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Artikel der Kategorie Oktober, 2007

Intuition im Gespräch

Oktober 30, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 2 Kommentare →

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Am Montag, den 05.11.2007 hatte ich das Vergnügen, beim Inforadio des Rundfunk Berlin-Brandenburg zum Tages-Thema “Der Bauch denkt mit – Bauchgefühl und Intuition” interviewt zu werden. Als weiterer Gesprächspartner war der bekannte Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Prof. Dr. Gerd Gigerenzer mit dabei.


Sie können den Beitrag hören. Der Moderator Rainer Veit begann mit folgenden Worten: “Sozialwissenschaftler meinen, wir alle denken täglich ganz oft mit dem Bauch. Und sie meinen auch, dass intuitive Entschlüsse ökonomischer, schneller und besser seien, als jene, die nach intensivem Nachdenken und gründlicher Analyse und Überlegung getroffen werden. Am Telefon ist Dr. Andreas Zeuch, er ist selbständiger Berater und Trainer in Heidelberg. Herr Zeuch, ehe wir auf das zu sprechen kommen, was sie machen – wüsste ich gern mal, ob das ein Bauchgefühlt ist, dass wir mit dem Bauch denken und entscheiden – oder ob das auch nachweisbar ist?”

Und hier der weitere Verlauf des kurzen Interviews.

Herbstlich-herzliche Grüße

Andreas Zeuch

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„Abgespeist“: Nichtwissen über Lebensmittel

Oktober 30, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 16. Oktober bekam ich von Frau Dr. Alexandra Hildebrandt, der Leiterin der Kommunikation Gesellschaftspolitik der Arcondor AG (Karstadt, Quelle, Thomas Cook) eine Mail mit einem Interview, das sie mit Thilo Bode anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „Abgespeist“ führte. Herr Bode ist durch die Gründung der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“ bekannt geworden. Das Interview finden Sie hier. Die Beispiele, die Herr Bode im Interview aufführt, sind allesamt auch gute Beispiele für die Bedeutung von Nichtwissen im Business und in der Politik.

Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch

Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch

Business: Für die jeweiligen Unternehmen ist das Nichtwissen der Konsumenten die Voraussetzung dafür, dass deren Produkte überhaupt noch gekauft werden. Sicherlich gibt es auch Kunden, denen es egal ist, ob ihre Fischkonserve einen zu hohen Dioxingehalt hat, oder ob die lecker knackigen Pringles in besonders hohem Maße von Acrylamid belastet sind. Schließlich gibt es auch immer noch genügend Menschen, die mit Regelmäßigkeit in großem Umfang rauchen oder Alkohol trinken. Aber für die meisten Endkunden gilt wohl, dass sie schlicht nicht wissen, welche Schlampereien und bewusst in Kauf genommenen Sauereien sie gleich miteinkaufen. Klar, Chips können nicht gesund sein. Aber hätten Sie gedacht, dass sächsisches Mineralwasser teilweise über einen zu hohen Urangehalt verfügt?

Politik: Bei den Politikern bin ich mir nicht ganz im Klaren. Zum Teil werden sie es sicherlich nicht wissen und bedürfen einfach der Aufklärung durch Organisationen wie foodwatch. Manche hingegen nutzen ihr Nichtwissen vermutlich auch dankbar und gerne wie jener Geschäftsführer, mit dem ich für mein erstes Nichtwissensbuch sprach und der mir erklärte, dass Nichtwissen auch eine Schutzfunktion habe: Er muss sich für das, was er nicht weiß, nicht verantwortlich fühlen.

In Anbetracht dessen, was uns schon aus der Nahrungsmittelindustrie bekannt geworden ist (Gammelfleisch, Acrylamid, Dioxine…), stellt sich allerdings die Frage, ob es nicht klug wäre, skeptischer als bisher an die Hersteller heranzutreten. Einfach davon auszugehen, dass schon alles mit rechten Dingen zugeht, scheint mir jedenfalls einigermaßen naiv. Und zwar sowohl für Endkunden als auch unsere Politiker.

Kennen Sie den Film „Brust oder Keule“ von und mit Louis De Funès? Der herrliche alberne französische Komiker hat sich bereits 1976 über die fragwürdigen Herstellungsmethoden und die entwicklungsbedürftige Ethik der Nahrungsmittelindustrie lustig gemacht. Da bestehen alle Lebensmittel aus derselben widerlichen künstlichen grauen Pampe, die in die jeweilige Form gepresst wird: Hühner, Fische oder Salatköpfe. Diese werden dann auf einem Fließband in eine Färbungsschleuse gefahren, wo sie ihre deliziös aussehende Farbe aufgespritzt bekommen. Hier der Trailer:


Ganz so geht es vermutlich (noch) nicht zu. Aber auch nur deshalb, so meine skeptische Vermutung, weil es die Technik noch nicht hergibt. Hier schützt dieses Nichtwissen also glücklicherweise uns Verbraucher. Wie beruhigend.

Herzliche Herbstgrüße aus Heidelberg
Andreas Zeuch

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