Utopia NOW! – Aufbruch in ein neues Wirtschaften
Liebe Leserin, lieber Leser!
Im Sommerurlaub las Gebhard “Utopia” von Thomas Morus und war verblüfft, wie viele Dinge unseres Lebens sich als Idee in dieser Schrift aus dem 15. Jahrhundert finden lassen. Man liest von Demokratie ebenso wie von sozialer Marktwirtschaft. Adelige spielen längst keine Rolle mehr und materieller Tand ist das Spielzeug der Kinder. Ein fairer, friedlicher Handel mit den Nachbarn ist wichtiger als die eigene Macht zu demonstrieren. Thomas Morus war seiner Zeit weit voraus. Lachen musste Gebhard, als er herausfand, dass all die im Buch beschriebenen Veränderungen eine Persiflage der Ideen für eine bessere Welt sind. Sie werden als lächerliche sowie unrealistische Wunschvorstellungen verleumdet. Heute, in unserer Zeit, sind viele dieser utopischen Ideen zu ernsthaften Idealen einer guten Gesellschaft geworden.
Die Inhalte des Buchs Utopia sind in unseren Tagen kaum noch jemandem bekannt. Das Wort Utopie allerdings hat sich als Begriff für unwirkliches und/ oder idealisiertes Wunschdenken fest im Sprachgebrauch verankert.Verschiedene Aspekte aus Utopia verbinden sich mit unserem Engagement für sinnvolles Wirtschaften:
Obwohl einiges aus Utopia und anderes mehr heute schon realisiert ist, nehmen viele Menschen die Ideen und Prämissen unserer Beratergruppe als Wunschdenken wahr. Obwohl kein Gesetz geändert, keine Regierung gestürzt, kein Blut vergossen und niemand zum Teufel gejagt werden muss, erscheinen sie häufig revolutionär.
Als wir auf dem Kongress „Wir sind Revolution“ waren, haben wir genau diesen Aspekt in den Raum gestellt. Anstatt revolutionär zu sein, stellten wir dort fest, präsentierte sich unsere Idee des RealExperiments als Utopie.
Wir machen Gedankenspiele, die in sich nicht fehl gehen oder heute unerfüllbare Vorbedingungen brauchen. Allerdings sind sie so weit vom Üblichen entfernt, dass sie als unwirklich wahrgenommen werden. Beispielsweise könnten wir allen Mitarbeitern eines Unternehmens ein gleich hohes Einkommen bezahlen. Kein (Natur-)Gesetz steht dieser Idee entgegen. Auch steht außer Frage, dass man in einer GmbH alle Mitarbeiter zu geschäftsführenden Gesellschaftern machen und damit auf die formal gleiche Ebene heben kann. Kein Jurist hindert einen daran. Es ernsthaft in Betracht zu ziehen, führt spontan zu mitleidigem Lächeln oder ablehnender Gestik.
Die heutigen Erkenntnisse über uns Menschen werden dabei gerne ignoriert. Auf die Frage: „Wollen sie mehrheitlich zufriedene Mitarbeiter in ihrem Unternehmen?“ antworten die meisten Unternehmer mit einem „Gerne, wenn sie mir sagen können wie!“ Kommt darauf nun die Antwort: „Nach aktuellem Wissensstand ist eine dafür förderliche Rahmenbedingung eine möglichst geringe Schere zwischen niedrigstem und höchstem Einkommen im Unternehmen. Wir empfehlen deshalb, sich damit auseinanderzusetzen, die Einkommen zu harmonisieren. Und anstatt sich zu überlegen, wie man Menschen zu mehr Leistung anreizt, was nachweislich kontraproduktiv ist, sollte ein Möglichkeitsraum eröffnet werden, wie man die Gehaltsschere verringern kann.“
Kaum ausgesprochen schon sind Sie ein Utopist!
Wir wollen einen Systemwandel anstatt das bestehende System zu optimieren. Andere möchten unsere Unternehmen menschlicher machen, trotz der Prämisse Gewinn erwirtschaften zu müssen. Wir wollen mit Unternehmen, die in erster Linie uns Menschen gerecht werden, auch Gewinne erwirtschaften. Andere sprechen von den Fronten zwischen Kapitalisten und Gutmenschen. Wir sprechen einfach von Menschen, den altruistischen Egoisten und selbstlos Gierigen ebenso wie von den rationalen Bauchmenschen.
Wer Utopia gelesen hat, stellt fest: Es geht darum, in ein anderes Bezugssystem einzutauchen. Unser bestehendes Bezugssystem sind die Dinge. Es sind Prozesse, Produkte, Dienstleistungen, Organisationsstrukturen usw. Bezugspunkt des sinnvollen Wirtschaftens ist der sich sinnhaft erfüllende Mensch. Im bestehenden System ist der höchste Entwicklungsstand eines Menschen beschäftigt die eigene Existenz ökonomisch sicher zu stellen und – wenn funktional nicht störend – das auch gerne innerhalb seiner Talente. Im sinnvollen Wirtschaften ist der höchste Entwicklungsstand eines Menschen, dem eigenen Sinn nachzugehen und ihn im Wechselspiel mit seiner Umwelt zu erfüllen.
Wer entschieden ist oder zumindest damit sympathisiert, ein anderes Wirtschaften zu wagen, anstatt das Bestehende tote Pferd weiter zu reiten, kann sich mit unseren Ideen und Werten verbinden. Alle anderen sehen in ihnen nicht mehr als die Utopien einer idealisierten Wunschwelt. Und kaschieren manchmal damit die Angst, die eigenen Privilegien aufgeben zu müssen.
Verdeutlichen wir uns die Konsequenzen unserer inneren Haltung (fff vs. rrr) wird klar: Den Systemwandel schaffen wir nicht, indem wir uns und anderen Angst davor machen. Es braucht die Möglichkeit, in einem geschützten Umfeld die neuen Paradigmen zu erlernen, zu entwickeln und zu wiederholen. So entsteht bei jedem individuell ausreichend Selbstsicherheit und Könnerschaft. Aus dem heraus wird der eigene und damit verbunden der Wandel der Umwelt natürlich und menschlich geschehen.
Utopia NOW! ist die Idee, jetzt mit der Utopie anzufangen. Doch Vorsicht! Es geht uns nicht darum in Aktionismus zu verfallen. Uns geht es zunächst einmal um Vorbereitung! Steigen Sie ein in die benötigten Wiederholungen.
Wenn Sie unsere Utopie eines sinnvollen Wirtschaftens anspricht, nehmen Sie sich ab JETZT Zeit dafür. Schreiben Sie es sich als wiederkehrenden Termin in den Kalender. Treffen Sie sich mit Freunden, Bekannten, Kollegen oder anderen Interessierten, um gemeinsam Zeit damit zu verbringen, sich eine Wirtschaftswelt vorzustellen, die den Menschen gerecht wird. Hinterfragen Sie Praktiken und Verhaltensweisen, die Ihnen in Ihrem Alltag nicht gefallen. Suchen Sie Lösungen dafür im Bezugssystem sinnvollen Wirtschaftens. Lesen Sie Bücher und Blogs, gehen Sie auf Kongresse, trainieren Sie sich!
Vergessen Sie allerdings nicht: Es geht nicht um überhöhtes Gutmenschentum oder sachlich kalte Rationalität. Es geht um uns als ganze, als freundliche und unsympathische, als offene und hinterhältige, als selbstoptimierte und kooperative oder auch als funktionierende und lebende Menschen. Optimieren Sie in ihrem Training nicht das Bestehende. Prüfen Sie deshalb stets Ihre Gedanken darauf, ob sie wirklich andere Erkenntnisse und Perspektiven gewinnen oder nur alten Wein in neue Schläuche gießen.
Die eigene Qualität zu entwickeln ist unser Vorschlag, um vorbereitet zu sein, wenn sich die Gelegenheit zum Systemwandel ergibt. Wir vertrauen darauf, dass wir alle diese Gelegenheiten immer wieder bekommen. Oftmals können wir sie nicht wahrnehmen, weil wir unvorbereitet sind und bereits bei einer Rückfrage unsicher werden.
Auch hier ist es ähnlich wie mit einer Sprache. Das „Hello …“ kommt da noch vergleichsweise frisch über die Lippen, wenn man in der englischen Metzgerei steht. Doch viele kämen ins Schwimmen, wenn der Fleischer auf der anderen Seite der Theke uns freundlich lächelnd entgegnet: „Hello, what can I do for you?“ und wir daraufhin die doch sehr andere Auslage stumm und Vertrautes suchend betrachten. Die Situation wird nicht besser, sollte sich hinter einem eine Schlange weiterer Kunden gebildet haben. Spätestens dann ist sicher: Eine bessere Vorbereitung hätte geholfen!
Unsere Utopie des sinnvoll·wirtschaften – Sie können damit beginnen, JETZT!
Ein herzliches Willkommen und viel Vergnügen wünschen
Gebhard Borck, Markus Stegfellner und Andreas Zeuch











Februar 25th, 2012 at 6:15 pm
Habt ihr schon mal einen Unfall gehabt? So was ist wirklich blödTschüß!