir den Schindlerhof endlich kaufen konnten, hatten wir die niedrigsten Zinsen aller Zeiten mit einer 5 vor dem Komma, sonst wäre es gar nicht gegangen. Die letzte Baustufe mit einer 4 vor dem Komma. Das ist Glück: Das der mir den Hof anbietet, während gleichzeitig der Zinssatz so günstig und der Immobilienmarkt nicht überheizt ist.“

Zeuch: „Das hat für mich auch viel zu tun mit Kairos. Da ist Intuition sehr wichtig: Das Richtige im richtigen Moment zu tun. Das kann man nicht planen.“

Kobjoll: „Kairos ist ein sehr gutes Beispiel. Im Gegensatz zu Chronos. Das stimmt.“

Inhaber und Geschäftsführer des Schindlerhof, Klaus Kobjoll

Inhaber und Geschäftsführer des Schindlerhof, Klaus Kobjoll

Der Zusammenhang von Geschäftserfolg und Intuition sieht in diesem Beispiel also so aus: Ermöglichen Sie Selbstorganisation im Unternehmen. Das heißt: Die Mitarbeiter und Führungskräfte haben mehr Entscheidungsbefugnis. Daraus folgt: Sie benötigen neben ihrer Fach- und Sozialkompetenz auch eine größere Entscheidungskompetenz. Intuition wird als Entscheidungsmodus somit bei “empowerten” Mitarbeitern wichtiger.

Außerdem ist auch ein bisschen Glück für den Erfolg nötig. Nicht alles ist dem persönlichen Vermögen zu verdanken. Aber: Der vorbereitete und achtsame Geist erkennt intuitiv die richtigen Zufälle, sprich Möglichkeiten zur richtigen Zeit. Denn weder sind die Zufälle an sich planbar noch zu welchem Zeitpunkt sie auftreten. Der erfolgreiche Unternehmer oder Manager braucht genau dafür Kairos: Das intutive Gespür für sich eröffnende Möglichkeiten.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

Erklärungsmodelle (3): Intuition & unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung

15. Mai 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: , Intuition | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Mit diesem Beitrag stelle ich das zweite, große Standard-Erklärungsmodell menschlicher Intuition vor. Neben dem Erfahrungswissen, über das ich beim letzten mal geschrieben habe, stellt die - wissenschaftlich formuliert - “subliminale Wahrnehmung und Informationsverarbeitung” die wichtigste Teil-Theorie der Intuition dar. Dieser Ansatz, Intuition zu erklären, macht unmittelbar verständlich, warum eben auch Berufsanfänger und Laien erfolgreiche Intuitionen haben können. Entgegen so mancher aktueller Äußerung, dass sich doch bitte nur Experten auf Ihre Intuition verlassen sollten. Der folgende Artikel ist ein Auszug aus meiner Doktorarbeit zum “Training professioneller Intuition”, leicht gekürzt und sprachlich überarbeitet.

1. Geschichte und Kurzeinführung

Die Untersuchungen zur unbewussten (subliminalen) Wahrnehmung gehen auf verschiedene Personen wie William James, Sigmund Freud u.a. zurück, die sich in diversen experimentellen Settings der Thematik annäherten.

William James

William James

Einen Teil der Versuchsdesigns machten Experimente mit überzufälligem Raten aus, die auch im Zusammenhang mit dem eng verwandten Konzept des “impliziten Wissens” (=Erfahrungswissen) immer wieder verwendet wurden. In den früheren Studien mangelte es dabei jedoch an Kontrollgruppen, was zur berechtigten Kritik führte. In aktuellen Studien wurden dann unter strengeren methodischen Kriterien sogenannte “kontrolliert-randomisierte” Experimente durchgeführt. “Randomisiert” heißt dabei, dass die Versuchspersonen zufällig der Experimental- und Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Die Ergebnisse dieser Studien belegten eindeutig die unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung.

Der Begriff der “subliminalen Wahrnehmung” ist zwar noch umstritten, aber man ist sich mittlerweile bezüglich des Verhältnisses von bewussten und unbewussten Prozessen einig: „Alle Autoren, die sich zum Bewusstsein äußern und mentale Zustände beschreiben, sind sich darin einig, dass die unmittelbar erlebten geistigen Zustände nur Teilausschnitte des mentalen Lebens spiegeln.“ (Perrig et al. (1993): Unbewusste Informationsverarbeitung. Bern, Göttingen: Huber, S. 17)

2. Unbewusste Handlungen: Trennung der Verhaltens- und Erlebensebene

Wenn Sie Ihre täglichen Erfahrungen beobachten, ist es selbstverständlich, dass Sie weder alle Wahrnehmungen noch Handlungen bewusst vollziehen: Sind Sie zum Beispiel bei langen Autobahnfahrten immer wieder mal „geistig abwesend“? Vermutlich ja. Auch Sie denken an dies oder das, träumen vor sich hin und sind doch in der Lage eine komplexe Umwelt angemessen wahrzunehmen. Sie bremsen, blinken, lenken, schalten und geben Gas. Nach einigen Kilometern „wachen“ Sie dann gewissermaßen auf und lenken Ihre Aufmerksamkeit wieder bewusst und ungeteilt auf das Autofahren.

Ein wichtiger und zentraler Aspekt der subliminalen Wahrnehmung und Informationsverarbeitung ist somit die Trennung der Verhaltens- und Erlebensebene: Nicht alles Verhalten bedeutet zwangsläufig ein bewusstes Erleben. Verhalten kann sehr wohl unbewusst ablaufen, so wie die eben skizzierte unbewusste Autofahrt. Ein weiteres Beispiel, dass Sie aus Ihrer Erfahrung kennen dürften, ist das Fahrradfahren: Sie müssen sich nicht die ganze Fahrt über auf alle relevanten Umgebungsparameter konzentrieren, sondern können während der Fahrt nachdenken, Musik hören, selber ein Lied trällern oder sich mit jemand anderem, der mit Ihnen zusammen fährt, unterhalten. Und trotzdem kommen Sie im Allgemeinen sicher an Ihrem Ziel an. In der Literatur finden sich zur Illustration dieses Phänomens häufig Beispiele mit sogenannten amnestischen Patienten (also Patienten mit Gedächtnisstörungen), was jedoch zu der Annahme führen kann, dass diese Verhaltens-Erlebens-Trennung als krankhaft interpretiert werden kann - was sie aber keineswegs ist, wie die Alltagsbeispiele belegen.

Die Beispiele mit amnestischen Patienten sind allerdings gut geeignet, um das Phänomen der unbewussten Informationsverarbeitung weiter zu erläutern und zu untersuchen: Wenn eine amnestische Person bereits einmal eine Aufgabe gelöst hat, ist sie beim zweiten Mal in der Lage, diese Aufgabe schneller zu lösen, obwohl sie subjektiv davon ausgeht, das sie die Aufgabe nie zuvor gestellt bekommen hat und sich nach dem ersten Durchlauf auch nicht bewusst damit beschäftigt hat. Dies verweist auf einen Prozess unbewussten Lernens auf der Grundlage unbewusster Wahrnehmung und Informationsverarbeitung.

Ein äußerst spannender Prototyp experimenteller Forschung sind Studien mit “künstlichen Sprachen”. Der Versuchsaufbau sieht so aus: Die Versuchspersonen lernen in einer ersten Phase solange eine erfundene, künstliche Sprache bis sie einigermaßen aber nicht vollständig die grammatischen Regeln beherrschen. In Phase 2 werden den Versuchspersonen einfache Sätze in dieser künstlichen Sprache vorgelegt. Sie sollen deren grammatikalische Korrektheit mit einem einfachen Ja / Nein innerhalb weniger Sekunden beurteilen. Das Zwischenergebnis: Überzufällig viele Versuchspersonen lösen diese Aufgabe richtig! Dies könnte nicht der Fall sein, wenn wir nur bewusst wahrnehmen und Informationen verarbeiten, denn in der ersten Phase konnten die Versuchspersonen ja nicht alle Regeln bewusst wiederholen. Jetzt aber wird es erst richtig spannend: In Phase 3 sollten die Versuchspersonen erklären, warum der jeweilige Satz falsch oder richtig ist. Das Ergebnis: Überzufällig viele Personen beantworteten diese Frage falsch! Sie verfügten über korrektes Wissen, sie entschieden und verhielten sich richtig, aber sie konnten nicht erklären warum. Kurz: Sie wussten mehr, als sie sagen konnten.

3. Innenwelten - Außenwelten / bedeutende - unbedeutende Informationen

Ich unterscheide Innen- und Außenwelt-Wahrnehmung. Die Innenwelt-Wahrnehmung registriert alle Daten, die in uns selbst erzeugt werden: Körperwahrnehmungen, innere Bilder, innere Stimmen usw. Die Außenwelt-Wahrnehmung bezieht sich auf alles außerhalb der Person Liegende: Die aktuelle Umgebung, Temperatur, Lichtverhältnisse, andere Personen, deren kommunikative Äußerungen usw. Intuitionen können sich nun sowohl aus der Innenwelt- als auch der Außenwelt-Wahrnehmung ergeben.

Kaum jemand wird behaupten wollen, dass uns alle diese Innen- und Außenwelt-Wahrnehmungen zu jedem Zeitpunkt bewusst sind. Das ist auch gar nicht nötig, da wir diese Datenflut relativ einfach über Kriterienkataloge in für uns bedeutende und unbedeutende Daten unterscheiden können. Wir widmen uns dann nur den bedeutenden Daten. Das bedeutet, dass keine “objektiven” Daten sondern nur subjektiv bedeutsame Daten nach subjektiven oder bestenfalls intersubjektiven Kriterien Eingang finden in das (Unter-)Bewusstsein einer Person.

Dabei entsteht allerdings die Problematik, dass sich niemand andauernd dieser Bedeutsamkeits-Kriterien bewusst sein kann. Ein solcher Bewusstseinsakt ist schon deshalb nicht möglich, da wir uns nicht für alle Kriterien nach einer ausgiebigen Reflexion bewusst entschieden haben, sondern diese beispielsweise durch Sozialisationsprozesse unbewusst und ungefragt erworben haben. Dies ist ein weiterer Aspekt der unbewussten Wahrnehmung.

4. Begrenztheit bewusster Informationsverarbeitung

Eine zentrale Rolle in diesem Erklärungsmodell spielt die Begrenztheit bewusster Wahrnehmung und Informationsverarbeitung. Wir nehmen bewusst viel weniger Daten wahr, als unbewusst. Dabei mutet dieses Verhältnis in manchen Studien etwas abenteuerlich an, aber so oder so ist klar: Unser kontrolliertes Bewusstsein ist wesentlich weniger leistungsfähig, als unser unkontrollierbares Unterbewusstsein.

Ein schönes aktuelles Experiment stammt von dem Sozialpsychologen Prof. Dr. Henning Plessner, jetztiger Lehrstuhlinhaber für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig: Seine Studiengruppe setzte  Versuchspersonen vor einen Bildschirm, auf dem nacheinander diverse Werbespots liefen. Die Aufgabe an die Versuchspersonen lenkte den Aufmerksamkeitsfokus auf die Spots, da hinterher angeblich Fragen dazu  gestellt werden würden. Am unteren Bildschirmrand lief parallel ein Aktienticker, so wie aus manchen Nachrichtenkanälen bekannt. Die Versuchspersonen wurden gebeten, die Werte laut mitzulesen, aber nicht aufgefordert sich die diese Daten zu merken.

Prof. Dr. Henning Plessner

Prof. Dr. Henning Plessner

Anschließend wurden die Versuchspersonen nicht zu den Werbespots befragt (die ja nur der Ablenkung des Aufmerksamkeitsfokus dienten), sondern zu den Aktien. Die Versuchspersonen konnten zwar nicht die konkreten Aktienwerte korrekt wiedergeben, aber auf die Frage, welche Aktien ihnen gefielen, antworteten sie intuitiv richtig, welche sie kaufen würden und welche nicht. Das Unbewusste konnte also parallel zu dem bewussten Prozess zahlreiche Informationen korrekt wahrnehmen und verarbeiten. Damit ist dieses Experiment genau genommen ein Beispiel für die automatische Informationsverabeitung, die zeigt, dass Daten zwar nicht bewusst aber unbewusst gespeichert werden. Auch wenn kein bewusster Zugriff möglich ist, beeinflussen die wahrgenommenen Informationen die Entscheidung auf korrekte Weise.

5. Implikationen dieses Erklärungsmodells

Im Gegensatz zum Erklärungsmodell “Erfahrungswissen” kann aus diesem theoretischen Ansatz die Schlussfolgerung abgeleitet werden, dass eben auch Berufsanfänger zieldienliche Intuitionen haben können. Was aus meiner Sicht offensichtlich ist: Fast jeder kennt dies aus eigener Erfahrung oder zumindest als Erfolgserlebnis bei anderen Menschen.

6. Weitere Quellen und Buchtipps

Artikel

Wikipedia-Artikel über “subliminal”

Psychologie-News Artikel “Unterschwellige Wahrnehmung” - kurzer Artikel vom April 2009 mit weiteren Buchtipps.

Spiegel Artikel “Die Weisheit der Gefühle, Teil 2 - ein netter, leicht lesbarer Artikel, der das hier vorgestellt Erklärungsmodell weiter illustriert.

Bücher

Plessner, H. et al. (2007) Intuition in Judgement and Decision Making. New York, London: Lawrence Erlbaum Associates. (Gebunden, 335 Seiten)

Sadler-Smith, E. (2008): Inside Intuition. New York: Routledge. (Paperback, 352 Seiten)

Erklärunggsmodelle (2): Intuition & Erfahrungswissen

05. Mai 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: , Intuition | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es gab einiges an Resonanz zu dem vor kurzem veröffentlichten Blogbeitrag “Intuitive Empathie: Die Welt der Spiegelneurone“. Deshalb gibts jetzt einen weiteren Artikel über ein anderes, noch wichtigeres und wesentlicheres Erklärungsmodell intuitiver Entscheidungen: Das Erfahrungswissen, oder auch “implizites Wissen” oder im Englischen “tacit knowledge”:

1. Wie Erfahrungswissen Intuition erklären kann

1986 erschien ein bahnbrechendes Werk der Expertiseforschung: “Mind over Machine”, auf Deutsch wesentlich langweiliger betitelt mit “Künstliche Intelligenz. Von den Grenzen der Denkmaschine und dem Wert der Intuition”. Die beiden Brüder Hubert und Stuart Dreyfus berichteten darin von den Ergebnissen ihrer Expertenforschung. Sie untersuchten Schachmeister, Flugzeugpiloten, Autofahrer und Erwachsene, die eine zweite Sprache erlernt hatten. Selbst jetzt, 23 Jahre später, kann ich dieses Buch allen empfehlen, die sich für die Hintergründe intuitiver Entscheidungen interessieren.

Hubert Dreyfus

Hubert Dreyfus

Eines der beeindruckendsten Fallbeispiele kommt allerdings nicht von den Autoren selbst: “Einige (Eier-)Produzenten hatten vom in Japan praktizierten und entwickelten “Hühner-Sexing” gehört. Diese neue Technik, mit der die Japaner das Geschlecht eines einen Tag alten Kükens genau bestimmten, klang sehr nach orientalischem Mysterium …. Dennoch, so meinten die Brütereien, lag hier möglicherweise die Antwort, die ihre Industrie retten würde. Man schickte also nach fünf jungen japanischen Experten … Sie gaben eine erstaunliche Vorstellung; die Genauigkeit der japanischen Sexoren setzte die amerikanischen Forscher in Erstaunen. Einer der Experten, Hikosoboro Yogo, erreichte während der Demonstration eine Geschwindigkeit von 1400 Hühnern pro Stunden mit einer Genauigkeit von 98 Prozent.” (S. 262f)

Das Faszinierende dabei: Die Sexoren können selbst keine (bewussten) Regeln angeben, nach denen sie weibliche von männlichen Küken unterscheiden. Diese Leistung ist überaus erstaunlich, insbesondere weil “selbst die Arbeiter auf den Hühnerfarmen die Geschlechtsorgane eintägiger Hühnchen und Hähnchen nicht auseinanderhalten (können).” (S. 263). Die Entscheidungsfindung basiert also auf einer unbewussten Kompetenz und ist somit intuitiv. Noch deutlicher: Die intuitive Entscheidungsfindung übertrifft bei weitem den möglichen Erfolg einer bewusst-rationalen Entscheidungsfindung.

Der Intuition liegt bei diesem Erklärungsmodell folgender Mechanismus zugrunde: Menschen sammeln in einer bestimmten Domäne Erfahrungen, die in späteren ähnlichen Situationen unbewusst abgerufen werden und in Form intuitiver Entscheidungsimpulse ins Bewusstsein treten. Die Erfahrung ist gewissermaßen der Informationpool, aus dem sich die Intuition bedient. Der Experte weiß in einer gegebenen Situation wesentlich schneller als ein Anfänger, was zu tun ist, wie ein Problem gelöst werden kann. Das jedoch ohne die dahinterliegenden Regeln bewusst formulieren zu können. Das meinte Michael Polanyi mit seinem Satz “Wir wissen mehr, als wir sagen können.”

Eine zeitgenössische Variation und Neu-Interpretation lieferte der Psychologieprofessor Gerd Gigerenzer mit seinem Konzept der “Faustregeln”: Nach Gigerenzer ist Intuition nichts weiter als “komplexitätsreduzierende Heuristik”. Das heißt, dass überflüssige Daten und Informationen unbewusst in der Entscheidungsfindung ausgelassen werden. Sein Standardbeispiel dafür ist die sogenannte “Blickheuristik” beim Fangen von Bällen. Diese Handlung ist eigentlich so komplex, dass sie bewusst-rational gar nicht ausgeführt werden könnte. Schließlich müsste der Ballfänger nicht nur ballistische Berechnungen anstellen, sondern auch noch die aktuellen Umgebungsparameter wie Windrichtung und Geschwindigkeit, aktueller Luftwiderstand des Balles usw. mitberechnen. Würde diese Prozedur ausgeführt, wäre der Ball längst auf dem Boden, während der Fänger noch am rechnen wäre. Die intuitive Regel indes ist sehr einfach: Behalte den Ball immer im Auge, während du auf ihn zuläufst.

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

2. Implikationen des Erklärungsmodells “Erfahrungswissen”

Naheliegenderweise bedeutet dieses Erklärungsmodell, dass Berufstätige, egal in welcher beruflichen Domäne sie tätig sind, aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung auf ihre professionelle Intuition achten können und sollten. Denn schließlich hat die Expertiseforschung mit dem “Experten-Novizen-Modell” gezeigt, dass Experten schneller, eleganter und treffsicherer Entscheidungen treffen können, als Berufsanfänger.

3. Grenzen und Gefahren des Erklärungsmodells “Erfahrungswissen”

Wie alles andere hat dieses Erklärungsmodell natürlich auch seine Grenzen und Gefahren. Dies hängt mit zwei Aspekten zusammen:

a) Erfahrung kann zur Routinefalle werden. Das heißt: In einer neuen Situation schert der Experte (oder zumindest ein erfahrener Mensch) diese neue Situation unbewusst über alte Erfahrungsklingen. Und übersieht dabei, dass es einen relevanten Unterschied gibt. Die alten, bislang erfolgreichen Verhaltensweisen und Entscheidungen sind dann in dieser neuen Situation nicht mehr zieldienlich.

b) Mit diesem Modell kann nicht erklärt werden, warum in vielen Situationen auch Anfänger intuitiv richtige Entscheidungen treffen können. Dafür gibt es dann eben mindestens zwei andere, wissenschaftlich fundierte und experimentell belegte Erklärungsmodelle. Das eine ist das Konzept der Spiegelneurone. Das andere das der “unbewussten Wahrnehmung und Informationsverarbeitung”. Über dieses letztere Modell werde ich demnächst einen eigenen Beitrag schreiben.

3. Weitere Quellen und Buchtipps

Wikipedia-Artikel über Erfahrungswissen

Ein kurzer Videobeitrag von mir über Erklärungsmodelle für Intuition, Intuitionstraining und die Frage, was  das Gegenteil von Nichtwissen ist:


Ein exquister Videobeitrag von Prof. Peter Kruse über Intuition als intuitive Mustererkennung vor dem Hintergrund von Erfahrung. Und das Ganze im Zusammenhang von Umgang mit Komplexität:


Bücher:

Dreyfus, H., Dreyfus, S. (1988): Künstliche Intelligenz. Von den Grenzen der Denkmaschine und dem Wert der Intuition. Hamburg: rororo (Paperback, 296 Seiten - leider nur noch antiquarisch zu erhalten)

Gigerenzer, G. (2007): Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München: Bertelsmann (Gebunden, 284 Seiten).

Neuweg, H.G. (1999): Könnerschaft und implizites Wissen. Münster: Waxmann (Paperpack, 429 Seiten)

Ein Fall von Nichtwissen (4): Porsche kommt ins Schleudern

28. April 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: , Nichtwissen | add to mister wong

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Droht gerade ein weiterer Fall von sinnloser Unternehmens-Zerstörung? Am 04. Februar 2009 habe ich die Situation von Schaeffler / Continental unter dem Blickwinkel mangelnder Prognosemöglichkeit, sprich Nichtwissen über die Zukunft, in diesem Blog thematisiert. Jetzt dräut am Horizont die nächste Megapleite eines ehedem äußerst blühenden deutschen Unternehmens, das Kult- und Vorzeigestatus hat. Und mit ihm galt der verantwortliche CEO Wendelin Wiedeking als der große Macher: 1994 - Manager des Jahres; 2007 - Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg; 2008 - European Manager of the Year, um nur einige Auszeichnungen zu nennen. Die Zeiten haben sich geändert. Massiv.

Ein hübscher Porsche, weniger lädiert als das Unternehmen

Ein hübscher Porsche, weniger lädiert als das Unternehmen

Die augenblickliche Situation wird im aktuellen Manager Magazin folgendermaßen zusammengefasst: „Hinter den Kulissen in Stuttgart, Wolfsburg und Salzburg vollzieht sich dieser Tage schier Unglaubliches. Alles, was als unumstößlicher Baustein des Porsche-Erfolges galt, wackelt plötzlich. Finanz- und Autokrise scheinen die virtuos ausgeklügelte Strategie Wiedekings und Härters zu zerstören.“ (Heft 05/09, 39. Jahrgang: S. 31).

Auch der aktuelle Spiegel Nr. 18 wendet sich in einem Artikel dem scheiternden Plan zu: „“Wir drehen ein großes Rad“, sagte Wolfgang Porsche dem SPIEGEL noch im März, „aber wir sind sehr vorsichtig, wir gehen keine undurchschaubaren Risiken ein.“ Doch da war es schon zu spät. Der letzte Deal war ein fataler Fehler.“ (S. 93f). So vorsichtig waren die Akteure dann wohl doch nicht und die Risiken waren statt dessen offensichtlich undurchschaubarer als angenommen.

Immerhin: Porsche hat bis auf Weiteres die drohende Katastrophe abgewendet und braucht den Kredit von 10 Milliarden Euro erst in einem Jahr zahlen. Allerdings sollen 3,3 Milliarden zügig zurückgezahlt werden. Weitere 2,5 Milliarden, um die Porsche die Konsortialbanken gebeten hatte, werden nicht bewilligt und schließlich fordern die Banken einen Aufschlag von rund 5 Prozent auf den Basiszinsatz, so dass die effektiven Zinsen bei bis zu 9 Prozent lägen. Nichts davon war so geplant, genauso wenig, wie die miserable Entwicklung der Nettoliquidität von ehedem 2,4 Milliarden Euro Plus in 2005 hin zu einem Minus von 9,3 Milliarden in 2009.

Die jetzt angedachte Lösung sieht eine Fusion vor, VW und Porsche sollen zu einer neuen Holding verschmolzen werden. Das würde den größten Autokonzern der Welt bedeuten, elf Marken unter einem Dach. Sollte dieser Plan ebenfalls scheitern, sieht es übel aus.

Die Parallelen zu Schaeffler sind frappierend. In beiden Fällen

  • waren die übernehmenden Unternehmen zuvor äußerst erfolgreich
  • gab es eine trickreiche Übernahme-Strategie, die ein Kunststück unternehmerischer Planung und Raffinesse zu sein schien
  • war das Ziel ein Megakonzern, der angeblich den zukünftigen Herausforderungen besonders gerecht werden sollte

Last not least: Das Zwischenergebnis ist jeweils eine Verschuldung im zweistelligen Milliardenbereich, der sowohl Schaeffler als auch Porsche das Genick brechen kann. Sicher ist im Moment nur eines: Der Plan hat - mal wieder - nicht so funktioniert, wie er gedacht war. Mit fatalen Folgen.

Eine amüsante Fußnote dieser Geschichte ist die Zukunft von Wendelin Wiedeking und Holger Härter. Härter war bekanntermaßen an der ausgebufften Strategie beteiligt gewesen und hatte es geschafft, dass Porsche mit Optionsgeschäften kurzfristig deutlich mehr Geld verdient hatte, als mit dem Verkauf seiner Autos. Dummerweise ist er jetzt mit seinen Bumerang-Tricksereien bei den Familien Piech und Porsche in Ungnade gefallen. Ähnlich wie wohl sein Chef. Wir können Wetten abschließen: Werden beide Porsche verlassen (müssen) oder nicht?

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

Einen passenden Weblog-Artikel zum Thema finden Sie hier.

Erklärungsmodelle (1): Intuitive Empathie & die Welt der Spiegelneuronen

17. April 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: | add to mister wong

Lieber Leserin, lieber Leser,

Sicher kennen Sie das: Sie sitzen in einem aufregend langweiligen Meeting, jemand gähnt mehr oder weniger verhalten und dann macht das Gähnen die Runde, zumindest innerlich, sie merken jetzt gleich noch viel intensiver, wie müde Sie eigentlich sind. Oder ein anderes Szenario: Ein Kollege betritt den Raum und sie spüren sofort, wie es ihm geht. Seit ein paar Jahren haben wir dafür nun endlich eine somatische Erklärung: Spiegelneurone.

Was sind denn nun Spiegelneurone? Auf die Schnelle: Der italienische Physiologie-Professor Giacomo Rizzolatti fand mit seiner Arbeitsgruppe heraus, dass bei einem Menschenaffen, der einen anderen beobachtet, dieselben Hirnareale aktiviert werden wie bei dem beobachteten Affen. Konkret: Ein Affe nimmt eine Nuss, steckt sie in den Mund, kaut und schluckt sie. Beim beobachtenden Affen wurden nun dieselben motorischen Hirnareale aktiv wie bei dem, der die Handlungen tatsächlich ausführte. Dies schien ein gutes Erklärungsmodell für intuitive Empathie zu sein – und tatsächlich wurden Hinweise gefunden, dass man auch beim Menschen von der Existenz von Spiegelneuronen ausgehen kann.

Und genau um dieses faszinierende neuronale Spektakel dreht sich das Buch “Das empathische Gehirn. Spiegelneurone als Grundlage menschlicher Kommunikation.”, geschrieben von der Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura, um dessen Rezension ich schon vor sträflich langer Zeit gebeten wurde.

Bei meinen Recherchen rund um die Tätigkeit von Frau Zaboura und ihrer Arbeit über Spiegelneurone bin ich dann prompt auf ihr spannendes Blog “Das empathische Gehirn” gestoßen, auf dem auch ein kurzes, lohnenswertes Video über Spiegelneuronen zu finden ist:


Zabouras Buch ist neben dem populärwissenschaftlichen Werk von Joachim Bauer “Warum ich fühle, was du fühlst” eher schwere Kost, aber zweifelsfrei für alle, die tiefer blicken wollen, lohnenswert. Soviel kann ich an dieser Stelle vor Fertigstellung meiner Rezension schon verraten.

Zum weiteren Lesen noch ein paar fundierte und gründliche Quelle über Spiegelneurone, die sich nicht gleich bei den ersten 10 Hits von Google finden (ein weiterer Beleg dafür, dass Google eben doch nicht so tolle Ergebnisse liefert, wie immer wieder behauptet wird. Wen diese andere Geschichte auch interessiert, der findet hier mehr.)

www.experimentalpsycholgie.de“: Artikel über die anatomische Lage, Eigenschaften, funktionelle Aufgaben, und Aktivitätsmuster der Spiegelneurone.

www.kwondoo.de“: Artikel über die “Chancen und Grenzen” der Spiegelneurone. Hier gibts auch einiges über Experimente zur Empathiefähigkeit und den Zusammenhang von Autismus und Spiegelneuronen.

www.dradio.de“: Artikel über Hirnforschung, Bewusstsein und den freien Willen.

www.medizin-medien.info“: Interview mit dem italienischen Physiologieprofessor Vittorio Gallese bei der Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie. Gallese gehörte derselben Forschungsgruppe an, wie Giacomo Rizzolatti angehörte.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

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Die Effekte der Erwartung auf das Erleben

07. April 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: | add to mister wong

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor ein paar Tagen hatte ich begonnen, ein Neues Buch zu lesen: “Denken hilft zwar, nützt aber nichts” von Dan Ariely, Professor für Verhaltensökonomik am Massachusetts Institute of Technology (MIT). So manches Kapitel und einige von Arielys Experimenten sind erhellend für jeden, er sich für Nichtwissen interessiert.

Prof. Dan Ariely

Prof. Dan Ariely

Ein Experiment über die Rolle von Erwartungshaltungen fand ich ebenso interessant wie amüsant. Ariely und zwei seiner Professoren-Kollegen boten den Versuchspersonen in einem Feldversuch zwei verschiedene Biersorten an: Da gab es ein normales Budweiser und ein MIT-Bräu - ebenfalls ein Budweiser, geschmacklich erweitert um 20 Tropfen Balsamicoessig.

Das Ergebnis: “Von denen, die nichts vom Essig wussten, wählten die meisten das essighaltige MIT-Bräu. Doch diejenigen, die vorher erfuhren, dass das MIT-Bräu mit Balsamico versetzt worden war, reagierten völlig anders. Beim ersten Schluck des gepantschten Bieres zogen sie die Nase kraus, signalisierten Abneigung und entschieden sich lieber für das Budweiser.” (S. 196)

Meines Erachtens lässt sich daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass wir unter Nichtwissen einen breiteren Genusshorizont haben, als wenn wir die tatsächlichen Sachverhalte wissen. Könnte es somit sein, dass Nichtwissen genussfähiger macht? Zumindest dann, wenn das Wissen eher Ab- als Zuneigung hervorrufen könnte? Das wiederum wäre ärgerlich für die Lebensmittelindustrie, die ja bekanntermaßen darüber informieren muss, was in einem Produkt enthalten ist…

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch