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Eine konstruktive Kultur ärztlichen Nichtwissens

April 08, 2008 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Erst stand’s in der Bild (28.02.2008, S. 10), dann auch in der Zeit (06.03.2008, S. 33): Ärzte beginnen offensiv mit ihren Kunstfehlern umzugehen.

In der Zeit schrieb der Autor Herr Albrecht dann noch klugerweise, dass dies ein “mutiger Schritt” sei, der die Probleme allerdings nicht löse. Na klar, was denn sonst? Ein falsch amputiertes Bein wächst nicht plötzlich wieder an, nur weil der verantwortliche Arzt seinen Fehler anschließend eingesteht.

Aber es ist eben ein erster Schritt hin zu einer Kultur, innerhalb derer Fehler und Irrtümer nicht mehr totgeschwiegen werden; in der sich Ärzte früher gerne als Halbgott in weiß inszenierten, die natürlich keine Fehler begingen. Eine Binsenweisheit hat Sie nun eingeholt: Sie sind eben nicht Gott.

Und ergo: Auch sie begehen Fehler. Das wirklich Schwierige dabei ist jedoch, dass der Fehler eines operierenden oder diagnostizierenden Arztes zu dramatischen Einbußen der Gesundheit oder sogar zum Tod führen kann. Den meisten anderen Berufen bleibt diese Bürde erspart.

Und deswegen ist dieser lange nötige Schritt zu begrüßen und zu respektieren. Es ist aus meiner Sicht ein Vorbild, wie trotz Risiken der Ansatz einer transparenten Kultur des Nichtwissens geschaffen werden kann.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

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Zeitgeist Intuition

September 20, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem Jahr geben sich diverse Autoren und Verlage zum Thema Intuition die Klinke in die Hand: „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft“ des Journalisten Bas Kast, „Bauchentscheidungen“ des Psychologieprofessors Gerd Gigerenzer, „Sorge dich nicht, denke!“ im Spiegel Nr. 37/2007, „Die Anatomie des Irrtums“ im Spiegel Nr. 38/2007 (gleich zwei Artikel in Folge!), „Mal Intuition, mal Strategie“ im Fokus 30/2007 – was bleibt einem da noch übrig, als Intuition für ein Zeitgeist-Thema zu halten?

Ich frage mich: Was führt dazu, dass Intuition aus seinem Schattendasein heraustritt und besonders in den letzten beiden Jahren öfter in großen Verlagen und Magazinen (relativ) seriös behandelt wird? Der „Bauch“ als Standardsymbol menschlicher Intuition wird salonfähig und zunehmend häufiger enthüllt.

Was in den Artikeln und Büchern zu lesen ist, erklärt indes nicht das steigende Interesse (und auch so Manches des Sujets selbst nicht, aber das ist eine andere Geschichte…). Ist es einfach nur Eigendynamik? Ist es ein Zug, der ungeplant langsam in Fahrt kam und nun wollen viele aufspringen und mit auf die Reise gehen, warum auch immer? Oder ist es ein erstes Anzeichen dafür, dass allmählich auch die gesellschaftliche Bedeutung von Intuition ins Wirken kommt? Oder ist das alles – ich mag es kaum glauben – nur simpler Zufall?

Meine Annahme lautet wie folgt: Wir verlieren allmählich den Glauben an eine verstandesgesteuerte Welt, in der das Morgen eine geplante Ableitung aus dem Gestern und Heute ist. Wir sind Kinder der Aufklärung und haben das Primat des Verstandes verinnerlicht. In der Folge haben wir unsere Gefühle und eben auch unsere Intuition vernachlässigt. Wir bilden jahrelang unseren Verstand aus, aber unserer Intuition lassen wir diese Wertschätzung nicht zukommen. Da entstand ein enormes Defizit, was in unserer hyperkomplexen Wissensgesellschaft allmählich zur drängenden Frage wird: Was tun, wenn wir nicht genug wissen – oder, was viel häufiger zu Regel werden wird – wenn wir viel zu viele Informationen verarbeiten müssen?

Unsicherheit und Nichtwissen sind der Boden, auf dem wir zukünftig laufen lernen müssen. Und da hilft der Verstand nicht weiter; da hilft kein Faktenwissen, wie wir es immer noch vorwiegend in der Schule und auf dem weiteren Bildungsweg lernen. Wir brauchen Souveränität beim Steuern durch dichten Nebel. Wir brauchen gewissermaßen ein menschliches Radar, das uns den Weg weist, zwischen der Scylla des Nichtwissens und der Charibdis des Information-Overload.

Besonders dramatisch zeigt sich dies vor allem im Beruf. In der Medizin kommen die Ärzte in ihren Fachdisziplinen kaum noch hinterher, zu schnell entsteht zu viel neues Wissen. Es wächst exponentiell. Wie sie aber mit ihrem Nichtwissen umgehen sollen, wird nicht nur nicht vermittelt, nein, es wird in den Fakultäten nicht einmal systematisch thematisiert sondern ignoriert (eine besonders dümmliche Form des Nichtwissens). Die einzige mir bekannte Ausnahme bildet die Medical School der University of Arizona mit ihrem „Curriculum on medical ignorance”. Noch viel weniger wird in der Ausbildung über ärztliche Intuition gesprochen. Und folgerichtig wird Intuition auch nicht als wichtige professionelle Fähigkeit wahrgenommen. Im Management sieht es nicht viel anders aus. Da gibt es zwar schon einige Akademien, die Intuitions-Trainings anbieten oder es gerne wollen, aber das ist nicht mehr als ein exotischer Tropfen auf den heißen Stein unseres täglichen Aufklärungsdefizits.

Zum Ausgleich scheint es ein kollektives intuitives Bedürfnis nach Intuition im Privaten zu geben. Das, so könnte man meinen, zeigt sich in den auffällig häufigen neuen Publikationen, die schließlich nicht aufs Professionelle fokussieren. Intuition wird da im Allgemeinen thematisiert (mit einigen Ausnahmen: Gigerenzer beschäftigt sich beispielsweise mit ärztlicher Intuition, reduziert sie aber auf den Einsatz von Faustregeln). Anders sieht es auf dem anglo-amerikanischen Buchmarkt aus, da widmen sich auch diverse AutorInnen ausführlich der professionellen Intuition. Sollte also eine weitere Zeitgeist-Welle aus Amerika zu uns rüberschwappen? Wie dem auch sei. Intuition ist hip. Fragt sich nur, wann sie wieder der aus der Mode kommt.

Mit herzlichen Grüßen

Andreas Zeuch

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Intuition ist gesund!

Mai 18, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 4 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute möchte ich Ihnen eine neue Idee von mir vorstellen: Auf seine Intuitionen zu achten, ist gesünder, als sie (dauerhaft) zu ignorieren. Klingt das gewagt in Ihren Ohren? Oder gar esoterisch? Umso mehr könnte dies ein Grund sein, weiterzulesen.

Diese Idee möchte ich durch zwei Argumente untermauern:

1. Intuitionen sind in einer Legierung mit unseren Emotionen ein grundlegender Bestandteil unseres Menschseins. Und damit sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer bio-psycho-sozialen Gesundheit.

2. Gemäß der so genannten „Salutogenese“ (dazu gleich mehr) sind Menschen, die auch tiefen Krisen einen Sinn abgewinnen können, widerstandsfähiger als Menschen, die dazu nicht in der Lage sind. Und Sinn lässt sich meist nur intuitiv erspüren.

Zu 1: Intuitionen sind, wie zu Beginn dieses Weblogs dargestellt, eine grundlegende Eigenschaft von uns Menschen. Dies ist für alle, die sich schon ein wenig mit der Materie beschäftigt haben, nichts Neues. Bereits der bekannte Psychologe C. G. Jung hat das ausführlich in seinem Werk „Psychologische Typen“ dargestellt. Daraus entwickelte sich später unter anderem der in der Personalentwicklung und Personaleinstellung beliebte Typentest „MBTI“ (Myers-Briggs Type Indicator), mit dem unter anderem die intuitiven Eigenschaften von Menschen zuverlässig gemessen werden können.

Carl Gustav Jung

Carl Gustav Jung

Meines Erachtens gibt es mittlerweile keine wissenschaftlich fundierten Argumente gegen diese Annahme. Wenn nun Intuition eine menschliche Grundeigenschaft ist, tun wir gut daran, sie mit entsprechend gebührender Aufmerksamkeit zu behandeln. Da unsere Intuition zudem eng mit unseren Emotionen verknüpft ist, handelt es sich um einen wesentlichen Komplex menschlichen Seins. Sollten wir also unsere Intuition ignorieren, missachten wir demzufolge zwei unserer Grundeigenschaften und reduzieren uns auf andere Aspekte wie Vernunft. Wohin dies führen kann, zeigen verschiedene psychosomatische Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit zum Teil darin liegt, dass die Patienten wichtige emotional-intuitive Anteile aus ihrem täglichen Leben ausgeblendet haben.

Zu 2: Der Begriff „Salutogenese“ wurde von Aaron Antonovsky entwickelt: Er erforschte, warum einige ehemalige KZ-Häftlinge mit den Strapazen der Inhaftierung deutlich besser zurecht kamen, als andere. Das Ergebnis seiner Untersuchung wies darauf hin, dass die gesünderen (oder widerstandsfähigeren) der Ex-Insassen ihrer horrenden Situation einen gewissen Sinn abgewinnen konnten, während die anderen untersuchten StudienteilnehmerInnen ihre Situation als vollkommen sinnlos beschrieben. Antonovsky nannte das das „Kohärenzgefühl“. Der wissenschaftlichen Korrektheit halber muss ich sagen, dass seine Ergebnisse nicht unstrittig sind. Nichtsdestotrotz ist die Salutogenese, die Lehre von der Gesundheit, ein immer noch viel versprechender ressourcenorientierter Ansatz, um im Ringen um Gesundheit voran zu kommen.

Sollte die Salutogenese und die Bedeutung von Sinnzuschreibung ein richtiger Ansatz sein, so würde die Intuition eine wichtige Rolle in der Widerstandsfähigkeit und Gesundung von Menschen spielen: Sinn, bzw. in Antonovskys Begriff des „Kohärenzgefühls“, kann nicht rational-logisch aus den äußeren Umständen oder psychischen Zuständen abgeleitet werden. Antonovsky spricht eben deshalb auch vom „Kohärenzgefühl“ und nicht -verstand.

Ich gestehe: Dies ist zunächst nichts weiter als eine mehr oder minder gewagte Spekulation, aber eine, die untersucht werden könnte. Sollte sich diese Idee (bzw. der Ansatz einer Hypothese) als richtig herausstellen, wäre dies natürlich ein wichtiges Argument, für die Bedeutung von Intuition in unserem alltäglichen Leben.

Mit herzlichen Frühlingsgrüßen

Andreas Zeuch

Literaturtipps

Antonovsky, A. (1997): Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Hrsg. v. Alexa Franke. Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis Bd. 36 dgvt-Verlag

Jung, C. G. (1989). Psychologische Typen. Gesammelte Werke Bd. 6. Olten: Walter.

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Ein Curriculum medizinischen Nichtwissens

September 06, 2006 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Wie schon bei meinem Beitrag „Mit dem Bauch sehen“ kommt einmal mehr ein innovativer Ansatz aus den USA: Diesmal zum Umgang mit Nichtwissen in der Medizin.

Nichtwissen als Leitgedanke
Die Medical School der Universität von Arizona veranstaltet ein „Curriculum on Medical Ignorance“ in Verbindung mit dem „Summer Institute on Medical Ignorance“. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es handelt sich um keinen Scherz von mir, und damit Sie sich selbst überzeugen können, hier die entsprechenden Links:

In einem hoch wissensbasierten Tätigkeitsfeld wie der Medizin, in der selbst die einzelnen Fachdisziplinen wie Neurologie, Kardiologie und Pädiatrie durch die Fachärzte nicht mehr in ihrem gesamten Umfang gewusst werden können, entsteht permanent neues Nichtwissen. In der deutschen Medizin wird diese Tatsache bislang ignoriert. Nichtwissen wird aus der Agenda wichtiger Probleme ausgeblendet, so dass Nichtwissen über Nichtwissen mehr oder weniger aktiv erzeugt wird. Das es auch anders geht und Nichtwissen ein innovationsförderlicher Prozess werden kann, zeigen die Leiter des Curriculum on Medical Ignorance.

Nichtwissen wird zur Quelle von Innovationen
Am Anfang einer jeden neuen Entwicklung stehen Fragen und – etwas pathetischer formuliert – Erstaunen. Wissen, also Antworten, sind das Ergebnis und nicht der Ausgangspunkt. Wenn sich Pasteur nicht über die Pilzkulturen in seinen Reagenzgläsern gewundert hätte und sich nicht die richtigen Fragen gestellt hätte, hätten wir heute vermutlich nicht das Penicillin.

Deutscher Mangel
Das Medizinstudenten durch das Studium näherungsweise auf den jeweiligen Stand des Wissens gebracht werden, ist die Voraussetzung ihrer späteren ärztlichen Tätigkeit. Dazu dienen bei uns in Deutschland im Bereich von Faktenwissen vor allem Klausuren im Multiple Choice Verfahren: Auf eine Frage gibt es mehrere mögliche Antworten, wobei verschiedene Kombinationen richtig sein können. Eine Antwort, mehrere Antworten oder alle oder keine Antwort. Prozesswissen wird mittlerweile vorwiegend durch sogenannte „OSCE“-Prüfungen erhoben (Objective Clinical Structured Examination, die übrigens – welch Überraschung – ebenfalls aus dem anglo-amerikansichen Raum kommen). Was aber wird getan, damit die StudentInnen erstens lernen, mit ihrem zwangsläufig immer wieder auftauchenden Nichtwissen umzugehen und zweitens, um effektives Fragen zu erlernen? Die leidige Antwort: Bislang fast nichts. In kompetenzbezogenen Lehrveranstaltungen, beispielsweise zur Arzt-Patient-Kommunikation oder körperlichen Untersuchung, taucht Nichtwissen natürlich immer wieder auf, wird aber möglichst schnell durch entsprechende Antworten beseitigt. Nichtwissen als eigenständiges Phänomen wird nicht berücksichtigt. Die leitenden Fragen in den Doktorarbeiten sind häufig vom jeweiligen Doktorvater formuliert. Der sucht dann meist nur noch einen Studenten, um die Hausaufgabe zu erledigen, diese Fragen in prüfbare Hypothesen zu gießen und passende Methoden zu finden und durchzuführen.

Transfer in die Wirtschaft
Somit stellt das Curriculum on Medical Ignorance eine intelligente Lösung dar. Sie kann über die Problematik medizinischer Ausbildung hinaus auch für Unternehmen ein Vorbild im Umgang mit Nichtwissen sein. Denkbar wären zum Beispiel Communities of Practice, die das Nichtwissen einer Firma dauerhaft in einem angemessenen Rahmen thematisieren. Auf diese Weise könnte Nichtwissen ressourcenschonend durch ein selbstorganisiertes Verfahren bearbeitet werden. Diese regelmäßigen Veranstaltungen könnten durch punk- tuelle Nichtwissens-Konferenzen oder –Meetings ergänzt werden, in denen beispielsweise projektbezogenes Nichtwissen erörtert wird: Was ist relevantes, was irrelevantes Nichtwissen, welche Fragen sind leitend, was wurde übersehen? Wie würden Sie vorgehen?

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Mit dem Bauch sehen: Intuition in der deutschen Medizin

Juni 28, 2006 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 1 Kommentar →

Im Juni war ich in einem Krankenhaus und habe mit Führungskräften aus der Pflege ein Intuitionstraining durchgeführt. Die Bedeutung der Fortbildung für die Arbeit wurde anschließend folgendermaßen bewertet, wobei die Skala von „sehr wichtig“ über „wichtig“ und „weniger wichtig“ bis zu „unwichtig“ reichte: 57% befanden die Veranstaltung als „sehr wichtig“ und 43% als „wichtig“. Niemand beurteilte die Arbeit an der eigenen professionellen Intuition für weniger oder gar unwichtig. Weiterempfehlen würden die Fortbildung 85%. Die verbleibenden 15% würden die Fortbildung lediglich deshalb eingeschränkt weiterempfehlen, weil sie zu kurz gewesen sei.

Die Kunst des Sehens
Diese Bewertungen scheinen mir zu einem kleinen Artikel zu passen, der vor kurzem im Spiegel Nr. 24 / 2006 vom 12. Juni zu lesen war: „Die Kunst des Sehens“ von Gerald Traufetter. Dort ging es um die Schulung der Beobachtungsgabe bei New Yorker Medizinstudenten. Zweifelsohne ist Beobachtungsgabe im Kontakt mit Patienten, Angehörigen und den Kollegen aller Professionen für Ärzte und Pflegepersonal gleichermaßen wichtig. Wie Traufetter zu Recht feststellt, werden Medizinstudenten (und Pflegeschüler) von einer Flut an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen überrollt, die keinen Platz mehr lässt, die intuitive Beobachtungsgabe zu schulen.

Deutschland hinkt mal wieder hinterher
Das führte dazu, dass die findigen Amerikaner uns Deutschen mal wieder einen Schritt voraus sind: Da wo wir stolz sein können, endlich das Konzept der Standardisierten Patienten zumindest an einigen deutschen Unis eingeführt zu haben, wird in Amerika bereits an Kunstwerken unter der Führung von Kunstpädagogen der intuitive Blick geschult. Ich weiß wovon ich rede: Von 2001 – 2003 hatte ich die Ehre, das erste deutsche Pflichtmodul „Medi-KIT“ zur Arzt-Patient-Kommunikation am Uniklinikum in Heidelberg mitzuentwickeln und in das Reformcurriculum HEICUMED miteinzuführen. Wir rekrutierten und trainierten Schauspieler, die Patienten auf standardisierte Art mit verschiedenen Krankheitsbildern in Unterricht und Prüfungen simulieren. Nur wer die Prüfung bestand, kam ins nächste Semester.

Intuition ist für deutsche Medizin-Fakultäten kein Thema
Die Intuition und deren Professionalisierung war jedoch auch in HEICUMED nie Thema. Viele andere deutsche medizinische Fakultäten ringen immer noch mit sich, ihren Lehrkomitees, den Finanzen und bürokratischer Viskosität, um überhaupt erst einmal das Thema Kommunikation zu professionalisieren. Intuition ist in deutschen Lehrplänen noch Lichtjahre entfernt davon, für wichtig befunden zu werden.

Blinde Flecken
Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Schließlich müssten Ärzte am besten wissen, dass ihre Entscheidungen und Handlungen immer auch von ihren Emotionen und Intuitionen beeinflusst werden. Das Intuition dabei vor- und nachteilig ist, wird schon seit vielen Jahren in diversen medizinischen und pflegerischen Studien ausführlich dargestellt. Wir dürfen deshalb als Patienten gespannt sein, wann sich diese wissenschaftliche Erkenntnis auf die Lehrpläne durchschlägt. Oder wollen Sie lieber von Ärzten diagnostiziert und behandelt werden, die sich weder mit dem Potential noch den Risiken ihrer Intuition beschäftigt haben?

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