Schlappe „Alpha-Faktoren“: Eine Provokation in drei Schritten
Ein paar Stunden vor meinem Urlaubsbeginn noch ein kurzer Beitrag: Im Focus vom 10. Juli lautete das Titelthema: „Was Menschen erfolgreich macht“. Der Focus befragte Experten „nach der Psyche und den Kniffen der Gewinner“. Heraus kamen folgende 9 Faktoren:
1.) Macht und Führungsmotivation, 2.) Leistungsmotivation, 3.) Kontakt / Kommunikationsstärke, 4.) Selbstdarstellung / Bürotaktik, 5.) Nervenstärke, 6.) Gewissenhaftigkeit, 7.) Integrität, 8.) Intelligenz sowie unter 9.) Fachwissen. Die Auflistung wirkt auf den ersten Blick plausibel. Über eines wunderte ich mich nur: Die hartnäckige Ignoranz professioneller Intuition. Um zu illustrieren, was ich meine, nur ein paar Fragen:
Schritt 1: Setzt das Erstreben und Erhalten von Macht nicht ein gutes Gespür für richtige Zeitpunkte und Konstellationen voraus? Wie setzen Führungskräfte ihre Führungsmotivation effektiv ein, ohne Widerstand zu erzeugen?
Schritt 2: Wieso sind manche Menschen leistungsmotivierter als andere? Welche Rolle spielt das subjektive Sinnerleben in ihrer Arbeit? Und wie findet man Sinn – durch Nachdenken oder durch Erspüren?
Schritt 3: Beinahe jeder hat schon an Kommunikations- und Rhetoriktrainings teilgenommen. Tolle Werkzeuge, die man dort lernt: Offene, geschlossene oder zirkuläre Fragen, Paraphrasieren, Nonverbale Kommunikation, Spiegeln etc. Aber: Wann setzt man welches dieser Werkzeuge in welcher Intensität in kommunikativen Situation ein? Gibt es Rezepte?
Sie merken schon: Intuition spielt in allen Bereichen eine Rolle, ich spar mir an dieser Stelle eine Auflistung aller Faktoren. Drei sollen genügen. Ohne das entsprechende Fingerspitzengefühl, Gespür oder eben Intui- tion bleiben die „Alpha-Faktoren“ schlappe Gestalten, die niemandem zu einer besonderen Karriere verhelfen.
Herzliche Grüße
Andreas zeuch










