Olympiade 2008: Ignoranz als Wirtschaftsfaktor
Liebe Leserin, lieber Leser!
Sie wissen: Die diesjährige Olympiade soll in China stattfinden. Selbst wenn Sie nicht im International Olympic Committee (IOC) arbeiten, können Sie sich vermutlich auch ohne allzugroße ökonomische Phantasie vorstellen: Die kommende Olympiade ist ein Milliardenmarkt.
Insofern ist es China natürlich wichtig, dass die Olympiade auch trotz der aktuellen Ereignisse in Tibet wie geplant stattfindet. Und natürlich bedeutet die Olympiade konkrete Beschäftigung für tausende Menschen und ist insofern den Bewohnern eines jeden Landes zu wünschen – insbesondere denen, die noch nicht unseren luxuriösen Lebensstandard erreicht haben.
Aber wird belohnt, wer Menschenrechte mit den Füßen tritt? Zumindest weigert sich das IOC standhaft, die katastrophale Lage in China erstens klar zu thematisieren und zweitens auch zum Auskriterium für die kommende Olympiade zu machen. Insofern wird diese Ignoranz eindeutig zu einem mächtigen Wirtschaftsfaktor.

Ignoranz ist eine besonders gefährliche Form von Nichtwissen. In äußerst konsistenter Art und Weise verweigern sich die IOC-Verantwortlichen den Bemühungen verschiedener Menschen- rechts-Aktivisten und nähren damit das Vorurteil eines unmenschlichen Wirtschaftssystems.
Was meinen Sie? Soll die Olympiade wie geplant in China stattfinden? Oder sollte China als Weltrekordhalter in der Verletzung von Menschenrechten boykottiert werden?
Herzliche Ostergrüße
Andreas Zeuch









