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Ein Fall von Nichtwissen (4): Porsche kommt ins Schleudern

April 28, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 4 Kommentare →

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Droht gerade ein weiterer Fall von sinnloser Unternehmens-Zerstörung? Am 04. Februar 2009 habe ich die Situation von Schaeffler / Continental unter dem Blickwinkel mangelnder Prognosemöglichkeit, sprich Nichtwissen über die Zukunft, in diesem Blog thematisiert. Jetzt dräut am Horizont die nächste Megapleite eines ehedem äußerst blühenden deutschen Unternehmens, das Kult- und Vorzeigestatus hat. Und mit ihm galt der verantwortliche CEO Wendelin Wiedeking als der große Macher: 1994 – Manager des Jahres; 2007 – Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg; 2008 – European Manager of the Year, um nur einige Auszeichnungen zu nennen. Die Zeiten haben sich geändert. Massiv.

Ein hübscher Porsche, weniger lädiert als das Unternehmen

Ein hübscher Porsche, weniger lädiert als das Unternehmen

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Ein Fall von Nichtwissen (2): Die Schaeffler-Pleite

Februar 04, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es scheint eine gewisse Ironie darin zu liegen, dass ich den zweiten Teil meiner Blog-internen Artikelreihe über Fälle von Nichtwissen wieder über die unglückliche und bislang ganz und gar nicht erfolgreiche Fusion der Schaeffler KG mit der Continental AG schreiben kann.

Im ersten Beitrag dieser Reihe stand Herr Wennemer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Continental AG im Fokus. Diesmal lohnt ein Blick auf Frau Schaeffler und deren Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Herrn Dr. Geißinger. Beim letzten Mal mutmaßte ich spaßenshalber, ob Frau Schaeffler die Idee mit der Anschleichtaktik intuitiv unter der Dusche oder beim Joggen hatte. Nun, so oder so: Eine besonderes brilliante Idee scheint es jedenfalls nicht gewesen zu sein. Egal ob bewusst kalkulierend oder intuitiv. Denn: Die internen Prognosen und Erwartungen, wie das Spiel laufen wird, sahen wohl Einiges nicht voraus.

Vorsitzender der Geschäftsführung der Schaeffler KG, Dr. Geißinger

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Ein Fall von Nichtwissen (1): Wennemer und die mathematische Sicht

September 05, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 1 Kommentar →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Viele von Ihnen  wissen es es: Die Continental AG ist von der Schaeffler-Gruppe übernommen worden. Der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer wurde durch die verdeckte Übernahmestrategie von Maria-Elisabeth Schaeffler offensichtlich auf dem linken Fuß erwischt. Er ahnte nichts in dieser Richtung.

Wennemer war intern und extern bekannt dafür, mathematisch nüchtern zu denken und zu handeln. Dies war einerseits sympathisch, nämlich da, wo Wennemer auf die für Top-Manager oft typische Lust auf Statussymbole verzichtete. Ihm reichte beispielsweise ein nicht mehr ganz taufrischer VW Passat als Firmenwagen, wo doch sonst nichts unter Mercedes S-Klasse, BMW 7er oder Audi A8 läuft.

MW

Manfred Wennemer auf der jährlichen Pressekonferenz 2008

Andererseits schien Wennemer nicht besonders empathisch beim Umgang mit seinem Personal, was sich auch in einer klaren Strategie von Stellenabbau zeigte. Auf diese Weise führte Wennemer die Continental AG in die schwarzen Zahlen und machte das Unternehmen profitabel, aber richtig sympathisch war er dennoch nicht.

Ob die Übernahme von Siemens VDO und damit die ungefähre Verdoppelung der weltweiten Mitarbeiteranzahl ein wirklich logischer und nachhaltiger Schritt war, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Wenn man indes davon ausgeht, dass – bei vorsichtigen Schätzungen – mindestens zwei Drittel aller Fusionen glorreich scheitern, dann bleiben eine Menge Fragen offen.

Nun aber kam es zu einer wirklich überraschenden Wendung im Schicksal von Herrn Wennemer und der Continental AG. Keiner hatte damit gerechnet, alle waren überrascht. Zumindest die, die in die übliche Richtung schielten: Groß frisst klein. Herr Wennemer ist ein weiterer Fall von Nichtwissen. Vielleicht hätte dem kühlen Mathematiker eine Prise Intuition geholfen. Vielleicht hatte ja Frau Schaeffler Ihre ungewöhnliche Idee plötzlich beim Joggen oder unter der Dusche. So oder so. Danke für dieses schöne Lehrstück an Überraschung!

Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

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Das Elend der Prognose

Dezember 11, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 4 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,

neulich fiel mir ein kleiner Karton mit einigen Zeitungsausschnitten in die Hände. Ein Artikel erregte sofort meine Aufmerksamkeit zum Themenkomplex Prognose – Nichtwissen – Intuition:

“Großfusionen sind out”, erschienen im Handelsblatt, Seite K4 vom 24./25.12.1999

Na ob das wohl so haltbar ist? Mir scheint es interressant, nach über 10 Jahren (Aktualisierung vom 11.03.2010) mal eine ziemlich großspurige Wirtschafts-Prognose auf den Prüfstand zu stellen. Das deshalb, da Prognosen einen paradigmatischen Kern unseres Wirtschaftssystems bilden. Ständig prognostiziert irgendjemand irgendetwas. Mit diesen selbstverständlich auf seriösen und vor allem vielen Daten basierenden Zukunftsaussagen suggerieren die Prognostizierenden sich und dem Rest der Welt, dass die Zukunft und damit der Erfolg kontrollierbar seien. Damit sind sie Herr in ihrem Hause und die Angst, es könnte anders kommen als erwartet, ist gebannt.

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Cartoon mit freundlicher Genehmigung von R. Schmidt

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