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… sinnvoll Wirtschaften ist möglich!
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Big Data, Big Illusion

Mai 21, 2013 Von: blog-zeuch Kategorie: Diverses, Intuition, Nichtwissen 10 Kommentare →

Virginia “Ginni” Rometty. ©Asa Mathat / Fortune Live Media

Liebe Leserinnen und Leser,
vor kurzem erschien im Wirtschaftsteil der österreichischen Zeitung “Der Standard” ein Artikel über Big Data und die Zukunft intuitiver Entscheidungen. Diesem Beitrag zufolge, hat IBM CEO Ginni Rometty auf einem Vortrag in diesem Jahr klargestellt, dass “vorhersehende Analysemethoden Instinktentscheidungen in Wirtschaft und Politik ablösen werden.” Das ist ja an sich nichts Neues, schließlich geistert die Vision von Big Data schon eine Weile durch die Welt. Aber sie wird zeitgeistig omnipräsent. Im Spiegel Nr. 20/2013 war sie sogar Titelthema: “Leben nach Zahlen”. Dabei geht es mir nicht darum, prinzipiell die Möglichkeiten von Big Data zu kritisieren. Es ist vielmehr die Aussage von Rometty, die äußerst fragwürdig ist: Wollen wir wirklich, “dass unsere Welt auf den unbewussten psychologischen Mechanismen und dem Instinkt einiger weniger Entscheidungsträger basiert.”

 

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Systemisches Konsensieren. Wie eine gute Idee dazu führt, Lernen zu vermeiden.

September 27, 2012 Von: blog-zeuch Kategorie: Veränderung 16 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Am 20. September 2012 veröffentlichte ich meine Rezension von Christian Felbers Buch “Gemeinwohl-Ökonomie”. Dort stieß ich auf den methodischen Hinweis des “systematischen Konsensierens”. Da die Methode zunächst interessant klang, habe ich das dazugehörige Buch durchgearbeitet. Und komme leider zu dem Ergebnis, dass diese Methode einige Fallstricke aufweist, die bislang nicht beantwortet worden sind.

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Der Tod des Zentralismus – oder: Die Kunst, nicht zu lernen.

Juli 13, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Diverses 3 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser.

Am 09. November 1989 fiel die Mauer. Die ehemalige Deutsche Demokratische Republik, dieses zynische Gebilde eines überkommenen Zentralismus, alles andere als demokratisch regiert, musste seine Grenze zum Westen hin öffnen. Es war und ist ein historisches Symbol für den Misserfolg eines planenden und zentral gesteuerten sozialen Systems.

Der Mauerfall

Der Mauerfall

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Sei nicht zu raffiniert – oder: “Die Evolution der Kooperation”

November 05, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Die 5 Prinzipien 4 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Im Zuge des Schreibens meines neuen Buches “Feel it! Soviel Intuition verträgt Ihr Unternehmen” bin ich auf etwas gestoßen, was mir die Augen geöffnet hat und was ich gerne jetzt schon (mit-)teilen will:

In den 1970ern untersuchte der Mathematiker und Politikwissenschaftler Robert Axelrod verschiedene Kooperationsstrategien bei so genannten „iterierten“ Spielsituationen, also wenn wir unseren Mitspieler wieder sehen und mit ihm öfters in eine Spielsituation kommen. In solchen Situationen ist für die Entscheidung zwischen Kooperation oder Defektion (=Nicht-Kooperation) die Zukunft genauso wichtig wie die Gegenwart. Wenn wir nur einmal auf einen Mitspieler treffen, ist es aus rein monetär-ökonomischer Sicht vorteilhaft, nicht zu vertrauen und nicht zu kooperieren. Für unsere tägliche Arbeit in Unternehmen gilt aber die iterierte Spielsituation, denn wir sehen uns immer wieder aufs Neue und müssen über Wochen, Monate und Jahre miteinander auskommen.

Robert Axelrod

Robert Axelrod

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Entscheidungen im Projektmanagement

Oktober 23, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition, Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Dr. Stefan Hagen ist als Berater und Blogger einer der Vorreiter für eine neue Generation von Projektmanagement. Am 20. Oktober veröffentlichte er in seinem Blog einen Artikel zu meinem Essay “Die Kunst der Improvisation” und der Bedeutung meiner Arbeit zum Projektmanagement. Das ist ein guter Anlass für ein paar Gedanken meinerseits über die Bedeutung einer effektiven Entscheidungskultur im Projektmanagement.

Dr. Stefan Hagen

Dr. Stefan Hagen

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Ein Fall von Nichtwissen (5): Die Fehmarnbelt-Brücke

Juni 30, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich sitze hier gerade am Tag 2 nach meinem Urlaub auf Fehmarn in meinem Büro. Als ich dort bei traumhaften Wetter entspannte, fiel mir ein Artikel aus dem Spiegel Nr. 25 über den umstrittenen Bau der Fehmarnbelt-Brücke in die Hände. Ein gewisser Zufall (oder auch nicht, je nachdem, was man glauben mag), der mir einen neuen Artikel wert zu sein scheint.

Der Plan

Zwischen der kleinen deutschen Insel Fehmarn und dem dänischen Ort Rodby soll der 19 Km breite Fehmarnbelt durch eine Brücke verbunden werden. Bislang ist die Reise per Fähre zwischen Puttgarden und Rodby möglich. Die Planung ist, wie so häufig, auf dem Papier beeindruckend: Zur Zeit wird eine 65 Meter hohe Schrägseilbrücke mit vier 280 Meter hohen Pylonen bevorzugt. Diese Konstruktion beinhaltet 4 Autobahnspuren und 2 Bahngleise, über die natürlich der deutsche Möchtegern-Vorzeigezug, der ICE, donnern soll. Spätestens 2018 soll die Querung ohne Fähre möglich sein. Die geplanten Kosten beziffern sich auf voraussichtlich mindestens 4,4 Milliarden Euro, die nach einigem Ärger nun komplett von Dänemark übernommen werden. Allerdings verbleiben noch 1,7 Milliarden Euro für die deutsche Hinterlandanbindung, wie der Bundesrechnungshof prognostiziert. Das entpricht einer Verdoppelung der bisher geplanten 800 Millonen Euro (Lesen Sie dazu auch den Kommentar Nr. 5!)

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

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Ohne Intuition keine (erfolgreiche) Kommunikation (1)

Juni 08, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 4 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

waren Sie schon mal bei einem Kommunikationstraining dabei? Erinnern Sie sich noch an die verschiedenen Inhalte, wie die Ebenen der Kommunikation (verbal, paraberbal, nonverbal), an verschiedene rhetorische Techniken (Fragen, Paraphrasieren, Argumente…)? Zur Erinnerung hier der Song “Nonverbale Kommunikation” von den Wise Guys in einer herrlichen familiären Verfilmung (da werden so manche Teenies neidisch, ob der coolen Eltern):


Haben Sie damals auch gelernt, wie sie die einzelnen, in Rollenspielen trainierte Kompetenzen und auch das theoretische Wissen (Schulz von Thun: 4 Ohren…) erfolgreich im beruflichen Alltag einsetzen? Vermutlich nicht, denn das steht in keinem Kommunikationstraining auf der Agenda. Vermittelt werden nur Werkzeuge aus einem Werkzeugkasten.

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