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… sinnvoll Wirtschaften ist möglich!
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Der Eiermann – oder: Offener Brief an Wolf Lotter

Mai 31, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 6 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Im Mai erschien die brand eins mit dem Themenfokus “Irrationalität”. Das Heft wurde von Wolf Lotters Essay “Warten auf den Eiermann” eröffnet. Dieser Text ist nur eine vordergründig durchdachte Kritik am irrationalen Verhalten in unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Bei genauerem Nachdenken (das Lotter berechtigt einfordert), zeigt sich jedoch, dass einige seiner Argumente ins Leere laufen, sachlich falsch oder nicht zu Ende gedacht sind. Als Form der Replik habe ich mich für einen offenen Brief an Herrn Lotter entschieden.

Demnächst veröffentliche ich in diesem Zusammenhang noch zwei Artikel von den Kollegen aus meiner beratergruppe sinnvoll·wirtschaften Gebhard Borck und Markus Stegfellner. Die beiden werden jeweils einen Beitrag liefern, wie Unternehmen und Organisationen alternativ zum bisherigen Vorgehen organisiert und geführt werden können.

Ihnen und Euch jetzt viel Spaß beim Lesen!

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Erklärungsmodelle (7): Intuition als selbstorganisierte Informationsverarbeitung

April 12, 2010 Von: blog-zeuch Kategorie: Erklärungsmodelle 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

In der siebten Folge ist die Zeit gekommen für einen konzeptuellen Rahmen, in dem alle bisher ausgeführten Erklärungsmodelle Ihren Platz finden. Ein Rahmen, der diese Erklärungsmodelle widerspruchsfrei zusammenführt und uns deutlich macht, warum Intuition eine natürliche und gut funktionierende Quelle für eine hochwertige Entscheidungskompetenz ist.

Das ist wichtig, weil Intuition immer wieder auf Erfahrungswissen verkürzt wird. Daraus folgt dann mantragleich der unsachgemäße Rat, dass nur Experten auf Ihre Intuition achten dürfen. Aber Intuition ist mehr als ein Ergebnis von Expertise. Das habe ich in den bisherigen sechs Folgen gezeigt (und allen von Euch, die noch mehr wissen wollen, empfehle ich mein kommendes Buch “Feel it!“).

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Die Effekte der Erwartung auf das Verhalten

November 18, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Intuition 3 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heute gibt’s das vierte Pencast über den Zusammenhang diverser psychischer Mechanismen mit unserer Erwartungshaltung anderen Menschen gegenüber. Und welche Auswirkung diese Erwartung dann auf unsere Mitmenschen haben kann.

Dieses Pencast ist entstanden durch die Überlegungen zu einem Kapitel aus meinem kommenden Buch über Intuition in Unternehmen, das 2010 im April / Mai erscheinen wird.

Herzliche Grüße

Andreas Zeuch

Erklärungsmodelle (5): Somatische Marker

Juli 09, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Erklärungsmodelle, Nichtwissen 2 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer sich differenziert mit Erklärungsmodellen der Intuition auseinandersetzt, kommt heute nicht mehr am Konzept der “Somatischen Marker” vorbei. 1997 erschien das Buch “Descartes Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn” des amerikanischen Neurologen Antonio Damasio, Leiter des “Brain and Creativity Institute” der University of Southern California. Mittlerweile haben die Somatischen Marker, ähnlich wie die Spiegelneuronen, einen regelrechten Siegeszug angetreten. Sie sind in aktuellen psycholgischen, philosophischen und pädagogischen Diskussionen ebenso zu finden, wie in der Managementforschung und Tagespresse.

Der amerikanische Neurologe Prof. Dr. Antonio Damasio

Der amerikanische Neurologe Prof. Dr. Antonio Damasio

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Erklärungsmodelle (3): Intuition & unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung

Mai 15, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Erklärungsmodelle, Intuition 9 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!


Mit diesem Beitrag stelle ich das zweite, große Standard-Erklärungsmodell menschlicher Intuition vor. Neben dem Erfahrungswissen, über das ich beim letzten mal geschrieben habe, stellt die – wissenschaftlich formuliert – “subliminale Wahrnehmung und Informationsverarbeitung” die wichtigste Teil-Theorie der Intuition dar. Dieser Ansatz, Intuition zu erklären, macht unmittelbar verständlich, warum eben auch Berufsanfänger und Laien erfolgreiche Intuitionen haben können. Entgegen so mancher aktueller Äußerung, dass sich doch bitte nur Experten auf Ihre Intuition verlassen sollten. Der folgende Artikel ist ein Auszug aus meiner Doktorarbeit zum “Training professioneller Intuition”, leicht gekürzt und sprachlich überarbeitet.

1. Geschichte und Kurzeinführung

Die Untersuchungen zur unbewussten (subliminalen) Wahrnehmung gehen auf verschiedene Personen wie William James, Sigmund Freud u.a. zurück, die sich in diversen experimentellen Settings der Thematik annäherten.

William James

William James

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Kreativitäts-Experiment: Nichtwissen als Ressource

Januar 28, 2009 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 3 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

1976 veröffentlichten die beiden Kreativitätsforscher Jacob Getzels und Mihaly Csikszentmihalyi ein äußerst interessantes Experiment über die Bedeutung von Nichtwissen als Ressource. Die beiden gingen in das Art Institute of Chicago und präsentierten den dortigen Kunststudenten diverse Gegenstände. Sie sollten sich einen oder mehrere heraussuchen und dann ein Stillleben malen.

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Falsche Erinnerungen

August 09, 2007 Von: blog-zeuch Kategorie: Nichtwissen 5 Kommentare →

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit geraumer Zeit gibt es eine psychologische Debatte über so genannte „falsche Erinnerungen“. Dieser Begriff meint unbewusst verzerrte, erfundene oder suggerierte Erinnerungen an Ereignisse, die so, wie erinnert, nie stattgefunden haben. Na wenn das nicht zum Thema Nichtwissen passt!

Lassen wir all die Laborexperimente der forschenden Psychologen dieser Welt mal beiseite, denn hier in die Debatte einzusteigen scheint mir ein wenig zu aufwändig. Schließlich wäre es nicht damit getan, nur Befürworter wie die amerikanische Psychologieprofessorin Elisabeth F. Loftus zu Wort kommen zu lassen, sondern auch die berechtigten Kritiker. Denn schließlich hat die Debatte um falsche Erinnerungen einen großen Einfluss auf wichtige Fragen, wie zum Beispiel Zeugenaussagen oder die Richtigkeit erinnerter Missbräuche.

Ich schlage Ihnen heute lieber etwas Selbstreflexion vor: Wie sieht es mit unseren eigenen Erinnerungen aus? Wie zuverlässig sind sie? Was erinnern wir, was nicht? Welche Erinnerungen haben sich mit der Zeit möglicherweise verändert? Welche Geschichten, die wir uns und anderen über unser Leben erzählen, haben sich demzufolge auch geändert?

Ein paar einfache, ganz praktische Fragen: Was haben sie heute vor einer Woche gefrühstückt? Wenn Sie nicht jeden Morgen das gleiche essen und trinken (ein Bircher Müsli; ein Croissant mit einer Tasse schwarzem Kaffee; nichts und eine Zigarette etc.), wenn sie sich also mal so mal so entscheiden: Was war das dann vor einer Woche? Oder: Welche Kleidung hatten Ihre KollegInnen vor drei Tagen an?

Nun etwas grundsätzlicher gefragt, wenn Sie antworten konnten, also Erinnerungen haben: Sind sie sich sicher? Wie können Sie sich sicher sein? Wie unterscheiden sie eine „richtige“ von einer „falschen“ Erinnerung? Sie können sich schon vorstellen, worauf diese Problematik im Arbeitsleben hinausläuft. Natürlich ist es dabei meist wenig relevant, sich nicht mehr an die Kleidung der KollegInnen, MitarbeiterInnnen oder der Chefin zu erinnern. Weitaus bedeu- tungsvoller wird das Nichtwissen in Form falscher Erinnerungen oder allgemeiner gesagt: Irrtümer, wenn Sie an Meetings denken, Telefonkonferenzen, E-Mails (die sie gezielt oder aus Versehen schon gelöscht haben), kurze informelle Gespräche zwischen Tür und Angel oder Anrufe, deren Gesprächsinhalte sie während des Telefonats nicht sofort auf ein richtiges Verständnis überprüft und dokumentiert hatten und so weiter und so fort.

Mir sind zur Zeit keine wissenschaftlichen Untersuchungen über das Phänomen der falschen Erinnerung im Kontext von Arbeit und Business bekannt. Die Studien, die ich gefunden habe, widmen sich vorwiegend vier Bereichen:

1. Autobiografische Erinnerungen: Hier hat unter anderem Elisabeth Loftus geforscht. Zentral ist das „Falschinformationsparadigma“ dabei vor allem für die Erinnerung an traumatische Situationen, wie beispielsweise Unfälle oder sexuellem Missbrauch.

2. Zeugenaussagen: Gerichtsprozesse basieren häufig auf den Aussagen von Zeugen, die sich an irgend etwas erinnern, was für die Rekonstruktion des verhandelten Falles wichtig ist. Falsche Erinnerungen ziehen somit sofort schwerwiegende Fragen an die Bewertung von Aussagen in Gerichtsprozessen nach sich.

3. Historische Untersuchungen: Ähnlich wie es bei Zeugenaussagen vor Gericht dürfte es für Historiker schwer sein, die Korrektheit von Zeitzeugen zu belegen.

4. Psychopathologie: In der Lehre von psychischen Erkrankungen werden falsche Erinnerungen im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten untersucht, z. B. dem „Korsakow-Syndrom“ als Folge langjähriger Alkoholabhängigkeit.

Wie korrekt erinnern Sie sich an nicht dokumentierte Ereignisse an ihrem Arbeitsplatz? Wie häufig waren Sie sich mit ihren KollegInnen, MitarbeiterInnen oder Vorgesetzten darüber uneinig und haben entweder lange diskutiert oder einfach eine Entscheidung getroffen, die möglicherweise im Widerspruch zu dem Stand, was zuvor bereits besprochen wurde?

Und gleich noch Mal sommerliche Grüße

Andreas Zeuch

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