Nichtwissen durch sensationelle Faulheit
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Gestern abend las ich in dem Buch “Die Google-Falle” von Gerald Reischl. Auf Seite 80-81 war zu lesen, das sich satte 91,63 Prozent der Internet-User mit der ersten Trefferseite eines Suchmaschinen-Ergebnisses begnügen würden. “Auf die erste Position klicken fast 50 Prozent, auf die zehnte Stelle zum Vergleich nur noch drei Prozent der User.” (a.a.O.). Das ist – wie ich finde – erschreckend.
Nun würde der Wissenschaftler in mir erst mal fragen: Wie groß war denn die Stichprobe, aus der diese Ergebnisse stammen und wie ist sie zustande gekommen? Aber tun wir mal so, als ob alles optimal gelaufen sei, die Stichprobe sei ausreichend groß, um ein generalisierbares Ergebnis zu liefern und sie sei ausreichend allgemein hinsichtlich der User-Struktur (also Alter, Geschlecht, Bildung, Staatsbürgerschaft, sozialer Hintergrund etc.).

Fotografie: Andreas Zeuch, (C) 2007 – Die gemeine Faulkrähe…
Wenn dem so wäre, dann würde ich sagen: Erschreckend, wie Nichtwissen durch wirklich erbärmliche Faulheit aktiv erzeugt wird. Denn: Wäre es soviel Arbeit, noch auf die nächsten 20 – 30 Suchergebnisse zu schauen? Welches Selbstverständnis zum Thema “Recherche” herrscht denn bei den Menschen, die in dieser Statistik beschrieben werden? Und das in unserer angeblichen “Wissensgesellschaft”…
Bleibt zu hoffen, dass Manager und Führungskräfte nicht dieses Suchverhalten zeigen und sich selbst derart in ihrem Wissen beschränken. Wenn doch: Dann gibt es einen Grund mehr, warum so manches Unternehmen nicht so floriert, wie es könnte.
Herzliche Grüße
Andreas Zeuch









