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Die ultimate KT Umfrage – Was soll Guttenberg jetzt tun?

Februar 27, 2011 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen, Satire 3 Kommentare →

Liebe Leserinnen und Leser,

der letzte Blogbeitrag, die Satire “Neulich bei den Guttenbergs zum Kaffee” erfreute sich enormer Beliebtheit. Und hat mir Mut gemacht, dass es in Deutschland nicht, wie die es die Bildzeitung in Ihrer Printversion vorlog, 87% vernebelte Gehirne gibt, die trotz Lug und Trug unserem Verteidigungsminister vollkommen verfallen sind.

Es gab ja schon diverse Umfragen, wie es jetzt mit KT weitergehen soll. Da kann ich nicht anders, als meine eigene Umfrage mit ins Rennen zu werfen – und auf weitere Stimme zu hoffen, dass jetzt endlich mal Schluss ist, mit dieser Schmierenkomödie. Also – ab zur Umfrage!

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Neulich bei den Guttenbergs zum Kaffee

Februar 23, 2011 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen, Satire 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit letzter Woche schlagen die Wellen hoch im Falle der Plagiatsvorwürfe gegen unseren Verteidigungsminister Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. “Nicht nur an ein paar Stellen, sondern durch die gesamte Arbeit hindurch habe der Minister abgekupfert – abgeschrieben bei der F.A.Z., der NZZ, bei Politikwissenschaftlern, Bundesgerichtshofs-Präsidenten, amerikanischen Botschaften, bei Seminararbeiten von Studienanfängern und dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages.” (Georgi, O. (22.02.2011): Guttenberg verzichtet auf Doktortitel. „Solche Stürme hält man aus“, FAZ.net).

Eine seiner ersten Aussagen zu den Vorwürfen war eindeutig und unmissverständlich: “Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir.” (Spiegel 8/2011: 21) Kurze Zeit später rudert “KT”, wie er liebevoll von seinen das Urheberrecht und die Regeln seriösen wissenschaftichen Arbeitens ignorierenden Fans genannt wird, in eine völlig andere Richtung: „Ich habe gravierende Fehler gemacht, die dem wissenschaftlichen Kodex nicht entsprachen“ (selbiger FAZ.net Artikel). Er habe den “Überblick über die Quellen verloren” (ebnd.). Nun ja, dass ist verständlich bei einem vermuteten Plagiatsanteil auf 271 Seiten = 68,96% in Bezug auf die Gesamtseitenanzahl der Dissertation (Stand GuttenPlag Wiki 21.02.2011, 17:30 Uhr).

Achtung: Wer unten auf “Lies den Rest des Eintrags” klickt, wird mit einem explizit satirischem Inhalt konfrontiert. Ich mache von meinem Recht auf Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Hs. 1 des Grundgesetzes (GG)) sowie  der journalistischen Freiheit¹ Gebrauch.

KTP

Ein Held geht durch die Hölle und bleibt aufrecht - Achtung: Satirische Fotomontage mit einer Person als Beiwerk einer sonstigen Örtlichkeit (§23 KUG (1), Satz 2)

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Der Tod des Zentralismus – oder: Die Kunst, nicht zu lernen.

Juli 13, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Diverses 3 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser.

Am 09. November 1989 fiel die Mauer. Die ehemalige Deutsche Demokratische Republik, dieses zynische Gebilde eines überkommenen Zentralismus, alles andere als demokratisch regiert, musste seine Grenze zum Westen hin öffnen. Es war und ist ein historisches Symbol für den Misserfolg eines planenden und zentral gesteuerten sozialen Systems.

Der Mauerfall

Der Mauerfall

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Ein Fall von Nichtwissen (6): Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie

Februar 03, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 8 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Eine nicht enden wollende Geschichte ist die Kostenexplosion bei Groß- und Infrastrukturprojekten. Es ist ein wirklich herzerfrischender Hinweis auf die Unvollkommenheit von Planungsprozessen und Informationspolitik. Mal vorsichtig formuliert, konservativ, sozusagen. Denn würde Planung funktionieren, dürften ja nicht allerorten die Kosten und die Bauzeiten aus dem Ruder laufen. Tun sie aber. Ein etwas betagteres Beispiel ist die Elbphilharmonie in Hamburg, mittlerweile eine Mahnung an alle Planungswütigen des Berliner Flughafens. Dort glaubte man bis vor kurzem wider aller Fallbeispiele, dass man doch noch die Kontrolle zurückerhält.

Die offizielle Präsentation lautet wie folgt: “Hamburg erhält mit der Elbphilharmonie ein neues imposantes Konzerthaus, das einen der besten Konzertsäle der Welt beheimaten soll. Klassische Musik, aber auch Jazz-, Welt- und Popmusik bekommen einen herausragenden Aufführungsort. Die Elbphilharmonie wird ein neues Wahrzeichen für die Stadt und gleichzeitig ein Haus für alle sein. Der neue Gebäudekomplex wird drei Konzertsäle, ein Hotel mit Konferenzbereich, Wohnungen, eine Plaza auf 37 Metern Höhe und im Kaispeicher zahlreiche Parkplätze enthalten. Er entsteht nach Entwürfen der renommierten Schweizer Architekten Herzog & de Meuron.” (Quelle: http://elbphilharmonie-bau.de/index_html.php?typ=artikel&id=52)

Simulation der Elbphilharmonie

Simulation der Elbphilharmonie

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Ein Fall von Nichtwissen (5): Die Fehmarnbelt-Brücke

Juni 30, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich sitze hier gerade am Tag 2 nach meinem Urlaub auf Fehmarn in meinem Büro. Als ich dort bei traumhaften Wetter entspannte, fiel mir ein Artikel aus dem Spiegel Nr. 25 über den umstrittenen Bau der Fehmarnbelt-Brücke in die Hände. Ein gewisser Zufall (oder auch nicht, je nachdem, was man glauben mag), der mir einen neuen Artikel wert zu sein scheint.

Der Plan

Zwischen der kleinen deutschen Insel Fehmarn und dem dänischen Ort Rodby soll der 19 Km breite Fehmarnbelt durch eine Brücke verbunden werden. Bislang ist die Reise per Fähre zwischen Puttgarden und Rodby möglich. Die Planung ist, wie so häufig, auf dem Papier beeindruckend: Zur Zeit wird eine 65 Meter hohe Schrägseilbrücke mit vier 280 Meter hohen Pylonen bevorzugt. Diese Konstruktion beinhaltet 4 Autobahnspuren und 2 Bahngleise, über die natürlich der deutsche Möchtegern-Vorzeigezug, der ICE, donnern soll. Spätestens 2018 soll die Querung ohne Fähre möglich sein. Die geplanten Kosten beziffern sich auf voraussichtlich mindestens 4,4 Milliarden Euro, die nach einigem Ärger nun komplett von Dänemark übernommen werden. Allerdings verbleiben noch 1,7 Milliarden Euro für die deutsche Hinterlandanbindung, wie der Bundesrechnungshof prognostiziert. Das entpricht einer Verdoppelung der bisher geplanten 800 Millonen Euro (Lesen Sie dazu auch den Kommentar Nr. 5!)

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

Computersimulation der Fehrmanbelt-Brücke, Quelle: Verkehrsministerium Dänemark

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Ein Fall von Nichtwissen (3): Cross-Border-Leasing

März 18, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sollten Sie noch nichts von sogenanntem CBL, dem “Cross-Border-Leasing”, gehört haben, unterscheiden Sie sich nicht allzusehr von einem Haufen Kommunalpolitiker, die in zahllosen Fällen CBL-Verträgen zustimmten und sie unterzeichneten – zum Teil, ohne die oft über 1000 Seiten starken Verträge jemals gesehen, geschweige denn verstanden zu haben.

CBL ist ein äußerst dubioses Verfahren, um aus scheinbar totem Kapital, wie Straßenbahn-Netzen, Müllverbrennungsanlagen, Wasserversorgungen etc. durch einen trickreichen Deal Geld in die Kassen der Kommunen zu spülen: Beispielsweise wird ein Straßenbahn-Netz an einen unbekannten (sic!) amerikanischen Investor verkauft und im selben Moment wieder gemietet. Durch diese Konstruktion war es bis 2004 möglich, einen Steuervorteil für den Investor zu bekommen. Der hat diesen Barwertvorteil dann in Teilen an die Stadt ausgezahlt. Danach gehört das verkaufte Objekt für 99 Jahre dem Investor und geht erst dann an die Stadt zurück. Soweit die Architektur dieses Wahnsinns.

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„Abgespeist“: Nichtwissen über Lebensmittel

Oktober 30, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen Noch keine Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 16. Oktober bekam ich von Frau Dr. Alexandra Hildebrandt, der Leiterin der Kommunikation Gesellschaftspolitik der Arcondor AG (Karstadt, Quelle, Thomas Cook) eine Mail mit einem Interview, das sie mit Thilo Bode anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „Abgespeist“ führte. Herr Bode ist durch die Gründung der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“ bekannt geworden. Das Interview finden Sie hier. Die Beispiele, die Herr Bode im Interview aufführt, sind allesamt auch gute Beispiele für die Bedeutung von Nichtwissen im Business und in der Politik.

Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch

Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch

Business: Für die jeweiligen Unternehmen ist das Nichtwissen der Konsumenten die Voraussetzung dafür, dass deren Produkte überhaupt noch gekauft werden. Sicherlich gibt es auch Kunden, denen es egal ist, ob ihre Fischkonserve einen zu hohen Dioxingehalt hat, oder ob die lecker knackigen Pringles in besonders hohem Maße von Acrylamid belastet sind. Schließlich gibt es auch immer noch genügend Menschen, die mit Regelmäßigkeit in großem Umfang rauchen oder Alkohol trinken. Aber für die meisten Endkunden gilt wohl, dass sie schlicht nicht wissen, welche Schlampereien und bewusst in Kauf genommenen Sauereien sie gleich miteinkaufen. Klar, Chips können nicht gesund sein. Aber hätten Sie gedacht, dass sächsisches Mineralwasser teilweise über einen zu hohen Urangehalt verfügt?

Politik: Bei den Politikern bin ich mir nicht ganz im Klaren. Zum Teil werden sie es sicherlich nicht wissen und bedürfen einfach der Aufklärung durch Organisationen wie foodwatch. Manche hingegen nutzen ihr Nichtwissen vermutlich auch dankbar und gerne wie jener Geschäftsführer, mit dem ich für mein erstes Nichtwissensbuch sprach und der mir erklärte, dass Nichtwissen auch eine Schutzfunktion habe: Er muss sich für das, was er nicht weiß, nicht verantwortlich fühlen.

In Anbetracht dessen, was uns schon aus der Nahrungsmittelindustrie bekannt geworden ist (Gammelfleisch, Acrylamid, Dioxine…), stellt sich allerdings die Frage, ob es nicht klug wäre, skeptischer als bisher an die Hersteller heranzutreten. Einfach davon auszugehen, dass schon alles mit rechten Dingen zugeht, scheint mir jedenfalls einigermaßen naiv. Und zwar sowohl für Endkunden als auch unsere Politiker.

Kennen Sie den Film „Brust oder Keule“ von und mit Louis De Funès? Der herrliche alberne französische Komiker hat sich bereits 1976 über die fragwürdigen Herstellungsmethoden und die entwicklungsbedürftige Ethik der Nahrungsmittelindustrie lustig gemacht. Da bestehen alle Lebensmittel aus derselben widerlichen künstlichen grauen Pampe, die in die jeweilige Form gepresst wird: Hühner, Fische oder Salatköpfe. Diese werden dann auf einem Fließband in eine Färbungsschleuse gefahren, wo sie ihre deliziös aussehende Farbe aufgespritzt bekommen. Hier der Trailer:


Ganz so geht es vermutlich (noch) nicht zu. Aber auch nur deshalb, so meine skeptische Vermutung, weil es die Technik noch nicht hergibt. Hier schützt dieses Nichtwissen also glücklicherweise uns Verbraucher. Wie beruhigend.

Herzliche Herbstgrüße aus Heidelberg
Andreas Zeuch

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