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Video-Einführung: Intuition & Nichtwissen (2)

September 23, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition, Nichtwissen, Videoeinführung 1 Kommentar →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heute der zweite Teil meiner Video-Einführung über Intuition & Nichtwissen im Management.

Heute gehts’s um Folgendes: Erklärungsmodelle für Intuition. Intuitionstraining. Was ist das Gegenteil von Nichtwissen?



Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

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Intuition als Methode? Weit gefehlt!

August 28, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 3 Kommentare →

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Vor kurzem wies mich ein Kollege darauf hin, dass es in Gabals “Großem Methodenkoffer” einen Artikel über Intuition als Arbeitsmethode gäbe. Natürlich kaufte ich mir dieses Buch sofort, um herauszufinden, was der Autor Walter Simon zu sagen hatte. (Simon, W. (2007): Gabals großer Methodenkoffer. Grundlagen der Arbeitsorganisation. Offenbach: Gabal)

buchcover

Nach ein paar allgemeinen Hinweisen, dass Intuition eine wichtige Ergänzung zu unserem Verstand sei, kam Simon dazu, Intuition tatsächlich als Arbeitsmethodik zu beschreiben. Wie das dann im Detail funktionieren soll, bleibt er dem Leser allerdings schuldig. Darüber hinaus wundere ich mich, Intuition in einen Methodenkoffer aufzunehmen:

Denn nach meinem Begriffsverständnis und auch dem des Duden, Bd. 5, bedeutet Methode „ein auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren, das zur Erlangung von (wissenschaftlichen) Erkenntnissen oder praktischen Ergebnissen dient; 2. planmäßiges Vorgehen.“ (S. 497) Und dieses Verfahren etc. kann man nicht nur beherrschen, sondern man sollte es sogar, wenn man eine besonders gute Arbeitsqualität erreichen will.

Mit anderen Worte: eine Methode kann man (einfach) erlernen, es ist immer eine irgendwie geartete Technologie, die dann – wenn man sie idealerweise fast vollkommen beherrscht – einfach abgerufen werden kann. Sie steht dem Meister der Methode jederzeit zur Verfügung (vielleicht abgesehen von mehr oder weniger schweren Ausfällen, beispielsweise einer besonders heftig durchzechten Nacht ;-) .

Und genau das ist der Unterschied: Intuition lässt sich zwar nachweislich trainieren und in ihrer Qualität deutlich verbessern. Das heißt: Weniger intuitive Trugschlüsse und mehr intuitive Treffer und eine zieldienlichere Kommunikation intuitiver Einsichten. Aber eines lässt sich sicher nicht erreichen: Die Kontrolle über diese menschliche Grundfunktion. Selbst im ressourcevollsten Zustand gibt es keine Garantie, dass man oder frau eine glorreiche Intuition hat und die gesuchte Lösung, Antwort oder was auch immer findet.

Eben dieser Unterschied ist es, warum Intuition insbesondere im Management und in der Wirtschaft im Allgemeinen immer noch nicht wirklich Ernst genommen wird: Sie entzieht sich der Kontrolle und Vorhersagbarkeit, den zentralen Paradigmen der Wirtschaft.

Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

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Intuitionstraining

November 16, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,


wenn sie gerne wissen wollen, wie Sie Ihre Intuition weiterentwickeln können, dann empfehle ich Ihnen einfach folgende Links:


“Das Abenteuer Intuition 06: Intuitionstraining Nr 1″

In dieser Sendung meines Podcasts erfahren Sie erste Anregungen, wie Sie Ihre Intuition trainieren können. Und wenn Sie selbst als Trainer die Intuition anderer weiterentwickeln wollen, erfahren Sie ein hilfreiches Ordnungssystem für Intuitionsübungen, dass ich aus der Lektüre der meisten deutsch- und englischsprachigen Intuitionstrainings-Bücher abgeleitet habe.

“Das Abenteuer Intuition 07: Intuitionstraining Nr. 2″

In dieser Sendung können Sie richtig entspannen und gleichzeitig etwas zur Entwicklung ihrer Intuition tun! Sie hören dort eine kleine Phantasiereise in Ihre Innenwelt, hin zu den Quellen Ihrer Intuition. Ein Schritt, um Ihre Entscheidungsfähigkeit zu verbessern.

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Hören

Andreas Zeuch

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Mit dem Bauch sehen: Intuition in der deutschen Medizin

Juni 28, 2006 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 1 Kommentar →

Im Juni war ich in einem Krankenhaus und habe mit Führungskräften aus der Pflege ein Intuitionstraining durchgeführt. Die Bedeutung der Fortbildung für die Arbeit wurde anschließend folgendermaßen bewertet, wobei die Skala von „sehr wichtig“ über „wichtig“ und „weniger wichtig“ bis zu „unwichtig“ reichte: 57% befanden die Veranstaltung als „sehr wichtig“ und 43% als „wichtig“. Niemand beurteilte die Arbeit an der eigenen professionellen Intuition für weniger oder gar unwichtig. Weiterempfehlen würden die Fortbildung 85%. Die verbleibenden 15% würden die Fortbildung lediglich deshalb eingeschränkt weiterempfehlen, weil sie zu kurz gewesen sei.

Die Kunst des Sehens
Diese Bewertungen scheinen mir zu einem kleinen Artikel zu passen, der vor kurzem im Spiegel Nr. 24 / 2006 vom 12. Juni zu lesen war: „Die Kunst des Sehens“ von Gerald Traufetter. Dort ging es um die Schulung der Beobachtungsgabe bei New Yorker Medizinstudenten. Zweifelsohne ist Beobachtungsgabe im Kontakt mit Patienten, Angehörigen und den Kollegen aller Professionen für Ärzte und Pflegepersonal gleichermaßen wichtig. Wie Traufetter zu Recht feststellt, werden Medizinstudenten (und Pflegeschüler) von einer Flut an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen überrollt, die keinen Platz mehr lässt, die intuitive Beobachtungsgabe zu schulen.

Deutschland hinkt mal wieder hinterher
Das führte dazu, dass die findigen Amerikaner uns Deutschen mal wieder einen Schritt voraus sind: Da wo wir stolz sein können, endlich das Konzept der Standardisierten Patienten zumindest an einigen deutschen Unis eingeführt zu haben, wird in Amerika bereits an Kunstwerken unter der Führung von Kunstpädagogen der intuitive Blick geschult. Ich weiß wovon ich rede: Von 2001 – 2003 hatte ich die Ehre, das erste deutsche Pflichtmodul „Medi-KIT“ zur Arzt-Patient-Kommunikation am Uniklinikum in Heidelberg mitzuentwickeln und in das Reformcurriculum HEICUMED miteinzuführen. Wir rekrutierten und trainierten Schauspieler, die Patienten auf standardisierte Art mit verschiedenen Krankheitsbildern in Unterricht und Prüfungen simulieren. Nur wer die Prüfung bestand, kam ins nächste Semester.

Intuition ist für deutsche Medizin-Fakultäten kein Thema
Die Intuition und deren Professionalisierung war jedoch auch in HEICUMED nie Thema. Viele andere deutsche medizinische Fakultäten ringen immer noch mit sich, ihren Lehrkomitees, den Finanzen und bürokratischer Viskosität, um überhaupt erst einmal das Thema Kommunikation zu professionalisieren. Intuition ist in deutschen Lehrplänen noch Lichtjahre entfernt davon, für wichtig befunden zu werden.

Blinde Flecken
Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Schließlich müssten Ärzte am besten wissen, dass ihre Entscheidungen und Handlungen immer auch von ihren Emotionen und Intuitionen beeinflusst werden. Das Intuition dabei vor- und nachteilig ist, wird schon seit vielen Jahren in diversen medizinischen und pflegerischen Studien ausführlich dargestellt. Wir dürfen deshalb als Patienten gespannt sein, wann sich diese wissenschaftliche Erkenntnis auf die Lehrpläne durchschlägt. Oder wollen Sie lieber von Ärzten diagnostiziert und behandelt werden, die sich weder mit dem Potential noch den Risiken ihrer Intuition beschäftigt haben?

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