Intuition – Wegweiser durchs Chaos der Komplexität?
Liebe Leserin, lieber Leser!
Am 05. April veranstaltete das FORUM46 in Berlin den XVII. Interdisziplinären Salon mit dem Thema “Intuition – Wegweiser durchs Chaos der Komplexität?”. Diese Veranstaltungsreihe zeichnet sich durch einen lebendigen Dialog, jenseits der üblichen Plenumsdiskussionen aus. Alleine das Setting ist ungewöhnlich: Die “Plenumsgäste” (die ja eigentlich keine sind), saßen in der Mitte an einem runden Tisch, umringt von den TeilnehmerInnen. Das sah dann so aus:
XVII. Interdisziplinärer Salon, Foto: Volker Hagemann

Als Plenumsgäste waren folgende Personen eingeladen:
- Dr. Wolfgang Gaissmaier vom Harding Center vor Risk Literacy. Sein Schwerpunkt waren Entscheidungen in Risikosituationen, wie beispielsweise im Zusammenhang mit (potentiellen) Erkrankungen.
- Erika Hoffmann-Koenige von der Sammlung Hoffmann. Sie beleuchtete intuitive Entscheidungen im Zusammenhang mit Kunst und privater Kunstsammlung.
- Prof. Dr. Henning Plessner vom Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Heidelberg. Er fokussierte an dem Abend auf intuitive Entscheidungen im Sport.
- Dr. Andreas Zeuch von der beratergruppe sinnvoll · wirtschaften. Ich durfte Intuition in Unternehmen mit einbringen.
Zu Beginn sollte jeder der Plenumsgäste zu ein paar Fragen des Moderators Tiemo Ehmke, Vorstandsmitglied des FORUM46, pointierte Antworten geben. Da waren sich alle noch recht einig. Allerdings gab es dann im Verlaufe der Diskussion doch noch zumindest zwei kreative Differenzen.
Erstens reduzierten Professor Plessner und Herr Gaissmaier die Intuition auf Erfahrungswissen. Dies hat natürlich klare Auswirkungen auf die Praxis, denn wenn nur Experten ihrer Intuition vertrauen dürfen, müssten ja Anfänger wieder möglichst rational und berechnend vorgehen. Meines Erachtens steht dies im klaren Widerspruch zu der gesamten empirischen Forschung über unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung. Studien wie die bekannten Experimente mit künstlichen Grammatiken von Arthur Reber zeigten schon vor geraumer Zeit, dass auch Anfänger intuitiv treffsicher entscheiden können. Denn qua Definition waren alle Versuchspersonen Anfänger, da sie eine künstliche Sprache lernten, die sie zuvor nicht kannten. Trotzdem konnten sie anschließend trotz unvollständig gelernter Regelsätze erkennen, ob ein Satz in dieser Sprache grammatikalisch korrekt war oder nicht.
Eine andere Auseinandersetzung drehte sich um die Frage, ob die begriffliche Unterscheidung zwischen Intuition und Rationalität ein reales Korrelat in unserem Gehirn hat. Unabhängig davon, dass das Bezeichnende zunächst mal grundsätzlich nicht identisch ist mit dem Bezeichneten (“Die Karte ist nicht das Gebiet” und niemand isst das Rezept, wenn er Hunger hat), ging es mir vor allem darum, dass alle intuitiven Prozesse von rationalen durchdrungen sind und umgekehrt. Wer ins Unbewusste absackendes Erfahrungswissen proklamiert, dem stimme ich zu. Aber das heißt eben auch, dass die Intuition, die auf dieses später unbewusste Erfahrungswissen zurückgreift, ihre Informationsverarbeitung zumindest auch auf logische Strukturen aufbaut. Denn die erworbene Expertise ist ja im Rahmen des zuvor bewussten Lernprozesses auch rational gewesen.
XVII. Interdisziplinärer Salon, Foto: Volker Hagemann

Abgesehen davon ist die Argumentation Henning Plessners, dass wir sehr wohl unterscheiden könnten, ob jemand etwas intuitiv oder rational entschieden hätte, sicherlich richtig. Sie sagt aber nichts darüber aus, welche unbewusst-rationalen Strukturen der intuitiven Entscheidung zugrunde liegen, und umgekehrt welche unbewusst-intuitiven Prozesse mit den rationalen Entscheidungen einhergingen. Wer Intuition nur im ErfahrungsWISSEN begründet sieht, kann nicht plötzlich die ehedem rationalen Aspekte der bewusst erarbeiteten Expertise verschwinden lassen, um dann zu behaupten, dass Intuition und Rationalität klar getrennte Prozesse wären.
Zudem müssten all diejenigen, die Intuition nur in Erfahrungswissen begründet sehen, erklären, wie es überhaupt erfolgreiche Unternehmensgründungen geben kann? Denn am Anfang fehlen immer Informationen: Trägt das Geschäftsmodell? Nehmen die Kunden das Produkt oder die Dienstleistung tatsächlich an? Kann sie zum avisierten Preis verkauft werden? Ist der Standort gut gewählt? Findet man die richtigen B2B-Partner? Wie steht es um die gleichzeitige Entwicklung der Konkurrenz? Wie entwickeln sich die Rohstoffpreise? Wie entwickelt sich das Geschäftsklima insgesamt? Der einzelne (Jung-)Unternehmer mag zu 100% Zufall zu seinem Erfolg gekommen sein. Aber die gesamte Wirtschaft? Denn schließlich wurde jedes Unternehmen irgendwann gegründet und deren Gründer konnten die Antworten auf die eben angedeuteten Fragen nur erahnen. Hätten die Gründer erst mal alle relevanten Informationen erhoben, wären die Unternehmen nie gegründet worden. Mehr dazu in meinem aktuellen Buch “Feel it!“.
Hier gibt’s auf der Homepage des FORUM46 die Zusammenfassung mit einem kleinen Artikel von mir, der meine Kernaussagen zum Thema beschreibt.
Herzliche Grüße
Andreas Zeuch










April 8th, 2011 at 9:14 am
Danke für die Zusammenfassung Ihrer Sicht. Doch bitte korrigieren Sie: Ich habe ausschließlich über das private Sammeln von Kunst, nicht etwa über Kunsthandel gesprochen.
Wenn bei der Gründung eines Unternehmens eigenes Erfahrungswissen fehlt, kann sich die Intuition dann auch aus den konkreten, nicht nur den ererbten Erfahrungen anderer speisen? Oder ist nur eine hohe Risikofreude erforderlich?
April 12th, 2011 at 8:37 pm
Sehr interessante Ansichten. Besonders: “Der Intuition mehr Raum zu geben…”. Leider waren andere Teilnehmer etwas konservativerer Ansichten.
April 25th, 2011 at 7:12 pm
Meines Erachtens stellt auch das Entdecken von Regeln in künstlichen Grammatiken eine Art von Erfahrungswissen dar. Selbst wenn dies zum Teil implizit gelingen kann, setzt es doch einen Lernprozess und somit Erfahrung voraus. Sicherlich ist es richtig, dass unser Gehirn evolutionär besonders gut darauf vorbereitet ist, Sprache zu erlernen, oder allgemeiner: Muster zu erkennen. Dennoch gibt es bislang keine überzeugende Evidenz dafür, dass Spracherwerb nicht auf Erfahrung beruhen würde (siehe z.B. Pullum & Scholz, 2002, The Linguistic Review).
April 26th, 2011 at 7:19 am
Lieber Herr Gaissmaier,
danke für diesen kritischen Kommentar. Um eines gleich zu klären: Sie haben selbstverständlich Recht, dass die Versuchspersonen in den angesprochenen Experimenten eine Erfahrung gemacht haben. Es gibt keine Entscheidung ohne vorherige Erfahrungen. Soweit dürften wir uns einig sein.
Allerdings lohnt es, den Begriff “Erfahrung” etwas zu spezifizieren. Und das ist aus meiner Sicht alles andere als eine sophistische Diskussion. Denn viele Forscher und Wissenschaftler, die sich mit intuitiven Entscheiden beschäftigen, raten ja immer wieder dazu, sich nur dann auf die Intuition zu verlassen, wenn eine FUNDIERTE Erfahrung vorausgesetzt werden kann. So auch Prof. Dr. Gigerenzer aus Ihrem Institut. Und das hat eine enorme praktische Auswirkung. Sie und Herr Gigerenzer (und alle anderen, die Erfahrung als unbedingt voraussetzen), raten Berufsanfängern, rational und analytisch vorzugehen.
Und genau an dieser Stelle wird es wichtig, wie wir den Begriff “Erfahrungen” verstehen. Ich hatte den Eindruck, dass Sie, Herr Gigerenzer und Herr Plessner Erfahrung mit EXPERTISE gleichsetzen. Und das wäre eben mit allen Experimenten á la künstliche Sprache, mit dem Löschen virtueller Waldbrände bei Computersimulationen und diversen aktuellen Studien von Ap Dijksterhuis widerlegt.
Denn die Probanden hatten zwar unbewusste (implizite) Lernprozesse durchlaufen (=unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung) und auf der Basis dieses unbewussten Anfängerwissens anschließend erfolgreich intuitiv entschieden. Aber Von Expertise kann keine Rede sein. Die Probanden hatten keine rund 10 Jahre währende Erfahrung mit der Grammatik künstlicher Sprachen (Reber et al.) oder mit dem Löschen von (virtuellen) Waldbränden (Omodei 2005: “More is better”). Sie hatten diese Wissens- und Kompetenzdomänen schließlich erst im Experiment kennengelernt.
Mit anderen Worten: Das Mantra um die Notwendigkeit von Expertise zur Legitimation intuitiver Entscheidungen im Beruf ist deshalb unhaltbar. Auch Anfänger können Ihre auf unbewusster Wahrnehmung und Informationsverarbeitung beruhenden impliziten Lernprozesse und die damit verbundene ANFÄNGERerfahrung erfolgreich bei intuitiven Entscheidungen nutzen.
Das ist alles, worum es mir geht.
Mai 2nd, 2011 at 5:25 pm
Es ist keineswegs so, dass ich immer nur dann zur Intuition raten würde, wenn eine absolut fundierte Erfahrung vorliegt, und ich denke, dass Herr Prof. Gigerenzer das ähnlich sehen würde. Es gibt sogar Situationen, in denen weniger Erfahrung besser ist: Kollegen von mir fragten beispielsweise einige Amerikaner und Deutsche, welche der Städte Milwaukee oder Detroit größer sei. Immerhin 60% der Amerikaner konnten diese Frage richtig beantworten. Die Deutschen allerdings lagen sogar zu 90% richtig, und nicht etwa, weil sie mehr über die Städte wussten, sondern weil sie weniger wussten! Eine typische Reaktion: „Milwaukee? Nie gehört, also muss es Detroit sein.“ Die Amerikaner hingegen erkannten beide Städte und konnten demnach diese, aus der Ignoranz erwachsene, Information nicht nutzen.
Diese einfache Entscheidungsstrategie wird als „Rekognitionsheuristik“ bezeichnet (Goldstein & Gigerenzer, 2002). Die Rekognitionsheuristik ist erfolgreich in Umwelten, in denen Unwissen (also das Nicht-Wiedererkennen von Objekten) systematisch und nicht zufällig ist. Das ist in vielen verschiedenen Domänen der Fall, beispielsweise für die Größe geographischer Objekte aber auch in Wettbewerbssituationen, etwa wenn es um die Qualität einer Hochschule, die Qualität der Produkte einer Firma, die Leistungen einer Sportmannschaft oder den Erfolg politischer Parteien geht (z.B., Gaissmaier & Marewski, 2011).
Dieses Beispiel verdeutlicht einen zentralen Punkt: Keine Entscheidungsstrategie ist gut oder schlecht per se. Aus unserer Sicht ist vielmehr das Zusammenspiel zwischen Entscheidungsstrategien und den dafür notwendigen kognitiven Kapazitäten sowie Erfahrungen auf der einen Seite und der Struktur der Umwelt auf der anderen Seite entscheidend. Nobelpreisträger Herbert Simon hat dafür die Metapher einer Schere mit den beiden Klingen Denken und Umwelt geprägt: „Human rational behavior is shaped by a scissors whose blades are the structure of task environments and the computational capabilities of the actor“ (Simon, 1990, S. 7). Betrachtete man nur eine der beiden Klingen, würde man die Arbeitsweise des menschlichen Verstandes nicht besser begreifen, als man so begreifen würde, wie eine Schere schneidet.
Die Bedeutung von fundierter Erfahrung für erfolgreiche Intuition kann daher sehr unterschiedlich sein. So gibt es Situationen, bei denen gute Intuition tatsächlich auf fundierter Erfahrung fußt, zum Beispiel im Sport oder der Medizin. Hier können Experten bessere Entscheidungen mit weniger Informationen treffen (z.B., Johnson & Raab, 2003; Reyna & Lloyd, 2006), und sogar Ablenkung kann für Experten, nicht aber für Laien, hilfreich sein (z.B., Beilock et al., 2002). Es gibt aber natürlich auch Bereiche, in denen wir alle im Prinzip Experten sind: Bei Entscheidungen, die sich vor allem um die eigenen Präferenzen drehen, zum Beispiel welches Poster einem am besten gefällt, scheint es besser zu sein, seiner ersten Intuition zu trauen als lange nachzudenken (z.B., Wilson et al., 1993; Wilson & Schooler, 1991). Dem gegenüber stehen Situationen, in denen zu viel Erfahrung oder zu viel Wissen sogar schädlich sein kann, wie neben dem Städte-Beispiel oben unter anderem Studien verdeutlichen, die zeigen, dass Experten sogar unterzufällig schlecht darin waren, erfolgreich Aktien auszuwählen, wohingegen Laien wenigstens auf Zufallsniveau lagen (Törngren & Montgomery, 2004).
Kurz, aus unserer Sicht ist fundierte Erfahrung nicht stets notwendig für gute Intuition. Die Frage ist vielmehr, wann wer welche Entscheidungsregel erfolgreich einsetzen kann. Eine aktuelle Überblicksarbeit aus unserer Abteilung, die sich mit diesen und verwandten Fragen beschäftigt, ist open access hier verfügbar:
http://www.springerlink.com/content/b3w3228l675783g1/
Marewski*, J. N., Gaissmaier*, W., & Gigerenzer, G. (2010). Good judgments do not require complex cognition. Cognitive Processing, 11, 103–121. * Both authors contributed equally.
Mai 4th, 2011 at 4:47 pm
“Keine Entscheidungsstrategie ist gut oder schlecht per se.” – Da bin ich voll und ganz bei Ihnen. Weder ist Rationalität, Analyse und bewusste Informationsverarbeitung grundsätzlich unserer Intuition, dem Erspüren und der unbewussten Informationsverarbeitung überlegen, noch umgekehrt. Indes lese ich bei Herrn Gigerenzer: “”Lass das Denken, wenn Du geübt bist…” (Gigerenzer 2007: Bauchentscheidungen, S. 45). Natürlich gibt es, und da sind wir uns ja auch einig, Expertenintuition. Aber wie die von mir erwähnten Experimente zeigen, gibt es auch Situationen, in denen es für Anfänger sinnvoll ist, das Denken besser zu lassen. Somit finde ich diesen Rat eben irreführend. Der wird dann übrigens gerne in der Sekundärliteratur übernommen, so beispielsweise im Tages-Anzeiger vom 04.12.2007, S. 45: “Die Empfehlung seines leicht verständlichen … Bestsellers heisst denn auch folgerichtig: “Lass das Denken, wenn du geübt bist.”
Es kommt also immer auf die Passung zwischen der jeweiligen Entscheidungsstrategie und der Anforderung der aktuellen Entscheidungssituation an. Und da kommen wir an einen spannenden Punkt: Wie entscheide ich, wann ich besser nochmal nachdenke (Daten sammle, analysiere…) oder genau das zweckmäßigerweise lasse?
Zur erfahrungsbasierten Intuition in der Medizin: Nun, das ist wohl auch nur teilweise richtig. Wie ich in meinem Buch am Beispiel der Entdeckung von Helicobacter Pylori gezeigt habe (Zeuch 2010: Feel it!, S. 198-200), waren es die Experten, die einstimmig die Anfänger (die Nicht-Experten auf dem Gebiet der Gastroenterologie) nicht nur ignoriert, sondern auch sabotiert hatten. Es war gerade hilfreich, nicht dem gerade gültigen wissenschaftlichen Paradigma erlegen zu sein. Gerade die beiden “Anfänger” Barry Marshall und Robin Warren entdeckten die wahren Ursachen für Magengeschwüre inklusive einer neuen Behandlungsmethode, die heute der Gold Standard ist.
Expertise kann, so ein für mich zentraler Punkt, eben zu verstockter Expertokratie verkommen. Experten, die sich und Ihr Wissen (und ihre damit verbundenen Intuitionen) selbstherrlich überschätzen. Das ist die düstere Kehrseite der ansonsten zweifelsfrei großartigen Expertise.
Und last not least: Vielen Dank für das Link zu dem offenen Artikel “Good judgements do not require complex cognition” – Freu mich aufs Lesen. Ihre Publikationen werden langsam zur Dauermorgenlektüre
Mai 5th, 2011 at 2:35 pm
Für mich ist Intuition die Bezeichnung für ein Konglomerat diverser Fähigkeiten der menschlichen Seele. Wissen, gesellschaftliche und kulturelle Erfahrung gehören ebenso dazu, wie auch phylogenetisch gewachsene Heuristiken (sorry Andreas), Aspekte des kollektiven Unterbewusstsein, meditativem Spüren, bis hin zu “paranormalen” Ahnungen (was immer das sein mag). Übrigens kann ich als Mathematiker bestätigen, dass jede rationale Entscheidung sehr intuitiv getroffen wird und jede intuitive Einschätzung viele rationale Elemente enthält. Der Beweis eines mathematischen Satzes wird schlechthin als Beispiel einer rationalen Tätigkeit angesehen. Tatsächlich kommt man aber ohne Intuition nie zum Schluss; je schwieriger der Beweis, desto mehr Intuition benötigt man.
Mit Intuition können wir in der Tat komplexe Situationen unserer Wahrnehmung sofort einschätzen. Aber es gibt Situationen, die nicht in unser Wahrnehmungsspektrum gehören, aber in unserer modernen Welt immer wesentlicher werden. Ich denke an globale Zusammenhänge (zu gross für unsere Intuition), an atomare Zusammenhänge (zu klein für unsere Intuition) oder auch nur an dynamische Zusammenhänge (wir hatten schon immer Schwierigkeiten mit Zeitstrukturen).
Günther Ossimitz zeigte 154 BWL-Studenten die täglichen Ein- und Auscheckdaten eines Hotels und fragte, wann das Haus am meisten Gäste beherbergte. Die meisten Studenten waren zu bequem oder gar nicht in der Lage, die Frage rational anzugehen, sondern antworteten intuitiv. Nur etwa 25% hatten richtig geantwortet (geraten?), ein Münzwurf hätte das bessere Resultat gebracht. Ich stelle die Frage jedes Jahr meinen zahlreichen Studenten uns kann das Resultat bestätigen.
Das bedeutet für mich: Ausschliesslich Intuition ist dort gut, wo es wirklich eilt (z.B. wenn man von einem Säbelzahltiger verfolgt wird). Wenn jedoch, wie im Management, ein paar Momente mehr bleiben, dann sollte man die Situation zuerst intuitiv einschätzen (ohne lange nachzudenken) und danach versuchen, den Entscheid rational zu unterstützen; “unterstützen”, nicht umstossen! Meines Erachtens wird meistens zu intuitiv vorgegangen und nicht zu wenig.