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… sinnvoll Wirtschaften ist möglich!
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Buchrezension (2): Aus der Giftküche des Managements. 2010 von Thomas Bubeck

Juli 26, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Rezensionen 4 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es blubbert. Es brodelt. Es stinkt. Bis zum Himmel. Was Thomas Bubeck da aus seinen über 30 Jahren Berufserfahrung in Unternehmen zusammengestellt hat, übertraf bei Weitem meine bisherige durchweg kritische Sicht des Top-Managements. Da gibt es monate- wenn nicht gar jahrelange präpsychotische Entgleisungen, die toleriert und den Mitarbeitern zugemutet werden, nur weil der Mann, dem der Sinn für die Realitätsprüfung abhanden gekommen ist, als CEO das Unternehmen leitet und somit sakrosankt ist. Ein Hort irrationalen Wahnsinns, sogar psychopathologisch gemäß der augenblicklich geltenden Manuale DSM IV-TR und ICD 10 diagnostizierbar. Schließlich landete besagter Chefoffizier am Ende in der Psychiatrie. Unglaublich.

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Ein Fall von Nichtwissen (5): Die Fehmarnbelt-Brücke

Juni 30, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich sitze hier gerade am Tag 2 nach meinem Urlaub auf Fehmarn in meinem Büro. Als ich dort bei traumhaften Wetter entspannte, fiel mir ein Artikel aus dem Spiegel Nr. 25 über den umstrittenen Bau der Fehmarnbelt-Brücke in die Hände. Ein gewisser Zufall (oder auch nicht, je nachdem, was man glauben mag), der mir einen neuen Artikel wert zu sein scheint.

Der Plan

Zwischen der kleinen deutschen Insel Fehmarn und dem dänischen Ort Rodby soll der 19 Km breite Fehmarnbelt durch eine Brücke verbunden werden. Bislang ist die Reise per Fähre zwischen Puttgarden und Rodby möglich. Die Planung ist, wie so häufig, auf dem Papier beeindruckend: Zur Zeit wird eine 65 Meter hohe Schrägseilbrücke mit vier 280 Meter hohen Pylonen bevorzugt. Diese Konstruktion beinhaltet 4 Autobahnspuren und 2 Bahngleise, über die natürlich der deutsche Möchtegern-Vorzeigezug, der ICE, donnern soll. Spätestens 2018 soll die Querung ohne Fähre möglich sein. Die geplanten Kosten beziffern sich auf voraussichtlich mindestens 4,4 Milliarden Euro, die nach einigem Ärger nun komplett von Dänemark übernommen werden. Allerdings verbleiben noch 1,7 Milliarden Euro für die deutsche Hinterlandanbindung, wie der Bundesrechnungshof prognostiziert. Das entpricht einer Verdoppelung der bisher geplanten 800 Millonen Euro (Lesen Sie dazu auch den Kommentar Nr. 5!)

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

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Video-Einführung: Intuition & Nichtwissen (3)

Dezember 10, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Videoeinführung 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heute der dritte Teil meiner Video-Einführung über Intuition & Nichtwissen im Management.

Heute gehts’s um Folgendes: Landkarte des Nichtwissens (z.B.: Irrtümer, operatives, strategisches und fachliches Nichtwissen). Selbstüberschätzung des Verstandes und Unterschätzung der Intuition. Firmen, die auf Nichtwissen basieren. Wikinomics, Intuition & Nichtwissen.


Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

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Unser Nichtwissen ist größer, als wir glauben

Mai 16, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 2 Kommentare →

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Haben Sie ein Handy? Vemutlich. Wissen sie, wie es funktioniert? Oder der Motor Ihres Autos, oder, einfacher, ihr Festnetz-Telefon? Wenn Sie jetzt frank und frei sagen (und zwar nicht nur, während Sie alleine vor ihrem Bildschirm sitzen und diese Zeilen lesen): “Nein, keine Ahnung.” – Dann gehören Sie zu einer Minderheit.

Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass ihr Verständnis von komplizierten oder sogar komplexen Zusammenhängen viel weiter reicht, als es tatsächlich der Fall ist. Dieses Phänomen untersucht der amerikanische Entwicklungspsychologe Frank Keil von der Yale University. Er nennt es die “Illusion of Explanatory Depth”, die Illusion der Erklärungstiefe.

Im Normalfall ist das kein Problem. Höchstens etwas peinlich, wie sich da die meisten Menschen überschätzen (warum eigentlich?). Allerdings wird es sehr wohl zum Problem, wenn sich Menschen im Rahmen ihres beruflichen Handelns ebenfalls für schlauer halten, als sie es tatsächlich sind. Der Bamberger Psychologe Dietrich Dörner hat dies untersucht:

In Computersimulationen hat er Manager eine virtuelle Schokoladenfabrik leiten lassen. Solange alles im grünen Bereich und nach bekannten Spielregeln läuft, schlagen sich die Manager ganz tapfer, auch mit Modellen, die nicht allzuviel mit der Realität zu tun haben. Anders aber, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Wenn “Kunden nur noch Bio-Schokoloade mögen, erstarren sie in Hilflosigkeit, anstatt die Firma den neuen Bedingungen anzupassen”, so Dörner.

Wir sind also noch weit entfernt, von der nicht so besonders überwältigenden Einsicht, dass wir viel weniger wissen, als wir glauben. Bescheidenheit tut not, ist aber noch in den meisten Köpfen ein Fremdwort. Indes ist es aus meiner Sicht ein zentraler Bestandteil einer konstruktiven Kultur des Nichtwissens, für die ich plädiere.

Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

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