Operation Monkey Business: Warum Ihr dieses Projekt unterstützen solltet
Liebe Leserin, lieber Leser!
Vor Kurzem startete mein Kollege Gebhard Borck unseres netzwerks sinnvoll · wirtschaften seine “Operation Monkey Business“: Das Ziel dieses Vorhabens besteht darin, Gebhards Buch “Affenmärchen. Arbeit frei von Lack und Leder.” ins Englische zu übersetzen. Die dazu nötigen 5000,- € sollen per Crowdfunding eingesammelt werden. Bisher wurden über 20% der nötigen Summe von Unterstützern eingezahlt. Wir brauchen aber noch weitere Kleininvestoren – deshalb schreibe ich in diesem Beitrag über zwei Sinnkopplungs-Beispiele aus meinem eigenen Berufsleben. Und hoffe damit zu verdeutlichen, warum Sinnkopplung einer der zentralen Aspekte moderner Arbeit ist und dass es deshalb wichtig ist, die Operation Monkey Business zum Erfolg zu verhelfen.
Fall 1: Wie Motivation durch destruktive Sinnentkopplung zerstört wird
Vor rund 13 Jahren begann ich in der Erwachsenenpsychiatrie einer neu gegründeten Klinik als Musiktherapeut zu arbeiten. Es wurden eine Menge Leute gesucht und eingestellt. Ich bewarb mich mit 50 Prozent auf eine ganze Stelle. Einem gewissen Verkaufstalent sei Dank bekam ich die Stelle und der Chefarzt veranlasste, dass die ganze Stelle auf zwei Halbe gesplittet wurde.
Als ich die Arbeit dort aufnahm, fing ich fast bei Null an: Es gab zwar einen für mich reservierten Raum mit einigen Instrumenten, aber das meiste fehlte noch, bis hin zu einem Schreibtisch und Stuhl, um meine Therapien zu protokollieren. Das war für mich in Ordnung, denn es war genau diese Aufbruchsstimmung und die scheinbaren Gestaltungsmöglichkeiten, die für mich attraktiv waren.
Als dann jedoch die PatientInnen nach Monaten immer noch ohne Stöcke und Paukenschlegel für die entsprechenden Instrumente – die die einzig vorhandenen waren – auskommen sollten und ich noch meine Berichte auf dem Boden sitzend schrieb, begann meine Motivation Risse zu bekommen. Schließlich lag für mich der Sinn einer Klinik nicht darin, möglichst viel Gewinn zu maximieren, sondern die anwesenden PatientInnen möglichst optimal zu unterstützen. Das endgültige Aus kam dann, als mich eine vorgesetzte Oberärztin zu Ihr ins Zimmer lud, um mich anzuweisen, ich solle als Musiktherapeut nicht mit den Patienten reden, sondern Musik machen. Denn darin bestünde ja, wie es mein Berufsbild nahelege, meine Aufgabe. Dass sie dabei vor allem Ihre Unkenntnis über die ansonsten allerortens übliche, erfolgreiche und damit auch sinnvolle Arbeitsweisen der Musiktherapie demonstrierte, interessierte sie nicht.
Die Folge: Ich kündigte fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bis heute bin ich mit diesem Schritt im Reinen.
Fall 2: Wie Motivation durch Sinnkopplung ermöglicht und gestärkt wird.
Anders lief es ein paar Jahre später. Ich wurde eingeladen, bei einem auf zwei Jahre angelegten Projekt zur Curriculumsentwicklung einer international bekannten Medizinischen Fakultät mitzuwirken. Ich hatte das Vergnügen, gemeinsam mit meiner späteren Chefin den Forschungsantrag zu schreiben, um überhaupt erst das Geld zu akquirieren, dass unsere spätere Arbeit ermöglichen sollte. Gesagt, getan. Wir waren erfolgreich und ich wurde zu den von mir erwünschten Bedingungen eingestellt.
Natürlich gab es wie oft im Arbeitsleben ein gewisses Auf und Ab. Es gab persönliche Konflikte, inhaltliche Streitereien, hie und da Sinnfragen in Details und dergleichen mehr. Aber es gab vor allem ein gemeinsames Ziel, fast schon eine gemeinsame Vision. Und das trug uns und mich über die gesamte Laufzeit des Projektes, das wir ausgesprochen erfolgreich absolvierten.
Das ich mich nach den zwei Jahren nicht mehr an der Beantragung neuer Gelder beteiligte lag vor allem daran, dass ich insgesamt auf Dauer in ein anderes Arbeitsfeld wechseln wollte, dass mir für mich sinnvoller erschien. Dabei war in diesem Fall die Sinnentkopplung kreativ und konstruktiv, nicht destruktiv wie im ersten Fall.
Natürlich ist Sinnkopplung mehr als Motivation. Sie ist auch und vor allem ein Bindungsmechanismus, der einen Menschen weit über das Gehalt hinaus viel wesentlicher an seinen Arbeitgeber und die aktuellen Aufgaben bindet. Damit ist sie deutlich kraftvoller als jeder Vertrag.
Sinnkopplung motiviert und bindet Menschen positiv an ihre Arbeit.
Gebhard Borck hat diesen Mechanismus, seine Bedingungen und Risiken das erste Mal überhaupt in der Wirtschaftssachliteratur in seinem Buch “Affenmärchen” beschrieben. Es ist für uns und unsere Arbeit wichtig, dass sich mehr Menschen ein tiefes Verständnis über den Unsinn von “Sinnstiftung” und den Sinn von “Sinnkopplung” erlesen können. Und genau deshalb solltet Ihr, liebe Leserinnen und Leser die Operation Monkey Business unterstützen. Indem Ihr Fans des Projektes werdet, anderen davon erzählt und sie ebenfalls dazu einladet; indem Ihr via Social Media Werbung macht und vielleicht sogar einen finanziellen Beitrag für die Übersetzung ins Englische leistet.
Wir sind weiterhin gespannt, ob Euch das Ganze sinnvoll erscheint und Ihr das Projekt in der einen oder anderen Weise unterstützt.
Herzliche Grüße
Andreas Zeuch











Juli 5th, 2012 at 4:42 pm
[...] Früchte getragen und bei der Projekt Community einen Blogbeitrag ausgelöst. Zudem gibt es den aktuellen Post auf dem integral.blog, in dem Andreas Zeuch zwei Beispiele für Sinnkopplung aus seinem Arbeitsleben [...]
März 10th, 2013 at 10:59 pm
Dr Michael Horn Chicago…
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