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… sinnvoll Wirtschaften ist möglich!
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Systemisches Konsensieren. Wie eine gute Idee dazu führt, Lernen zu vermeiden.

September 27, 2012 Von: blog-zeuch Kategorie: Veränderung 16 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Am 20. September 2012 veröffentlichte ich meine Rezension von Christian Felbers Buch “Gemeinwohl-Ökonomie”. Dort stieß ich auf den methodischen Hinweis des “systematischen Konsensierens”. Da die Methode zunächst interessant klang, habe ich das dazugehörige Buch durchgearbeitet. Und komme leider zu dem Ergebnis, dass diese Methode einige Fallstricke aufweist, die bislang nicht beantwortet worden sind.

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Ein Fall von Nichtwissen (5): Banalität kosten Millionen

Januar 19, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Zur Abwechslung hatten wir im Dezember 2009 und im Januar 2010 mal wieder einen halbwegs stilechten Winter. Und der hat dann gleich zu Unplanmäßigkeiten geführt, die doch irgendwie erstaunlich sind.

1994 wurde der Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien fertiggestellt. Endlich war es möglich, den Kanal nicht nur per Fähre oder Flugzeug zu überqueren, sondern mit einem Zug zu unterqueren. Dazu wurde eigens der “Eurostar” als Hochgeschwindigkeitszug konzipiert und produziert. Die Querung, die per Fähre mehrere Stunden in Anspruch nimmt, war plötzlich in nicht einmal 40 Minuten möglich.

Der Eurostar, nicht immer so zügig unterwegs...

Der Eurostar, nicht immer so zügig unterwegs...

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Die Gefahr der Krise: Nichts gelernt!

Juli 16, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 5 Kommentare →

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Zwischen diversen Umzugskisten sitzend, mein Schreibtisch und Notebook ist noch nicht eingepackt, möchte ich noch schnell über eine wirklich üble Entwicklung berichten:

An der Wall-Street zeigen sich wieder erste Anzeichen des alten Größenwahns. Der Spiegel schreibt: “Goldman Sachs schreibt Milliardengewinne, die Wall-Street schüttet hohe Boni aus, dubiose Finanszprodukte werden erneut in großem Stil gehandelt. Die Risiko-Banker sind wieder da, als hätte es die Wirtschaftskrise nie gegeben.

Wall-Street: Es lebe die epistemische Arroganz!

Wall-Street: Es lebe die epistemische Arroganz!

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Die 7. These des Herrn T.

November 06, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

In der aktuellen Ausgabe der Wirtschaftswoche, Nr. 45 vom 03.11.2008, veröffentlicht der WiWo-Chefredakteur Roland Tichy seine 10 Thesen über die Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Seine 7. These lautet: “Sicher ist unsicher” und schließt mit der Überlegung, dass “die Westdeutschen … den Umgang mit Unsicherheit neu lernen (müssen).” (S. 23). Na da frage ich mich doch gleich, wieso im internationalen Bankengeflecht und der globalisierten Weltwirtschaft ausgerechnet die Unsicherheit der Westdeutschen über Bankkonten und Festanstellungen eine große Rolle spielen soll?

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Warren Buffett über Nichtwissen

Mai 27, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 1 Kommentar →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heute las ich im Zug im neuesten Spiegel (22/2008) ein Interview mit dem wohl weltweit erfolgreichsten Investor Warren Buffett. Nicht nur sein Vermögen von rund 62 Milliarden Dollar, sondern auch das unglaubliche Wachstum seiner Holding Berkshire Hathaway von 184.228% in 32 Jahren spricht für seine wirtschaftlichen Kenntnisse und sein Gespür für erfolgreiche Investitionen.

Interessanterweise bescheidet sich Buffett gleich in der ersten Antwort: „Nun, ich bin kein Wirtschaftsexperte. Ich könnte kein Geld damit verdienen, den Verlauf der Wirtschaft für ein halbes oder ganzes Jahr vorherzusagen.“ (Spiegel 22/2008, S. 92). Vermutlich ginge es manchen Unternehmen und Ländern besser, wenn die Verantwortlichen ihrerseits nicht glauben würden, solche Voraussagen treffen zu können.


Warren Buffett

Ein paar Absätze weiter entwickelt sich folgende Sequenz zwischen Buffett und den Spiegel-Journalisten über den Derivatehandel:

Buffett: „… Zudem sind solche Konstrukte dermaßen kompliziert, dass sie von kaum jemandem noch verstanden werden.“

Spiegel: „Selbst die Banker blicken nicht mehr durch“

Buffett: „Sie brauten ein Giftgetränk und mussten es am Ende selber trinken.“

Spiegel: „Wie lassen sich solche Finanzinstrumente kontrollieren?“

Buffett: „Das ist das Problem: Sie können so etwas nicht mehr steuern, nicht mehr regulieren. Das hat sich verselbstständigt. Den Geist bekommt man nicht zurück in die Flasche.“ (S. 92)

Dies scheint mir eine eindeutige Absage an zu komplexe Finanzinstrumente und ein klares Votum für nachvollziehbare Mechanismen und Firmenpolitik. Denn Buffett sagt über die Unternehmen, die er kaufen möchte: „Wir suchen große, gut geführte Unternehmen, die wir auf Anhieb verstehen.“ (S. 94).

Buffetts Erfolg ist mehr als nur ein ethisches Argument gegen unverständliche und gierig anmutende Spekulationen und Investitionen, wie Münteferings populistische Formulierung der „Heuschrecken“ (der Vergleich mit Ungeziefer ist übrigens fragwürdig, hat er doch eine traurige Vergangenheit in der Nazi-Zeit – und das von einem Sozialisten…). Buffets Haltung und sein Vorgehen sind vor allem auch wirtschaftlich überzeugend.

Herzliche Grüße
Andreas Zeuch

Unser Gehirn: Nichtwissen, Selbstorganisation und Intuition

April 03, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition, Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heute abend las ich bei meinem Abendessen einen Beitrag über das menschliche Gehirn in der neuesten Ausgabe der Zeit. In einem Interview brachte Wolf Singer, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt den Wissensstand über unser komplexestes Organ auf den Punkt:

Natürlich wissen wir sehr viel mehr als früher. Aber zugleich dämmert uns die Erkenntnis, dass das Gehirn auch sehr viel komplexer ist, als wir vor ein paar Jahrzehnten gedacht haben.” (Zeit Nr. 15, 03. April 2008, S. 39)

Es ist also mal wieder so: Wissen erzeugt Nichtwissen – diesmal ironisch selbstbezüglich über das Organ, mit dem wir unser (kognitives) Wissen aufbauen.

Besonders interessant ist dabei: Unser Gehirn kennt keine übergeordnete Instanz, die sagt wo es langgeht. Unser Gehirn ist ein Paradebeispiel für Selbstorganisation. Das hat für das Führen von Unternehmen und Organisationen eine wichtige Folge:

Neben der Argumentation, das die Welt ohnedies zu komplex ist, um sie durch Fremd-Organisation in den Griff zu bekommen, sollten wir langsam begreifen, dass Selbstorganisation in der Unternehmensführung zudem am ehesten unserem Denk- und Wahrnehmungsorgan gerecht wird. Es ist an der Zeit, unsere sozialen Systeme wie Unternehmen, NGOs, Regierungsorganisationen etc. an unsere physiologische Realität anzupassen – und nicht umgekehrt.

Und Intuition ist eben auch Selbstorganisation: Unter unserer Bewusstseinsschwelle werden Daten und Informationen selbstorganisierend verarbeitet, die uns in Form intuitiver Eingebungen ins Bewusstsein kommen. Da sagt kein “Ich”, welche Daten wichtig sind und welche nicht. Wollen Sie mehr darüber erfahren? Dann lesen Sie doch meinen Artikel “Am Rande des Chaos: Intuition als selbstorganisierende Intelligenz.

Ihnen eine gute Zeit und herzliche Grüße

Andreas Zeuch

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Top-Manager über Nichtwissen

September 25, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Mit diesem Beitrag will ich Ihnen einige kurze Statements von Vorständen und Geschäftsführern bekannter deutscher Unternehmen vorstellen. Alle Zitate sind Ausschnitte aus umfassenderen Gesprächen die ich oder meine Kollegin Jutta Herzog mit diesen Managern führte und die Sie in meinem Buch „Management von Nichtwissen in Unternehmen” finden.

Sein Nichtwissen zu kaschieren, das gehört für mich eher auf die Schiene Verantwortungslosigkeit. Wenn jemand kaschiert, signalisiert er ja für mich, dass ich mit seinem Wissen rechnen, dass mit diesem Wissen auch die Arbeit getan werden kann. …
Es bedeutet, gemeinsam einen Umgang, eine Kultur zu entwickeln, in der es zu einer Selbstverständlichkeit wird, dass man nicht alles wissen muss, sondern dass es nur darum geht, ein Problem zu lösen oder eine Entscheidung zu finden – dass nur das wichtig ist. Und das ist etwas, was sich entwickeln muss unter den Menschen, die zusammenarbeiten.“
Dieter Brandes, Ex Geschäftsführer von Aldi Nord

Folgende Situation als Beispiel: In einer Qualitätsstandard- Beschreibung steht, dass die Aschenbecher im Hof spätestens dann gereinigt werden müssen, wenn drei Kippen drin sind. Sind nur zwei drin und es regnet, hat man in kürzester Zeit eine hässliche braune Sauce. Nach der Beschreibung ist alles okay, aber wenn der zuständige Mitarbeiter seinen Verstand nutzt, erkennt er den Handlungsbedarf. Für mich ist das, vorausschauen zu können, intuitives, situatives Handeln in Achtsamkeit. Wie im Zen. Mir ist einer lieber, der nicht weiß, aber wie beschrieben handelt, als einer, der die Organisationshandbücher auswendig kann.“
Klaus Kobjoll, Inhaber und Geschäftsführer der Schindlerhof GmbH

Die Gefahr ist: Je mehr Komplexität ich selbstverständlich erwarte in einer Unternehmenskultur und je weniger Gegengewicht ich in irgendeiner Form dagegen lege, desto höher ist der Impuls in der Organisation Nichtwissen in den Schattenbereich zu verdrängen. Wenn mein Vorstand von mir den selbstverständlichen Umgang mit einer hohen Komplexität verlangt, ohne das Thema Nichtwissen anzusprechen, sendet er an mich die Botschaft: Ich muss alles wissen, was damit zusammen hängt.“
Thomas Terhaar, Mitglied des Vorstands Deutsche Bank Bauspar AG

In der Wirtschaft spielt Nichtwissen eine große Rolle. Nehmen wir mal das Beispiel von Aktiengesellschaften. Eine Heerschar von Spekulanten beschäftigt sich damit, den Raum des Nichtwissens durch Trends und meist psychologische Faktoren auszufüllen, die den Aktienkurs und somit indirekt den Wert des Unternehmens bestimmen. Also ist das Spekulative, der Bereich des Nichtwissens in der Wirtschaft eine riesige Triebfeder.“
Thomas Ventzke, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Rolf Benz AG

Mit herzlichen Grüßen
Andreas Zeuch

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